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Gayles St. Georg Band 1

Gayles St.Georg 1 - Verwirrung


Ich heiße Nick und bin Student. Nebenbei strippe ich im ‚Pulverkasten’, um meine Miete bezahlen zu können. Seit Tagen sehe ich dort immer den gleichen Mann im Publikum. Was soll ich sagen? Es ist mein Professor und er macht mir einen Vorschlag, der Folgen hat, die weder er noch ich voraussehen konnten…


Nick


Es war jedes Mal eine große Überwindung für mich, die Garderobe zu verlassen und vor das Publikum zu treten. Doch dann, wenn ich die ersten paar Bewegungen abgespult und meinen Rhythmus gefunden hatte, lief alles wie von selbst. Mein Körper bewegte sich automatisch, ich stellte meine Gedanken aus und sah in die Gesichter der Gäste, ohne dabei etwas zu fühlen. Sonst hätte ich es nicht über mich gebracht, nach und nach meine Kleider abzuwerfen, bis nur noch ein winziger String übrigblieb.

Mein Hemd, das ich noch in der Hand hielt, warf ich dem nächstsitzenden, weiblichen Gast über den Kopf und riss dann an dem Band, das das kleine Stückchen Stoff auf meinen Hüften gehalten hatte. Nun war meine pralle Männlichkeit mit der Dame einen Moment allein unter dem Zelt, das mein Hemd bildete. Mit einem Ruck zog ich es weg und präsentierte dem gesamten Publikum meinen harten Schwanz, bevor ich mich mit genau bemessenen Schritten langsam zurück zur Garderobe bewegte. Die Musik verklang, Applaus brandete auf und ich verbeugte mich kurz, dann verschwand ich hinter dem Vorhang. Wie immer atmete ich auf und riss als erstes den Cockring von meinem Schwanz. Das aufgestaute Blut begann schmerzhaft zu zirkulieren, trotzdem würde es eine Weile dauern, bis meine Erektion sich ganz gelegt hatte.

„Und … wie war’s?“

Mein Kollege Mark, der nach der nächsten Showeinlage seinen Strip vorführen würde, guckte mich gespannt an. Er war noch neu, trat erst das zweite Mal auf, während ich schon ein alter Hase war. Seit zwei Jahren gab ich viermal die Woche den attraktiven Almfuzzi, der sich die Lederhosen vom Leib riss.

„Wie immer. Die Weiber sabbern, die Männer sehen verschämt weg“, antwortete ich gleichgültig.

Allerdings sahen nicht alle Männer weg. Seit zwei Wochen saß ein Typ im Publikum, dessen Blick förmlich an mir klebte, wenn ich mich auszog. Auch heute hatte ich ihn unter den Gästen entdeckt. Ich griff nach meiner Boxershorts und ächzte leise, als ich meinen immer noch halbweichen Schwanz darin verstaute. Aus dem Zuschauerraum drang die tiefe Stimme von Doris durch den Vorhang, die den Klassiker „Tulpen aus Amsterdam“ intonierte. Ich warf einen Blick auf Mark, der sich gerade einen Ständer verschaffte. Wie immer, wenn ich einen fremden Schwanz sah, fühlte ich Erregung aufsteigen. Neugierig sah ich zu, wie er den Ring über seiner beachtlichen Erektion rollte.

„Nettes Teil“, murmelte ich und stieg in meine Jeans.

Mark errötete und befestigte den Stringtanga, wobei seine Finger leicht zitterten. Der arme Kerl tat mir leid, wusste ich doch noch, wie schwierig es zu Anfang gewesen war. Aber mit der Zeit würde es auch für ihn Routine werden. Ich schlüpfte in mein T-Shirt, dann in die Schuhe. Die Arbeitskleidung warf ich in meine Sporttasche, schulterte sie und wandte mich zum Gehen. In diesem Moment beendete Doris ihr Lied.

„Nick, warte!“ Eine Hand griff nach meinem Arm und als ich mich umdrehte, sah ich in Marks angsterfülltes Gesicht.

„Nick, ich kann da nicht raus.“

Ich legte meine Hand auf Marks Schulter und drückte zu, sah ihm dabei fest in die Augen.

„Stell dir vor, die sind alle nackt. Stell dir vor, du bist als Einziger noch angezogen. Das hilft. Und … atme.“

Gehorsam holte er tief Luft und ein Lächeln erschien auf seiner Miene. Wir sahen uns an und ich begriff, dass er auf mich stand. Impulsiv beugte ich mich vor und küsste ihn sanft auf den Mund. Dann gab ich ihm einen Klaps auf den Hintern und seine Musik setzte ein.

„Du schaffst das, Großer“, murmelte ich.

Mark strahlte jetzt regelrecht, schritt zum Vorhang und wackelte dabei mit seinem süßen Knackarsch. Ich hätte fast gekichert bei dem Anblick. Er warf mir noch einen verliebten Blick über die Schulter zu, dann tanzte er durch den schmalen Gang zur Bühne. Ich sah ihm hinterher und seufzte leise. Er war nicht mein Typ, leider, aber ich mochte ihn.


Ich lief durch die Küche zum Hinterausgang. Der ‘Pulverkasten’ machte seinem Namen alle Ehre, war er doch kaum größer als ein Schuhkarton. Für die Darsteller gab es lediglich zwei winzige Garderoben, manche mussten sich sogar auf dem Flur umziehen. Aber das Betriebsklima und die Bezahlung stimmten, es machte Spaß, hier zu arbeiten.

Die warme Hamburg Nachtluft erwartete mich, als ich durch die Tür auf die Straße trat. Der ‘Pulverkasten’ lag in St. Georg, dem wohl quirligsten Stadtteil Hamburgs, mit seinen vielen Szeneläden und Sexshops. Nur die Reeperbahn konnte noch mehr Auswahl an Vergnügungen bieten. Langsam ging ich die Nebenstrasse in Richtung des Steindamms hinunter, um zur nächsten Bahnstation zu gelangen. Nachtschwärmer waren um diese Zeit zuhauf unterwegs, hauptsächlich waren es muslimischen Mitbürger. Der Steindamm war gewissermaßen fest in türkischer Hand, was auch an der riesigen Moschee lag, die sich unweit des ‘Pulverkastens’ befand.

