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GEORG im URLAUB

Jürgen Works Eggert

GEORG im URLAUB

oder wie das Leben überraschen kann





BookRix GmbH & Co. KG
81669 München

Georg im Urlaub

 




Kanarischer Urlaub...


  RING, RING. RING, RING , nein nicht die Türklingel, auch nicht das Telefon, sondern der Wecker klingelt. Es ist 2.3o Uhr und Georg möchte gerade denselben erschlagen. Da wird ihm bewusst, ‚hey, ich habe ja Urlaub, ich will ja weg.’ Schon ist er putz- munter und springt voller Freude aus dem Bett. Den Koffer hatte er schon am Vorabend gepackt und das Taxi kommt in 20Minuten. Die freundliche Nachbarin gießt die Blumen und sieht nach der Post, alles ist geregelt. Er hat es geschafft 4Wochen Urlaub zu bekommen, eine Auszeit, die er sich schon so lange wünschte.
Auf die Kanaren sollte es gehen. 5.3oUhr geht der Flieger von Hannover. Er freut sich so, rein in den Sommer, es ist Januar, draußen schneit es, auf den Inseln scheint die Sonne und das Meer hat Badetemperatur.
  Um 10ooUhr deutscher Zeit, 9ooUhr spanischer Zeit, landete die Boing pünktlich. Nach dem unbürokratischen Zoll, schließlich ist alles EU, eine Art Heimat, steht Georg vor dem Flughafen Reina Sofia auf der Insel Tenerife. 22°C und strahlender Sonnenschein bei wolkenlosem Himmel. Georg will auf die Insel La Gomera und später noch auf die ’Isla Bonita’, die Insel La Palma. Er findet einen Linienbus, der zum Hafen fährt. Dort soll ein Schiff Namens ’Garajonay’ direkt La Gomera anlaufen.

Im Bus fällt ihm eine junge Frau mit einer Punk Frisur auf, sie schaut ihm kurz tief in die Augen, setzt sich aber mindestens 10 Reihen weiter hinter ihn auf einen Sitzplatz. Ihn durchzuckt ein eigenartiges Gefühl...’habe ich die irgendwo schon mal gesehen? Aber ich kenne doch keine Punk Ladys.’ In Los Christianos, am Hafen findet er sein Schiff. Vor dem Einsteigen sieht er noch wie die bunte Lady in dem großen Katamaran am Anleger von ‚Fred Olsen’ verschwindet. Er wollte sich dieses Schiff noch für später aufheben.

Die ‚Garajonay’ legt zuerst in der Inselhauptstadt San Sebastian an. Nach kurzem Aufenthalt, raus aus dem Hafen fahrend, sieht er die Palmen-bewachsenen Berge hinter der Hauptstadt aufsteigen. Eine Straße schlängelt sich dort durch die Bäume in die Höhe. Das kleine Passagierschiff nimmt Kurs auf Santiago, einem kleinen Ort im Süden der Insel. Die Küste ist felsig, nirgends eine Möglichkeit mit einem Boot anzulegen, oder gar zu baden, aber schön anzusehen. Nach ca. 10Min. beginnt das Anlegen in Santiago. Vom Hafen aus sieht er das 4-Sterne Hotel Tecina. Es gehört dem norwegischen Reeder Fred Olsen, ein guter Freund damals von dem Diktator Franco. Er hat den halben Süden der Insel und die dazugehörigen Wasserrechte bekommen. Muss eine gute Freundschaft gewesen sein.
Das Hotel ist halb in die mächtigen Felsen gebaut, architektonisch eine Leistung. Östlich, neben dem Hotel, sind die Höhlen von Chinguarime. Im Winter Anlaufpunkt vieler europäischer Hippies, aber Olsen Co. wissen wie man sie los wird, wegen dem Image eben. Und überall, wo es nur geht, sieht man Olsens Bananenplantagen.

Weiter geht es um den Süden herum an der felsigen Steilküste vorbei zur Westseite in das ‚Valle Gran Rey’, ins Tal des großen Königs, ins Walle, wie der Deutsche so sagt. Kurz vor dem Anlegen in dem kleinen Hafenörtchen Vueltas sieht er noch die sogenannte Schweinebucht, eine Bucht mit Höhlen, in denen es sich Hippies gemütlich gemacht haben. Die Guardia Civil hat etwas dagegen und räuchert die Höhlen regelmäßig aus. Mal sehen, wie lange der Krieg noch dauert. Im Hafen von Vueltas, was so viel heißt, wie Umkehre, angekommen, staunt er erst mal nicht schlecht, nein, er bekommt eher einen Schock. Kräne, Bagger, Bauarbeiter..., unschöner Hafenausbau, und Mengen von Touristen, die sich fast auf den Füßen stehen. Am Hafenausgang fragt sich Georg durch..., in Englisch versteht ihn keiner, in Spanisch, kann er kaum, in Deutsch, wird er verstanden. , Ja, erklärt man ihm, immer die Straße gerade aus, ca. 3km, dann siehst du sie schon.’ Was sehe ich schon’, fragt er nach, ‚na, la Calera, die Treppe, so heißt der Ort übersetzt. Ja, so sah er wirklich aus, nur Treppen, Stufen, steile Wege und Seitengänge, kein Auto würde passen; der Ort liegt an einem felsigen Steilhang.

