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Frühe Vögel

Inhaltsübersicht

Prolog: Worin ein Teil der Zukunft bereits Vergangenheit ist

Eins: Worin es mit Theodor aufwärtsgehen soll (Arc ‒ Tour)

Archaeopteryx lithographica

Aszendenz

Auftrieb

Bagdadbahn

Boxerkrieg

Caïssa

Dichterzirkel

Elektrostatik

Elephantoidea

Erkenntlichkeit

Ferriviatus

Fesselballon

Fordismus

Fortbildung

Genealogie

Georgenthal

Geschwister

Gestose

Gravitation

Herausforderung

Honigmond

Initiative

Interim

Irrtum

Jalousien

Karriere

Katastrophen

Lehrplan

Lokalkolorit

Lotterie

Minusdifferenz

Musterung

Nachhilfe

Namenspaten

Neuigkeiten

Obliegenheiten

Ω-Σ-Ρ

Poetik

Quartalsinspektion

Reize

Rekorde

Schnappschüsse

Seegang

Spannfeder

Spurt

Tempozug

Tour de force

Zwei: Worin es mit Gökhan aufwärtsgehen soll

Drei: Worin es mit Theodor weiter aufwärtsgehen soll (El ‒ Yo)

Elementwechsel

Engpässe

Fingerspitzengefühl

Fluktuationen

Interessensphären

Keiler

Lehreinheiten

Multiplikator

Passung

Privatsekretär

Revolutionspotential

Superpositionen

Treibgut

Turbulenzen

Umgehungsgeschäft

Venus von Vilnius

Vorzeichenwechsel

Wackelkontakt

Wahlverwandtschaft

Weihnachtstief

Yo-Yo

Frühe Vögel, Nº 4

Fünf: Worin es mit Ursula weitergeht

Sechs: Worin es mit Ursula anderweitig weitergeht

Sieben: Worin dreidimensionale Angaben letzten Endes keinen Sinn mehr ergeben wollen

Acht: Worin es noch einmal mit Ursula weitergeht

Plus ½: Exit Personnage

Eins

Zwei

Drei

Vier

Fünf

Sechs

Sieben

Acht

 

»Он знал, что сначала станет летчиком, а потом полетит на Луну.«

Victor Pelevin, Омон Ра

 

»What then will the future reveal if this story you are about to witness is only … the beginning?«

William Telaak, The Phantom Planet

 

»A story can always end happily by stopping at a cheerful moment. Of course in nature the only end is death, but death hardly ever happens when people are at their best.«

Alasdair Gray, Lanark

Prolog: Worin ein Teil der Zukunft bereits Vergangenheit ist

»– draußen.

Weit draußen im Weltall«, dröhnte es aus dem Fernseher, als Gerhild die Lautstärketaste endlich getroffen hatte. Die Gelenke ihrer Finger waren geschwollen, schmerzten sogar bei solch kleinen Bewegungen; ein Tiefdruckgebiet oder eine Trauerfeier nahte.

Ava de Waal, die kahlköpfige Frau auf dem Bildschirm, sah so abgezehrt aus, als habe sie den Weg zum Mars, über den sie gerade spekulierte, bereits zu Fuß zurückgelegt. Getrennt durch die Glaskuppel der Biosphäre stand ihr ein Reporter gegenüber. Hinter ihm ragten die Versorgungsgebäude der Versuchsanlage auf und über deren Dächern die kargen Gipfel der Catalinas.

»Vollkommen richtig, Dave, die Erde! Wir nennen sie Gaia Eins, weil sie der Prototyp unserer Biosphäre ist. Alles hier drinnen in Gaia Zwei, von der Tundra über den Regenwald bis zu unserem Minimeer, ist ihrem Vorbild nachempfunden.«

Dass sich die beiden über Walkie-Talkies unterhielten, obwohl sie lediglich zwei Armlängen weit auseinander standen, gab dem Interview den Anschein eines Kinderspiels. Gleichwohl, dies wusste Gerhild bereits aus früheren Berichten über die Wissenschaftler in der versiegelten Biosphäre, meinten es de Waal und ihre Kollegen ebenso ernst mit ihrem Experiment, wie sie es seinerzeit mit ihren eigenen Experimenten gehalten hatte.

»Sie ist zweifelsohne das perfekte Raumschiff. Wenn wir nicht gerade ihre Schutzschilde mit Treibgas durchlöchern oder ihre Sauerstoffgeneratoren abholzen, funktioniert das Lebenserhaltungssystem an Bord der Gaia Eins besser, als irgendein menschgemachtes jemals funktionieren wird.«

Mit nachsichtiger Milde schüttelte Gerhild den Kopf – als sei Ava de Waal ihre jüngste Enkeltochter und habe beim Aufsagen der Präsidenten oder Primzahlen die Reihenfolge durcheinandergebracht.

Die junge Wissenschaftlerin ließ indes den Reporter gar nicht mehr zu Wort kommen: »Das unbestreitbare Manko der Erde ist, dass wir ihren Flug nicht lenken können. Wir kreisen mit ihr jahraus, jahrein um die Sonne, und das Sonnensystem treibt mit 43 000 Meilen pro Stunde in Richtung M 13, ohne diesen Kugelsternhaufen je zu erreichen. Das ist nicht gerade die Art Raumfahrt, die ich mir vorstelle, Dave. Aber sobald wir hier in Gaia Zwei gelernt haben, dauerhaft autark von Gaia Eins zu überleben, werden wir uns auf den Weg machen: zuerst zum Mond, dann zum Mars und immer weiter. Wir werden die Richtung selbst bestimmen. Unsere Zukunft –«

»Miss Servadac!«

Von Gerhild unbemerkt war Juana in das Zimmer gekommen und hatte die Fernbedienung von der Sofalehne genommen, den Ton abgestellt. Zu den Lippenbewegungen von Ava de Waal hörte Gerhild nunmehr die Suada ihrer Pflegerin: Sie möge, um Himmels willen, den Fernsehapparat nicht immer so laut drehen, für viele ihrer Mitbewohner sei die Mittagsruhe geradezu überlebenswichtig; auch gebe es gar keinen Grund für diesen Lärm, schließlich brauche sie doch bloß zu klingeln und sofort käme jemand, der ihr beim Einsetzen des Hörgerätes helfen könne. – Und so weiter.

Die von ihrer Pflegerin ins Feld geführten Mitbewohner tat Gerhild als taub wie Amöben ab: Als einzige Ausnahme lasse sie Anderson Hawthorne gelten, der lediglich schwerhörig sei, jedoch niemals ein Wort der Beschwerde äußern würde, da – dies erwähnte sie nicht – der alte Zausel starrsinnig darauf beharrte, unsterblich in Gerhild verliebt zu sein. Überhaupt würden die restlichen Bewohner der Bristlecone Residence doch nur noch mit Pillen und Medizingeräten, wenn nicht gar mit Voodoo am Leben erhalten, auf dass der Rubel weiter rolle.

