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Erfolgreiche Existenzgründung

Die ersten Schritte bei der Unternehmensgründung

Der Weg in die Selbstständigkeit bedeutet für immer mehr Menschen Selbstverwirklichung und ein eigenbestimmtes Einkommen. Die vielen Chancen aber, die eine Unternehmertätigkeit bietet, müssen bezahlt werden. Ein Existenzgründer hat es mit anderen Risiken zu tun als ein Angestellter; viel Arbeit ist ihm garantiert. Der Schritt in die Selbstständigkeit muss gut überlegt und sorgfältig vorbereitet werden. Nur dann kann er erfolgreich sein.

Der Existenzgründer muss für sich selbst prüfen, ob er wirklich das Zeug zu einem erfolgreichen Unternehmer hat. Gleichzeitig muss er beweisen, dass seine Geschäftsidee realisierbar ist. Aber auf dem steinigen Weg in die erfolgreiche Selbstständigkeit ist der zukünftige Unternehmer nicht allein. Er kann Hilfe von vielen Stellen einfordern.

Welche Qualifikationen brauchen Sie als Unternehmer?

Die Unternehmensgründung ist der erste Schritt in die Selbstständigkeit. Sie kann sich aber auch zu einem Albtraum entwickeln, erfolglos bleiben und den Druck auf den Unternehmer bis ins Unerträgliche steigern. Erfolgreiche Existenzgründungen, die noch immer der Regelfall sind, werden von Menschen durchgeführt, die einem ganz bestimmten Menschentypen zugeordnet werden können: dem Unternehmertypen.

Der Unternehmertyp

  • verfügt über ganz bestimmte menschliche und charakterliche Eigenschaften,

  • kann hervorragende fachliche Kenntnisse vorweisen,

  • verschafft sich ihm fehlende, notwendige Fähigkeiten, um seine eigene Kernkompetenz besser in seine Umwelt einbetten zu können.

Der erfolgreiche Weg in die Selbstständigkeit beginnt mit dem Prüfen Ihrer Qualifikationen.

Achtung

In diesem Kapitel wird Ihnen so manche harte Frage gestellt. Beantworten Sie die Fragen trotzdem absolut ehrlich. Der Empfänger der Antworten sind schließlich Sie selbst. Sie dürfen sich an dieser Stelle nichts vormachen. Ehrliche Antworten zeigen Ihnen Ihre Stärken und Schwächen und können Sie vor einem langen Leidensweg bewahren. Ihre Antworten zeigen Ihnen, wo Sie noch an sich arbeiten müssen und welche Fähigkeiten Sie besonders nutzen können.

Tipp

Am Ende dieses Kapitels finden Sie einen großen Test, der die Parameter für erfolgreiche Unternehmer sehr detailliert abfragt. Nutzen Sie diesen Test, um sich selbst besser kennenzulernen.

Besondere persönliche Anforderungen

Ein Unternehmer zu sein bedeutet harte Arbeit. Ein Existenzgründer muss immer wieder Entscheidungen alleine fällen; auch unter Zeitdruck. Erfolge lassen zunächst auf sich warten. Die Unternehmensidee muss ansprechend präsentiert, Menschen müssen motiviert werden. Einigen liegt das im Blut, andere müssen Selbstmotivation, Selbstmanagement und Kommunikationsfähigkeit lernen.

Achtung

Niemand will Ihre mit Sicherheit hervorragenden fachlichen Kenntnisse anzweifeln. Fachliche Kenntnisse allein reichen aber nicht aus. Sie müssen Ihre Ideen, Ihre Produkte und Ihre Leistungen verkaufen. Dazu benötigen Sie Kontakte mit Ihrer Umwelt. Diese Kontakte müssen Sie souverän und sicher aufbauen, pflegen und nutzen. Ihre Umwelt erwartet das von Ihnen.

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Selbstmotivation

Als Existenzgründer haben Sie ein ganz bestimmtes Ziel: ein eigenes, erfolgreiches Unternehmen. Bis Sie dieses Ziel erreicht haben, gilt es, Risiken zu tragen, und es kann zu Niederlagen kommen, aus denen Sie die richtigen Schlüsse ziehen müssen. Erfolgreiche Unternehmer können sich trotz Niederlagen immer wieder selbst motivieren.

Zur eigenen Motivation, aber auch zur Selbstkontrolle ist es notwendig, dass Sie sich selbst Ziele setzen. Das erleichtert es Ihnen, alle Aktivitäten richtig auszurichten und zu Ergebnissen zu gelangen, die Sie als Erfolge verbuchen können.

Beispiel

Fahren Sie nicht einfach so zur wichtigsten Messe Ihrer Branche. Versuchen Sie, in den zwei Tagen Ihres Messebesuchs mindestens fünf potenzielle Lieferanten genauer kennenzulernen, deren Konditionen zu erfragen und ihre Lieferbereitschaft festzustellen. Durch dieses Ziel erhält sowohl die Vorbereitung als auch die Aktivität auf der Messe selbst eine Struktur und kann von Ihnen erfolgreich abgeschlossen werden.

Ein funktionierendes Ziel muss zumindest die folgenden Bedingungen erfüllen:

  • Ein Ziel muss einen Zeitbezug haben (in den nächsten sechs Monaten, im kommenden Jahr usw.).

  • Ein Ziel muss durch beeinflussbare Parameter beschrieben sein. Durch eine Veränderung dieser Parameter, die der Existenzgründer selbst herbeiführen kann, wird auch das Ergebnis verändert.

  • Ein Ziel muss realistisch, also erreichbar sein. Von vornherein unrealistische Ziele dienen nicht einmal der Selbstmotivation.

Tipp

Setzen Sie Ihre Ziele nicht zu global und auf zu weite Sicht. Kurzfristige Ziele verschaffen Ihnen Erfolgserlebnisse und zeigen Ihnen, dass Ihre Vorgehensweise richtig ist.

Als Unternehmer versucht der Existenzgründer Chancen zu nutzen. Wo Chancen sind, sind aber immer auch Risiken. Darum ist es ein wichtiges Charakteristikum des Unternehmers, dass er Risiken richtig einschätzt und bewusst eingeht. Bei fast jeder Entscheidung wägt der Unternehmer zwischen den Vor- und Nachteilen ab; es gibt immer auch mindestens eine falsche Alternative.

Beispiele

Die Entscheidung für den Standort eines Einzelhandelsgeschäfts birgt immer das Risiko, dass die Kunden den Standort nicht annehmen.

Die Einstellung eines Mitarbeiters birgt immer das Risiko, dass sich der neue Mitarbeiter als unfähig oder unwillig erweist.

Die Entscheidung zum Bau einer neuen Produktionshalle kann falsch sein, wenn sich der Umsatz nicht wie erwartet entwickelt.

Ein Unternehmer ist dazu in der Lage, Risiken richtig einzuschätzen und sie dann auch zu ertragen. Wer bereits bei kleinen Risiken (wie sie z. B. das Wetter für den Tag der geplanten Unternehmenseröffnung mit sich bringt) nicht richtig schlafen kann, sollte sich fragen, wie er mit wesentlich größeren Risiken umgehen will.

Die große Zahl an Entscheidungen, die ein Unternehmer fällen muss, führt unweigerlich dazu, dass er ab und an auch falsche Entscheidungen trifft. Falsche Entscheidungen münden manchmal in Situationen, die vom Unternehmer selbst als Niederlagen empfunden werden.

Beispiele
  • Der Mietvertrag für das neue Geschäft kommt doch nicht zustande.

  • Ein Großkunde storniert einen Auftrag und kauft bei der Konkurrenz.

  • Eine Open-Air-Werbeveranstaltung fällt wegen eines Gewitters buchstäblich ins Wasser.

Solche Situationen kommen immer wieder vor und müssen schnell verarbeitet werden. Wer verlorenen Chancen zu lange nachtrauert, ist nicht dazu in der Lage, neue Chancen wahrzunehmen. Wann war Ihre letzte Niederlage und wie sind Sie mit ihr umgegangen?