Er checkt ein, findet sein Zimmer,... super und macht es sich erst mal gemütlich, den Ausblick genießen, die salzige, atlantische Meeresluft riechen und schmecken, einfach die lange Reise erst mal abschütteln. Doch dann zieht es ihn noch zum Strand. Er will in den Ort La Playa und weiter zu dem Strand ‚Playa de Inglese, dem dortigen FKK – Strand. Er liest noch kurz im Reiseführer: ‚es ist wichtig bei Maria einzukehren, dort trifft man sich’, aha, aber wer trifft sich? Na, schau’n wa mal.’ Er geht die Straße herunter in Richtung Strand. Diese wird gerade verbreitert und einige Bananenplantagen müssen Land abgeben. Bei Maria angekommen, denkt er ‚na ja.., trinkt eine Cervesa, schaut aufs Meer und fragt dann einen deutschsprachigen, wo es denn zum Playa de Inglese ginge. Der langhaarige, mit dem Digiridoo in der Hand, erklärte ihm den Weg. Nur knapp 2km in Richtung Norden und er war da. Ein schöner schwarz sandiger Strand an einem steil felsigen Ufer mit vielen Nischen. Touristen hatten (wohl) Steinkreise gebaut in denen man windgeschützt liegen konnte. Schließlich ist man im Westen der Insel, den entsprechenden Westwinden ausgesetzt. Er findet einen freien Steinkreis und macht es sich gemütlich. ‚Endlich, ’ denkt er sich ‚wunderbar, das habe ich verdient..., heute Morgen noch Eis und Schnee..., jetzt Sommer. Er schaute sich um und betrachtete sie Menschen, die Winterflüchtlinge aus Nordeuropa. Er hört links von sich englische Sprache, rechts unterhalten sich welche in lustigen Schwitzer Dütsch, da ein paar Schwaben und dort, das scheinen Schweden zu sein, oder doch Norweger, Freunde von Olsen?

Eine Frau mit einem Tablett in der Hand läuft die verschiedenen Touristengrüppchen in ihren Nischen an. Sie kommt auch zu Georg und bietet in Teig gerolltes und überbackenes Obst und Gemüse an. Er kauft ein Röllchen und findet es lecker. Er unterhält sich kurz mit ihr und erfährt, sie ist Wienerin, lebt schon seit 2 Jahren auf der Insel und darf auch am Strand verkaufen. Er fragt vorsichtig nach, ob sie auch ‚was’ zum Rauchen hätte. ‚Nein’, ihre Antwort, ‚aber der Typ mit der Kühlbox, der verkauft Getränke, den kannst du fragen, vielleicht weiß der was. Der Typ kommt, er kauft ein Bier und sein Anliegen ist auch erfolgreich. Die Freude ist groß. Er dreht sein THC mit OCB (- Blättchen) und genießt sein Gefühl, - mal ganz woanders zu sein - Nach kurzem Abheben in seinem Traum wird er durch einige Geräusche, ca. 3m rechts in der Nachbarnische zurück an den Strand geholt. Er zieht noch mal genüsslich an seinem Joint und öffnete das rechte Auge, um zu sehen, was sich neben ihm so abspielt. Es strengt ihn richtig an, denn das THC hat ihm eine Bindehautreizung und Schlitzaugen gebracht. Aber was er da sieht, lässt ihn dann doch noch mehr in irdische Leben zurückkehren, denn der Puls erhöht sich ungewollt und eine gewisse Wachheit kehrt zurück. Vorhin war da noch eine Familie in dem Steinkreis, die sind wohl gegangen, aber jetzt macht es sich eine blonde Schönheit dort gemütlich. Das andere Auge öffnete sich nun automatisch auch, und er erblickt ein Wesen, dass irgendwie seinen Vorstellungen entspricht, den Vorstellungen von Schönheit, Anmut, einfach Perfektion, aber er andererseits das Gefühl hat, genau dieses schon einmal gesehen zu haben. Georg ist verwirrt und verfolgt den weißen Rauch, der von seiner Zigarette aufsteigt. Dieser nimmt zuerst einen steilen Verlauf, dann aber kommt ein zarter Windstoß von links und weht die Wolke genau direkt auf die Nase der neuen Nischenbewohnerin. Diese legt ein entzücktes Lächeln auf und zeigt mit ihrem Finger schüchtern fragend auf die Zigarette. Georg kennt diesen Blick, es ist eine Sprache ohne Worte. Er steht auf und reicht ihr den Joint mit dem zufriedenen Gedanken, wie kommunikativ diese doch immer so sind.

