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Geisterbahn des Grauens

Geisterbahn des Grauens




1




Es war ein heißer Sommertag und auf dem Volksfest in der Stadt herrschte Hochbetrieb. Besonders eine Attraktion hatte es den Besuchern sehr angetan. Es war eine völlig neue Geisterbahn, in der 3D animierte Horrorgestalten den Fahrgästen das Gruseln lehren sollten, welche die Gäste wie magisch anzog. In langen Reihen drängten sie sich an der Kasse, um die begehrten Tickets zu bekommen. Der Kassierer hatte alle Hände voll zu tun, um den enormen Andrang zu bewältigen. Lachend und kreischend stürmten die Ticketbesitzer auf die bereitstehenden Fahrgondeln. Keiner wollte sich das gruselige Vergnügen entgehen lassen und dementsprechend herrschte bei allen eine riesige Vorfreude.
Niemand dieser bedauernswürdigen Menschen konnte sich auch nur im Entferntesten ausmalen, was ihn jetzt erwarten würde und so setzte sich die Wagenkolonne der Unschuldigen in Bewegung, um geradewegs in die Hölle zu fahren.

Er hörte die ersten Wagen kommen. Ein leises Grollen, hervorgerufen durch die Räder der Fahrgondeln, signalisierte ihm das Nahen der ersten Opfer. Ein satanisches Grinsen huschte über sein bleiches Antlitz, während seine Augen blutrot zu leuchten begannen. Er spürte, nein er wusste, heute war sein Tag; der Tag auf den er so lange warten musste. Ein wohlig gruseliger Schauer der Vorfreude durchzuckte bei diesem Gedanken seinen hässlichen Körper, seine knochigen Hände mit den Krallennägeln ballten sich zu Fäusten. Er dachte zurück an die letzten Jahre, die Jahre, die er in dieser modrigen Gruft verbringen durfte, in die ihn einst ein Dämonenjäger verbannte und mit einem heiligen Ritual für die Menschheit unschädlich machte. Wären da vor ein paar Tagen nicht zwei überaus neugierige Teenager zufällig eingebrochen und hätten in ihrer sträflichen Unwissenheit nicht die heiligen Siegel zerbrochen, er würde auf ewig dort schmoren. Diese armseligen Menschentölpel, dachte er, waren gerade zur richtigen Zeit gekommen. Ihr Blut gab ihm Kraft, aber die Kraft reichte noch nicht aus, um seinen Rachefeldzug zu starten. Zudem hatte er durch das tagelange umherirren, auf der Suche nach einem geeigneten Versteck, wieder einiges an Kraft verloren.

Doch heute würde er in Blut baden, seine Kräfte würden zurückkommen und ihn von Mal zu Mal stärker und somit unbesiegbarer machen. Bei diesem Gedanken verzog er seine Fratze wieder zu diesem satanischen Grinsen und seine spitzen Zähne blitzten in der Dämmerung.


2




Dave saß gelangweilt in seinem Büro, die Beine lang auf seinem Schreibtisch ausgestreckt und inhalierte tief den Rauch seiner Zigarette, während er vor sich hindöste. Seit 5 Jahren existierte nun seine Abteilung für die Aufklärung von Ritualmorden. Während dieser Zeit hatte Dave Dinge erlebt, die sich ein normaler Mensch nicht mal in seinen kühnsten Träumen vorstellen konnte. Sein letzter Fall war gerade abgeschlossen und momentan war es eher ruhig. Durch die fast geschlossenen Jalousien zwängten sich ein paar Sonnenstrahlen und warfen bizarre Schatten an die Wand. Ein friedlicher Tag dachte Dave, fast zu friedlich für sein Empfinden. Er sollte sich nicht irren. Das Faxgerät piepste, eine Nachricht flog auf seinen Schreibtisch. Dave streckte seine Hände nach dem Papier aus, ohne seine momentane Sitzstellung groß zu verändern und überflog die Zeilen. Das was er las, veranlasste ihn aber sofort aus seiner Lethargie zu erwachen. Rätselhafter Mord an zwei Schülern, 16 und 17 Jahre alt. Fundort war der alte Friedhof vor der Stadt. Besonderheiten; rätselhafte Bissspuren am Körper, Blutleere. Er sprang auf, sein Atem stockte.

