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Professionelles Bewerben

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Fertig!

Klingt ganz einfach, ist es auch.

Inhalt

Stellensuche und Bewerbung

Ihre Fähigkeiten und Ziele

Stellen suchen – aber richtig!

Auf welche Stellenanzeige lohnt sich eine Bewerbung?

Halten Sie sich an die üblichen Fristen

Abweichungen vom Anforderungsprofil

Anforderungsprofile: die Wunschzettel der Arbeitgeber

Wie Sie mit vermeintlichen und tatsächlichen Mängeln umgehen

Mit diesen Argumenten entkräften Sie mögliche Einwände

Die Formalkriterien der schriftlichen Bewerbung

Warum Formalitäten eine große Rolle spielen

Diese Formalkriterien sollten Sie beachten

Wer den Details Beachtung schenkt, ist eine Runde weiter

Vollständigkeit und Reihenfolge der Unterlagen

Nachweise: Was wirklich in die Bewerbungsmappe gehört

Arbeitszeugnisse

Was Ihr Arbeitszeugnis über Sie aussagt

Diese Punkte müssen Sie genau unter die Lupe nehmen

Geheimklauseln im Arbeitszeugnis: Was bedeutet was?

Bitten Sie notfalls um Korrektur

Jedes Arbeitszeugnis muss in die Bewerbung

Das Anschreiben

Form und äußere Gestaltung

Inhalt des Anschreibens

Die elf häufigsten Fehler im Anschreiben

Muster für die Anschreiben

Die Initiativbewerbung

Vier Möglichkeiten, eine Initiativbewerbung zu platzieren

Der richtige Zeitpunkt: Seien Sie flexibel

Finden Sie den richtigen Ansprechpartner

Das Anschreiben bei einer Initiativbewerbung

Muster für die Anschreiben zur Initiativbewerbung

Das Deckblatt

Was bringt ein Deckblatt?

So sieht ein Deckblatt aus

Muster für das Deckblatt

Der Lebenslauf

Tipps zu Aufbau und Gestaltung

Was muss im Lebenslauf stehen?

Was nicht (mehr) in den Lebenslauf gehört

Die Gliederung des Lebenslaufs

Wie lang darf ein Lebenslauf höchstens sein?

Zeitangaben: am besten auf den Monat genau

Spezielle Tipps zum Inhalt

Muster für den Lebenslauf

Die Erklärungsseite

Wenn Sie im Anschreiben nicht alles unterbringen

Muster für die Erklärungsseite

Die elektronische Bewerbung

Die Bewerbung per E-Mail

Die Bewerbung per Onlineformular

Die Bewerbungshomepage: meistens sinnlos

Das Nachfassen

Untätig auf Antwort warten – oder lieber nachhaken?

Inhalt des Nachfassens: Vermeiden Sie Forderungen

Der richtige Zeitpunkt: Wann Sie nachfassen sollten

Vier Fälle, in denen ein Nachfassen Erfolg verspricht

Unterlagen zurückverlangen: Auch das ist manchmal nötig

Muster für die Nachfass-E-Mails

Vorstellungsgespräch: die elf wichtigsten Tipps

Übung macht den Meister

Die Reisekostenabrechnung

In diesen Fällen bekommen Sie die Reisekosten erstattet

Der richtige Zeitpunkt für die Abrechnung

Wie Sie den Antrag auf Reisekostenerstattung formulieren

Muster für den Antrag auf Reisekostenerstattung

Sprachtipps

Register

Stellensuche und Bewerbung

Planvolles Vorgehen erleichtert die Bewerbung.

Wer eine neue Stelle sucht, hat es nicht immer leicht. Denn es ist gar nicht so einfach, geeignete Angebote zu finden. Oft scheitert die Suche auch einfach daran, dass ein Bewerber noch nicht genau weiß, was er eigentlich kann und was er will.

Ihre Fähigkeiten und Ziele

Welcher Beruf passt zu Ihren Interessen und Fähigkeiten?

Eine Bewerbung bringt nur dann den gewünschten Erfolg, wenn sie zielgerichtet ist. Eine willkürliche Streuung von Bewerbungen an viele potenzielle Arbeitgeber und auf alle möglichen Stellen ist nicht die Methode, die letztlich zu einer guten Stelle führt. Bevor Sie nicht wissen,

was Sie können und welche Erfahrungen Sie mitbringen,

welche vorrangigen Interessen Sie haben,

auf welche Ziele Sie hinarbeiten,

brauchen Sie gar keine Bewerbung loszuschicken.