Als sie den Blick ihrer Pflegerin bemerkte, ahnte Gerhild, dass sie wieder einmal unbemerkt ins Deutsche verfallen war. Eilig lenkte sie ein: »Schon gut, Juanita, schalten Sie die verdammte Kiste gleich ganz aus. Die Sendung ist eh vorbei.«

Eins: Worin es mit Theodor aufwärtsgehen soll (Arc ‒ Tour)

Im Laufe der Geschichte sind die Figuren des Romans mit Verweisen verknüpft. Diese dienen zum direkten Sprung zu den Miniaturen im letzten Kapitel.

 

Für dieses erste Kapitel gibt es mehrere Lektürepfade. Sie können das Kapitel wie gewohnt Seite für Seite lesen. LeserInnen, die eine chronologisch erzählte Geschichte bevorzugen, sollten nicht dem gewohnten Seitenverlauf folgen, sondern den verlinkten Verweisen am Ende der Textfragmente (→). Der Ausgangspunkt dieses Pfades ist hier.

→ Archaeopteryx lithographica

Archaeopteryx lithographica

Sein Schädel war bis zur Schwanzwirbelsäule zurückgebeugt, der Schnabel weit aufgerissen. Gerade so, als sei der Urvogel zum Zeitpunkt seines letzten Schreies fest vom Kalkstein umfasst worden.

Theodor Wilhelm Leudoldt schloss die Augen. Und sah nunmehr sich selbst, aus verwegener Höhe abgestürzt, seinen Körper verdreht im Wasser liegen. Von einer Brücke herab beobachteten seine Eltern, wie die Strömung Schlamm und Sand über ihren Sohn spülte, Schicht um Schicht ablagerte, bis er vollständig bedeckt war. Dabei weinten sie nicht, waren vielmehr stolz, dass Theodor dereinst eine weltberühmte Versteinerung sein würde.

Doch ehe seine fossilen Überreste Jahrtausende später von Steinbrucharbeitern entdeckt und in ein Museum verbracht werden konnten, fühlte sich Theodor rabiat aus der Tiefe emporgerissen. – Herr Hälßig zerrte ihn am Ohrläppchen zum Katheder. Er drückte Theodors Kopf neben dem Gipsabdruck des versteinerten Vogelkadavers nieder und holte Schwung. Als der Lehrer schließlich wieder zu Atem kam, deutete er mit dem Rohrstock auf den Schnabel des Urvogels und fragte Theodor ein weiteres Mal, was ihm diese kurzen spitzen Zähne verrieten.

→ Ω-Σ-Ρ

Aszendenz

Mathilde Farkas

 

Otmar Christian Heinrich Senkel und Dora Maria Senkel

Auftrieb

Zurück aus dem Badischen, wirkte Beyer weit blasser als zuvor. – Theodor argwöhnte, der alte Herr habe es mit dem Kurprogramm übertrieben. Auch die privaten Unterlagen, die ihm der Kommerzienrat über den Schreibtisch zuschob, machten einen maladen Eindruck: Bei solch formloser Buchführung hatte Beyer im rauchgetrübten Licht der Spielsäle zwangsläufig den Überblick verlieren müssen. Bereits dem ersten, flüchtigen Anschein nach würde die Grundsteinlegung für das Flugzeugwerk nicht im Frühjahr stattfinden können – womit Theodor seinen Heiratsantrag ebenfalls in unkalkulierbare Ferne rücken sah. Während er die Zwischensummen listete, ertappte er sich dabei, wie er an das aussichtsreiche Stehpult unmittelbar vor dem Separee seines ehemaligen Abteilungsleiters zurückdachte.

Nachdem sich die Zahlen vor seinen Augen zu kaum nachvollziehbaren, nichtsdestotrotz arithmetisch akkuraten Aussagen geordnet hatten, wurde deutlich, dass die unerwarteten Fehlbeträge niemals durch die Flugzeuglotterie gedeckt werden könnten. Um so überraschender fand es Theodor, dass nun seine alsbaldige Ernennung zum Vizedirektor des neuen Werkes ins Gespräch kam.

→ Erkenntlichkeit

Bagdadbahn

Mit seinem Abschlussaufsatz Deutsche Gleise im Osmanischen Reiche begeisterte Theodor nicht nur seine Lehrer, sondern auch den Vorsitzenden der Gothaer Sektion des Vereins zur Förderung des Eisenbahnwesens – seinen Großvater und Vormund Otmar Senkel.

Theodor hatte in seinem Aufsatz weder die Heißdampftechnik noch die Nachteile des Kameltreiberwesens oder die brachliegende Weite Anatoliens unerwähnt gelassen. Seine wichtigste Quelle ferriviatischer, ökonomischer und landeskundlicher Details waren die monatlichen Vorträge des Vereinsvorsitzenden Senkel gewesen. Diese Fachkenntnisse hatte er mit Formulierungen aus Zeitungsartikeln, vorwiegend mit Äußerungen Seiner Majestät verwoben – und auf diese Weise seinen eigenen, nichtsdestotrotz sofort vertraut klingenden Ton gefunden.

Herr Hälßig nickte anerkennend und sagte Theodor eine steile Karriere als Handelsvertreter oder Kommunalpolitiker voraus. Der Vereinsvorsitzende Senkel revidierte seine Prognose, keiner seiner Enkel werde es jemals bis zum Bahnhofsvorsteher bringen. Theodor glaubte dabei heraushören zu können, dass er nunmehr Pläne schmieden dürfe.

→ Ferriviatus

Boxerkrieg

Als die Nachricht von Arnim Senkels Entsendung nach Tientsin das Westthüringer Hügelland erreichte, glaubte Otmar Senkel, auch dessen Neffen, Theodor und Georg, mit Helmen nach Art des Kaiserlichen Expeditionskorps ausstatten zu müssen. Wenngleich es Theodor bevorzugte, seine Schlachten auf dem Schachbrett zu schlagen, fühlte er sich daraufhin verpflichtet, mit seinem Bruder durch Gotha zu patrouillieren und Katzen über die Kohleberge zu jagen.

Im Herbst verteidigte er allerdings starrköpfig seinen Titel als schulischer Schachmeister, qualifizierte sich überdies für den Großen Rechenwettbewerb. Trotz Helm und gemeinsamer Heldentaten galt Theodor fortan nicht mehr als Alliierter. Dessen ungeachtet mussten er und Georg im neuen Jahr noch ein letztes Mal gemeinsam in Uniform aufmarschieren:

Ihr Oheim Arnim war von einer Explosion zerfetzt worden – beim Salutschießen nach Abschluss der Kampfhandlungen aus Versehen für Kaiser und Vaterland gefallen. Der Obelisk an seinem leeren Grab war dermaßen gründlich poliert, dass sich darauf die Trauergemeinde, die Krähen und die kahlen Weiden widerspiegelten. Theodor salutierte vor Theodor, dann legte er seinen Helm neben dem Trauerkranz nieder.

→ Minusdifferenz

Caïssa

Von Kindestagen an brachte Theodor der Göttin des Schachspiels Opfer. Sein Bruder Georg wuchs folglich schneller als er und wusste bald kräftiger zuzuschlagen oder gegebenenfalls flinker wegzulaufen. Zudem war Georg weitaus beliebter bei den Jungen in der Nachbarschaft.