Eine Niederlage zu verarbeiten ist eine Aufgabe, der man sich sofort stellen muss. Aus Niederlagen und Fehlern zu lernen, ist für die Zukunft eines Unternehmens überaus wichtig. Viele Existenzgründer sind – zu Recht – von sich selbst überzeugt. Doch auch sie machen Fehler, und leider ignorieren sie ihre Fehler nur allzu häufig. Damit vertun sie die Chance, aus ihren Fehlern für die Zukunft zu lernen.

Ein erfolgreicher Unternehmer ist dazu in der Lage, auch aus Niederlagen, falschen Entscheidungen und Fehlern etwas Positives zu ziehen. Er nutzt jede Chance, die sich ihm bietet, zum Vorteil seines Unternehmens. Dabei ist es egal, woher die Chance kommt. Sich Fehler einzugestehen und Lehren aus ihnen zu ziehen, sind wichtige Aufgaben. Können Sie das?

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Noch schwerer, als aus eigenen Fehlern zu lernen, fällt es vielen, fremde Hilfe anzunehmen. Dazu gehört nämlich zunächst einmal die Erkenntnis, dass man Hilfe braucht und dass jemand anderes die benötigte Hilfe leisten kann. Das bedeutet zumindest grundsätzlich, dass der Helfer besser ist als derjenige, der seine Hilfe annimmt.

Nicht jeder kann alles wissen und ist für jede Aufgabe geeignet. Viele Spezialisten erledigen allein aufgrund ihrer Erfahrung bestimmte Aufgaben viel schneller und damit günstiger. Eine Einarbeitung entfällt und Sicherheit entsteht, wenn solche Helfer, Berater und Spezialisten engagiert werden. Ein erfolgreicher Unternehmer sucht sich Experten und kauft ihre Leistung, um seine eigene Leistung zu optimieren. Aber nicht jeder ist menschlich dazu in der Lage, genau das zu akzeptieren.

Die Notwendigkeit, Hilfe annehmen zu müssen, besteht durchaus auch auf dem Gebiet der fachlichen Kompetenz des Existenzgründers. Selbst wenn er der fachliche Experte ist, verlangt allein die begrenzte Kapazität seiner Person nach Hilfe. Wer das nicht akzeptiert, sollte die Entscheidung zur Selbstständigkeit ernsthaft überdenken.

Selbstmanagement

Sich selbst zu motivieren, also Verantwortung alleine zu tragen, aus Niederlagen zu lernen und sich helfen zu lassen, ist nur ein Teil der Anforderungen, die an den Unternehmer als Mensch gestellt werden. Der Unternehmer muss sich auch fragen, ob er seine Arbeit selbst managen kann. Denn auch dabei hilft ihm niemand.

Das Umfeld des neuen Unternehmens verändert sich ständig. Kunden kommen und gehen, Lieferanten orientieren sich um, neue Produkte erscheinen und bekannte Produkte verschwinden, Gesetze und andere rechtliche Anforderungen in der Gemeinde, im Land, im Bund und in der EU schaffen immer wieder neue Situationen. Damit veralten bewährte Abläufe und vorhandenes Wissen sehr schnell und müssen an die neuen Bedingungen angepasst werden.

Als Unternehmer müssen Sie dazu in der Lage sein, sich immer wieder auf neue Situationen einzustellen. Dabei können sich die Veränderungen ohne jede Vorwarnung ergeben. Nur selten haben Sie die Zeit, sich ausreichend vorzubereiten.

Beispiel 1

Sie sind auf dem Weg zu einem Kunden, den Sie bereits des Öfteren besucht haben. Sie kennen den Weg, lassen also Ihr Navigationsgerät im Geschäft. Sie wissen, wie lange die Fahrt dauert, und fahren deshalb knapp los. In der Ihnen ansonsten fremden Stadt ist die bekannte Route überraschenderweise durch eine Baustelle versperrt. Wie reagieren Sie? Fahren Sie nach Gefühl und erhöhen Sie die Geschwindigkeit über das zulässige Maß oder folgen Sie den Umleitungsschildern?

In dieser Situation heißt es, einen kühlen Kopf bewahren. Selbstverständlich halten Sie nach Umleitungsschildern Ausschau und folgen der Beschilderung, bis Sie auf bekanntes Terrain gelangen. Außerdem informieren Sie Ihren Gesprächspartner telefonisch, falls der Umweg zu einer Verspätung führt.

Beispiel 2

Ein guter Kunde teilt Ihnen mit, dass er die Edelstahlbauteile, die er bislang bei Ihnen bezogen hat, in Zukunft selbst herstellen will. Sie haben gerade eine zusätzliche Maschine für die Herstellung genau dieser Teile eingekauft und dafür einen Kredit aufgenommen.
Sie können jetzt deprimiert den zu erwartenden Verlust errechnen oder sich neue Optionen schaffen (neue Kunden, ein preiswerteres Angebot).

Als ein erfolgreicher Unternehmer nutzen Sie vorhandene Optionen oder schaffen sich neue. Zunächst stellen Sie jedoch fest, warum Ihr Kunde diese Entscheidung getroffen hat. Können Sie seine Gründe entkräften? Wenn nicht, machen Sie sich auf die Suche nach neuen Kunden und überdenken Sie auch die Kosten Ihrer Leistung vor dem Hintergrund der neuen Erkenntnisse.

Ein wesentlicher Unterschied zwischen einer angestellten und einer selbstständigen Tätigkeit besteht in der Tatsache, dass es bei der selbstständigen Tätigkeit keinen Vorgesetzten mehr gibt, der Aufgaben verteilt und Vorgaben macht. Als Unternehmer muss der Existenzgründer von alleine wissen, was getan werden muss – in jeder Situation. Er muss dazu in der Lage sein, notwendige Arbeiten zu erkennen, seine Arbeit selbst zu organisieren und zu kontrollieren. Ein vernünftiges Arbeitspensum muss auch ohne ständige Kontrolle einer vorgesetzten Instanz geleistet werden.

Achtung

Bei einigen Existenzgründern gerät diese Anforderung zu einem Extrem in der entgegengesetzten Richtung. Der Existenzgründer arbeitet so viel, dass er ein vernünftiges Maß bei weitem überschreitet. Seine Anforderungen an die eigene Leistung setzt er viel zu hoch an. Das ist für einen gewissen Zeitraum machbar, auf Dauer führt das aber zum gesundheitlichen Ruin.

Die unternehmerische Tätigkeit des Existenzgründers besteht vorwiegend daraus, immer wieder Entscheidungen zu treffen. Wer z. B. bislang Damenmode als Angestellter verkauft hat, muss als selbstständiger Inhaber einer Boutique entscheiden, welche Produkte er bei welchen Lieferanten einkauft, welche Preise er kalkuliert und vieles mehr. Gleichgültig, in welcher Branche Sie arbeiten, als Existenzgründer müssen Sie immer zusätzlich zu der Arbeit, die Sie aus einer nicht selbstständigen Tätigkeit gewohnt sind, Entscheidungen treffen.

Viele Entscheidungen können von langer Hand vorbereitet werden (z. B. Investitionsentscheidungen). Ein großer Teil der Entscheidungen muss jedoch unter Zeitdruck gefällt werden. Unvollständige Informationen sind in solchen Situationen ein großes Problem. Das Sammeln ausreichender Informationen ist oft aus Zeit- und Kostengründen nicht möglich. Ein erfolgreicher Unternehmer ist aber dazu in der Lage, Entscheidungen schnell und ohne Verzögerung zu fällen, und trifft dabei meistens die richtige Wahl.

Entgegen der Aussage eines Sprichwortes lassen sich die meisten Probleme nicht einfach durch Liegenlassen lösen. Im Gegenteil. Verschleppte Probleme neigen dazu, sich zu verschärfen, und sie können erhebliche negative Auswirkungen auf ein Unternehmen haben.