»Harte« Qualifikationen …

Vorüberlegungen zum eigenen Können

Überlegen Sie genau: Welche »harten« Qualifikationen haben Sie zu bieten? Welche Ausbildung haben Sie? Welche Erfahrung bringen Sie mit? Welcher Teil Ihrer Ausbildung, Ihres Studiums oder Ihres Werdegangs hat Ihnen besonders großen Spaß gemacht? Und welche Qualifikationen sind darüber hinaus entwicklungsfähig? Falls Sie keine abgeschlossene Ausbildung haben: Welche Kenntnisse und Fähigkeiten haben Sie? Zwei Beispiele für die Entwicklungsfähigkeit bestimmter Kenntnisse:

Beispiel 1

Martin Langer ist gelernter Mediengestalter. Nach seiner Ausbildung in einer Werbeagentur hat ihn eine Direktbank übernommen, wo er zunächst in der Marketingabteilung auch tatsächlich als Mediengestalter arbeitete. Dort hat er die nötigen Kenntnisse über verschiedene Finanzprodukte und Dienstleistungen seiner Bank erworben. Zudem war er fürs Direktmarketing zuständig, eine Werbeform, bei der es um den direkten Kundenkontakt geht. Als er nun bei einer anderen Bank eine offene Stelle im Beschwerdemanagement findet, bewirbt er sich. Seine Chancen stehen recht gut, denn seine langjährige Erfahrung im Finanzwesen und in der Kommunikation belegt seine Qualifikation.

Beispiel 2

Laura Bader hat ihr Studium der Volkswirtschaftslehre im vierten Semester abgebrochen. Nun steht sie vor der Frage, in welchem Beruf sie arbeiten kann und will. Während ihrer Studienzeit hat Laura Bader neben den wirtschaftswissenschaftlichen Grundlagen auch Kenntnisse in kaufmännischer Buchführung und Statistik sowie Fähigkeiten im Umgang mit Tabellenkalkulationssoftware aufgebaut. Daran kann sie bei der Stellensuche anknüpfen.

… und »weiche« Fähigkeiten

Hobbys geben Aufschluss über Charaktereigenschaften.

Durchleuchten Sie Ihre Hobbys und Vorlieben einmal ganz genau: Welchen Neigungen gehen Sie nach und was offenbaren diese über Ihre Qualifikationen? Einige Beispiele:

Hobbys als Hinweis auf Qualifikationen

Hobby, Freizeitbeschäftigung

Hinweis auf …

Sammeln

Gründlichkeit, Genauigkeit

Gemeinschaftssportart (z. B. Fußball)

Teamfähigkeit, Kampfgeist

Einzelsportart (z. B. Marathonlauf)

Disziplin, Kampfgeist

Leitung einer Jugendgruppe, Trainieren einer Nachwuchsmannschaft

Führungsqualitäten

Amt als Vereinsvorstand

Organisationstalent

Ehrenamt

soziale Fähigkeiten, Teamfähigkeit

Mode

Stilsicherheit

Verlassen Sie sich nicht nur auf Ihr eigenes Urteil – fragen Sie auch andere!

Das Fremdbild ergänzt und korrigiert die eigene Einschätzung.

Machen Sie sich nicht allein darüber Gedanken, welche berufsbezogenen Fähigkeiten Sie haben. Sie können gar nicht alles herausfinden, was Sie kennzeichnet. Besonders in Zeiten von Arbeitslosigkeit neigen Stellensuchende dazu, die eigenen Stärken gar nicht wahrzunehmen, sondern nur die Schwächen zu sehen.

Andere sehen Stärken, die man selbst nicht an sich wahrnimmt.

Fragen Sie Menschen, zu denen Sie Vertrauen haben und deren Urteil Sie schätzen. Lassen Sie sich offen deren Meinung sagen: Welche

Anlagen,

Begabungen,

Kenntnisse,

Fähigkeiten

sind Ihren Bekannten an Ihnen aufgefallen? Dabei kommt oft Überraschendes heraus, denn fast jeder hält seine Stärken für normal. Die eigenen Schwächen dagegen sind den meisten Menschen nur allzu deutlich bewusst.

Beispiel

Friedrich A. fragt seinen besten Freund Julian nach einer ehrlichen Einschätzung seiner Fähigkeiten. Eine der Antworten überrascht ihn wirklich: »Du kannst prima organisieren und behältst auch noch im größten Chaos den Überblick.«

Stimmt – Friedrich A. hat Jahr für Jahr das Laienschauspiel in seinem Dorf organisiert (vom Auswählen des Stücks über das Ausleihen von Kostümen bis hin zur Buchung der Aufführungsräume). Aber er hat Organisationstalent immer für etwas Selbstverständliches gehalten, weil er dachte: »Das kann doch jeder.« Erst sein Freund hat ihn darauf aufmerksam gemacht, dass Organisationsfähigkeit eine wünschenswerte Fähigkeit ist, über die längst nicht jeder verfügt.