Dies verstärkte sich, als Theodor in der ersten Klasse zum Schachmeister der Schule aufstieg. Und als wäre dies nicht genug, hinderte er seine Mitschüler in allen folgenden Turnieren daran, ihn matt zu setzen. Auch in der Schachgruppe der Gothaer Sektion des Vereins zur Förderung des Eisenbahnwesens blockierte er jahrelang den Spitzentitel – und wurde einzig von der schützenden Hand seines Großvaters vor dem übereilten Aufstieg in eine höhere Liga bewahrt.

 

An alldem änderte sich nichts, als Theodor nach Ende seiner Schullaufbahn dem Schachzirkel der Gothaer Versicherungsangestellten beitrat. Er führte pflichtgemäß Buch über den Verlauf aller Spiele und tat auch sonst sein Bestes, sich auf das wichtigste Spiel seines Lebens vorzubereiten.

→ Boxerkrieg

Dichterzirkel

Obwohl neunzehn, wies Theodor alle Vorschläge seiner Kollegen zurück, die darauf abzielten, ihn auf sein späteres Eheleben vorzubereiten. Wenn er am Abend das Versicherungsbüro verließ, eilte er nach Hause und las Schachjournale, und jeweils samstags traf er sich mit fünf jungen Männern bei Doktor Waldemar Krätzsch. Der Begründer und Spiritus Rector des Fortschrittlichen Literarischen Zirkels war aufgrund zweier Schmisse zu keiner klaren Mimik genötigt. Zudem verfügte er über eine sonore, für die metrisch gebundene Sprache geradezu geschaffene Stimme. Krätzsch brachte den jungen Männern die neuesten Entwicklungen der Schreibkunst nahe und regte sie zum öffentlichen Vortrag eigener Werke an. Das Wort, daran erinnerte er sie regelmäßig, sei neben der Elektrizität eine der wichtigsten Triebkräfte des neuen Jahrhunderts.

 

Theodor arbeitete an Gedichten, und Krätzsch bestärkte ihn darin, alsbald zu debütieren. Seine Arbeitsproben kamen postwendend vom ersten, wenig später auch von allen anderen Verlagen zurück. Krätzsch beschwor ihn, nicht zu verzagen: Er habe auf das rückständige Urteil dieser Buchstabenkrämer von Anfang an keinen Pfifferling gegeben, Theodor jedoch nicht um diese lehrreiche Erfahrung bringen wollen. Sobald Theodor genügend Gedichte beisammenhabe, werde er ihm aus eigenen Mitteln eine Veröffentlichung ermöglichen.

Also verfasste Theodor weiterhin jeden Abend nach Büroschluss Verse über die Wechselfälle des Fortschritts. Fünf Wochen später trug er die ersten – Waldemar Krätzsch gewidmeten – Resultate in dessen Rauchsalon vor:

 

Storch Otto saust im freien Fall

Vom Fliegerberg ins Lilienthal.

Der Dädalus im Kreuzgestell

Startet wie ein Vöglein schnell.

Beim Landen kracht er auf die Welt.

Jetzt liegt er unterm Lichterfeld.

 

Als die letzten Mitglieder des Zirkels gegen Mitternacht aufbrachen, hatte sich Theodor noch längst nicht am Lob seines Förderers sattgehört – obgleich dieser die Schlussstrophe irrtümlicherweise als Stockhammertriplet klassifiziert hatte. Krätzsch brachte mittlerweile beinahe ein Lächeln zustande, präsentierte einen bislang verborgen gebliebenen Schmiss und referierte ab dem vierten Glas Absinth ausschließlich in gebundener Sprache. Als Theodor schließlich begriff, dass die mit sonorer Stimme vorgetragene Liebeserklärung ganz prosaisch ihm galt, schossen ihm die reißerischen Zeitungsartikel über Fürst zu Eulenburg und das Laster der Knabenliebe durch den Kopf. Im Gehen zog er seinen Mantel über.

→ Musterung

Elektrostatik

Da Kommerzienrat Beyer im badischen Baden weilte, kam es Theodor zu, dessen Lieblingsnichte vom Bahnhof abzuholen. Er wartete am äußeren Ende des Bahnsteigs und glich seine Taschenuhr mit allen Uhren ab, die ihm ins Blickfeld kamen – bis endlich Bremsen quietschten, Abteiltüren aufgestoßen wurden und Oda aus den trägen Dampfschwaden auftauchte: Die vormals verstreuten Sommersprossen auf ihrem Gesicht hatten sich zu einem lückenlosen Sepiateint zusammengerottet, der die Kofferträger zu befremdeten Blicken verleitete – Theodor hingegen in noch größere Unruhe versetzte und ihn darüber mutmaßen ließ, ob nunmehr ihr gesamter Körper von einer einzigen Sommersprosse bedeckt sei.

Bereits Tage im voraus hatte Theodor Wendungen aus Gedichtbänden und Groschenheften zu einer vielsagenden Begrüßung verwoben – wobei er sich um einen eigenen, zwar zurückhaltenden, aber persönlichen Ton bemüht hatte –, doch nun kam er nicht über den ersten Satz hinaus: Oda hakte sich bei ihm unter und begann sofort von der Ostsee zu schwärmen.

Die Beyersche Droschke rumpelte über Pflaster und Straßenbahngleise, und über den Giebeln der Stadt braute sich ein Gewitter zusammen. Alles schien von elektrischer Spannung erfüllt, weshalb Theodor die Hände im Schoß verschränkte, um nicht versehentlich Odas Rock zu berühren und damit eine statische Entladung zu provozieren.

Sowie ihr Gepäck abgeladen war, wies Oda den Droschker an, Theodor nach Hause zu fahren – ehe das Unwetter losbreche. Vor den Augen des Personals wagte es Theodor nicht, seine Rührung über ihre Fürsorge zu zeigen.

→ Spurt

Elephantoidea

Ebenso wenig dürfe man die Einflüsse weit vor der Niederkunft unterschätzen, erklärte Assistenzarzt Brock der Hebamme, als diese die Schultern des Kindes zu fassen bekommen hatte und er endlich ungestört fortfahren konnte: Erst kürzlich habe die Moderne Medizinische Monatsschrift über den Kasus einer Lübeckerin berichtet, die auf einer Kolonialschau, und somit unter Zeugen, einem sogenannten antepartalen Agens ausgesetzt war – namentlich einem Asiatischen Elefanten. Das Biest habe seinen Führer abgeworfen und zertrampelt, woraufhin besagte Frau ohnmächtig geworden sei und sieben Monate später ein Kind mit einer rüsselartigen Nase zur Welt gebracht habe.

An dieser Stelle hielt der Assistenzarzt kurz inne, um das Abbinden der Nabelschnur zu überwachen – und schon war er wieder bei der Sache: Derartige Fälle ließen sich bis in die Bronzezeit verfolgen, Berichte über Säuglinge mit Wolfsfell, Vogelschnäbeln oder Fischkiemen seien durchaus keine Seltenheit und keinesfalls blanke Ammenmärchen.

Ida Leudoldt spürte ein Flattern in der Herzgegend, das erst nachließ, als sie sich aufgerichtet hatte und einen rundum durchschnittlichen Jungen auf der Waage liegen sah. Der Assistenzarzt sinnierte indes weiter, dass es – nach empirischer Prüfung dieses Phänomens – denkbar wäre, spezielle Einrichtungen für werdende Mütter zu schaffen, in denen die Jugend von morgen durch gezielte pränatale Einflüsse in optimaler Weise vorgeprägt werden könnte.