Beispiel

Sie müssen bei einem Ihrer Kunden eine Leistung nachbessern. Deshalb hat der Kunde die letzte Rechnung noch nicht bezahlt und Sie können die heute fällige Rechnung Ihres Lieferanten nicht begleichen. Sie können jetzt einfach abwarten, bis sich der Lieferant mit einer Mahnung bei Ihnen meldet. Dann verlieren Sie aber Ihre Kreditwürdigkeit und müssen künftige Lieferungen vielleicht sogar im Voraus bezahlen.

Das Liegenlassen des Problems scheint zwar im Augenblick einfacher zu sein, hat aber negative Folgen für die Zukunft Ihres Unternehmens. Sie können das Problem aber auch sofort angehen. Rufen Sie den Lieferanten an, erklären Sie ihm die Situation und machen Sie ihm einen realistischen Vorschlag zur Lösung des Problems. Der Lieferant wird Ihr Unternehmen dann nicht schlechter einschätzen und behandeln als zuvor. Vielmehr wird er den vertrauensvollen Umgang, den Sie mit ihm pflegen, schätzen.

Unternehmer scheuen keine Konflikte und schieben Probleme nicht vor sich her. Lösungen müssen sofort gefunden werden, auch wenn das unangenehme Gespräche mit sich bringt. Können Sie das?

Probleme verschwinden nur dann, wenn Lösungen gefunden werden. Unternehmerisch tätig zu sein bedeutet auch immer wieder, sich mit Kunden und Lieferanten zu einigen, Mitarbeiter anzuweisen und auch auf jedem anderen Gebiet Lösungen zu finden. Dazu sind Kompromisse notwendig. Nachgiebigkeit kann nur eine kurzfristige Strategie sein, langfristig müssen Sie auch lernen, die Interessen Ihres Unternehmens zu vertreten, ohne Ihre Partner zu verärgern.

Können Sie Lösungen für technische Probleme entwickeln? Können Sie zwischen Menschen vermitteln und sinnvolle Kompromisse finden, auch wenn Sie selbst betroffen sind?

Kommunikation

Wer nicht kommunikativ ist, also nicht mit Menschen reden, sie überzeugen und motivieren kann, wird es als Unternehmer schwer haben. Gerade in der Startphase müssen viele Menschen im Interesse des neuen Unternehmens geführt, also überzeugt und motiviert werden.

Beispiel

Herr Karten, ein IT-Spezialist, hat sich im letzten Jahr selbstständig gemacht und eine hervorragende Software entwickelt, mit der auch hochkomplexe Produktionsplanungsprobleme gelöst werden können. Er ist ein wahres Genie im Umgang mit dem Computer. Trifft er jedoch auf Menschen, ist er gehemmt und nur wenig überzeugend. Er selbst kann einfach nicht verstehen, dass niemand seine wirklich gute Software kaufen will. Seine mangelnde Kommunikationsfähigkeit verhindert, dass sich potenzielle Kunden überhaupt mit seinem Angebot befassen.

Als Existenzgründer müssen Sie bei vielen Gelegenheiten Überzeugungsarbeit leisten:

  • Zunächst müssen Sie Ihre Familie, Ihre Partner und Ihre Banken von Ihrer Geschäftsidee überzeugen, damit sie Sie unterstützen.

  • Sie müssen potenzielle Mitarbeiter davon überzeugen, dass sie für Sie als Jungunternehmer tätig werden und sich für ein noch vollkommen unbekanntes Unternehmen engagieren.

  • Sie müssen Lieferanten davon überzeugen, dass sie Ihr Unternehmen auf offene Rechnung, also auf Kredit, beliefern.

  • Sie müssen Kunden davon überzeugen, dass es sich wirtschaftlich lohnt, das Produkt oder die Leistung des neuen Unternehmens zu kaufen.

Die Alternativen für Ihre jeweiligen Partner (Banken, Mitarbeiter, Lieferanten, Kunden) sind vielfältig. Als Unternehmer müssen Sie die Vorteile, die Ihre Partner haben, wenn sie mit Ihrem Unternehmen zusammenarbeiten, überzeugend darstellen können, um sich erfolgreich gegen die Konkurrenz durchzusetzen.

Tipp

Selbstverständlich können Sie sich für die Kommunikationsfunktionen Helfer holen. Sie können Verkäufer einstellen, Einkäufer und Finanzspezialisten. Aber auch Ihre Helfer müssen von Ihnen überzeugt werden. Außerdem wird gerade in der Gründungs- und Startphase von einem jungen Unternehmer verlangt, dass er sich selbst engagiert und sein Engagement auch nach außen durch Kontakte und durch Kommunikation zeigt.

In den meisten jungen und erfolgreichen Unternehmen kommt früher oder später der Zeitpunkt, an dem die Arbeit für eine Person zu viel wird. Dann müssen Mitarbeiter und andere Helfer einen Teil der Aufgaben übernehmen. Ganz gleich, ob diese Personen fest angestellt sind oder freiberuflich arbeiten, sie alle benötigen Anweisungen und Vorgaben für das Erledigen ihrer Aufgaben – sie benötigen Führung.

Führen bedeutet motivieren. Die Beteiligten werden Teil des Unternehmens, dessen Erfolge auch zu den Erfolgen der Mitarbeiter werden. Dieses Gefühl zu vermitteln, diese Einstellung zu schaffen, ist Aufgabe des Unternehmers. Gelingt es Ihnen, ersparen Sie sich detaillierte Arbeitsanweisungen, Kontrollen und Erklärungen.

Richtig geführte, motivierte Mitarbeiter sind einfach zu erkennen:

  • Sie achten nicht starr auf Arbeitszeiten, erledigen Mehrarbeit dann, wenn sie anfällt, und zwar ohne Diskussionen.

  • Sie lassen Vorschläge und eigene Überlegungen in ihre tägliche Arbeit einfließen.

  • Sie vertuschen keine Fehler, sondern geben ihre Fehler sofort bekannt und korrigieren sie.

  • Sie erledigen auch Aufgaben, die eigentlich nicht in ihren Zuständigkeitsbereich fallen.

Führungsqualitäten können Sie unter Umständen auch schon in einem Angestelltenverhältnis bewiesen haben, nämlich dann, wenn Sie Führungsverantwortung (z. B. für eine Abteilung) getragen haben.

Trotz globaler Kommunikation und vieler technischer Hilfsmittel werden die Weichen für den Unternehmenserfolg noch immer oft über lokale Kontakte gestellt.

Beispiel

Informationen über frei werdende Ladenlokale in bester Lage erhalten Sie über den Einzelhandelsverband Ihrer Gemeinde oder von befreundeten Maklern, bevor sie in der Zeitung stehen – wenn sie überhaupt in die Zeitung gelangen.

Dass ein erfahrener Entwickler einen neuen Arbeitgeber sucht, wird Ihnen der Kollege aus dem Tennisverein, der im gleichen Unternehmen arbeitet, erzählen, bevor es allgemein bekannt wird.

Jeder Mensch hat Kontakte, ob er nun ein Existenzgründer ist oder nicht. Ein Unternehmer nutzt seine Kontakte, um zusätzliche Informationen für seinen Betrieb zu erhalten. Dazu werden bestehende Kontakte in Vereinen eingesetzt, neue Kontakte in Berufs- oder Branchenverbänden aufgebaut. Die dort investierte Zeit macht sich in aller Regel bezahlt. Auch eine ehrenamtliche Tätigkeit als Funktionsträger in einem solchen Verband zahlt sich – durch viele neue Kontakte und Informationen – aus.

Achtung

Sie müssen selbstverständlich auch Informationen weitergeben, um im Kommunikationssystem ernst genommen zu werden. Sie müssen jedoch immer abwägen, ob die gegebenen oder von Ihnen eingeforderten Informationen auch rechtlich problemlos weitergegeben werden dürfen. Denken Sie an den Datenschutz und andere rechtliche Vorschriften.