Werden Sie sich über Ihre Ziele klar – und über potenzielle Arbeitgeber!

Berufsziel festlegen und passende Arbeitgeber suchen

Die Suche nach den eigenen Talenten und Vorlieben mündet schließlich in das Formulieren von beruflichen Zielen. Nur auf Berufe, die Ihren Neigungen und Fähigkeiten zum großen Teil entsprechen, sollten Sie sich bewerben. Suchen Sie auch nach möglichen Arbeitgebern: Bei

welchem Unternehmen,

welcher Organisation,

welchem Verband,

welcher öffentlichen Einrichtung,

welchem öffentlichen Träger

möchten Sie denn gern arbeiten? Falls Sie keine geeigneten Stellenanzeigen finden, lohnt sich dort vielleicht eine Initiativbewerbung.

Stellenanzeigen lesen: Welche Tätigkeiten interessieren Sie prinzipiell?

Tipp:

Halten Sie Ihre Ziele in Stichworten fest!

Wenn Sie unschlüssig sind, bieten Stellenanzeigen in Zeitungen bereits eine erste Orientierung. Überlegen Sie sich, welche Stellenbeschreibungen Ihnen zusagen. Wenn Sie es schaffen, Ihre bevorzugten Berufsfelder oder Tätigkeiten mit Schlagwörtern zu beschreiben, dann erleichtert das auch die Onlinesuche nach Stellen.

Stellen suchen – aber richtig!

Die passende Stellenanzeige zu finden gelingt nicht immer.

»Was tun, wenn ich arbeitslos bin und keine Stellenanzeigen finde, die zu mir passen?« Diese Frage stellt sich Bewerbern häufig. Wer richtig sucht, der findet Stellen – wenn auch nicht immer gleich beim ersten Versuch. Sie haben mehrere Möglichkeiten, von offenen Stellen zu erfahren. Am wichtigsten sind

Onlinestellenbörsen,

Stellenmarkt diverser Zeitungen (online und gedruckt),

Karriere- oder Jobseiten auf den Websites diverser Arbeitgeber,

Stellenausschreibungen in Fachzeitschriften,

Hinweise von Bekannten.

Stellensuche im Internet

Im Internet gibt es mehrere Wege, eine Stelle zu suchen.

Es gibt kein einheitliches Vorgehen für die Stellensuche im Internet. Vielmehr haben Sie mehrere Möglichkeiten, von offenen Stellen zu erfahren. Besuchen Sie speziell:

Onlinestellenbörsen

Onlinezeitungen

(Firmen-)Websites von Arbeitgebern, für die Sie sich interessieren

Onlinestellenbörsen

Stellenangebote auf Onlinejobbörsen sind manchmal veraltet.

Für Stellenangebote die passenden Filter auswählen

Onlinestellenbörsen locken mit Tausenden von Stellenangeboten. Sie versprechen dem Bewerber beste Chancen, schnell eine neue Arbeitsstelle zu finden. Ein gewisses Problem ist allerdings die Handhabung der Suchfunktion: Anders als bei Zeitungen bekommen Sie nicht einfach alle Stellenangebote zu sehen, sondern Sie müssen vorher die gewünschten Branchen und Berufsfelder auswählen. Kostenlos ist bei Onlinestellenportalen der Einblick in die vorhandenen Stellenangebote. Auch ein eigenes Stellengesuch aufzugeben kostet bei den meisten Anbietern nichts. Ihr Geld verdienen die Onlineportale dadurch, dass Arbeitgeber für den Zugriff auf Bewerberdaten oder die Vermittlung geeigneter Bewerber Geld bezahlen.

Auf branchenspezifischen Stellenbörsen werden Sie meist schneller fündig.

Vergessen Sie nicht: Es gibt neben regionalen und allgemeinen Stellenportalen im Internet auch spezialisierte Stellenbörsen für einzelne Branchen oder Berufszweige. Wie bei Zeitungen ist es auch bei den Onlinestellenbörsen sinnvoll, sich genau zu überlegen, welche voraussichtlich die richtigen Stellen bietet. Es gibt drei verschiedene Typen von Onlinestellenbörsen:

branchenübergreifende überregionale Stellenportale

branchenübergreifende regionale Stellenportale

Stellenbörsen für einzelne Branchen oder Berufssparten

Branchenübergreifende Stellenportale: viele Angebote, genaue Suche nötig

Viele Stellenangebote, aber oft wenig Passendes

Stellenangebote sind manchmal auch in sozialen Netzwerken zu finden.