„Hola, ich heiße Georg, bin heute frisch eingetroffen. Bist du nicht auch mit dem Flieger heute Morgen gekommen“?

Sie steht nackt vor ihm, er steht nackt vor ihr. Aber er will sich nicht anmerken lassen was in Ihm vorgeht.
„Ich war in keinem Flieger, aber lecker dein Kraut.“

Sie schaut ihn von oben nach unten an. Er gefällt ihr, obwohl sie nicht auf blonde Dreadlocks steht, denn die hat sie ja selber, allerdings liegt die Betonung auf blonde, denn der südländische Typ hat es ihr angetan, aber das Kräutlein.........

„Stimmt und zwar beides, die Frau, die ich heute Morgen sah, hatte eine Punk Frisur, kannst du gar nicht sein, aber irgendetwas erinnert mich... aber o.k., das Kraut ist gut.“

„Nur zur Aufklärung,“ lächelte sie ihn an, „ich heiße Henriette und lebe hier auf der Insel. Oben in Retamal, in der Villa Kunterbunt. Die kann man nicht mit dem Auto anfahren, ist ein längerer Fußweg die Treppen hinauf.“

„Ja, die Villa, haben mir Freunde von erzählt und empfohlen. Ich soll da mal hingehen, wenn der Inhaber eines seiner Sitar - Konzerte gibt, soll sehr stimmungsvoll sein.“

„Stimmt, nächste Woche Donnerstag ist wieder eins. Dann komm doch mal hoch.“

„Ja, super, ich denke, das mach ich. Aber jetzt will ich erst mal ins Wasser, muss doch noch das Meer begrüßen.“

„Aber geh nicht rein, schwimmen ist nicht. Die Wellen sind zu hoch, die Strömung zu stark, die zieht dich raus, viel zu gefährlich. Jedes Jahr sterben hier Touris, weil sie keinen Respekt haben.“

„O.k., danke für die Warnung. Steht auch im Reiseführer, das das Meer im Winter gefährlicher ist.“
Georg läuft den schwarzen Strand entlang, wirft den ein oder anderen Stein in die heranrollenden Wellen, legt sich in den Sand und lässt die auslaufende Gischt über seinen Körper spülen. Henriette schaute ihm interessiert nach und denkt sich, schade, dass er blond ist. Hat einen hübschen Knackarsch, gute Figur, irgendwie süß, aber noch nicht mein Traumprinz. Wieso kommt mir jetzt das Gefühl hoch, den kenne ich irgendwoher? Kann doch gar nicht sein. Egal, was soll’s, muss los, die Zeit ging ja eben schnell vorbei, will ja gleich meine blinde Freundin Angela treffen.
Georg liegt noch am Strand und träumt, man, sieht die gut aus, hübsche zierliche Figur, im Schritt neckisch rasiert, Bauchnabelpiercing und die Dreads, fast wie meine, auch die Größe. Aber jetzt mal ganz ruhig, Blondinen haben noch nie auf mich gestanden, aber wie alt mag sie sein, schätze plus, minus 1Jahr so wie ich. Hör jetzt auf zu denken, du bist hier nicht auf Frauensuche, oder willst du dir den Urlaub versauen. Nein. Aber wieso habe ich das Gefühl, sie zu kennen?

Er geht wieder zu seinem Platz und stellt fest, dass die soeben Kennengelernte nicht mehr da ist, - schade eigentlich -
Er trocknet sich ab, nimmt sein Handy und schreibt eine SMS an seine Nachbarin, das alles gut gegangen ist und er sich wohl fühlt. Plötzlich nimmt der Wind zu und der Sand peitscht etwas unangenehm auf den nackten Körper. Er beschließt zurückzugehen um in La Playa noch irgendwo einzukehren. Auf der Promenade findet er eine Lokalität und einen freien Tisch. Er schaut sich um und denkt sich, ein ausgesprochen buntes Völkchen um mich herum. Dort zwei Digiridoo-Spieler in Begleitung zweier Trommler und eines Gitarristen. Da dekoriert eine Hippie – Frau ihren selbstgemachten Lederschmuck. – Hecho con mano- steht auf einem Schild und um ihn herum in allen Sprachen brabbelnde fröhlich lachende Menschen.

schöne Stimmung, hier gefällt’s mir, hier bleib ich sein Gedanke.
Ein Cammarero kommt und er bestellt in seinem neu erlernten spanisch:

„Una Cervesa e un Bocadillo athun, por farvor. “
“Si!”, die Antwort des Kellners, und er bekommt 5Min. später das Gewünschte. Nach dem Verzehr des Ganzen verspürt er Harndrang.