Als Unternehmer stehen Sie immer wieder im Rampenlicht. Auf einer Messe, in Gesprächen mit Banken, bei Presseveranstaltungen oder auf der Betriebsversammlung müssen Sie vor vielen und/oder wichtigen Menschen reden. Ein sicheres Auftreten ist erforderlich, um Ihre Botschaften korrekt zu vermitteln. Ein Unternehmer muss dazu in der Lage sein, sich in jeder Lebenslage positiv zu präsentieren. Nur so werden seine Aussagen und die Aussagen seines Unternehmens als ehrlich erkannt. Hier vereinen sich alle Kommunikationsfähigkeiten (Überzeugen, Führen und Kontakte schaffen) mit der Fähigkeit, das alles auch gegenüber Dritten vertreten zu können.

Anforderungen, die aus Ihrem Umfeld kommen

Jeder Mensch lebt in einem sozialen Umfeld. Er hat Familie, Freunde und Bekannte. Er hat finanzielle Verpflichtungen zu erfüllen und auf seine Gesundheit zu achten. All diese Anforderungen müssen in ein harmonisches Verhältnis zueinander gebracht werden, damit aus dem Existenzgründer ein erfolgreicher Unternehmer wird.

Ein Unternehmer zu sein wird oft mit einem hohen Einkommen gleichgesetzt. Die meisten Unternehmer verdienen aber nur unwesentlich mehr als ein gut verdienender Angestellter. Selbst in den Fällen, in denen das eigene Gehalt (der Gewinn des Unternehmens) recht hoch ist, muss mit einem schwankenden Einkommen gerechnet werden. Das gilt vor allem in der Startphase.

Verfügen Sie über Reserven, die Ihre finanziellen Verpflichtungen zumindest zeitweilig abdecken können? Bereitet Ihnen finanzielle Ungewissheit schlaflose Nächte? Können Sie mit einem unregelmäßigen Einkommen haushalten (z. B. in guten Monaten Rücklagen bilden)? Solche Fragen müssen Sie sich unbedingt stellen und ehrlich beantworten.

Die eigene Familie kann für den Existenzgründer ein großer Rückhalt sein. Sie kann Sicherheit und Unterstützung bieten. Die Familie stellt aber auch Anforderungen an die Zeit des Unternehmers. Wenn die eigenen Kinder noch klein sind, verlangen sie den Vater oder die Mutter sehr nachdrücklich. Das kollidiert mit den sehr hohen zeitlichen Belastungen während der Unternehmensgründung und in der Startphase. Als Unternehmer müssen Sie das miteinander vereinbaren können.

Achtung

Der Weg in die eigene Selbstständigkeit kann nur mit der Zustimmung und mit der Unterstützung der nächsten Familienangehörigen erfolgen. Ist Ihr Lebenspartner strikt dagegen, wird leider mit hoher Wahrscheinlichkeit entweder die Partnerschaft zerbrechen oder die Existenzgründung scheitern.

Ähnlich ist es mit sozialen Kontakten, die über die Familie hinausgehen. Für Freunde bleibt während der Gründung und dem Aufbau des eigenen Unternehmens wenig Zeit. Sind die Freundschaften so stark, dass sie diese Belastung überstehen? Sind Ihnen die Freundschaften so wichtig, dass Sie sich nicht voll und ganz auf die Existenzgründung konzentrieren können?

Neben den Befindlichkeiten von Familie und Freunden spielt auch die Befindlichkeit des Existenzgründers selbst eine entscheidende Rolle. Unternehmertypen haben Spaß an den Arbeiten, die eine Existenzgründung mit sich bringt. Doch dabei darf man nicht vergessen, dass die Beanspruchung sehr hoch ist. Allein die zeitliche Belastung übersteigt für lange Zeit das normale Maß bei Weitem.

Die zeitliche Belastung, die notwendige Arbeit über viele Stunden täglich, greift die körperliche Gesundheit an. Nur wer körperlich fit ist und sich auch fit hält, wird die Existenzgründung unbeschadet überstehen.

Diffiziler ist die Frage nach der seelischen Belastbarkeit. Das Lösen unzähliger Probleme, die Beschäftigung mit ungewohnten Anforderungen und vor allem die unvermeidlichen Rückschläge können die Psyche mancher Menschen negativ beeinflussen.

Andere Ratgeber zur Existenzgründung sparen die Frage nach der Belastbarkeit der Psyche des Existenzgründers aus. Dabei ist eine gesunde Einstellung zu stundenlanger Rechnerei, zu tagelanger Beschäftigung mit unsinnigen Formularen und der Reaktion auf negative Entscheidungen von Behörden, Banken, Beratern und Geschäftspartnern notwendig, um als Unternehmer zu überleben. Von Erfolg ist hier noch gar nicht die Rede. Wer sich selbst eingestehen muss, dass er empfindlich auf solche Situationen reagiert, sollte seine Entscheidung zur Selbstständigkeit noch einmal gründlich überdenken.

Besondere fachliche Anforderungen

Sie wollen ein Unternehmen gründen, weil Sie etwas besonders gut können, besser als viele andere. Sie können das so gut, dass Ihnen viele Menschen und Unternehmen Ihre Leistung abkaufen werden. Das, was Sie besonders gut können, ist Ihre Kernkompetenz. Sie muss Ihnen bewusst sein und genau definiert werden, denn sie bildet die Basis für Ihr Unternehmen.

Beispiele
  • Ein Dachdecker kann besonders gut alle Zusammenhänge erkennen, die zu einem perfekt gedeckten Dach führen. Selbstverständlich ist er auch ein guter Handwerker.

  • Der Architekt, der nicht nur nach Anweisungen arbeiten kann, sondern eigene Ideen entwickelt und erfolgreich umsetzt, kann das am besten im eigenen Unternehmen.

  • Ein Industriebetrieb benötigt einen Gründer, der besonders gut Bauteile in Edelstahl entwickeln und fertigen kann.

  • Der handwerklich vielseitig talentierte Geselle gründet einen Hausmeisterservice, um sein gesamtes Können nutzbar zu machen.

  • Ein Handelsunternehmen lebt davon, dass der Unternehmer ein Gespür für Trends hat und die richtigen Produkte einkauft.

Das Spektrum möglicher Kernkompetenzen ist groß. Die Einschätzung der eigenen Kernkompetenz muss jeder selbst vornehmen. Für eine nachgewiesene Kompetenz im Gartenbau reicht es nicht, dass Familienangehörige den Garten loben. Fremde Dritte (wie z. B. Banken und Kunden) wollen, dass die fachlichen Fähigkeiten des Existenzgründers durch die üblichen Unterlagen und Erfahrungen nachgewiesen werden.

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Die schulische Ausbildung

Grundlage für jede fachliche Kompetenz ist immer die schulische Ausbildung, die in manchen Fachrichtungen bis zum Studium reicht. Dort werden grundlegende Kenntnisse vermittelt, die in vielen Bereichen als wichtig angesehen werden. Für einige Berufe sind die Schulausbildung oder das Studium notwendige Voraussetzungen für die selbstständige und unselbstständige Ausübung des Berufes (z. B. Rechtsanwalt, Physiotherapeut, Architekt).

Für die meisten Berufe mit einer Zulassungsvoraussetzung ist ein bestimmter Schulabschluss die Voraussetzung für die Teilnahme an der schulischen Ausbildung (z. B. Heilpraktiker). Nicht immer ist der Schulbesuch für die Zulassung zur Prüfung notwendig. Es sollte jedoch klar sein, dass ohne eine gewisse Grundbildung durch die Schule jede selbstständige Tätigkeit erschwert (wenn nicht gar unmöglich) wird.

Die berufliche Ausbildung

In vielen Fällen baut die Berufsausbildung auf der schulischen Ausbildung auf. Vor allem im Bereich des Handwerks ist die Gesellenprüfung im Anschluss an eine mehrjährige berufliche Ausbildung die Grundvoraussetzung für jede weitere Qualifikation. Auch in anderen Bereichen der unternehmerischen Tätigkeit kann eine absolvierte Berufsausbildung nützlich sein.

Beispiel

Einem Existenzgründer, der eine kaufmännische Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hat und der sich heute als Importeur von Spielzeug aus Asien selbstständig machen will, wird zumindest das notwendige kaufmännische Wissen unterstellt. Auch wenn die Ausbildung nichts mit der Branche des neuen Unternehmens zu tun hat, weist sie zumindest auf die Lernfähigkeit und das Engagement des Existenzgründers hin.