Einen ersten groben Eindruck über Angebote und Nachfrage bekommen Sie auf den allgemeinen Stellenportalen im Internet. So beispielsweise bei den beiden Marktführern Stepstone (www.stepstone.de) und Monster (www.monster.de) sowie der Jobbörse der Bundesarbeitsagentur (http://jobboerse.arbeitsagentur.de). Auch in sozialen Netzwerken wie Xing (www.xing.com) und LinkedIn (www.linkedin.com) werden mitunter Stellenanzeigen geschaltet. Da das für Arbeitgeber aber vergleichsweise teuer ist, finden Sie dort meist nur eine kleine Auswahl von Angeboten. Angeboten werden Stellen aus allen erdenklichen Branchen und Berufsfeldern.

Doch auch wenn die Zahl angeblich freier Stellen meist mit mehreren Tausend beziffert wird – viele bleiben nachher nicht unbedingt übrig, wenn Sie Ihre Suchauswahl getroffen haben. Bei der Suche müssen Sie sich in der Regel auf eine Branche oder ein Berufsfeld festlegen, manchmal auch auf eine Region.

Spezialisierte Metasuchmaschinen

Überaus hilfreich sind auch spezialisierte Metasuchmaschinen, die zwar keine eigenen Onlinestellenbörsen betreiben, Ihnen aber dennoch eine Vielzahl von Stellenangeboten anzeigen. Sie durchsuchen die verschiedensten Stellenbörsen und auch Unternehmenswebsites nach geeigneten Inseraten; manche erlauben eine sehr komfortable Suche. Die bekanntesten Metasuchmaschinen sind:

www.jobturbo.de

www.jobworld.de

www.jobkralle.de

Nutzen Sie auch diese Anbieter für Ihre Stellensuche.

Regionale Suche: So finden Sie Stellen in Ihrer Wunschregion

Regionale Stellenbörsen z. B. auf www.meinestadt.de

Sie können Ihr Glück auch bei einer regionalen Stellenbörse versuchen. Eine regionale Eingrenzung bieten auch manche der oben genannten Portale an. Bei der regionalen Suche nach einer Stelle hilft beispielsweise das Internetportal http://www.meinestadt.de. Dort geben Sie eine Stadt ein, in der Sie gern arbeiten möchten. Der Klick auf den Schaltknopf »Stellen« liefert dann Stellenangebote der Stadt und Umgebung.

Durchforsten Sie die Onlineangebote der Regionalzeitungen.

Häufig lohnt sich auch der Blick auf die Website Ihrer Regionalzeitung. Viele bieten die Stellenanzeigen der gedruckten Ausgabe zusätzlich im Internet an, manche ermöglichen auch eine Schaltung ausschließlich online. Allerdings müssen Sie auch hier Ihre Suche oft vorher nach Berufsfeldern und Branchen eingrenzen. Die Ergebnisse können – je nach Stellenwunsch – recht dürftig ausfallen. Welche Tageszeitung in Ihrer Region verbreitet ist, erfahren Sie, indem Sie die Begriffe »Regionalzeitung [Stadt]« in eine Suchmaschine eingeben.

Stellenbörsen für einzelne Branchen: Hier sind die Chancen größer

Spezialisierte Stellenbörsen online bei der Arbeitsagentur suchen

Wer zu bestimmten Branchen oder Berufsfeldern tendiert, hat unter Umständen bei spezialisierten Stellenbörsen bessere Chancen. Wie finden Sie diese Stellenbörsen? Beispielsweise indem Sie auf die Website www.berufenet.arbeitsagentur.de gehen. Geben Sie Ihren Wunschberuf in das Suchfeld ein und klicken Sie das passende Suchergebnis an. In der Navigationsleiste links finden Sie im Kasten »Zusätzliche Informationen« den Eintrag »Stellen- und Bewerberbörsen«. Ein Klick darauf liefert Ihnen häufig eine ganze Liste möglicher Stellenbörsen. Alternativ können Sie auch einfach Ihre Branche oder Ihre Berufsbezeichnung zusammen mit den Suchwörtern »Jobbörse« oder »Stellenbörse« in eine Suchmaschine eingeben.

Eine gezielte Filterung bringt wenige, aber passende Treffer.