Als Frau oder schmächtiger Mann hätte ich mich vielleicht unbehaglich gefühlt, aber ich war groß, überragte viele der Typen um Kopfeslänge. Außerdem war ich breit und stark genug, um es auch mit mehreren der Kerle aufnehmen zu können. Wenn ich nicht gerade studierte oder strippte, kümmerte ich mich um meine Fitness und Muskeln, die ich für meinen Job benötigte. Wer wollte schon einen Hänfling nackt sehen?


Ach ja, mein Name: Nicholas Schumann, genannt Nick. In diesem Jahr war ich sechsundzwanzig geworden und studierte immer noch Germanistik, Ende ungewiss. Ich ließ es ein bisschen schleifen und hatte schon einige Urlaubssemester eingelegt. Irgendwie hatte ich das Ziel aus dem Auge verloren, wusste eh nicht, was ich mit einem Abschluss anfangen sollte. Warum also auf etwas hinarbeiten, das in eine Sackgasse führte? So lange die Leute mich nackt sehen wollten, hatte ich genug Geld um zu wohnen und zu essen. Sicher, ein Auto wäre nicht schlecht gewesen. Aber das hätte ich auch irgendwo abstellen müssen, und Parkplätze gab es da, wo ich wohnte, gar nicht. Ich erreichte die U-Bahnstation am Hauptbahnhof und rannte die Stufen zum Bahnsteig hinunter. Es war bereits kurz vor Mitternacht, morgen musste ich zeitig aufstehen und wollte endlich in mein Bett.


Oliver


Nachdem der blonde Riese die Bühne verlassen hatte, lief der Rest des Programms wie im Nebel vor mir ab. Mein Gott, ich war verschossen in einen Stripper. Die blonde Transe, die gerade „Tulpen aus Amsterdam“ interpretierte, war mehr als schrecklich. Ich blendete sie aus und träumte von dem Blonden. Es war bereits das zehnte Mal, dass ich ihm zugesehen hatte, wie er sich auszog. Trotzdem war es jedes Mal erregend. Mein Schwanz drückte immer noch gegen den Reißverschluss der Jeans, was durch meine Tagträumerei noch schlimmer wurde. Einmal mit meiner Zunge über diese geile Brust lecken, an diesen süßen Nippeln knabbern.

Ich stöhnte frustriert und versuchte mich auf den Transvestiten zu konzentrieren, der in einem viel zu engen Kleid umherschritt, während er diesen unsäglichen Song trällerte. Am liebsten wäre ich aufgestanden und gegangen. Als ich das das letzte Mal versucht hatte, war ich nach einem strafenden Blick des breiten Platzanweisers sofort wieder auf meinen Platz gesunken. Verschämt hatte ich mich hingesetzt und gottergeben den Rest der Show über mich ergehen lassen. Ich war einfach zu schüchtern, um mich durchzusetzen.

Darum hatte mein letzter Freund mich auch verlassen. Memme, hatte er mich genannt, bevor er sang- und klanglos aus meinem Leben verschwunden war. Das war inzwischen drei Jahre her, in denen ich nur gelegentlich Sex mit irgendwelchen Fremden gehabt hatte. Auch für das Aufreißen in den einschlägigen Schwulenclubs war ich nicht geeignet, wollte viel lieber einen festen Partner. Am liebsten den Seelenverwandten, den nur so wenige Menschen fanden.

„Träum weiter, Oliver“, murmelte ich.

Mein Nachbar guckte mich irritiert an. Erst da registrierte ich, dass ich mit mir selbst gesprochen hatte. Ich warf ihm ein entschuldigendes Lächeln zu, das er mit einem Schulterzucken abtat. Die Musik wurde wieder lauter, die dicke Transe war weg. Ich schaute zur Bühne, auf der ein hübscher Braunhaariger sich lächelnd aus den Klamotten schälte. Doch er konnte mich nicht fesseln, ich wollte den Blonden. Den oder keinen. Trotzdem starrte ich Braunlocke an und applaudierte pflichtschuldigst, als die letzte Hülle fiel. Er konnte sich nicht mit Blondie messen, war aber irgendwie – süß, wie er so unsicher ins Publikum lächelte.


Die warme Hamburger Nachtluft tat gut, nachdem es im ‘Pulverkasten’ unangenehm stickig gewesen war. Es kam fast eine Frischluftkur nahe, gemessen an dem, was ich zwei Stunden ertragen hatte, um IHN zu sehen. In der Menge, die aus dem Laden strömte, ließ ich mich zum Ausgang treiben und ging ich zu meinem Wagen, der nur wenige Meter entfernt auf einem kostenpflichtigen Parkplatz stand.

Die umherziehenden Gruppen muslimischer Männer verunsicherten mich, war ich doch mit meiner geringen Größe ein gefundenes Fressen für einen Überfall. Erleichtert atmete ich auf, als ich in meinem Auto saß und die Zentralverriegelung einrastete. Während ich durch den nächtlichen Verkehr nach Hause fuhr, dachte ich wieder an den Blonden. Mein Gott, der spielte wirklich nicht in meiner Liga. Wie sollte ich Kontakt zu ihm aufnehmen? Und wenn ich es tat, würde er mich überhaupt wahrnehmen?


Wer war ich schon? Oliver Medler, dreißig Jahre alt, Professor für Germanistik an der Uni Hamburg. Schmächtig, klein, unscheinbar. Ach, Scheiße! Ich wünschte, ich wäre ein großer Hengst mit schwarzem Haar und einer muskulösen Statur, sodass ich dem Blonden die Stirn bieten könnte. Aber ich war klein, braunhaarig und –äugig. Außerdem musste ich eine Brille tragen, was mich auch nicht gerade attraktiver machte. Im Ganzen entsprach ich nicht dem Typ Mann, der diesem blonden Sahnestück gefallen würde.