Die Erfahrung

Neben der Ausbildung selbst muss ein Existenzgründer auch eine gewisse Erfahrung in dem Bereich vorweisen können, in dem er ein Unternehmen gründen will. Das zeigt, dass er die in der Schule und in der Berufsausbildung erlernten Kenntnisse in der Praxis eingesetzt hat. Das zeigt auch, dass sich der Existenzgründer bereits bewährt hat und dass er sich eine Kernkompetenz in dem entsprechenden Bereich aufbauen konnte.

Der Existenzgründer muss nicht sein ganzes Leben mit der Beschäftigung verbracht haben, die jetzt zu einer selbstständigen Tätigkeit werden soll. Dennoch sind mehrere Jahre Erfahrung auch nach der Ausbildung notwendig, um Geldgeber und Kunden zu überzeugen.

Nutzen Sie Ihre Erfahrung auch dazu, um die Freude einzuschätzen, die Sie an Ihrer neuen Tätigkeit haben werden. Wer sich mit einem Geschäftsinhalt wie z. B. dem Führen eines Einzelhandelsgeschäftes selbstständig macht, ohne je als Verkäufer gearbeitet zu haben, wird vielleicht enttäuscht sein, wenn sich seine Vorstellungen nicht erfüllen. Das wäre der erste Schritt zum Scheitern des jungen Unternehmens.

Während die Schulausbildung und die Berufsausbildung das Grundlagenwissen für die selbstständige Tätigkeit schaffen, steht die Erfahrung des Existenzgründers für das angesammelte Wissen der Vergangenheit und der Gegenwart.

Schulausbildung Berufsausbildung Erfahrung Weiterbildung
Grundlagenwissen Wissen der Vergangenheit und der Gegenwart Wissen für die Zukunft
Die Weiterbildung

Das Wissen der Gegenwart wird nicht sehr lange ausreichen, um Ihrem Unternehmen die notwendige Sicherheit für die Zukunft zu geben. Deshalb ist ständige Weiterbildung notwendig. Gerade als Unternehmer müssen Sie Ihren Kunden aktuelle und neue Leistungen bieten, sonst tut es die Konkurrenz. Deshalb sollte ein Existenzgründer schon in der Vergangenheit regelmäßig Weiterbildung betrieben haben. Kann er das nachweisen, stärkt das das Vertrauen der Menschen, die ihm Geld leihen oder die seine Produkte kaufen sollen.

Der Eignungsnachweis durch Prüfungen

Der Gesetzgeber in Deutschland glaubt, dass er den Bürger vor betrügerischen Unternehmern schützen muss. Deshalb fordert er für eine Reihe von Berufen einen Eignungsnachweis in Form einer Ausbildung und/oder Prüfung. Da bereits mehr als ein Drittel aller Unternehmensgründungen derzeit eine Erlaubnis oder bestimmte Nachweise benötigt, ist die Chance groß, dass es auch Sie betrifft. Sie sollten sich deshalb genau informieren.

  • Nachweispflichtig sind selbstverständlich die Heilberufe (Arzt, Heilpraktiker, Hebamme und Physiotherapeut).

  • Auch freie Berufe wie Rechtsanwalt, Architekt oder Steuerberater darf nur selbstständig und angestellt ausüben, wer einen entsprechenden Nachweis erbracht hat.

  • Viele Handwerksberufe dürfen auch von Gesellen ausgeübt werden. Für die selbstständige Ausübung eines Handwerksberufes ist jedoch ein Meisterbrief notwendig.

Achtung

Wer Leistungen eines Berufes mit Anforderungen an einen Fähigkeitsnachweis selbstständig erbringt, ohne diesen Nachweis zu haben, macht sich strafbar. Darum prüfen Sie auf jeden Fall vor der Unternehmensgründung, ob eine Ausbildung oder eine Prüfung zwingend vorgeschrieben ist.

  • In Handels- und Industriebetrieben ist eine selbstständige Tätigkeit nicht an eine Überprüfung der fachlichen Fähigkeiten geknüpft. Ausnahmen bestehen, wenn z. B. gefährliche Stoffe gehandelt oder produziert werden sollen.

Die Eigeneinschätzung

Mit der Beantwortung der folgenden Fragen können Sie selbst einschätzen, wie Fremde Ihre fachliche Qualität beurteilen:

Checkliste Eigeneinschätzung
Was können Sie besonders gut?
Warum können Sie das besonders gut?
Haben Sie die notwendige schulische Ausbildung?
Haben Sie die notwendige berufliche Ausbildung?
Haben Sie mehr als drei Jahre Erfahrung nach der Ausbildung gesammelt?
Haben Sie sich laufend weitergebildet?
Ist Ihre Leistung qualitativ besser als der Durchschnitt?
Ist Ihre Leistung quantitativ besser als der Durchschnitt?
Wissen Sie wie Ihre Leistung/Ihr Produkt eingesetzt und wie es genutzt wird?
Verfügen Sie über die vorgeschriebenen oder üblichen Abschlüsse und Nachweise?

Anforderungen, die über das eigene Fachgebiet hinausreichen

Für eine Existenzgründung, die auf Dauer erfolgreich sein soll, reicht es nicht aus, dass der Existenzgründer menschliche und fachliche Fähigkeiten vorweisen kann, die über dem Durchschnitt liegen. Ein echter Unternehmer muss sich auch in angrenzenden Wissensgebieten auskennen. So sollte ein Dachdeckermeister grundsätzlich auch mit anderen Gewerken am Bau vertraut sein. Ein Mediziner sollte beispielsweise wissen, wie ein Apotheker oder ein Heilpraktiker arbeitet.

Kenntnisse, die über das eigene Fachgebiet hinausreichen, helfen dem Unternehmer, seine Arbeit besser einzuschätzen. Er kann auf vor- und nachgelagerte Aktivitäten ebenso reagieren wie auf parallel verlaufende Aktivitäten anderer Unternehmer.

Beispiel

Durch den kurzfristigen Ausfall eines Kunden hat sich im Unternehmen von Dachdecker Buch ein Beschäftigungsloch ergeben. Erst in zwei Wochen soll die Arbeit auf einer anderen Baustelle beginnen. Hier soll das Dach einer neuen Produktionshalle gedeckt werden. Dank seines Wissens über die anderen Gewerke am Bau erkennt Buch, dass die vorbereitenden Arbeiten an der Halle fast abgeschlossen sind und die Dachdeckerarbeiten bereits anfangen könnten. Er vereinbart mit dem Bauherrn einen sofortigen Arbeitsbeginn und kann so eine Unterbeschäftigung seiner Mitarbeiter vermeiden.

Meistens interessiert sich ein Unternehmer schon von sich aus für die Nachbarbereiche seiner Arbeit. Weniger interessant, aber umso wichtiger sind zumindest Grundlagenkenntnisse in unternehmerischen Wissensgebieten.

Organisation

Als Unternehmer müssen Sie nicht nur Ihre eigentliche Tätigkeit ausüben. Sie müssen vielmehr alles, was sich um Ihre Tätigkeit herum abspielt, ebenfalls beeinflussen und so gestalten, dass der Arbeitsprozess hinsichtlich Ihrer Kosten optimal abläuft.

  • In der Aufbauorganisation geht es darum, Mitarbeiter und externe Helfer hierarchisch so aufzustellen, dass Aufgaben und Verantwortungen delegiert werden können. Die Wege zwischen den Hierarchiestufen müssen kurz und effektiv sein. Trotzdem kann sich der Unternehmer nicht um jede Arbeit selbst kümmern.

  • Die Abläufe für die Herstellung des Produktes, das Erbringen der Leistung und alle benachbarten Abläufe wie der Materialeinkauf, der Verkauf der Leistung, die Buchhaltung usw. verursachen hohe Kosten. Diese Kosten müssen mithilfe einer optimalen Ablauforganisation minimiert werden.