Eine Empfehlung, die ohnehin für alle Bewerber gilt, gehört bei der Internetstellensuche zum unerlässlichen Rüstzeug: Bevor Sie auch nur eine einzige Stellenanzeige zu Gesicht bekommen, müssen Sie wissen, wonach Sie suchen und für welche Tätigkeiten Sie sich interessieren. Denn in kaum einem Stellenportal finden Sie einfach alle Angebote hintereinander aufgelistet. Bei den gängigen Onlinejobbörsen und auch bei den Onlinestellenmärkten der Zeitungen wird vorher eine Entscheidung für einzelne Branchen und Berufsfelder verlangt. Das ist nicht ganz leicht, wenn Sie sich nicht eindeutig zuordnen können. Bei der Auswahl von Kategorien, Branchen und Berufsfeldern sollten Sie sich daher nicht nur auf eine(s) beschränken, sondern alles anklicken, was Ihnen passend erscheint. Einige Beispiele für solche Kategorien:

Suchen Sie nur in Kategorien, die für Sie infrage kommen.

Handwerk

Finanzen

Erziehung, Ausbildung

Ingenieure und technische Berufe

Groß- und Außenhandel

öffentlicher Dienst

Personal

IT (Informationstechnologie)

Tourismus, Hotellerie und Gaststätten

Nicht immer rechtfertigt der Erfolg die große Mühe der Vorauswahl: Häufig passen die gezeigten Angebote zwar zu den ausgewählten Kriterien, nicht aber zu dem, was Sie als Bewerber sich wirklich wünschen.

Nach Schlagwörtern suchen und auch Synonyme eingeben

Eine hilfreiche Möglichkeit bei der Suche ist die Eingabe von Schlagwörtern in das dafür vorgesehene Suchfeld. Hier tragen Sie die gewünschte Berufsbezeichnung, Qualifikation oder Tätigkeit ein. Vergessen Sie nicht, Synonyme zu finden und Wörter aus dem gesamten Bedeutungsumfeld in Ihre Suche einzubeziehen. Auch wenn Sie genau wissen, wonach Sie suchen: Für viele Tätigkeiten gibt es mehrere (auch englische) Bezeichnungen.

Beispiel

Sie wollen als Verkäuferin im Einzelhandel arbeiten. Suchen Sie nicht nur nach »Verkäuferin«, sondern geben Sie auch folgende Schlagwörter ein:

Kaufmann/Kauffrau Einzelhandel

Fachberater/-in

Shop-Mitarbeiter/-in

Shop Assistant

Verkaufsberater/-in

Kundenberater/-in

Stellenangebote per E-Mail senden lassen

Die Stellensuche im Internet ist ein mühseliges Geschäft. Denn anders als in Zeitungen können Sie sich nicht alle Angebote auf einmal ansehen, sondern Sie müssen nach Schlagwörtern und Kategorien suchen. Wenn Ihnen das zu mühsam ist, dann gibt es für Sie eine andere Möglichkeit: Die meisten Anbieter schicken Ihnen auf Wunsch die Stellenanzeigen per E-Mail zu. Sie brauchen nur ein einziges Mal Ihre Schlagwörter und Kategorien einzugeben und Ihre E-Mail-Adresse zu hinterlassen. Dann bekommen Sie in regelmäßigen Abständen die Anzeigen zugeschickt, die zu Ihrer Eingabe passen. Wichtig: Erhalten Sie nur sehr wenige Stellenangebote oder passen diese nicht zu dem, was Sie wirklich suchen, dann sollten Sie Ihre Suche modifizieren und andere Schlagwörter eingeben!

Stellenmärkte der Onlinezeitungen

Internetstellenmarkt von Onlinezeitungen

Viele überregionale und manche regionale Zeitungen veröffentlichen ihren Stellenmarkt auch im Internet. Nicht immer finden Sie die Stellenangebote auf Anhieb. Manchmal verbergen sie sich hinter Wörtern wie

Service,

Anzeigen,

Marktplatz,

Jobs.

Auch hier ist es die Regel, dass Sie anhand von Kategorien eine Vorauswahl treffen müssen. Eventuell lohnt sich auch der Blick auf die Websites regionaler Zeitungen. Manche bieten die Stellenanzeigen der gedruckten Ausgabe auch im Internet an. Allerdings müssen Sie auch hier Ihre Suche meist vorher nach Berufsfeldern und Branchen eingrenzen. Die Ergebnisse fallen dann meist entsprechend dürftig aus. Welche Tageszeitung genau in welcher Region verbreitet ist, erfahren Sie zum Beispiel ebenfalls auf www.meinestadt.de.