Ida Leudoldt war erleichtert, als sich die Flügeltür des Kreißsaals hinter ihr schloss. Nach fünfzehnstündiger Entbindung durfte sie nun endlich ausruhen. Die Hebamme hingegen polierte noch so lange die Geburtszange, bis sie auf deren spiegelndem Kopflöffel den ordnungsgemäßen Sitz ihrer Haube prüfen konnte.

→ Namenspaten

Erkenntlichkeit

Theodor hielt seinen Hut verkrampft mit beiden Händen und drückte ihn, ohne es zu merken, auf der Brust platt, während er Oda von der Unterredung mit ihrem Onkel berichtete. Oda zeigte sich keineswegs überrascht, schien sogar besser informiert als Theodor. Sie klärte ihn darüber auf, dass das Fräulein Heckscher nicht bloß der Notschlüssel zum Himmel, sondern überhaupt eine gute Partie sei: sowohl recht ansehnlich als auch fortschrittlich – obschon deren Vater, jenseits von Forschung und Fabrikation, partout nichts von Fortschritt wissen wolle.

»Aber, ich –«, stammelte Theodor, woraufhin Oda sich genötigt sah, ihn darauf hinzuweisen, dass Theodor, nach alledem, was ihr Onkel bisher für ihn getan habe, jetzt nicht allein an sich denken dürfe.

Er erblasste, verabschiedete sich leise. Mit einem Fausthieb gelang es ihm, seinen Hut leidlich auszubeulen, ehe er das Haus verließ.

 

Durch die Handelshöfe und vorbei an den Läden mit ihren Auslagen voller Portefeuilles, Golduhren, Pelze und Tuxedos eilte Theodor und sah doch bloß Rasierklingen, Jagdgewehre und Medizinampullen. Niesel sammelte sich links und rechts seiner Nase zu großen Tropfen, die in den Schnauzbart hinabrannen. Am Brühl wäre Theodor beinahe von einer Straßenbahn überfahren worden – was ihn auf die Idee brachte, zum Bahnhof zu gehen. Vor dem Perronkartenschalter kam er zur Besinnung.

Bereits am nächsten Morgen machten sich die Setzer, auf Beyers Anweisung hin, an die Einladungskarten für die Vermählung von Herrn Direktionssekretär Theodor Wilhelm Leudoldt und Fräulein Eleonore Heckscher.

 

Dank des Aufgebots erfuhr Theodor, dass sein Vater durch Kommerzienrat Beyer und Filialdirektor Starrenberg postum zum Vorstandssekretär der Versicherungsgesellschaft erklärt und sein Großvater väterlicherseits vom Corporal zum Secondelieutenant befördert worden war. Darüber hinaus hatte Beyer seinem Assistenten eine respektable Übergangsadresse beschafft.

→ Spannfeder

Ferriviatus

Bis ins Alter von sechzehn Jahren war Theodor stolz auf seinen Großvater. Dieser hatte einst als Bahnhofsvorsteher über alle Gothaer Rangiermeister, Barrierenwärter, Perrondiener und Billetverkäufer geherrscht. Und auch als Pensionär konnte der Vorsitzende der Gothaer Sektion des Vereins zur Förderung des Eisenbahnwesens weiterhin jeden Kubikdezimeter seines Bauches als Sinnbild der mächtigen Staatseisenbahn durch die Stadt bugsieren. Daran änderte sich kaum etwas, als der Vorsitzende nach einer Blinddarmoperation einige dieser Kubikdezimeter an einen Kokkenstamm verlor.

Otmar Senkel, der Theodors sorglosen Umgang mit mathematischen Unbekannten lange Zeit geduldet hatte, ertappte seinen Enkel eines Tages mit einem Lehrbuch der Stochastik. Obwohl er nur anzudeuten wagte, an welch schwindelerregenden Abgrund dieser Zweig der Mathematik führen könne, gelang es ihm, kraft seiner akkumulierten Autorität, Theodor bis zum Ende der Schulzeit auf die Beschäftigung mit der bodenständigeren Ferriviatik zu verpflichten.

Allein die Solidität und die geistige Strenge, welche dem deutschen Eisenbahnwesen seit Anbeginn innewohnen, haben es seinem Enkel ermöglicht, die schulische Laufbahn als Jahrgangsvierter abzuschließen, erklärte Otmar Senkel, als er Theodors Aufsatz Deutsche Gleise im Osmanischen Reiche bei einem seiner monatlichen Vortragsabende erwähnte.

 

Als Theodor anfing, Zukunftspläne zu schmieden, zwirbelte der Großvater die linke Bartspitze um den Zeigefinger und erklärte, seine Pension reiche schon bisher kaum für das Alltägliche. Allein die fest zugesagte Spende an den Verein zur Förderung des Eisenbahnwesens stelle für ihn eine hauswirtschaftliche Herausforderung dar. – Von Leudoldtscher Seite dürfe sich Theodor allerdings noch weniger erwarten: Die Bergung und das Begräbnis seines kläglichen Erzeugers hätten dessen Barrücklagen verschlungen, und die Wertsachen befänden sich bereits allesamt im Pfandhaus.

Nachdem er seine Bartspitze wieder geradegezogen hatte, schwor Otmar Senkel beim Schutzpatron der Lokomotivführer, Barrierenwärter und Weichensteller, er werde all seinen Einfluss geltend machen, um Theodor eine Anstellung bei der Staatseisenbahn zu verschaffen.

→ Katastrophen

Fesselballon

In der Gothaischen Zeitung stieß Theodor auf eine Bekanntmachung, dass die hiesige Sektion der Concordia Aeronautica gedenke, sich in Kürze ein eigenes motorisiertes Aerostat nebst Befüllungsanlage anzuschaffen. Allen Freunden und Förderern der Aeronautik, die bis zum Tag der Investition Vereinsmitglieder würden, böte sich die einzigartige Chance, an einer Fesselballonfahrt über das Westthüringer Hügelland teilzunehmen. Theodor kam zu dem Schluss, dass die Beteiligung an einer solchen Expedition ihn zum ersten Luftfahrtexperten der Versicherungsgesellschaft machen würde.

 

Carl Eduard Tölpert, der Vizesekretär der Concordia Aeronautica Gothais, unterbrach Theodor nach wenigen Worten und nannte ihm einen Betrag. Dieser hätte Theodors finanziellen Spielraum auch dann überschritten, wenn er nicht für die medizinische Versorgung seiner Mutter und die Miete seines möblierten, nach Mäusegift und Mottenpulver riechenden Zimmers aufkommen müsste. Als er einwarf, dass ihm nichts daran läge, im Ballon mitzufahren – er wolle lediglich bei den Wartungsarbeiten und Startvorbereitungen zur Hand gehen –, verdrehte Tölpert die Augen: Das Privileg, derart elementare aeronautische Tätigkeiten auszuführen, sei den zahlenden Mitgliedern vorbehalten.