Ein Unternehmer berücksichtigt die organisatorischen Gesichtspunkte instinktiv bei jeder Entscheidung, die einen Einfluss auf die Abläufe und auf die Mitarbeiterhierarchie seines Unternehmens haben könnten. Externe Hilfe kann durch Unternehmensberater, die eine solche Organisation aufbauen, geleistet werden. Da die Strukturen eines Unternehmens einem ständigen Wandel unterliegen, müssen vergleichbare Entscheidungen immer wieder getroffen werden. Meistens ist dann kein Berater zur Stelle.

Organisatorisches Talent ist dem Menschen eigen, organisatorische Fähigkeiten können erlernt werden. Dafür gibt es Seminare, die Sie besuchen sollten, bevor Sie ein Unternehmen gründen. Im Rahmen solcher Seminare werden Sie recht bald erkennen, ob Sie etwas mit organisatorischen Fragen anfangen können oder besser auf die Hilfe eines externen Beraters zurückgreifen sollten.

Kaufmännisches Wissen

Ein Unternehmer trifft täglich viele Entscheidungen, die fast alle einen erheblichen Einfluss auf die Kosten und die Erlöse, also auf den Erfolg des Unternehmens haben. Oft muss der Unternehmer aus mehreren Alternativen diejenige mit dem besten wirtschaftlichen Ergebnis auswählen. Zeit für detaillierte Berechnungen steht meistens nicht zur Verfügung, deshalb ist unternehmerischer Instinkt gefragt.

Bei den täglich anfallenden Entscheidungen verarbeitet der unternehmerische Instinkt immer auch kaufmännisches Wissen. Denn nur so können die Auswirkungen der Entscheidungen hinsichtlich der wirtschaftlichen Ergebnisse optimiert werden.

  • Wichtig ist die Kenntnis der kaufmännischen Grundbegriffe wie Kosten und Ausgaben, Erlöse und Einnahmen, Investitionen und Abschreibungen, Gewinn und Liquidität. Auch der Zusammenhang zwischen diesen Begriffen sollte einem Unternehmer bekannt sein.

  • Darüber hinaus sollte ein Unternehmer die Grundlagen des kaufmännischen Rechnens (Prozentrechnung und Dreisatz) beherrschen. Doch ohne verinnerlichte Rabatt-, Zins- und Kreditberechnung werden viele Entscheidungen des Unternehmers falsch sein.

Beispiel

Einer Ihrer wichtigsten Lieferanten bietet Ihnen an, seine Rechnungen statt in 30 Tagen in 10 Tagen mit 3 % Skonto zu bezahlen. Sie müssten dafür jedoch den Kontokorrentkredit bei Ihrer Bank um diesen Betrag erhöhen, was 8 % Zinsen pro Jahr kosten würde. Ihr Lieferant verlangt eine sofortige Entscheidung am Telefon.

Selbstverständlich sagen Sie Ihrem Lieferanten die Skontozahlung auf der Stelle zu. Auch Ihre Bank wird diese Entscheidung mittragen und den Betrag finanzieren, denn 3 % Skonto für 20 Tage entspricht einem Zinssatz von 54 % pro Jahr. Diesen Vorteil können Sie bedenkenlos mit 8 % Kreditzinsen bezahlen.

Kaufmännisches Wissen kann natürlich auch eingekauft werden. Steuerberater, Unternehmensberater und kaufmännische Angestellte bieten dieses Wissen an. Viele der täglich anfallenden unternehmerischen Entscheidungen enthalten aber versteckte Auswirkungen auf den wirtschaftlichen Erfolg und müssen sofort getroffen werden. Einen Unternehmer zeichnet aus, dass er die Auswirkungen seiner Entscheidungen zumindest grundlegend beurteilen kann. Ansonsten bleibt er immer von anderen abhängig und kann seine Entscheidungen nicht souverän fällen.

Recht und Steuern

Jedes Unternehmen ist fest in seine Umwelt eingebettet. Der Umgang mit anderen wirtschaftlichen und staatlichen Einheiten und mit anderen Menschen ist durch komplexe rechtliche Vorschriften geregelt. Zumindest die Grundlagen dieser Vorschriften sollte ein Existenzgründer auf jeden Fall beherrschen.

Tipp

Die Notwendigkeit, rechtlich begründete Entscheidungen zu treffen, beginnt bereits in der Vorbereitungsphase, die der eigentlichen Existenzgründung vorangeht. Sie müssen für Ihr Unternehmen eine Rechtsform wählen. Ausführliche Erklärungen dazu finden Sie in KapitelDie passende Rechtsform

  • Jedes Unternehmen hat Pflichten gegenüber seinen Kunden, Lieferanten, Mitarbeitern, dem Staat, der Gemeinde und vielen anderen Geschäftspartnern. Diese Pflichten sind in Gesetzen und Verordnungen klar geregelt.

  • Der Staat fordert seinen Anteil am Erfolg des Unternehmens in Form von Steuern. Den trotz der komplexen Steuergesetzgebung vorhandenen Gestaltungsspielraum sollte ein Unternehmer kennen, um rechtlich erlaubte Vorteile für sein Unternehmen zu nutzen.

  • Auch die Ansprüche, die das Unternehmen gegenüber seinen Kunden, Lieferanten, Mitarbeitern, dem Staat, der Gemeinde und vielen anderen Geschäftspartnern hat, unterliegen dem Gesetz. Um sie durchsetzen zu können, muss ein Unternehmer wissen, welche Ansprüche er tatsächlich hat.

Grundsätzlich kann im wirtschaftlichen Geschäftsverkehr vieles auch vertraglich geregelt werden. Dazu muss der Unternehmer aber wissen, worum es geht. Nur so kann er einen Vertrag für sich optimal gestalten. Außerdem gibt es vor allem im Umgang mit Privatleuten (als Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern) Regeln, die bestimmte vertragliche Nachteile für diesen Personenkreis ausschließen.

Niemand verlangt von einem Existenzgründer umfassende rechtliche Kenntnisse. Dafür gibt es wiederum Helfer wie selbstständige Rechtsanwälte und Steuerberater. Dennoch ist es für eigene Entscheidungen notwendig, die rechtliche Situation zumindest grundsätzlich einschätzen zu können.

Beispiel

Der Gesetzgeber schreibt eine zweijährige Gewährleistungsfrist vor, die vom Hersteller oder vom Verkäufer zu leisten ist. Das scheint auf den ersten Blick eine einfache Regelung zu sein. Diese Gewährleistungspflicht kann aber im Geschäftsverkehr mit anderen Unternehmern verkürzt werden. Das geht allerdings nicht im Geschäftsverkehr mit Privatpersonen. Ist eine Verkürzung der Gewährleistungspflicht möglich, sollte der Unternehmer von dieser Möglichkeit Gebrauch machen. Gleichzeitig sollte er prüfen, ob seine Lieferanten die Verkürzung in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen festgeschrieben haben. Ansonsten kann es geschehen, dass Sie gegenüber Privatpersonen mit zwei Jahren Gewährleistungsfrist handeln müssen, während Ihr Lieferant Ihnen gegenüber nur eine einjährige Frist vergütet.

Rechtliche, kaufmännische und organisatorische Grundkenntnisse gehören also zum notwendigen Wissen eines Unternehmers. Nicht immer können Berater rechtzeitig helfen; viele Entscheidungen müssen sofort getroffen werden. Ihr Instinkt muss dann dafür sorgen, dass Sie die richtigen Entscheidungen fällen.

Tipp

Die menschlichen Fähigkeiten eines Unternehmers können zwar verfeinert werden, sie müssen aber zumindest grundlegend vorhanden sein. Die fachlichen Fertigkeiten entwickeln sich über einen langen Zeitraum. Die vom Unternehmer noch zusätzlich verlangten Fähigkeiten in den Bereichen ‚Organisation’, ‚kaufmännisches Wissen’ und ‚Recht’ kann der Existenzgründer relativ schnell lernen.

