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Einfach irgendwie niedlich

Cute Boy

Zwei lange Monate waren vergangen, in denen Nicolai nichts mehr von den Männern gehört hatte. Dadurch, dass es Oktober geworden war, waren auch die Temperaturen stark gesunken. Am liebsten hätte er jetzt jemanden zum Kuscheln gehabt, stattdessen herrschte Funkstille zwischen ihm, Josh und Dimitri. Irgendwie hatte der Sechzehnjährige Angst, dass die Beiden ihn nur als kleines Spielzeug angesehen und mittlerweile wen neues gefunden hatten. Jeder Tag ohne eine Nachricht von ihnen verstärkte diese Angst noch mehr, raubte ihm den Hunger und den Schlaf. Routiniert brachte er Tag um Tag hinter sich und versuchte sich mit Lernen abzulenken.

Wobei das nur seinen Noten gut tat. Er selber hatte schon einige Kilo abgenommen, weil er kaum noch aß und auch sein Schlaf kam zu kurz, dementsprechend sah er aus, doch es machte ihm nichts aus. Ihn interessierte es nicht einmal und sonst auch niemanden, weswegen er auch in Ruhe gelassen wurde.

Das Klingeln der Schulglocke riss Nicolai aus seinen Gedanken. Mechanisch packte er seine Sachen zusammen und trottete seinen Klassenkameraden hinterher. Ein weiteres Mal hatte er einen Schultag mehr oder minder erfolgreich überlebt. Noch bevor er aus dem Schulgebäude in die Sonne trat, setzte er sich die Kapuze seines schwarzen Hoodys auf. Zum einen um seine Ohren vor der Kälte zu schützen und zum anderen, weil er sich dahinter verbergen konnte. Geschickt schlängelte er sich durch die Schülermassen bis zu seinem Bus, welcher schon wartete. Kurz davor schlang sich ein Arm um seine Schultern und hielt ihn zurück. Verwirrt drehte sich Nicolai um und sah direkt in das grinsende Gesicht seines Cousins, der ihn wortlos in die Arme nahm und durchkuschelte. Endgültig aus dem Konzept gebracht, erwiderte Nicolai die Umarmung.

„Josh und Dimitri bringen dich um, wenn sie morgen hier ankommen und dich so sehen“, murmelte Mikel leise in das Ohr des Sechzehnjährigen, streichelte dabei sanft über den zierlichen Körper, ungeachtet der Schülermassen um sie herum. Schließlich löste Mikel sich von seinem Cousin und zerrte Nicolai zu seinem schwarzen BMW.

„Wenigstens trägst du noch ihr Halsband, das wird sie vielleicht besänftigen, aber deine Klamotten gehen gar nicht. Wir müssen jetzt unbedingt einkaufen gehen.“ Mikel ließ Nicolai nicht einmal die Chance, etwas zu sagen, er murmelte einfach weiter irgendwas. Nicolai hörte gar nicht mehr hin. In seinem Kopf drehte sich nur eine einzige Information: Josh und Dimitri würden morgen kommen. Er konnte es nicht glauben. Zwei Monate lang hatte er sie nicht gesehen, nichts von ihnen gehört und nun würden sie kommen.

 

Erst als Mikel ihm vorsichtig über die Wange strich, bemerkte Nicolai, wo sie waren. Soweit er erkennen konnte, standen sie in dem Parkhaus unterhalb des Kaufhauses. Neugierig warf er einen Blick zu Mikel, da er nicht zugehört hatte, wusste er auch nicht wirklich, was sie hier wollten. Kopfschüttelnd packte Mikel den Schwarzhaarigen am Oberarm, zog ihn aus dem Auto, schloss dieses ab und schleifte seinen Cousin nach oben zu den Geschäften.

 

Stumm ließ Nicolai die ganze Einkaufstortur über sich ergehen. Beim Shoppen mutierte Mikel jedes Mal regelrecht zu einer Frau und ließ sich von nichts aus dem Kaufrausch bringen, sodass diesem noch nicht einmal auffiel, dass Nicolai mit den Gedanken gar nicht bei ihm war und sich stumm einfach einkleiden ließ, nicht einmal protestierte, weil Mikel alles bezahlte.

Ohne es wirklich zu merken, wurde er bei sich zuhause abgeliefert, mitsamt der Tüten. In Gedanken malte er sich viele verschiedene Szenarien aus, welche am nächsen Tag passieren konnten und keines davon endete gut. Vielleicht war er auch einfach nur zu pessimistisch. Selbst dieser Gedanke schaffte es nicht, seine Angst etwas zu verringern. Obwohl er den ganzen Tag noch nichts gegessen hatte, ließ Nicolai sich einfach ins Bett fallen, kaum das Mikel die Wohnung verlassen hatte, denn Essen würde er wohl nicht herunterbringen. Zudem war sowieso nichts wirklich Appetitliches im Kühlschrank.

 

 

Nach einer kurzen und unruhigen Nacht hockte Nicolai am nächsten Morgen vor dem Küchentisch und starrte in seine halb leere Teetasse. Dank Mikels Vorwarnung hatte er absolut nicht schlafen können und dementsprechend müde fühlte er sich. Verblüfft hatte er an diesem Morgen ja auch vor seinem Schrank gestanden und die vielen neuen Klamotten betrachtet. Dabei war ihm klar geworden, das er wohl doch gestern hätte aufpassen müssen, was Mikel ihm da alles gekauft hatte. Errötend war Nicolai klargeworden, dass er sogar neue Unterwäsche besaß und die Klamotten allesamt enger geschnitten und viel bunter als seine Alten waren. Anscheinend hatte sein Cousin sogar seine alten Klamotten eingesammelt, da er sie nicht finden konnte. Sogar die Kleidung vom Vortag war verschwunden, sodass er nun in einer engen roten Röhrenjeans und einem schwarzen T-Shirt dasaß. Nun gab es kaum mehr die Farbe schwarz in seinem Kleiderschrank. Diese Veränderung steigerte seine Nervosität noch mehr.

An der Wohnungstür klingelte es. Bevor Nicolai reagieren konnte, war sein kleiner Bruder an der Tür und öffnete sie, weswegen Nicolai einfach sitzen blieb, was sich auch als gut herausstellte. Zwei Arme umschlangen ihn von hinten und drückten ihn an einen ihm bekannten Körper. Tief atmete Nicolai den Geruch von Dimitri ein. Fast sofort glitten Finger unter sein T-Shirt und strichen über seine Haut. Keuchend lehnte sich Nicolai gegen den Blonden, genüsslich schlossen sich seine Augen.

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