 

Infolge dessen musste Theodor es hinnehmen, dass sein Kollege Eugen Rabenstein aus dem Fachbereich Z, der auf der Frankfurter Luftschifffahrt-Ausstellung ein Glas Apfelwein getrunken und Waidlings Wanderstock um die Souvenirplakette Zeppelin über Bockenheim bereichert hatte, innerhalb der Versicherungsgesellschaft nun als erste Adresse in Sachen Aeronautik galt.

→ Dichterzirkel

Fordismus

Das Wetter in England war, wie der Baedeker gewarnt hatte, unsäglich, die Teeköche und Ingwerkeksbäcker unerbittlich und die restlichen Insulaner vorderhand höflich, aber unnahbar – zumindest Theodor gegenüber. Das sonst so wirksame Capriblau seiner Augen schien die Lage hier noch zu verschlimmern.

Im Grand Hotel in Brighton traf Theodor einen jungen Amerikaner aus Detroit. Dieser sprach ein wenig Deutsch und weihte ihn – dies immerhin ein erster Erfolg – in die Produktionsmaximen von Henry Ford ein: »Einfach, zuverlässig und preiswert, that’s it.«

 

Während sich Eleonore bei den Tee- und Pfefferpartys örtlicher Damenrunden über landeskundliche Eigenheiten aufklären ließ, entwarf Theodor Strategien, wie eine rasche flächendeckende Ausbreitung der Aeronautik erreicht werden könnte:

Wie viele Flugmaschinen bräuchte es, um ein sich selbst verstärkendes Interesse wie bei Automobil, Omnibus und Eisenbahn zu erzeugen? Und wie viele, um einen profitablen Taxameterverkehr zwischen einer variablen Anzahl von Städten zu bewerkstelligen?

Die Ergebnisse fasste er in Briefen an Beyer zusammen. Der wiederum hielt Theodor mit Telegrammen über den Fortgang der Lotterie und die alsbald anstehende Gründung des Flugzeugwerkes auf dem Laufenden. Zudem erinnerte er Theodor daran, die moderne britische Industriearchitektur in Augenschein zu nehmen: »Derzeit kein näheres Herankommen an Detroit Stopp«.

Theodor kam mit den einheimischen Droschkern und Schaffnern allerdings überhaupt nicht ins Geschick: Die Gesten und Ferriviatismen, mit denen er sich verständlich zu machen versuchte, provozierten lediglich Eigensinn. Nachdem er ungewollt die Truman Brewery und St Michael’s Abbey sowie die verrufensten Vorortbahnhöfe von Birmingham und Bristol hatte besichtigen sollen, ließ er sich fortan, direkt nach der Ankunft, von einem Hotelboy zum jeweils nächstgelegenen Schachclub führen. Indem er dort hartumkämpfte Remis provozierte, fand er endlich polyglotte Ortskundige und somit Anlässe, seine neue Rollfilmkamera zum Einsatz zu bringen.

→ Honigmond

Fortbildung

Auf Anraten des Hotelarztes verließ Eleonore unverzüglich Paris und fuhr allein zur Kur nach Antibes. Theodor spielte kurz mit dem Gedanken, in der medizinisch erzwungenen Flitterwochenpause seinem neuen Büro in Leipzig eine Visite abzustatten. Er kam allerdings mit dem französischen Fahrkartenverkäufer überhaupt nicht ins Geschick, was – so viel schien sicher – für einen designierten Vizedirektor nicht anging. Zu seinem Erstaunen entpuppte sich der daraufhin gebuchte Privatlehrer Antoine Moreau als jener Jean-Paul de Keelque-Paard, den er auf der Zugfahrt nach Paris kennengelernt hatte.

 

Zuallererst klärte ihn Jean-Paul über die zweischneidige Erfolgsgeschichte der Guillotine und über die aktuelle Notwendigkeit eines nom de guerre auf. Letzteres heiße Deckname, und ein solcher sei – seit Napoleon III. entthront worden war und Comte de Bismarck völlig unritterlich hatte Paris bombardieren lassen – unter französischen Adligen wieder en vogue.

Bald war eine Vielzahl Vokabeln im Umlauf, die Jean-Paul buchstabieren musste, und am Ende der ersten Stunde reihte sich in Theodors Quartheft eine illustre Wortsammlung, die ihm, en passant, Aufschluss über den Zustand der Grande Nation gab.

 

Jean-Paul nahm seine Aufgabe als Sprachlehrer ernst und legte viel Wert darauf, dass Theodor sich im Alltag verständlich machen konnte. Auf ihren allabendlichen Streifzügen durch die Arrondissements betraute er seinen Schüler deshalb stets mit neuen Aufgaben: Theodor lernte, mit Droschkern zu verhandeln, in Cafés zu bestellen und die Eintrittskarten fürs Vaudeville oder für tahitianische Tanzkunstrevuen zu lösen.

Als Jean-Paul bemerkte, dass Theodor sich für moderne Technik interessierte, empfahl er ihm Vernes Autour de la Lune. Das Vokabular dieses Romans stimmte jedoch kaum mit Theodors bisherigen Lektionen überein, weshalb er sich für den Einstieg eine deutsche Übersetzung zulegen musste. Die Idee einer Reise zum Mond faszinierte Theodor, das Mondprojektil reizte seine Phantasie. Allerdings fand er nicht genügend Zeit, seine Version der Weltraumkanone – einen einfachen und preiswerten, nach dem Grundprinzip der Pistolenpatrone funktionierenden Flugapparat – zu präzisieren, weshalb er Beyer vorerst nichts davon schrieb.

→ Schnappschüsse

Genealogie

In Paris lernte Theodor den Vizekonsul Heinrich Linhaus kennen. Eleonore nannte ihren Cousin Henri und ließ sich von ihm auf den Mund küssen. Linhaus war ein drahtiger Mann mit kurzen spitzen Zähnen. Aufgrund der Vehemenz seines ehemaligen Lehrers glaubte Theodor, an dieser Zahnform eine Verwandtschaft mit Reptilien ablesen zu müssen. Mit Eleonore hingegen wies der Vizekonsul – bei aller Zärtlichkeit, die er seiner Cousine entgegenbrachte – keinerlei Ähnlichkeit auf. Auf Theodors Nachfrage hin stufte Eleonore ihren Lieblingscousin zu einem Kreuz- und kurz darauf zu einem Stiefkreuzcousin herab.

Linhaus lebte in einer Stadtvilla, die zwei Etagen höher war als das Haus, das Gustav Heckscher seiner Tochter als Aussteuer gekauft hatte. Überhaupt verstand Theodor mittlerweile, warum es Eleonore in Paris besser als in Leipzig gefiel, auch wenn sich beide Städte – im Vergleich mit Gotha – durchaus ein wenig ähnelten: »Baustellen, wohin man auch blickt.«

Erst nach dem Dessert wandte sich Linhaus wieder an Theodor: »Eleonore schrieb, Sie machen in Flugmaschinen.«

»Das kann man nunmehr durchaus so sagen. Ich bin –«, Theodor räusperte sich, »designierter Vizedirektor der Leipziger Flugzeugwerke. Eine Branche mit Zukunft.«

»Allerdings noch nichts für schnelles Geld, möchte ich behaupten.«

»Mitnichten. Wir planen, die Produktionsmaximen von Henry Ford auf die Flugzeugproduktion zu übertragen. Laut meinen Berechnungen wird sich auf diese Weise nicht nur schnelles, sondern auch gutes Geld mit der Luftfahrt verdienen lassen.«

Linhaus nickte bedächtig und drehte sein Monokel zwischen den Fingerspitzen: »Fliegen Sie selbst, Monsieur Leudoldt?«

»Ich? Nein, ich halte es mit den mathematischen und strategischen Grundlagen, sozusagen.«

Hinter der Hand hüstelte Linhaus ein Lachen heraus: »Den Kopf himmelwärts, die Füße fest auf dem Boden, verstehe. Ich werde Sie bei Gelegenheiten mit ein paar hiesigen Aviatoren bekannt machen.«

»Es wäre mir ein Vergnügen«, erwiderte Theodor.