Dazu gibt es Seminare von vielen Anbietern, z. B. von den IHK, den Arbeitgeberverbänden oder den Handwerkskammern. Auch die Meisterkurse der Handwerkskammern umfassen in der Regel genügend Stunden, die sich mit der Vermittlung dieser Kenntnisse befassen.

Partner müssen sich ergänzen

Trotz seiner häufigen Kontakte mit anderen Menschen ist ein Unternehmer viel allein. Das gilt sowohl für den Konzernlenker als auch für den Existenzgründer im Ein-Mann-Unternehmen. Beide müssen wichtige Entscheidungen alleine treffen. Deshalb wird oft der Ruf nach einem Partner laut.

Ein Partner im Geschäft kann weitere Vorzüge haben, wenn er z. B. die Lücken schließt, die der Existenzgründer im kaufmännischen Bereich hat.

Beispiel

In der Raubold und Weber GmbH haben sich zwei Partner gefunden. Jürgen Raubold ist ein exzellenter Konstrukteur von Bauteilen aus Edelstahl für Unternehmen, die Maschinen für die Nahrungsmittelindustrie bauen. Leider hat er gar kein kaufmännisches Talent. Das kaufmännische Talent bringt sein Partner Max Weber mit, der zwar von Technik nur das Notwendigste versteht, dafür aber hervorragend mit Kunden verhandeln kann.

  • Partner passen gut zueinander, wenn sich ihre Fähigkeiten ergänzen (z. B. Herstellung und Verkauf, Einkauf in Asien und Verkauf in Deutschland). Hier vereinigen sich unterschiedliche fachliche Kenntnisbereiche.

  • Auch die Zusammenarbeit zwischen einem fachlichen Experten und einem Unternehmertypen, der die kaufmännischen Aufgaben übernimmt, kann sehr positiv sein.

  • Typisch sind auch Partnerschaften zwischen einem Unternehmertypen mit fachlichen Kenntnissen und einem Geldgeber.

Problematisch ist eine Partnerschaft zwischen zwei Personen, die über die gleichen (fachlichen) Fähigkeiten verfügen. Während sich die anderen beschriebenen Partnerschaften verstärken (der Wert der Partnerschaft ist größer als die Summe der Partner, 1 + 1 > 2), ist das bei zwei Partnern mit gleichen Stärken nicht der Fall. Hier ist das Konfliktpotenzial größer (1 + 1 < 2).

Eine erfolgreiche Partnerschaft hat feste Regeln, die (für den Konfliktfall) von vornherein in einem Vertrag festgehalten werden.

  1. Die Aufgabengebiete werden strikt zwischen den Partnern getrennt und definiert.

  2. Nur in diesen Aufgabengebieten trägt der jeweilige Partner allein die Zuständigkeit und Verantwortung.

  3. Einzelentscheidungen können an eine maximale grenze gekoppelt werden. Ist der Wert höher, müssen die Partner gemeinsam entscheiden.

  4. Die zu erbringende Leistung und deren Bezahlung für jeden Partner werden geregelt.

  5. Das schließt auch die Nutzung der Firmeneinrichtung für private oder andere Zecke ein (z. B. Büro für Nebentätigkeit, Transporter, Computer, Werkzeugmaschinen etc.).

  6. Die Stimmanteile bei gemeinsam zu treffenden Entscheidungen werden festgelegt.

  7. Für Streitigkeiten muss eine Schiedsgerichtsbarkeit bestimmt werden.

  8. Die Auflösung der Partnerschaft muss in Betracht gezogen werden. Die Regeln dafür sind gleich zu Beginn der Partnerschaft festzulegen.

  9. Es wird festgeschrieben, was im Falle des Todes oder im Falle einer starken Behinderung eines der Partner geschieht.

Partnerschaft bedeutet nicht immer nur den Zusammenschluss zweier Personen. Es können durchaus auch mehrere Personen an einer Existenzgründung beteiligt sein. Dann sind feste Regeln noch viel wichtiger als bei einem Zwei-Mann-Unternehmen, weil ansonsten zu viel Zeit vergeht, um Abstimmungen im Kreise aller Partner durchzuführen.

Der Test: Sind Sie ein Unternehmer?

Die Anforderungen an einen Unternehmer sind hoch. Für eine erfolgreiche Existenzgründung ist es unabdingbar, dass Sie die beschriebenen Anforderungen größtenteils erfüllen. Sie sollten deshalb bei Ihrer Selbsteinschätzung unbedingt ehrlich sein. Dritte werden Sie wesentlich strenger beurteilen. Wenn Sie feststellen, dass Sie wichtige Anforderungen nicht erfüllen, sollten Sie Ihre Entscheidung für eine Existenzgründung noch einmal überdenken. Vielleicht ist es besser zu warten, bis Sie sich die fehlenden Fähigkeiten angeeignet haben.

Den folgenden Test finden Sie auch zum Download auf unserem Portal „Arbeitshilfen online”. Sie können ihn von dort öffnen, ausdrucken und komfortabel bearbeiten.