Stellenanzeigen auf der Website von Arbeitgebern, die für Sie interessant sind

Stellenangebote direkt auf der Firmenwebsite

Sie haben einen speziellen Arbeitgeber im Auge, bei dem Sie gern arbeiten würden? Dann besuchen Sie dessen Website häufiger. Denn nicht selten schreiben Firmen, Verbände oder öffentlich-rechtliche Arbeitgeber ihre Stellen zunächst auf der eigenen Website aus. Solche Stellenanzeigen finden Sie meist unter den Stichwörtern »Karriere«, »Jobs« oder »Personal«, mitunter aber auch hinter den wenig aussagekräftigen Rubriken »Über uns« oder »Unternehmen«.

Onlinestellenangebote unbedingt auf Aktualität prüfen!

Onlineangebote stets auf Aktualität prüfen!

Sie haben eine passende Stellenanzeige im Internet gefunden? Dann prüfen Sie, ob sie noch aktuell ist. Das ist nämlich nicht selbstverständlich.

Seien Sie bei Onlineanzeigen vorsichtig, was deren Aktualität angeht. Das gilt selbst bei Stellenportalen, die damit werben, stets aktuell zu sein. Denn nicht alle Anzeigen werden gelöscht, wenn sie veraltet sind. Oft liegt das an der Firma, die eine Stelle ausschreibt und die Information einfach nicht weitergibt, dass sie einen geeigneten Bewerber dafür schon gefunden hat. Selbst bei Stellenanzeigen auf der Website eines potenziellen Arbeitgebers ist Vorsicht geboten. Erfahrungsgemäß sind auch diese nicht immer auf dem neuesten Stand. Nicht alle Firmen aktualisieren ihre Firmenwebsite im Wochenrhythmus.

Auf das Datum der Onlineanzeige ist nicht unbedingt Verlass.

Verlassen Sie sich auch nicht auf das Datum einer Stellenanzeige im Internet. Denn oft bezeichnet es nicht den Tag der Erstveröffentlichung (z. B. in gedruckter Form in einer Zeitung), sondern den Tag der Erfassung in der Onlinestellenbörse. Von der Erstveröffentlichung bis zur Erfassung können einige Tage ins Land gehen – entscheidende Tage, wenn es darum geht, ob Ihre Bewerbung noch rechtzeitig beim Personalverantwortlichen eintrifft.

Mit einem Anruf lässt sich klären, ob die Stellenanzeige noch aktuell ist.

Bei Stellenanzeigen im Internet gilt daher die dringende Empfehlung: Klären Sie telefonisch, ob diese noch gültig sind. Rufen Sie beim Arbeitgeber an und fragen Sie, ob sich eine Bewerbung noch lohnt. Sollte dies nicht der Fall sein, dann sparen Sie wenigstens das Geld für Bewerbungsmappe, Papier, Porto – und den Zeitaufwand, den eine gute Bewerbung erfordert.

Stellensuche in Zeitungen

Lesen Sie den Stellenmarkt mehrerer Zeitungen.

Samstag für Samstag die Zeitung durchzublättern und nach passenden Stellenangeboten zu suchen, das sorgt oft für Frust. Denn bei den meisten Berufswünschen findet sich nur selten eine passende Stellenanzeige. Allerdings beschränken sich auch viele Bewerber auf eine einzige Zeitung, nämlich die Lokalzeitung ihrer Stadt oder Gemeinde. Selbst Hochschulabsolventen sind bei der Stellensuche in Zeitungen nicht unbedingt erfindungsreicher. Sie tun oft nicht mehr, als einmal wöchentlich den Stellenmarkt der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der ZEIT und der Süddeutschen Zeitung zu durchstöbern, und hoffen, dass darin die meisten offenen Stellen ausgeschrieben sind. Das ist jedoch nicht der Fall.

Der Stellenmarkt in Zeitungen ist nach wie vor eine wichtige Quelle.

Unterschätzen Sie dennoch den Stellenmarkt in den Zeitungen nicht! Wenn Sie sich nicht online auf die Suche machen wollen, sorgen Sie dafür, dass Ihnen genügend Zeitungen zur Verfügung stehen. Es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten, wie Sie den Zeitungsstellenmarkt optimal für sich nutzen können. Besonders lohnt sich der Blick auf größere Regionalzeitungen und kleinere überregionale Zeitungen.

Wenn Sie nicht alle gewünschten Zeitungen am Kiosk bekommen

Schließen Sie ein Samstagsabonnement ab.