→ Fortbildung

Georgenthal

Obwohl sich sein Großvater und Vormund, Otmar Senkel, der Förderung des Eisenbahnwesens verschrieben hatte, verbrachte Theodor seine Kindheit fast ausschließlich in Gotha. Dagegen sprach schon deshalb nichts, weil Gotha eine Residenzstadt war, deren Hauptbahnhof über eine stattliche Gleisanlage verfügte. Und auf einem Tagesausflug kam Theodor immerhin bis nach Georgenthal, dem nächstgelegenen Streckenknoten am Fuß des Thüringer Waldes:

Der großväterliche Drang zur Prüfung der ferriviatischen, historischen und petrologischen Kenntnisse seiner Enkel ermüdete bereits nach den ersten Schritten ihrer Wanderung entlang der Ohratalbahn. Die weißen Hosen und Socken hingegen stellten Theodor und Georg unablässig vor Herausforderungen. Als größte Gefahr für Heil und Sauberkeit erwiesen sich allerdings die Lampions, mit denen die beiden am helllichten Tage den Waldweg beleuchten durften. Theodor trug eine Mondsichel, und Georg folgte mit dem Halleyschen Kometen. Über Wurzelwerk stolpernd, stieß Georg mit dem Schweif des Kometen gegen den Mond. Theodor ließ das auflodernde Gestirn fallen, woraufhin das trockene Laub ringsum Feuer fing.

Die bereits absehbare Vernichtung des Thüringer Waldes konnte nur unter Opferung aller Getränke, welche die Mitglieder des Vereins zur Förderung des Eisenbahnwesens als Wegzehrung mitführten, abgewendet werden. Der Rauch kräuselte sich noch über den verkohlten Ästen und Blättern, als einstimmig eine Satzungsänderung angenommen wurde, welche Kinder fortan von Vereinsausflügen ausschloss.

→ Lehrplan

Geschwister

Als die Köchin ihre Schwangerschaft nicht mehr kaschieren konnte, sah sich Theodors Vater gezwungen, diese zu entlassen. Am Wochenende nach der Entbindung fuhr Josef Leudoldt nach Hörselgau und begutachtete den Säugling. Dass es ein kräftiger Junge war, erleichterte die Übereinkunft. Von jenem Tag an hatte Theodor einen Bruder. Er wurde auf den Namen Georg Otmar Leudoldt getauft, die Köchin mit einem tadellosen Zeugnis und einer Barschaft bedacht. Theodors Mutter, Ida, fuhr daraufhin neun Wochen zur Kur, um sich von den Strapazen dieser Schwangerschaft zu erholen.

 

Kaum war Ida nach Gotha zurückgekehrt, setzte ihr Mann alles daran, sie alsbald wieder mit einem leiblichen Kind niederkommen zu lassen. Das Mädchen strangulierte sich allerdings bei der Geburt mit der Nabelschnur, verstarb unter der Nottaufe. Theodor und Georg lernten Adelheid als wohlgenährten Engel lieben und beneideten ihre Schwester darum, wie sie mit sanften Flügelschlägen vom Sockel des Grabsteins aufstieg.

→ Caïssa

Gestose

Wenn Eleonore sich unpässlich fühlte, blieb sie im Hotel und kolportierte Theodor die Abenteuer ihrer neuen britischen Freundinnen. Oder sie erläuterte ihm das Veränderungspotential des hiesigen Wahlsystems und mutmaßte dann, inwiefern dies auch in allen anderen Staaten anwendbar wäre. Wiederholt sprach sie von einem Ausbruch aus dem Käfig des Geschlechtes, aber Theodor blieb ganz ruhig – schließlich hatte er sich längst in einschlägigen Fachblättern informiert und wusste, dass diese hormonelle Verwirrung nach der Niederkunft wieder nachlassen würde.

→ Fordismus

Gravitation

Der Kampf mit dem Luftelement habe von Anbeginn grässliche Opfer gefordert, erklärte Theodor, wozu er einige Paradebeispiele aus der Katastrophistik sowie eines seiner Gedichte heranzitierte:

Nun stell’n die Brüder Montgolfier

aus Heu und Wolle Traggas her.

Mit papiernem Sack und Mutters Kissen

erlangen sie ihr Luftfahrtwissen.

 

Drei Tiere zuerst gen Himmel aufsteigen,

die Aero-Statik dem Volk vorzuzeigen.

Testfahrer Ente, Hahn und Hammel

ergreift der allergrößte Bammel.

 

Marquis d’Arland und Pilâtre de Rozier

vertrauen dem Heißballon schon mehr.

Als Aeronaut N° 1 vom König gelobt,

stürzt de Rozier als Erster in den Tod.

 

– Da Eleonore meinte, die Reime bemängeln zu müssen, verwies Theodor auf die fachkundige Analyse seines einstigen Mentors, Doktor Waldemar Krätzsch, welcher das Gedicht als herausragendes Beispiel einer Ernestinischen Dodekarime bezeichnet hatte.

»Nun, dann wollen wir nicht streiten«, entgegnete Eleonore.

→ Seegang

Herausforderung

Allen Tagträumen zum Trotz trat Theodor in der wichtigsten Partie seines Lebens nicht gegen den amtierenden Weltmeister, Emanuel Lasker, sondern gegen den Leipziger Kommerzienrat Beyer an. Für den Stellenwert der Partie gab es zu diesem Zeitpunkt noch keinerlei Indizien.

Theodor kannte seinen Gegenspieler bereits namentlich, da dieser der Verleger einer Versicherungszeitschrift sowie weiterer, größtenteils auf Fortschritt orientierter Publikationen war. Den Gedichtzyklus, den er einst an dessen Verlag gesandt hatte, erwähnte Theodor nicht, da er sich nicht an den Schärfegrad des Ablehnungsschreibens erinnern konnte.

 

Nachdem Beyer ihm einen Läufer abgenommen hatte, streifte Theodor die Zurückhaltung und die Sorge um den Sitz seiner Krawatte ab. Nur wenige Züge später stand er vor der Frage, ob es klüger wäre, den Kommerzienrat doch noch gewinnen zu lassen oder dem lokalen Meister ein hart umkämpftes Remis zuzuspielen.

Ihm kam entgegen, dass die umstehenden Clubmitglieder dem Kommerzienrat zu helfen versuchten, indem sie das Schachbrett mit Zigarrenrauch einhüllten. Als die Kontrahenten die verbliebenen vier oder fünf Schachfiguren nicht mehr erkennen konnten, beendeten sie die festgefahrene Partie per Handschlag.