Meine Stimmung war auf ihrem tiefsten Punkt, nachdem ich endlich einen Parkplatz gefunden hatte. Drei Runden hatte ich gedreht und fluchte leise vor mich hin, weil ich zu sparsam war mir einen Stellplatz zu mieten. Na toll. Nicht nur unattraktiv, sondern auch noch geizig. Müde trotte ich über den menschenleeren Bürgersteig und erreichte schließlich meine Wohnung. Den Schlüsselbund warf ich auf die Kommode im Flur und stellte mich dann dem Spiegel. Irgendwie war ich wohl in der Laune, mich richtig runterzumachen.

Der Typ, der mich anglotzte, sah wirklich richtig Scheiße aus. Klein, bebrillt und dünn. Ich streckte meinem Spiegelbild die Zunge heraus und ging ins Bad. Zähne putzen, pinkeln, Hände waschen und ab ins Bett. Mit den Gedanken war ich wieder bei dem Blonden. Mann!, Mein Schwanz wurde schon wieder steif. Ich packte das Teil und holte mir einen runter. Danach schlief ich entspannt ein.


Nick


Eigentlich ging ich nur noch deshalb zur Uni, um als Student zu gelten, aber heute hatte ich mir fest vorgenommen, interessiert dem Vortrag zu lauschen. Tja, manchmal hatte ich komische Vorsätze. Als ich eintraf war es im Saal schon so voll, dass ich in der hintersten Reihe Platz nehmen musste. Ein kleiner Mann betrat das Podium und alle verstummten. Gespannt schaute ich nach vorn und betrachtete den Professor, der an das Rednerpult trat. Er kam mir bekannt vor. Moment, das war doch der Typ, der seit zwei Wochen jeden Tag in meiner Vorstellung saß. Unwillkürlich duckte ich mich, als sein Blick über die Reihen der Studenten glitt.

„Liebes Publikum“, sagte er mit klarer Stimme, die selbst mich hier hinten erreichte. „Ich bin Professor Oliver Medler. Um die Diskussion zu erleichtern, die meinem Vortrag folgt, bestehe ich darauf, dass wir uns alle mit Vornamen anreden.“

Beifälliges Gemurmel erklang, vereinzelt klopften Studenten auf die Tische. Wieder schaute der Professor hoch und ich machte mich erneut unsichtbar.

„Also.“ Er öffnete sein Notebook und schaltete den Beamer an. Ein Bild flackerte an der Leinwand hinter ihm auf. „Wir betrachten heute die Sprache als Medium, um sich zu verständigen.“

Die folgende Stunde verging wie im Fluge. Ich klebte förmlich an seinen Lippen, lauschte fasziniert und war enttäuscht, als der Professor das Notebook zuklappte und den Vortrag damit als beendet erklärte.

„Fragen?“

Hände flogen in die Luft, und auch ich hätte mich nur zu gern an der Diskussion beteiligt. Aber irgendwas hielt mich davon ab. Ich wollte nicht, dass er mich erkannte, auch wenn ich den Grund dafür nicht wusste. Nach einer halben Stunde beendete Oliver den Meinungsaustausch, erste Studenten verließen den Hörsaal. In der Deckung der Menge ging ich raus und dachte über das gerade Gehörte nach. Das erste Mal seit langer Zeit hatte mich ein Thema wirklich gefesselt.

Auch auf dem Weg zum ‘Pulverkasten’ war ich in Gedanken noch bei dem Vortrag. Oliver hatte es verstanden, alle in seinen Bann zu ziehen. Das Problem, das er uns nahe bringen wollte, war die Schwierigkeit der Menschen, sich mit ihrer mündlichen Ausdrucksform zu verständigen. Wie viele Missverständnisse waren allein dadurch entstanden, dass Worte falsch verstanden oder gar nicht gesagt wurden. Natürlich gab es auch noch Körpersprache, aber die konnte man falsch deuten. Das gesprochene Wort war wirklich die einige Chance, sich einander begreiflich zu machen.

Mark war noch nicht da, als ich die Garderobe betrat. Erleichtert bereitete ich mich vor, wartete auf meinen Einsatz und spulte den Auftritt ab. Ich versuchte nicht zu Oliver, der wieder im Publikum saß, zu gucken, während ich mich entblößte und schließlich den Rückzug antrat. Doch er zog meine Augen magisch an. Unsere Blicke trafen sich in dem Moment, als ich die Garderobe erreichte und die Musik verstummte. Den Applaus vernahm ich nur gedämpft und verneigte mich automatisch, dann verschwand ich hinter dem Vorhang.

Mein Herz klopfte viel zu schnell und mein Schwanz hätte praller nicht sein können. Genervt zog ich an dem Cockring, den ich heute nicht benötigt hätte um meine Erektion zu halten. Allein die Anwesenheit eines bestimmten Mannes hatte mich erregt. Irgendwie schien Oliver mein Gehirn gefickt zu haben.

„Nick, ein Glück, dass du da bist!“ Mark stürmte in die Garderobe und stoppte abrupt, als er mich mit meiner Erektion kämpfen sah.

„Wow“, murmelte er, und starrte meinen Schwanz an, den ich in diesem Moment endlich von dem Ring befreien konnte. Erleichtert warf ich das Gummiutensil in die Sporttasche und griff nach meinen Shorts. Mark sah mir beim Anziehen zu. Seine Miene wirkte leicht enttäuscht.

„Du bist gleich dran“, erinnerte ich ihn.

Von draußen erklang Doris‘ Stimme, die mich jedes Mal schaudern ließ. Mark legte seine Tasche auf den einzigen Stuhl, der in der Garderobe stand, und begann sich hektisch umzukleiden. Ich war inzwischen fertig, packte meine Bühnenklamotten ein und winkte ihm zu, bevor ich den Raum verließ. Diesmal hatte ich keine Lust ihm Starthilfe zu geben.


Ich stieß die Hintertür auf und atmete tief durch. Langsam wandte ich mich nach rechts, um zum Steindamm zu gehen, als ich eine kleine Gestalt bemerkte, die sich im Dunkel an die Hauswand lehnte. Ich erkannte Oliver und erstarrte. Mein Herz schlug schneller, erneut erstarkte meine kaum abgeklungene Erektion.

„Hallo!“ Seine Stimme klang rau. Er stieß sich von der Wand ab und trat mir entgegen.