Sie suchen nicht allein in der Umgebung Ihres Wohnorts eine Stelle? Dann haben Sie sicher die Schwierigkeit, dass nicht jede für Sie interessante Lokal- und Regionalzeitung am Kiosk zu haben ist. Das ist aber noch lange kein Grund, sich bei der Stellensuche nur auf die wesentlichen Zeitungen zu beschränken, die am Kiosk verkauft werden. Abonnieren Sie einfach noch andere Lokal- bzw. Regionalzeitungen dazu. Sie meinen, das ist zu teuer? Irrtum! Kaum jemand weiß, dass die meisten Zeitungen auch im Samstags- bzw. Wochenendabonnement zu haben sind. Die wenigsten Zeitungen machen offen dafür Werbung, und oft sucht man im Internet vergeblich nach einem entsprechenden Hinweis. Dennoch ist es bei den meisten Zeitungen ohne Weiteres möglich, nur die Samstagsausgaben im Abonnement zu beziehen. Das heißt: Sie bekommen und bezahlen jeweils nur die Samstagsausgabe, die in der Regel den größten Stellenmarkt enthält. Das Samstagsabonnement zu kündigen, sobald Sie es nicht mehr brauchen, ist ebenfalls kein Problem. Das geht meist monatlich, manchmal auch vierteljährlich.

Zeitungen selbst abonnieren, statt sie bei anderen abzuholen

Anmerkung

Die Erfahrung zeigt, dass es nichts bringt, sich Zeitungen von Bekannten aufbewahren und mitbringen zu lassen. Durch die Zeitverzögerung sind viele Stellen schon wieder passé, wenn der Bewerber davon erfährt. Mit einem Samstagsabonnement haben Sie dagegen gleich zwei Vorteile:

1. Sie bekommen Stellenanzeigen aus den Regionen, die Sie wirklich interessieren.

2. Wenn Sie eine Stelle finden, auf die Sie sich bewerben wollen, dann haben Sie längst nicht so viel Konkurrenz wie bei einer überregionalen Zeitung.

Auch Zeitungen benachbarter Regionen abonnieren

Prüfen Sie, welche Regionen für Sie infrage kommen, und bestellen Sie mehrere Samstagszeitungen. Das kostet nicht viel. Wenn Sie außerhalb des regulären Zustellgebiets wohnen, kommt die Zeitung nicht per Zusteller, sondern mit der Post – dann eventuell gegen einen geringen Aufpreis und mit Verzögerung.

Stellensuche in Fachzeitschriften

Fachzeitschriften drucken wenige, aber sehr spezifische Stellenangebote.

Manche Stellen sind so speziell, dass sie nicht in der normalen Presse ausgeschrieben werden. Das gilt beispielsweise für viele Ingenieurberufe. Hier lohnt sich in jedem Fall ein Blick in einschlägige Fachzeitschriften, im Fall der Ingenieure also in die VDI-Nachrichten (Fachzeitschrift des Vereins Deutscher Ingenieure) oder für Zahnärzte und zahnmedizinische Fachangestellte (früher: Zahnarzthelfer/-innen) in den Zahnmedizinischen Mitteilungen (ZM).

Stellensuche durch Hinweise von Bekannten

Es geht nicht allein um gute Beziehungen

Beziehungen nutzen, Kontakte pflegen

Auf Hinweise mit einer Bewerbung reagieren

Experten schätzen, dass etwa zwei Drittel aller Stellen unter der Hand vergeben werden. Diese Stellen werden gar nicht ausgeschrieben und nicht per Zeitungsinserat bekannt gemacht, sondern firmenintern oder mit Personen aus dem näheren Umfeld des Unternehmens besetzt. Das ist eine Chance für Sie, an die gewünschte Stelle heranzukommen. Aber auch, wenn Sie nicht über »Vitamin B« verfügen, ist es nützlich, auf Hinweise von Bekannten zu achten. Das gilt auch, wenn Sie arbeitslos sind und weit davon entfernt, ein gut funktionierendes Beziehungsnetzwerk zu haben. Sobald Sie von einer offenen Stelle erfahren, die Sie interessiert, sollten Sie aktiv werden. Versuchen Sie, so viele Informationen wie möglich darüber zu bekommen, und schreiben Sie schnell eine Initiativbewerbung an den betreffenden Arbeitgeber. Bitten Sie gegebenenfalls den Bekannten, der Ihnen von der freien Stelle erzählt hat, um Vermittlung.

Wenn Sie keine passende Stelle finden: Suchen Sie nach Unternehmen

Suchen Sie gezielt Unternehmen, in denen Sie gern arbeiten würden.

Auch wenn die Stellenmärkte in den Zeitungen wenige für Sie interessante Angebote hergeben – lassen Sie sich nicht entmutigen! Halten Sie Ausschau nach Unternehmen, die Sie für interessant halten. Versuchen Sie herauszufinden, ob diese vielleicht auch Stellen – oder Unternehmensbereiche – haben, wo Sie gern arbeiten würden. Das tun Sie,

indem Sie auf die Firmenwebsite schauen,

indem Sie Leute ansprechen, die dort tätig sind,

indem Sie in der Personalabteilung anrufen und fragen.