→ Lotterie

Honigmond

Nach elf feuchtkalten Wochen reisten die Leudoldts zurück auf den Kontinent. Vor der Abfahrt nach Calais ließen sie sich vom Ersten Offizier die Brücke zeigen, und erleichtert stellte Theodor fest, dass die Augen seiner Frau sogar einen gestandenen Seebären unruhig machten. Seine eigenen Augen konnten trotz oder gerade wegen des Meeres ihre Wirkung abermals nicht entfalten. Mit glasigem Blick beobachtete er die Möwen, die sich gierig ins Kielwasser stürzten.

Im Expresszug nach Paris schloss Theodor Bekanntschaft mit dem jungen Adligen Jean-Paul de Keelque-Paard. Dieser sprach sehr gut Deutsch und bot ihm alsbald seine Gastfreundschaft an – sicherte den Flitterwöchnern eine ganze Etage seines Herrenhauses in Biarritz zu. Theodor hielt dies für eine großartige Möglichkeit, die verbleibenden Winterwochen behaglich zu überdauern, aber Eleonore mochte Jean-Paul nicht und erinnerte Theodor daran, dass es seine Idee gewesen sei, die Reise im Norden zu beginnen.

»Nun, wir wollen nicht streiten«, sagte Theodor.

»Nein, wir wollen nicht streiten, Guillaume«, erwiderte Eleonore.

 

Sie stiegen im Athénée ab. Theodor fürchtete, der Portier würde Eleonore ein Bonbon über die Rezeption reichen, hatte sie doch mittlerweile weitere sechs Jahre gutgemacht und selbst die zarten Falten um ihre Augen verloren – aber der Portier beließ es bei ein paar höflich klingenden Worten, die Theodor allesamt nicht verstand.

Gleich am ersten Abend fuhren sie mit einer Droschke nach Montmartre hinauf, um sich einen Überblick zu verschaffen und unter der Decke ein brandneues Fingerspiel zu üben. Am zweiten Tag ließen sie sich die Champs-Élysées hinauf und hinunter kutschieren, bis es dem Chauffeur übel wurde. Daraufhin verlegten sie sich auf einen Wettbewerb, wessen Papierflugzeug am weitesten vom Eiffelturm segelt: Aufgrund bizarrer Luftströmungen fiel es Theodor nicht schwer, ritterlich zu sein und stets seine Frau gewinnen zu lassen. Am dritten Tag fühlte sich Eleonore unpässlich, was Theodor unverhofft mehrere Stunden einbrachte, in denen er sich weitere Gedanken über die Anwendungen der Fordschen Prinzipien auf die Luftfahrtindustrie machen konnte. Und als Eleonore ins Hotel zurückkam, fühlte sie sich bereits viel besser. Am vierten Tag gingen sie in den Louvre und stellten abends im Hotelzimmer die besten Gemälde nach. Am nächsten Tag untersuchten sie die Verteilung der Regentropfen auf den Fensterscheiben, aßen winzige Pasteten mit fürchterlich langen Namen, und Eleonore ließ nach dem Champagner noch eine Karaffe Absinth aufs Zimmer bringen. Theodor blätterte gerade die Norddeutsche Allgemeine durch, als ihm Eleonore, inzwischen weitestgehend entkleidet, eine der Vorhangkordeln darbot: »Vielleicht hülfe es ja, wenn ich in Fesseln läge –?«

Bei einer Randnotiz über Harriet Quimbys Ärmelkanalflug angelangt, quittierte Theodor die gefühlvoll insistierenden Kordelhiebe mit Kopfschütteln.

»Wenn es uns nun aber guttäte?«

»Wir wollen doch nicht streiten, Eleonore.«

»Nein, streiten wollen wir wahrlich nicht, Theodor.«

→ Genealogie

Initiative

April war der grausamste Monat, trieb Muff und Männerschweiß deutlicher denn je in Theodors Nase: Wann immer er das Büro betrat, spürte er einen Juckreiz – der sich bis hin zum Unwohlsein steigerte. Und sein Spiegelbild auf der Glastür des Chefseparees verblasste bereits an den Rändern.

Theodor sinnierte gerade darüber, dass er mit seiner bisherigen Arbeit nicht weiter vorwärtskommen würde – das Heft des Handelns aber womöglich an sich reißen könne, indem er eine Denkschrift zur Zweckmäßigkeit einer Allgemeinen Versicherung von Luftschiffen verfasste –, als der Abteilungsleiter aus seinem Separee kam und ihre Blicke sich trafen. Waidlings Blick verhieß nichts Gutes.

→ Quartalsinspektion

Interim

Bevor Oda nach Lübeck fuhr, um mit ihrem Cousin Schwimmen und Segeln zu trainieren, bat sie Theodor, ihren wasserscheuen Hund in Obhut zu nehmen. Theodor streckte ihr die offene Hand entgegen.

 

Abends legte sich Ecke in Theodors Hut, dessen Krempe er zielstrebig zerbissen und in Fetzen zu einem Polster drapiert hatte. Dass Ecke noch im Traum schnüffelte und schmatzte, störte Theodor nicht, da er ohnehin kaum Schlaf fand. Zumeist brütete er darüber, ob Beyers norddeutscher Neffe überhaupt Odas leiblicher Cousin sei – und, falls doch, ob ihn das im Strandhotel oder auf See von ihren Sommersprossen fernhalten würde.

Er spürte dann entweder Verzweiflung oder Gedichtzeilen oder beides in sich aufsteigen. In jedem dieser Fälle zerriss er nach ein paar Minuten die nervös bekritzelten Briefbögen und verbrannte sie in dem alten Nachttopf, der auf dem Fensterbrett stand. Dabei lauschte er dem Klappern der Hufe und dem Gelächter der Nachtschwärmer, die, nach einem Tanzabend oder einem Vortrag über die Erfolge der Missionsarbeit auf Samoa, ihre Euphorie noch mit einem oder zwei Paar Schoppen vergrößert hatten.

Und während Theodor hinaus in die Sommernacht lauschte, sah er sich mit seinem künftigen Schwiegeronkel durch hochmoderne Montagehallen schreiten, sah bereits Flugzeugschwärme über den Himmel gleiten, sah sich die Beyer&Leudoldt-Werke bald darauf ganz alleine leiten. Als er gerade jedem seiner Dienstboten eine goldene Taschenuhr mit Kette spendierte, riss ihn die Fehlzündung einer Kraftdroschke zurück in die Gegenwart, zurück in seine stickige Kammer.

→ Elektrostatik

Irrtum

Dass er ausgerechnet jetzt, da es endlich mit der Flugzeuglotterie losging, eine überlange Hochzeitsreise würde unternehmen müssen, passte Theodor überhaupt nicht. Der Kommerzienrat beharrte jedoch auf unbedingter Rücksicht gegenüber Eleonores Eltern. An anderer Stelle bewies er wiederum Feingefühl gegenüber Theodor: Die Reiseroute, die Beyer für das Flitterpaar erstellte, führte so weit an Gotha vorbei, dass Theodor sie auf Anhieb gutheißen konnte – Karbol und Kohl bräuchte er sich und seiner Braut nicht antun. Und nach allem, was Beyer über den Gesundheitszustand von Theodors Mutter und über die Tapferkeit von Theodors Bruder Georg verbreitete, bestanden die alten Heckschers darauf, persönlich dafür zu sorgen, dass Abzüge des Hochzeitsphotos sowie Freilose der Flugzeuglotterie nach Gotha und Lüderitz gesandt würden.