Eignung kritisch hinterfragen Eignung überprüfen Anforderung erfüllt
Selbsteinschätzung des Existenzgründers
Ich habe mir noch nie selbst Ziele gesetzt. Ich habe mir hin und wieder selbst Ziele gesetzt. Ich setze mir selbst regelmäßig Ziele.
Ich verfolge meine Ziele nur halbherzig und erreiche sie fast nie. Einige Ziele erreiche ich, andere gebe ich auf. Die meisten meiner Ziele erreiche ich, bei den anderen kenne ich den Grund für die Zielverfehlung.
Risiken vermeide ich, wo es geht, ich bin ein Sicherheitstyp. Risiken erschweren das Leben, müssen aber manchmal sein. Ich versuche zwar, Risiken zu minimieren, scheue aber nicht davor zurück, Risiken nach gründlicher Prüfung zu übernehmen.
Das Leben ist voller unnötiger Risiken, die mir den Schlaf rauben. Risiken können meistens vermieden werden, ich versuche das auch. Wer Chancen nutzen will, kann das nicht ohne Risiken tun.
Niederlagen nehmen mich mehrere Tage lang mit. Ich erleide keine Niederlagen. Niederlagen kann ich sofort verarbeiten und vergessen.
Nach Niederlagen gebe ich das Thema niedergeschlagen auf. Wenn Ziele nicht erreicht werden, lohnt es sich meistens auch nicht, andere Wege zu versuchen. Niederlagen bilden für mich den Anlass, es nochmals mit anderen Mitteln und auf anderen Wegen zu versuchen.
Ich weiß alles, was notwendig ist. Andere können mir nichts mehr beibringen. Ich vermeide es, Schwächen zuzugeben und mich von anderen belehren zu lassen. Andere Menschen verfügen auch über hervorragende Fähigkeiten, von denen ich lernen kann.
Wenn es vernünftig werden soll, muss ich es selbst tun. Andere Menschen haben ihre eigenen Ziele, man kann ihnen nur bedingt trauen. Ich kann nicht alles können oder selbst machen. Die Hilfe anderer nutze ich nach umfangreicher Prüfung für meine Ziele.
Ich mag keine Veränderungen. Ich habe nichts gegen Veränderungen, obwohl sie Zeit kosten. Ich mag Veränderungen und kann mich schnell auf neue Situationen einstellen.
Ich tue das, was man mir sagt. Ich arbeite selbstständig, hole mir oft die Zustimmung anderer. Ich bin es gewohnt, selbstständig bis zum Ende zu arbeiten.
Entscheidungen lasse ich andere treffen. Entscheidungen, wenn sie schwerwiegend sind, stimme ich gerne mit anderen ab. Ich treffe Entscheidungen schnell und sicher, auch unter Zeitdruck.
Probleme gilt es möglichst zu vermeiden. Probleme lassen sich von mir gerne verschieben. Probleme löse ich sofort, damit sie nicht lange liegen bleiben.
Lösungen stammen meist nicht von mir. Meine Lösungen erweisen sich manchmal als erfolgreich. Mir fällt es leicht, Lösungen zu finden, auch wenn einige sich als falsch erweisen.
Auch andere Menschen haben gute Ideen, die ich gerne übernehme. Es fällt mir schwer, andere von meinen Ideen zu überzeugen. Wenn ich von einer Idee überzeugt bin, kann ich das auch anderen vermitteln.
Ich tue das, was man mir sagt. Führungsarbeit kann sehr schwer sein, sollen das doch andere machen. Bevor andere mich in eine Richtung drängen, die falsch ist, übernehme ich die Führung.
Ich habe nur wenige Freunde und Bekannte. Ich habe einige Bekannte mit interessanten Beziehungen. Ich verfüge über viele Freunde und Bekannte, die mir helfen können und denen ich etwas zu bieten habe.
Ich halte mich lieber im Hintergrund. Ich mag es nicht, aber manchmal muss man seine Arbeit präsentieren. Mir macht es nichts aus, meine Arbeit vor Fremden zu präsentieren. Darin habe ich Erfahrung.
Finanzielle Abhängigkeit des Existenzgründers
Mit meinem Geld komme ich so eben über die Runden. Ich bin deshalb auf regelmäßige Einnahmen angewiesen. Ich kann mit meinen Einnahmen haushalten, auch wenn es manchmal schwerfällt. Ich kann auch einige Zeit ohne regelmäßiges Einkommen auskommen.
Ich verfüge über keine finanziellen Rücklagen. Ich verfüge über finanzielle Rücklagen, die von finanziellen Zusagen meiner Familie ergänzt werden müssen. Ich verfüge über gute finanziellew Rücklagen.
Unterstützung für den Existenzgründer
Meine Familie, vor allem mein Partner, steht der Selbstständigkeit skeptisch gegenüber. Meiner Familie ist es gleichgültig, dass ich mich selbstständig machen möchte. Meine Familie, vor allem mein Partner, ermuntern mich zu meinem Schritt in die Selbstständigkeit.
Von meiner Familie kommen nur Bedenken. Von meiner Familie kommt kaum Hilfe. Ich kann mit umfangreicher Unterstützung durch meine Familie rechnen.
Meine Freunde sind mir wichtig, Unterstützung wird es jedoch nicht geben. Meine Freunde halten nichts von meiner Selbstständigkeit. Meine Freunde unterstützen mich auf meinem Weg.
Die zeitliche Beanspruchung wird zu Problemen in der Familie und bei Freunden führen. Ich weiß nicht, wie sich die zeitliche Belastung auf Familie und Freunde auswirken wird. Familie und Freunde werden auch für Zeitprobleme Verständnis haben.
Leistungsfähigkeit des Existenzgründers
Ich bin froh, wenn ich heute meinen (angestellten) Arbeitstag hinter mir habe. Die tägliche Arbeit erfordert manchmal Mehrarbeit, die ich aber vermeide, wo es geht. Mich stört es nicht, wenn ich regelmäßig und unregelmäßig Mehrarbeit leisten muss. Die 40-Stunden-Woche kenne ich nicht.
Ich fühle mich öfters krank, auch wenn ich deswegen nicht zuhause bleibe. Ich bin gesund, fühle mich manchmal belastet. Ich bin vollständig gesund.
Meine berufliche Leistung ist durchschnittlich. Zurzeit leiste ich kaum mehr als der Durchschnitt, könnte das aber tun. Ich bin in meiner beruflichen Leistung wesentlich besser als der Durchschnitt.
Fachliche Fähigkeiten des Existenzgründers
Das Gebiet meiner geplanten Selbstständigkeit kenne ich nicht aus eigener Erfahrung. Ich bin weniger als drei Jahre auf dem Gebiet tätig, in dem ich mich selbstständig machen will. Ich habe mehr als drei Jahre Erfahrung auf dem Gebiet meiner geplanten Selbstständigkeit.
Weiterbildung ist überflüssig, weil ich alles kann. Nur wenn mein Chef mich zwingt, werde ich mich weiterbilden. Das ist Aufgabe des Arbeitgebers. Ich bilde mich regelmäßig weiter, auch außerhalb des Arbeitsverhältnisses und auf eigene Kosten.
Ich weiß nicht, welche Abschlüsse und Prüfungen für das von mir gewählte Gebiet vorgeschrieben sind. Es gibt Vorschriften zu Prüfungen und Ausbildung, die ich noch nicht alle erfüllt habe. Ich habe mich intensiv informiert. Es gibt keine Vorschriften bzw. ich erfülle alle rechtlichen Voraussetzungen.
Die Organisation kleinster Aktivitäten ist mir ein Gräuel, das lasse ich andere machen. Ich habe schon kleinere Aktivitäten (wie z. B. Vereinsfeste) organisiert. Ich muss immer alles organisieren, weil jeder mir diese Aufgabe zuschiebt. Es macht mir Spaß.
Ich brauche kein kaufmännisches Wissen, dazu habe ich meinen Steuerberater. Ich muss mir das kaufmännische Wissen noch aneignen. Das schiebe ich schon lange vor mir her. Mein kaufmännisches Wissen ist ausreichend für meine Selbstständigkeit. Ich brauche es heute schon.
Recht und Steuern betreffen mich nicht. Ich kann mit rechtlichen Vorschriften nichts anfangen, dazu brauche ich Hilfe. Ich werde zwar Hilfe in rechtlichen Angelegenheiten benötigen, kann aber grundsätzliche Einschätzungen selbst vornehmen.

Tab. 1: Testfragen Unternehmertyp

Wenn Sie sich bei den meisten Aussagen in der linken Spalte wieder finden, sollten Sie Ihr Vorhaben unbedingt überdenken. Das gilt auch dann, wenn hauptsächlich die Aussagen der mittleren Spalte und keine der rechten Spalte auf Sie zutreffen. Die Aussagen in der rechten Spalte stammen von erfolgreichen Unternehmern.

Ihre Idee – vom Traum zur Realität

Träume sind meist unklar, verklärend und wenig definiert. Damit Ihr Traum von der Selbstständigkeit nicht zum Albtraum wird, muss

  • die Idee exakt definiert werden,

  • die Idee in die Umwelt integriert werden und

  • der Realitätsbezug der Idee geprüft werden.

Dazu wird die Gründungsidee auf den folgenden Seiten in kleine Teile zerlegt und beschrieben. Dann wird geprüft, mit welcher Umwelt zu rechnen ist und wie diese Umwelt auf die Idee reagiert. Den Abschluss dieses Kapitels bildet eine erste Abschätzung der wirtschaftlichen Sinnhaftigkeit der Unternehmensidee.

So beschreiben Sie Ihre Idee!

Für die Existenzgründung stehen Ihnen nur begrenzte Mittel in Form von Finanzen, Zeit und Engagement zur Verfügung. Diese Mittel müssen auf das Wesentliche konzentriert werden, damit der gewünschte Erfolg eintreten kann. Doch was ist das Wesentliche, der eigentliche Kern Ihrer Idee? Versuchen Sie, Ihre Vorstellungen genauer zu ergründen und exakt zu beschreiben.

Beschreibung der angebotenen Leistung

Zunächst beschreiben Sie die Leistung, die Sie Ihren Kunden anbieten wollen. Handelt es sich um ein Produkt? Eine Dienstleistung? Ist es eine Mischung aus beidem? In welcher Preisklasse liegt das Angebot?

Beschreiben Sie das Produkt so, dass seine wesentlichen Merkmale exakt definiert sind. Ist die Farbe wichtig, legen Sie die Farbe fest. Ist die Zeit wichtig, die Sie für Ihre Dienstleistung brauchen, dann führen Sie die Zeit auf.

Beispiel

Sie wollen modische Oberbekleidung aus Italien für Frauen in den Größen 36 bis 46 anbieten. Die gute Qualität, auf die es Ihnen ankommt, verlangt hohe Preise.

Sie wollen Bauteile aus Edelstahl für die Verwendung in der weiterverarbeitenden Industrie herstellen und vertreiben. Zum Produkt selbst kommen die Entwicklungsarbeit und die individuelle Anpassung an die Kundenwünsche hinzu. Ihre Preise müssen unterhalb der Eigenfertigung der Kunden liegen und damit relativ niedrig sein.

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