Tatsächlich war er einen Kopf kleiner als ich, und auch nur halb so breit. Trotzdem erschien er mir ebenbürtig nachdem ich wusste, was er drauf hatte. Er konnte sich vielleicht nicht mit mir prügeln, aber er konnte mich mit seinem Gehirn platt machen. Nein, er konnte mich mit seiner Sprache verführen, das traf es besser.

„Äh, hallo.“ Oliver räusperte sich und guckte zu mir hoch. „Ich wollte Sie fragen, ob ... äh, kann man Sie auch privat buchen?“

Er blinzelte mich bei dieser Frage so süß durch seine Brillengläser an, dass ich unwillkürlich grinsen musste. Mein Prof wollte, dass ich für ihn strippte? Oder für seine Freunde? Ich riss mich zusammen und sah Oliver ernst an.

„Ich weiß nicht. Bisher hat noch niemand danach gefragt.“

„Nun, ich frage jetzt.“ Erwartungsvoll schaute Oliver mich weiterhin an.

Ich überlegte, während ich ihn von oben bis unten musterte. Eigentlich entsprach er genau meinem Typ, mit seiner schmalen Figur, wenn er nur genug in der Hose hatte. Automatisch blieb mein Blick an seiner Leibesmitte hängen. Oh Mann, wenn mich nicht alles täuschte hatte Oliver einen Steifen! Die große Beule in seinem Schritt sprach eine eindeutige Sprache, außer, er hatte eine Hasenpfote dort versteckt.

„Tja, ich kann’s mir ja mal überlegen“, murmelte ich, und riss meinen Blick von der Ausbuchtung los, um ihm in die Augen zu sehen.

Oliver nickte und fummelte aus seiner Hosentasche mit fahrigen Fingern ein Stück Papier hervor. Seine Hand zitterte, als er mir die Visitenkarte entgegenhielt.

„Hier. Rufen Sie mich an, wenn Sie darüber nachgedacht haben.“

Vorsichtig, um ihn nicht zu berühren, griff ich nach dem Kärtchen und steckte es in meine Gesäßtasche.

„Tja, dann ...“ Ich nickte ihm zu und wartete darauf, dass er den Weg freimachte. Oliver stand jedoch wie festgegossen und starrte immer noch zu mir hoch.

„Äh, ich muss dann mal los“, murmelte ich irritiert.

Es schien, als würde er aus einem Traum erwachen. Langsam machte er einen Schritt zurück und lächelte mir dabei unsicher zu. Dann wandte er sich um und ging davon. Langsam folgte ich ihm, beobachtete dabei seinen kleinen Knackarsch in der abgewetzten Jeans. Ich war so abgelenkt durch diesen geilen Anblick, dass ich gar nicht mitbekam, wie eine Gruppe Männer Oliver stoppte. Erst als ich ihn fast erreicht hatte, realisierte ich die Situation.

„Na, du Schwuchtel“, sagte einer der Typen, und schubste Oliver gegen die Schulter.

„Ich bin keine Schwuchtel!“ Olivers Stimme klang fest und klar, wie im Hörsaal. „Lasst mich in Ruhe.“

„Ah … du bist keine Schwuchtel? Was machst du dann hier … hinter dem Transenschuppen?“

Ein zweiter Kerl griff nach Olivers Schulter und ich ließ meine Tasche einfach fallen. Mit vorgerecktem Kinn trat ich neben den kleineren Mann und fixierte die Angreifer mit meinem Blick, einem nach dem anderen.

„Was wollt ihr von dem Herrn?“, knurrte ich.

„Ach, ist das dein Freund?“, höhnte einer der Kerle.

Ich zählte vier Typen und überlegte kurz, dann begab ich mich in Kampfstellung. Zum Glück hatte ich nicht nur Muckis, sondern auch eine solide Karateausbildung. Mit den Kerlen würde ich es aufnehmen können.

„Verschwindet, sonst muss ich euch weh tun“, zischte ich.

Einer der Typen lachte und strich Oliver über die Wange, dieser zuckte zurück. Dabei flog seine Brille in hohem Bogen weg. Ich sah rot. Der erste Kerl ging zu Boden, als ich ihm in den Magen trat. Der Nächste hatte keine Zeit mehr sich zu ducken, schon hatte ich ihn mit einem Schwinger kampfunfähig gemacht. Blieben zwei.

„Und?“, fragte ich.

Die verbliebenen Kerle guckten blöd, entschieden sich dann aber für das Richtige: Sie zogen ihre Kumpels vom Boden hoch und machten sich aus dem Staub. Mein Atem ging noch etwas schwer, ich war das Kämpfen nicht mehr gewöhnt, als ich Oliver anschaute, der völlig bewegungslos dastand.

„Alles okay?“

Er nickte langsam und senkte den Kopf. Verdammt! Er schien sich zu schämen. Ich griff nach seiner Schulter und spürte, wie er zusammenfuhr. Trotzdem drückte ich leicht zu, bevor ich wieder losließ.

„Wirklich alles in Ordnung?“ Ich wartete die Antwort nicht ab, sah mich stattdessen nach Olivers Brille um. Nahe einer Straßenlaterne entdeckte ich sie, ging hin und hob sie auf. Die Gläser waren gesprungen. „Hier, sie ist leider kaputt.“

Wie ein Vollidiot stand ich da und hielt dem Professor die Brille hin, der sie mit gesenktem Blick entgegennahm.

„Scheiße“, murmelte er.

„Bitte?“ Ich glaubte mich verhört zu haben. Der Mann, der heute einen Vortrag über Sprache gehalten hatte, beschränkte sich auf ein Wort, das alles ausdrücken konnte? Oliver blinzelte kurzsichtig zu mir hoch.

„Ja, alles Scheiße. Ich. Die Brille. Der Abend. Ich kann ohne das Ding nicht nach Hause fahren.“

Aha. Ich grinste erleichtert. Oliver hatte mit einem Wort alles umfasst. Plötzlich fühlte ich mich euphorisch, wünschte, der Abend würde nie enden. Vielleicht würde ich doch noch die Diskussion bekommen, die ich mir ersehnt hatte.

„Ich kann fahren. Wenn das für … äh, Sie okay ist“, bot ich an.