 

In überheizten Zugabteilen ging es durch verräucherte Täler, entlang der Telegraphenmasten, Tagebaugruben und eingeschneiten Truppenübungsplätze, vorbei an Gerbereien, Gehöften und Irrenhäusern. Theodor wurde bald vom Pfeifen der Lokomotive, bald von störrischen Gleiszungen und immer wieder vom raschelnden Rock seiner Frau am Einschlafen gehindert. Das Reisen zerrüttete ihn offensichtlicher als das Türenknallen in der Hochzeitsnacht; bald trübten sich sogar seine Pupillen – hin zur hypoxischen Schattierung der Augenringe.

Auf Eleonore schien die Fahrt eine gegenteilige Wirkung zu haben: Hatte ein sächsischer Bahnbeamter mit beschlagener Brille Eleonore Leudoldt noch für Theodors Großtante halten können, wurden derartige Fehleinschätzungen nach dem Umsteigen in Magdeburg bereits unwahrscheinlicher, und als das Brautpaar in Rotterdam ankam, schien Eleonore trotz der anstrengenden Fahrt um mindestens fünfzehn Jahre verjüngt.

→ Rekorde

Jalousien

Von seinem Pult aus blickte Theodor nun direkt auf das verglaste Separee seines Vorgesetzten, Konrad Waidling. Dieser ließ seine wenigen verbliebenen Haare lang wachsen und drapierte sie mithilfe einer Pomade um den Schädel, was Theodor an ein umgestülptes Vogelnest erinnerte. Abgesehen davon gab sich der Abteilungsleiter bis ins letzte Knopfloch seriös.

Waidling war sehr zufrieden mit den Katastrophenanalysen und Kalkulationen, die Theodor ihm zum Gegenzeichnen vorlegte, weshalb er ihn sehr schnell ganz nach vorne, neben die Separeetür umplatzierte. Wenn Waidling die Jalousien seines Separees herunterließ, konnte Theodor in den spiegelnden Scheiben sich selbst sowie die bleichen Scheitel der anderen Angestellten hinter sich sehen. Nach einer Weile bemerkte er, dass seine Kollegen häufig zu ihm nach vorne starrten – so als lauerten sie auf irgendeine Gelegenheit.

→ Fesselballon

Karriere

Theodor hielt es für eine ausgemachte Sache, dass Versicherungsangestellte, in Zeiten wie diesen, nur als Universalisten bestehen und aufwärtskommen konnten. Er kaufte Karl Mays Reisereportagen, um sein Wissen über den Orient zu erweitern, lieh sich Rankes Römische Weltherrschaft und Haeckels Lebenswunder sowie, versehentlich, einen jüdischen Katechismus. Auf seiner Ablage im Büro drapierte er Versicherungsjournale, Rundschauen über Ingenieurskünste und gelegentlich auch ein Ornithologiejahrbuch.

Um Waidlings Neugier zu befriedigen, versuchte er sich zudem in Briefen. Darin bat er seinen Bruder um detaillierte Beschreibungen der Spuren des Hottentottenkrieges – der, so schrieb er, bedauerlicherweise bereits vor Georgs Eintreffen in Südwestafrika zu Ende gegangen sei. Dennoch fände es allerorten begeisterte Aufnahme, dass ein Sohn Gothas bei der Schutztruppe diene, mithin den Frieden und die Interessen des Reichs bewahren helfe. Gewiss werde Georg dem Vorbild seines tapferen Oheims gerecht, ohne dessen Los teilen zu müssen!

 

Während Theodor sich bereithielt weiterzukommen, verstrichen die Tage. An jedem Wintermorgen, an dem er unter den Gaslampen bis zum vordersten Pult des Großbüros ging, redete er sich selbst gut zu, dass es nichtsdestotrotz noch weiter vorwärtsgehen würde. Doch Waidling hielt die Jalousien seines Separees dieser Tage stets geschlossen, und Theodor ertappte sich, dass er gelegentlich Zahlen in die Summenspalte eintrug, die er später wieder ausstreichen musste.

Als das Frühjahr nahte, blieb er sogar ein paar Mal dem Schachzirkel der Gothaer Versicherungsangestellten fern, um seinen Gedichtzyklus über die Wechselfälle des Fortschritts zu überarbeiten und abermals an alle Verlage zu verschicken. Unruhig wartete er nun jeden Morgen auf Post und träumte hartnäckig – bis zur letzten Absage.

→ Initiative

Katastrophen

Theodor schaute hinauf zu den Marmorbüsten, von denen es hieß, man könne sie weinen sehen, wenn die Versicherungsgesellschaft in Bedrängnis sei – Büsten, auf die ihn sein Kindermädchen einst mit den Worten hingewiesen hatte, bald werde auch sein Vater dort oben stehen. Derzeit lief das Geschäft, so viel zumindest konnte Theodor erkennen.

Da sich Otmar Senkel bereits seit Jahren jegliche Erwähnung der Versicherung verbat, kannte Theodor keinen der ehemaligen Mitarbeiter seines Vaters. Dennoch fand er offene Türen und Verwendung für sein Abschlusszeugnis.

 

Mit der großväterlichen Aufforderung, nun unverzüglich auszuziehen, hatte er gerechnet – jedoch unterschätzt, wie schwierig dies würde: Die Eisenbahnmodelle und Signallampen, die Festschriften, Vereinsunterlagen und Kursbücher aller Jahrgänge seit 1876, die Streckenpläne, Atlanten, Lexika und technischen Handbücher, die Otmar Senkel hortete, hatten den Flur dermaßen verengt, dass Theodor seinen Koffer am liebsten durch ein Fenster auf die Straße befördert hätte. Allein, der Weg zurück in die Zimmer wurde von seinem hyperventilierenden Großvater, von umgestürzten Bücherstapeln und von verunglückten Blechlokomotiven blockiert.

 

Abteilungsleiter Waidling, der sich nicht mehr erinnern konnte oder wollte, was sein ehemaliger Vorgesetzter, Josef Leudoldt, getan oder unterlassen hatte, nahm dessen Sohn nur zu gern unter seine Fittiche. Nachdem Theodor auf Botengängen die Verwaltungsstruktur der Gesellschaft verinnerlicht hatte, wies Waidling ihm ein schattiges Stehpult in einem der Großraumbüros zu.

Neben den Zeitungen, die er auf Artikel über Katastrophen und Erfindungen sowie auf Angebote der Konkurrenz durchsah, fand Theodor bald auch Rechnungen und Risikoanalysen auf seinem Pult, die er in Reinschrift übertragen durfte. Obwohl er hierbei mit Vorliebe an das Automobil des Direktors oder an die Schachweltmeisterschaft dachte, stockte ihm zuverlässig der Füller, wenn sich eine Zahlenkolonne zu einer regelwidrigen Summe zusammenfinden sollte.

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