Ein kurzer Verdacht stieg in ihm hoch. Nein, das konnte, nein das durfte einfach nicht sein. Eilig verließ er sein Büro und fuhr ins städtische Leichenschauhaus, um sich vor Ort ein genaues Bild machen zu können. Doch was er dort zu sehen bekam, ließ sein Blut in den Adern gefrieren. Die beiden armen Geschöpfe waren furchtbar zugerichtet worden. Ihre Körper waren trocken, die Haut faltig und rau mit einer leicht blass-grauen Farbe. Kein Tropfen Blut mehr in den Adern. In ihren Augen, weit aufgerissen und verzweifelnd ins Leere blickend, hatte sich das Grauenhafte, das Entsetzliche, das Unvorstellbare eingebrannt. Ihre Münder waren weit geöffnet, so als wollten sie ein letztes Mal einen verzweifelten Hilferuf in die Welt hinausschreien. Dave hatte genug gesehen, er wollte jetzt den Fundort inspizieren, immer noch hoffend, dass sich sein Verdacht nicht bestätigen würde.

Wenig später kam er auf dem alten Friedhof, der weit außerhalb der Stadt lag, an und eilte geradewegs auf die alte Gruft zu. Die Tür war aufgebrochen. Er sah sich vorsichtig um, dann betrat er die Gruft. Seine schlimmsten Vorstellungen wurden nun zur schrecklichen Gewissheit.
Die heiligen Siegel waren zerbrochen, das Gefängnis in das er seinen schlimmsten Feind verbannte, war leer. Fast fünf Jahre waren es jetzt her, als es hier in dieser Gruft zum letzten entscheidenden Gefecht zwischen Gut und Böse kam. Dave erinnerte sich noch genau an diesen Kampf, der ihn fast das Leben kostete. Jede Einzelheit war noch in erschreckender Klarheit in seinem Gehirn abrufbar. Doch mit letzter Kraft und den Mächten des Guten schaffte er es, den Abgesandten der Finsternis zu besiegen, ihn auf Ewigkeit unschädlich zu machen. So dachte er jedenfalls. Dave wusste, das dass Blut der beiden Schüler nicht ausreichen würde, um die geballte Macht des Dämons zu entfachen. Noch war er schwach und verwundbar. Er musste ihn finden, schnell, sehr schnell. Zwei Tage waren bereits vergangen und der Dämon brauchte Blut. Viel Blut!!! Dave nahm die zerbrochenen Siegel an sich, dann verließ er die Gruft. Er wusste nun was zu tun war und machte sich auf den Weg.


3




Die Wagen schossen durch die Geisterbahn. Vorbei an Hexen, Vampiren und anderen Ungeheuern, denen die 3D Projektionstechnik zu unwirklichem Leben verhalf. Die Besucher der Bahn gruselten und amüsierten sich geradezu köstlich. Er hörte, wie der erste Wagen näher kam. Gleich würde dieser an der Abzweigung zum Wartungstunnel vorbeikommen. Er hörte das Lachen und Schreien der vier Insassen und die in ihm aufsteigende Vorfreude ließ seinen Körper erschaudern. Langsam tastete er nach dem Stellhebel und legte ihn um. Fast lautlos sprang die gut geschmierte Weiche darauf an und änderte damit die Fahrtrichtung der Wagen. Der erste Wagen passierte die Weiche doch rollte er nicht in Richtung Ausgang, sondern in den Wartungstunnel, wo er knirschend durch einen automatisch eingeleiteten Bremsvorgang stehen blieb. Der Dämon quittierte dies mit sichtlicher Freude und legte die Weiche wieder um. Er wollte nicht alle Wagen auf einmal in den Tunnel locken. Das würde sofort auffallen. Er musste sich Zeit lassen und in Geduld üben.

Im Wagen blieb es gespenstisch still. Niemand sagte ein Wort. Zudem war es in dem Tunnel stockfinster, man konnte seine Hand nicht vor Augen sehen. Einer der Insassen, ein junger Mann um die 25, fand zuerst seine Fassung wieder und rief um Hilfe. Dann hob er den Kopf lauschend in das Dunkel des Tunnels, doch er vernahm nur das langsam verhallende Echo seiner eigenen Stimme. Er versuchte es noch einmal, ohne Erfolg. Nichts rührte sich.

„Wir müssen hier raus“, flüsterte er den anderen zu.
„Jeder nimmt seinen Nachbarn an der Hand, so können wir uns nicht verlieren!“ kommandierte er.

Dann half er den beiden Frauen und einem älteren Mann aus der Gondel. Zusammen machten sie sich auf den ungewissen Weg in die vermeintliche Freiheit. Ganz wohl war ihm nicht in seiner Haut, ja er verspürte sogar eine gewisse Angst, doch die konnte und wollte er ...

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