„Ich bin Oliver.“ Verärgert beäugte er seine Brille, bevor er zu mir hoch lächelte.

Die Sonne ging auf. Mein Herzschlag beschleunigte sich, ich musste schlucken und ihn anstarren. Ohne Brille war dieser Kerl regelrecht … schön. Oder attraktiv. Auf jeden Fall sehr süß.

„Ich bin … äh, Nick“, stotterte ich, und glotzte ihn weiter an.

„Tja, Nick. Dein Angebot … also, wenn es wirklich gilt … wäre toll.“ Oliver klappte die Brille zusammen und schaute mich mit zusammengekniffenen Augen an.

Meine Beine waren weich, ich bekam kaum noch Luft und starrte ihn immer noch an. War ich überhaupt fahrtüchtig? Probeweise bewegte ich mich und stellte fest, dass ich funktionierte, wenn auch ohne Gehirn. Alles Blut steckte woanders. Energisch rief ich mich zur Ordnung und sandte einen Befehl an meinen Schwanz: Hinlegen, Blut her. Leider hatte das Ding mir noch nie gehorcht und blieb hartnäckig steif.

„Klar. Ich fahr … äh, dich … nach Hause“, stammelte ich unkonzentriert, weiterhin in ein stummes Zwiegespräch mit meinem sturen Körperteil verstrickt.

„Gut. Mein Wagen steht nicht weit weg.“ Oliver warf mir ein strahlendes Lächeln zu, dann drehte er sich um und ging los.

Ich folgte ihm, nachdem ich meine Tasche aufgehoben hatte. Wieder glitt mein Blick zu seinem Hintern, was keine gute Idee war.

„Verflixt“, murmelte ich leise und presste die Sporttasche gegen meine Vorderfront.

Das sah zwar merkwürdig aus, aber immer noch besser als die Riesenbeule, die ich vor mir her trug. An einem silbernen Chrysler Cabrio blieb Oliver stehen und wühlte in seinen Hosentaschen. Er warf mir den Autoschlüssel zu, den ich mit erstaunlicher Geistesgegenwärtigkeit auffing. Dabei fiel meine Tasche zu Boden. Schnell bückte ich mich, hob sie auf und lief um den Wagen herum, hoffend, dass Oliver nichts gesehen hatte.

„Ich wohne in Barmbek Süd“, sagte er, während er auf dem Beifahrersitz Platz nahm.

Inzwischen hatte ich die Sporttasche auf den Rücksitz geworfen und machte mich mit dem Auto vertraut. Ohne Schwierigkeiten sprang der Motor an und ich setzte zurück, dann fädelte ich mich in den spärlichen Verkehr ein, der um diese Zeit auf dem Steindamm herrschte. Es war inzwischen kurz nach Mitternacht an einem normalen Wochentag, sodass nur noch wenige Verkehrsteilnehmer unterwegs waren.

Schweigend lenkte ich den Wagen über die Straßen. Obwohl ich kein eigenes Auto besaß kannte ich den Weg. Erst nachdem wir die Außenalster hinter uns gelassen hatten, gab Oliver mir Anweisungen. Schließlich hielt ich vor einem imposanten Altbau und sah mich nach einer Parklücke um. In diesem Teil der Stadt war es ein reiner Glücksfall, um diese Zeit, wenn alle Bewohner bereits zuhause waren, einen legalen Stellplatz zu finden. Ich hatte Glück und fand wenige Meter weiter eine Lücke, in der ich den Wagen parken konnte. Der Motor erstarb und ich zog den Zündschlüssel ab. Eine Weile saßen wir einfach schweigend da.

„Danke“, sagte Oliver schließlich und guckte zu mir rüber.

„Gern geschehen.“

Ich öffnete die Fahrertür und griff nach hinten, um meine Tasche vom Rücksitz zu holen. Dabei kam ich Olivers Hals sehr nah. Sein Duft stieg mir in die Nase, und löste sofort eine Reaktion bei mir aus. Er konnte mich also nicht nur mit seinem Gehirn ficken, sondern auch noch mit seinem Duft. Schnell wuchtete ich die Sporttasche nach vorn und stieg aus. Schon wieder war ich überaus erregt, die Hose zu eng. Ich verwünschte meinen Schwanz, dass er so empfindlich auf Oliver reagierte.

„Möchtest du … noch auf einen Kaffee mit rauf kommen?“, fragte er leise.

Über das Wagendach hinweg sah Oliver mich an. Unwillkürlich musste ich bei dieser typischen Abschleppfrage grinsen. So etwas sagte man doch nur, wenn man Sex wollte. War er denn schwul? Irgendwie hatte ich mir darüber noch gar keine Gedanken gemacht.

„Nein, ich muss los. Ist schon spät.“ Ich warf ihm die Autoschlüssel über das Dach zu.

Sie landeten mit einem Klappern auf dem Boden, da Oliver offensichtlich ohne Brille wirklich blind war. Schnell lief ich um den Wagen herum, um meinen Fehler wiedergutzumachen. Gerade rechtzeitig, um fast mit seinem Hinterteil zu kollidieren, kam ich drüben an. Er bückte sich nach dem Schlüssel und streckte mir dabei seinen geilen Arsch entgegen. Der Anblick versetzte mir einen Schock und schon träumte ich davon, die Backen in meine Hände zu nehmen und zu kneten. Ich schluckte trocken und schloss kurz die Augen.

„Hab ihn schon“, sagte Oliver und richtete sich auf.

„Okay. Dann … gute Nacht“, murmelte ich, blinzelte, nickte ihm kurz zu und machte ich mich auf den Weg zur U-Bahn.

„Warte!“ Olivers Stimme veranlasste mich stehenzubleiben. „Was ist denn jetzt mit der Privatvorführung?“

„Ich ruf dich an“, sagte ich über die Schulter, dann setzte ich meinen Weg fort.