„Cammarero por farvor, donde estas el servicio?“
“Alli” und er zeigt durch das Lokal zum anderen Ende.

„Grazias“ und Georg begibt sich auf den Weg zur Toilette. Beim schnellen Durchqueren des Raumes nimmt er etwas ihm bekanntes aus dem Augenwinkel war. Nachdem ihn mindestens 1,5l erleichtert haben, schaut er genauer und geht in Richtung Tisch, an dem eine blonde langhaarige und eine dunkel kurzhaarige sitzen und begrüßt mit den Worten:

„Holla, welch ein Zufall, „Sie hier, lang nicht gesehen, beim 3.Mal gibt’s Champagner.“

„Ach ja und was gibt’s beim zweiten?“ grinste schlagfertig die Blonde ihn an.

„Oh,si, Cammarero por farvor, tres Vino blanco e tres Aqua sin gas, por farvor!”

“Na, das nenne ich eine Reaktion, aber eine anständige. Darf ich dir meine Freundin Angela aus Berlin vorstellen. Sie lebt auch hier.“

„Si, me Gusto, angenehm überrascht,“ und er versucht ihr nach Wiener Art einen Handkuss zu geben. „Me llamos Georg“

„Oh, er versucht es auf Charmeur. Magst du dich zu uns setzten? Henriette hat mir von dir erzählt.“

„Ja gern, ich hol’ nur meine Sachen von draußen.“

„Ist das der Typ, von dem du das Gefühl hast ihn zu kennen?“

„Ja, aber frag mich nicht warum, ich habe ihn noch nie gesehen.“

„Das ist doch kein Wunder, das sehe ja selbst ich, die dicken langen Dreadlocks, fast wie deine, o.k., deine sind nicht so dick, aber ihr habt das gleiche Haar, ihr seid euch irgendwie ähnlich.“

Georg kommt mit seinen Sachen und nimmt Platz. Der Kellner bringt den Wein und das Wasser und sie stoßen an.

„Ja schön, dich wiederzutreffen, so klein ist die Welt,“ grinst Georg und denkt sich: komisch, immer diese Zufälle, kaum bin ich hier und schon zwei Frauen kennen gelernt, zuhause passiert mir so was nie. C’est la vie?!
Angela stellt ihr Weinglas ab und tastet nach dem Wasser.

„Was guckst du?“ fragt Henriette, „Angela sieht ein bisschen schlecht!“

„Ja, nicht nur ein bisschen,“ antwortet Angela in einem fröhlich typischen Berliner-Schnauze Dialekt. „Ich habe nur noch 10% Seefähigkeit. Als ich wusste, dass das so bleibt, habe ich mich gefragt, was soll ich in Berlin?
Vor 2 Jahren bin ich mit meinem jetzt 9jährigen Sohn hier auf die Insel. Und weil wir ja jetzt alle EU sind bekomme ich die Blinden – und Waisenrente hier aufs Konto überwiesen. Der Pa von Alex hat sich leider mit seiner Harley tot gefahren.“

„Oh, das tut mir leid.“

„Zum Glück ist das schon eine Weile her und ich bin jetzt langsam darüber hinweg. Ja, ich war in der Berliner Harley – Szene, war eine schöne Zeit – bis zu dem Unfall. Dann wollte ich nicht mehr da bleiben. Jetzt wohne ich oben in Lomo del Balo bei Adele im Haus. Ein gomerisches Mütterchen mit ihrem 16jährigen Sohn und Analphabetin. Ja, so was gibt’s hier noch. Jetzt schulde ich ihr schon 1 Monat Miete, weil die BfA in Berlin irgendeinen Formfehler gemacht hat. Was ein Hick – Hack, das alles von hier aus zu regeln. Im Moment leben wir von Alex’ Waisenrente und Henriette hilft mir, wo sie kann. Ich hoffe, dass ich bald die Nachzahlung bekomme, dann ist wieder alles im Lot. Bei Conchita im Lebensmittelladen bekomme ich so lange Kredit, weil der Junge ja was essen muss. Hier gibt es eine Hilfsbereitschaft durch die Menschen, die hätte ich Berlin nicht erlebt. Aber genug jetzt von meinem Elend.

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