Oliver


Ich stand da und schaute Nick hinterher, als dieser lässig in Richtung der Bahnstation entschwand. Mit meiner blöden Frage hatte ich mich zum Affen gemacht. Im Nachhinein wusste ich nicht, was ich mir dabei gedacht hatte. Aber das Denken fiel mir in Nicks Gegenwart sowieso schwer, dann regierte nur meine Lust. Ich schloss den Wagen ab und trottete auf die Haustür zu, die eigenartig verschwommen wirkte. Erst jetzt fiel mir wieder ein, dass meine Brille ja kaputt war. Als erstes würde ich den Ersatz suchen müssen, sonst konnte ich die Vorlesung morgen wohl vergessen.


Die Ersatzbrille war natürlich uralt. Als ich am nächsten Morgen den Vorlesungssaal betrat, konnte ich die Gesichter der Studenten nur verschwommen sehen. Aber wenigstens mein Notebook und die Leinwand konnte ich deutlich erkennen. Nachdem sich die Unruhe gelegt hatte, alle Zuhörer endlich saßen, ließ ich den Blick über die Reihen schweifen. Ziemlich weit unten, in der Mitte, entdeckte ich einen Blonden, den ich beim letzten Mal nicht im Saal gesehen hatte. Aber ich sah ihn nur undeutlich und irgendwie schien er sich zu ducken. Ich wandte meine Aufmerksamkeit dem Notebook zu und eröffnete die Vorlesung.

„Heute möchte ich über die Bedeutung der Sprache in der Liebe reden. Wo wird mehr gelogen oder verheimlicht, als dort? Das Missverständnis ist fester Bestandteil des klassischen Dramas. Hier ein paar Beispiele.“

Ich brachte die Stunde irgendwie hinter mich. Die schlechte Sehkraft störte meine Konzentration, außerdem schlich sich immer wieder Nicks Bild in meine Gedanken. Es war zum verrückt werden. Hoffentlich würde er sich melden. Heute war ein Tag, an dem er nicht arbeiten musste. Also brauchte ich nicht in den ‘Pulverkasten’ gehen, was einerseits erleichternd, andererseits schade war.

Allerdings war ich froh, diese Transe mit ihren „Tulpen aus Amsterdam“ nicht erneut ertragen zu müssen. Beim letzten Mal hatte ich so getan, als müsste ich aufs Klo, um der dicken Platzanweiserin zu entkommen und hatte dann Nick aufgelauert. Ein weiteres Mal würde sie – äh, er das sicher nicht durchgehen lassen.

Nachdem ich die Diskussion, die dem Vortrag gefolgt war, beendet hatte, schloss ich erleichtert das Notebook und räumte meine Sachen zusammen. Die Studenten strömten aus dem Saal und hinterließen eine wohltuende Stille, die ich noch einen Moment genoss. Ich liebte Reden, aber Schweigen und Ruhe gefiel mir auch sehr gut.


Ich brachte meine Brille zum Optiker, nachdem ich die letzte Vorlesung gehalten hatte. Immer wieder nahm ich das Handy aus der Tasche und schaute nach, ob jemand angerufen hatte. Mein Gott, wieso hatte ich mir nicht Nicks Nummer geben lassen? Gegen Abend war ich total entnervt. Unfähig, mich auf etwas anderes als dieses blöde Handy zu konzentrieren, legte ich mich auf mein Sofa und starrte an die Decke.

Ein Riss lief quer von einer Zimmerecke in die andere und streichen könnte ich auch mal wieder, stellte ich fest. Immerhin wohnte ich schon fünf Jahre in dieser Wohnung und hatte sie immer noch nicht renoviert. Vielleicht sollte ich gleich neu tapezieren. Hm. Die Möbel – die waren noch aus Studentenzeiten und entsprechend billig. Sollte ich …? Das Handy klingelte in der Hosentasche und ich klappte hoch wie ein Taschenmesser. Das verfluchte Ding entglitt mir, ich hechtete hinterher und fand mich auf dem Fußboden liegend wieder, das Mobilteil am Ohr.

„Medler“, keuchte ich.

„Oliver? Hier ist Nick.“

„Oh, hallo, mit dir habe ich ja gar nicht gerechnet“, log ich ungeniert.

„Also … ich hab mal darüber nachgedacht. Über die Sache mit der Privatvorführung.“

„Ja?“ Ich stand auf und schleppte mich wieder zum Sofa, war aber zu aufgeregt, um mich hinzusetzen.

„Tja, ich würd’s tun. Aber nur für dich, keine weiteren Personen.“

„Oh!“ Mehr kam einfach nicht aus mir raus. Meine Finger wurden feucht und begannen zu zittern. Allein die Vorstellung, wie Nick sich in meinem Wohnzimmer auszog, trieb mir das Blut nach unten. Ich stöhnte leise.

„Oliver?“

„Ja. Das ist toll. Wann kannst du?“

„Hm, ich hab heute frei. Ich könnte gleich kommen.“

Dieser Satz war schon zu viel für mich. Ich wechselte das Handy in die andere Hand.

„Das wäre toll. Wir haben noch gar nicht über deinen Preis geredet.“

Schweigen konnte sehr laut sein. Ich lauschte und meinte, Nicks Atem zu hören.

„Lass uns später darüber reden.“

Bevor ich begriff, was ich tat, nickte ich.

„Oliver, ist das in Ordnung für dich?“

„Oh, ja. Ja, das ist okay. Kommst du her?“

„Bin auf dem Weg. Bis gleich.“

Das Handy entglitt meiner schweißnassen Hand und fiel auf den flauschigen Teppich. Oh mein Gott! Nick war auf dem Weg! Plötzlich wurde ich hektisch, räumte mein Wohnzimmer auf, rannte durch die Wohnung und überprüfte, ob alles in Ordnung war. Dann stand ich auch schon unter der Dusche, brauste mich zum Schluss eiskalt ab. Aber mein Ständer blieb, ich konnte mich einfach nicht mehr beruhigen.

Nick würde sich für mich ausziehen! Ich suchte nach einer Jeans, die mich nicht umbrachte, musste aber einsehen, dass ich keine Hose hatte, die meine riesige Erektion kaschieren konnte. Ein langes Hemd verdeckte dann die Beule einigermaßen, als die Türklingel ertönte. Ich drückte auf den Öffner und wartete mit wild klopfendem Herzen, bis ich Schritte auf der Treppe hörte. Es kostete mich alle Beherrschung, die Tür nicht aufzureißen, sondern langsam zu öffnen.

„Hallo Nick“, sagte ich, und lächelte ihn verkrampft an.

Er sah noch geiler aus, als ich ihn in Erinnerung hatte. Die blonden Locken waren zerzaust, als wäre er gerade aus der Dusche gekommen. Ich erinnerte mich, dass ich wohl ähnlich aussehen musste, und fuhr mir verlegen mit einer Hand durchs Haar.

„Oliver.“ Nick grinste mich an und stand abwartend im Hausflur.

„Komm rein!“ Ich trat endlich zurück und ließ ihn an mir vorbeigehen.

Ein Duft von Zitrone und Rasierwasser streifte mich. Schnell schob ich die Tür zu und folgte Nick, der zielsicher das Wohnzimmer ansteuerte. Verlegen stand ich dann hinter ihm, als er sich neugierig umsah.

„Mach Musik an“, sagte er, und wanderte durch den Raum, wobei er die Bücher interessiert musterte, deren Regal eine ganze Wand bedeckte.

„Äh, was denn?“

Ich trat an die Musikanlage und starrte unschlüssig auf den Stapel CDs, der sich auf dem Bord darüber befand. Nick stellte sich neben mich, griff nach der erstbesten Hülle und starrte auf das Cover.

„Black Stone Cherry? Hm, leg ein und lass hören.“

Ich gehorchte, die ersten Beats erklangen und Nicks Mundwinkel zuckten hoch.

„Okay, es geht los!“ Er schob mich zu einem Sessel und ich plumpste hinein.

Meine Augen hingen an Nick, der sich langsam die Lederjacke von den Schultern gleiten ließ. Seine Schuhe landeten in der Ecke, er war barfuß. Meine Finger krallten sich in die Armlehnen, als er mir die Kehrseite zuwandte und Stück für Stück das T-Shirt anhob. Die Jeans saß so tief, dass ich die zwei Grübchen oberhalb seines Prachthinterns sehen konnte. Ich starrte auf die nackte Haut, während Nick sich erneut drehte und das Shirt endgültig über den Kopf zog. Es flog im hohen Bogen, ich blinzelte. Oh, verdammt, allein seine breite, haarlose Brust war eine Sünde wert. Nick zwinkerte mir zu und öffnete den ersten Knopf seiner Jeans. Weiteres Blut staute sich in meinen Lenden und woher das noch kam wusste ich wirklich nicht, eigentlich war schon alles da unten. Mit wiegenden Hüften schlenderte er zu mir rüber und baute sich herausfordernd vor mir auf.

„Du bist dran“, raunte er und griff nach meiner Hand.

Ich zuckte zusammen, als er meine Finger auf seinen Hosenstall presste. Oh Mann, sollte ich etwa...? Ich schaute hoch zu ihm und er nickte grinsend. Meine Hände zitterten, ich bekam den Reißverschluss kaum auf. Dann war es endlich geschafft. Ich zog meine Finger weg, warf einen Blick nach oben und entdeckte, dass Nick mich mit einem merkwürdigen Blick beobachtete. Unsere Augen trafen sich, ein Lächeln erschien auf seinem Gesicht, während er zwei Finger in den Bund der Jeans hakte und sie bedächtig von seinen schmalen Hüften ruckelte.

So langsam hatte noch nie jemand vor mir seine Hose runtergezogen. Speichel sammelte sich in meiner Mundhöhle, ich schluckte krampfhaft und glotzte mit aufgerissenen Augen auf seine Körpermitte. Dort kam eine knappe Pants zutage, die eindeutig gut gefüllt war. Rasch rieb ich die feuchten Handflächen über meine Jeans, bevor ich meine Finger wieder in die Sessellehnen krallte. Es sah zu geil aus, wie Nick die Hose in Zeitlupe bis zu den Knien herunter schob. Eine Drehung und er konfrontierte mich mit seinem Knackarsch, dessen Backen von dem Stoff nicht bedeckt wurden. Ohne nachzudenken streckte ich die Hände aus und strich über diese scharfen Halbkugeln. Unterdessen befreite Nick sich ganz von der Jeans und drehte sich erneut.

Nur mit dem kleinen Fetzen Stoff bekleidet stand er nun vor mir, sein Lächeln wirkte provozierend. Er hakte zwei Finger in den Bund, dann fiel der winzige Fetzen und zurück blieb eine mir steil entgegen ragende Erektion. Ich hörte auf zu atmen. Ich hatte das schon oft gesehen, aber nur aus der Ferne. Jetzt, direkt vor meiner Nase, war es das Geilste, was ich je erblickt hatte. Ich zitterte am ganzen Körper, konnte Nick nur anstarren. Mein Blick glitt hoch, über die Brust zu seinen Augen.

„Darf ich … Nick, darf ich dich … berühren?“

Vor Aufregung stotterte ich schon, aber das war mein geringstes Problem. Schlimmer waren mein schneller Herzschlag und die Erektion, die meine Hose fast sprengte. Nick machte einen Schritt zurück und beobachtete mich abwartend. War das ein Ja? Ich stemmte mich aus dem Sessel hoch und trat auf ihn zu. Langsam hob ich eine Hand und legte sie auf seine Brust. Die Haut war warm und weich. Meine Finger glitten über die flachen Nippel, die sich unter meiner Berührung aufrichteten. Ich schaute hoch, entdeckte, dass Nicks Augen sich vor Genuss schlossen. Er stöhnte leise.

Erst jetzt registrierte ich, dass die Musik aus war. Nur noch unsere lauten Atemzüge waren zu hören. Mutiger ließ ich beide Hände über Nicks Körper wandern. Er fühlte sich noch aufregender an, als er aussah. Meine Finger strichen über seine Leisten, dann in die Mitte. Ich bekam seinen harten Schaft zu fassen, packte ihn mit einer Hand, während meine andere tiefer glitt. Nick stellte die Beine auseinander, was ich als Aufforderung auffasste, seine Eier zu berühren. Sie lagen weich und prall in meiner Hand, ich drückte sie leicht. Jetzt stöhnte Nick lauter, seine Hüften bewegten sich vor und zurück als eindeutige Einladung, ihn zu wichsen. Meine Knie wurden weich, Schwindel erfasste mich.

„Nick!“ Meine Stimme war rau, ich konnte kaum sprechen. „Nick, ich kipp gleich um.“

Starke Hände packten meine Schultern, ich wurde an Nicks breite Brust gezogen. Er umarmte mich, legte seine Wange auf meinen Scheitel. So standen wir einen Moment da, mit wild klopfenden Herzen und atemlos.

„Oliver, willst du mich ficken?“

Die Frage war nur geflüstert, hallte jedoch laut in meinen Ohren. Ein erbärmliches Wimmern kam über meine Lippen. Ich hatte nur einen Wunsch und der war, endlich meinen Schwanz in diesem geilen Kerl zu versenken.

„Ja“, brachte ich hervor.

Als wäre dieses Wort ein Startschuss gewesen, begannen Nicks Hände mich aus meinen Klamotten zu schälen. Es knirschte leise, als er mir das T-Shirt über den Kopf zog und dabei eine Naht riss. Ich hatte inzwischen meine Jeans aufbekommen und schob sie mir ungeschickt von den Hüften. Nick sank auf die Knie und half mir, mich von den Hosenbeinen zu befreien. Dann war ich auch nackt und stand mit meiner steil aufragenden Härte vor ihm. Nick kniete noch, musterte mich von unten nach oben. Seine Augen wurden groß, als er meinen Schwanz erblickte.

„Ich hoffe, du kannst damit umgehen“, raunte er, während er aufstand und nach meiner Hand griff.

Er zog mich hinter sich her, fand gleich das Schlafzimmer. Dort hockte er sich ohne Umschweife auf das Bett und reckte mir seinen festen Hintern entgegen. Die Tube mit dem Gleitgel fiel mir zweimal aus den zitternden Fingern, dann hatte ich ihn und mich endlich vorbereitet. Nervös und gleichzeitig total geil kletterte ich hinter Nick auf die Matratze, ließ probeweise meine Finger durch seine Spalte gleiten. Der enge Muskel gab nach, als ich ihn langsam weitete. Ein tiefes Stöhnen kam von Nick und machte mich noch schärfer. Ich packte meinen Schwanz und schob ihn Stück für Stück in die enge Öffnung, versenkte mich mit einem Ruck dann ganz.

Das Gefühl in Nick zu stecken, seine Arschbacken in den Händen zu halten, war so aufregend, dass ich Mühe hatte, nicht gleich richtig loszulegen. Vorsichtig bewegte ich mich, erst sanft, dann, durch Nicks lautes Stöhnen angefeuert, schneller. Irgendetwas in mir brach zusammen. Ich krallte die Finger in seine Hüften und vögelte ihn so hart ich konnte. Es war ein Rauschzustand, der viel zu schnell in einem ekstatischen Höhepunkt endete. Schon nach wenigen Stößen fühlte ich das Ziehen, dann riss es mich hoch. Mit einem heiseren Keuchen spritzte ich ab, fiel nach vorn und hielt mich an Nick fest, während ich in ihm zuckte und funkelnde Sterne hinter meinen geschlossenen Augenlidern sah. Ich verlor fast das Bewusstsein, so intensiv rasten die Wellen durch meinen Körper. Atemlos lehnte ich dann an Nicks Rücken und wartete darauf, dass ich die Beherrschung über meine Gliedmaßen zurückerlangte.

„Fass mich an.“

Nicks Stimme drang schwach zu mir durch. Ich langte um ihn herum und packte seine Härte, ließ sie durch meine Faust fliegen. Das Gefühl seines samtigen Schafts in meiner Hand war geil, Nicks Stöhnen noch viel geiler. Schon konnte ich das erste Pumpen spüren, dann kam er mit einem halblauten Aufschrei. Sein Schwanz zuckte, warme Sahne rann über meine Finger. Es war so scharf und noch etwas anderes. Mir gefiel es, Nick Lust zu verschaffen. Am liebsten hätte ich ihn während er kam angesehen und in meinem Arm gehalten. Langsam wurde er in meiner Hand weicher. Ich ließ widerstrebend los, richtete mich auf und kletterte vom Bett.

Als ich das Kondom abstreifte beobachtete ich Nick, der sich mit geschlossenen Augen auf die Seite hatte fallen lassen. Dieser Kerl war einfach zu schön, um wahr zu sein. Unschlüssig stand ich mit hängenden Armen da und schaute ihn an.

„Äh … hast du … auch Durst?“

Normalerweise redete ich nicht so unsicher, nachdem ich mit einem Typen gevögelt hatte. Aber die Situation war auch anders als sonst. Nick war nicht irgendein Kerl, sondern der Mann, in den ich mich verliebt hatte. Sollte ich mich zu ihm legen? Verdammt, wir hatten uns noch nicht einmal geküsst!


Nick


Der Fick mit Oliver war einfach nur geil gewesen. Doch nun war irgendwas nicht in Ordnung, das erkannte ich an seiner merkwürdig klingenden Stimme. Vielleicht sollte ich lieber verschwinden. Ich schob mich vom Bett und ging wortlos an ihm vorbei. Im Wohnzimmer sammelte ich meine Klamotten ein und zog sie über. Inzwischen war Oliver, nur mit einer Boxershorts bekleidet, mir gefolgt.

„Nick, ist alles in Ordnung?“

Was sollte ich dazu sagen? Ich war verliebt in den Kerl und er hatte mich noch nicht einmal geküsst. War er nur auf Sex scharf gewesen? Oder … hatte er gar nicht vögeln wollen und es nur getan, weil ich ihn dazu aufgefordert hatte? Wirre Gedanken liefen durch meinen Schädel, die ich in Ruhe zuhause durchgehen sollte.

„Alles okay, Oliver. Ich muss nur los. Es ist spät“, antwortete ich, lief zur Wohnungstür und ließ ihn stehen.

Für eine Diskussion oder ein belangloses Gespräch war ich nicht in Stimmung. Die Euphorie, die ich empfunden hatte, als ich zu Oliver gefahren war, war Konfusion und Schmerz gewichen. Ich war dem Professor mit Haut und Haar verfallen.

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