Schicken Sie eine Initiativbewerbung oder eine Bewerbung in Anlehnung an eine ausgeschriebene Stelle, bei der vielleicht nicht genau die Qualifikationen und Erfahrungen gesucht sind, die Sie bieten, aber ähnliche.

Auf welche Stellenanzeige lohnt sich eine Bewerbung?

Unspezifische Bewerbungen bringen gar nichts.

Viele Bewerber machen Samstag für Samstag die gleiche Erfahrung: Sie blättern die Stellenangebote in den Zeitungen durch und finden kaum etwas, was zu ihnen passt. Dann schneiden sie lustlos einige unspezifische Anzeigen aus und verschicken daraufhin Standardbewerbungen mit immer gleichen Formulierungen. Zwei oder drei Wochen später kommt garantiert eine Absage. Warum?

Weil sie nicht zum gewünschten Anforderungsprofil passen.

Weil sie in ihrer Bewerbung keinerlei Aussage dazu gemacht haben, warum sie die Stelle gern hätten.

Weil sie nichts dazu geäußert haben, warum sie der betreffende Arbeitgeber interessiert.

Nur auf Stellen bewerben, die Sie interessieren

Bewerben Sie sich nur, wenn Ihre Qualifikationen zur angebotenen Stelle passen.

Vermeiden Sie es, Ihre Bewerbungen einheitlich zu gestalten und beliebig auf alle möglichen Stellenangebote hin zu verschicken. In der Regel haben Sie damit keinen Erfolg. Außerdem sinkt mit jeder Absage das Selbstvertrauen. Stattdessen sollten Sie gezielt diejenigen Stellenangebote heraussuchen, die Sie wirklich interessant finden und für die Sie Ihrer Ansicht nach qualifiziert sind. Wohlgemerkt Ihrer Ansicht nach, denn mit den Anforderungen der potenziellen Arbeitgeber ist das so eine Sache (siehe auch Kapitel »Abweichungen vom Anforderungsprofil«).

Sie erfüllen fast alle Anforderungen? – Bewerben Sie sich!

Die wichtigsten Qualifikationen sollten stimmen, dann ist eine Bewerbung ratsam.

Oft taucht in der Stellenanzeige neben wirklich nötigen Kenntnissen und Fähigkeiten (z. B. Sprachkenntnissen bei einer Fremdsprachensekretärin, speziellen Computerkenntnissen bei einem IT-Fachmann) noch eine ganze Liste von Wunscheigenschaften auf, die ein Bewerber unmöglich alle erfüllen kann. Wenn die Stellenanzeige keine Priorität vorgibt, wie wichtig die einzelnen Anforderungen sind, dann überlegen Sie selbst:

Trauen Sie sich die ausgeschriebene Stelle zu?

Fehlen Ihnen (fast) nur Eigenschaften oder Kenntnisse, die dafür nebensächlich sind?

Haben Sie Qualifikationen, die Sie stattdessen zu Ihren Gunsten in die Waagschale werfen können?

Wenn diese Kriterien erfüllt sind, dann probieren Sie es mit einer Bewerbung.

Ihnen fehlen einige Qualifikationen? Wann Sie sich trotzdem bewerben sollten

Wer nicht alle Qualifikationen mitbringt, muss in der Bewerbung gut argumentieren.

Sie finden eine Stelle interessant, erfüllen aber das Anforderungsprofil nicht. In diesem Fall wägen Sie ab: Wie viele Anforderungen können Sie nicht erfüllen? Sind es entscheidende Qualifikationen, die Ihnen fehlen? Oder geht es lediglich um Erfahrung oder um ein Gebiet, in das Sie sich leicht einarbeiten können? Schaffen Sie es, für Ihre Bewerbung Argumente zu finden, zum Beispiel warum

Sie gerade diese Stelle gern hätten,

Sie sich trotz vermeintlicher oder tatsächlicher Defizite für den geeigneten Kandidaten halten,

das Unternehmen Sie interessiert und Sie gern dort arbeiten möchten?

Wenn ja, dann versuchen Sie es ruhig mit einer Bewerbung. Natürlich hängen Ihre Chancen dann von der Konkurrenz ab. Aber darüber, was Ihre Mitbewerber eventuell zu bieten haben, sollten Sie sich nicht den Kopf zerbrechen – das können Sie weder abschätzen noch beeinflussen. Einzelheiten dazu, wie Sie mit vermeintlichen Schwächen und mit fehlenden Anforderungen umgehen, finden Sie im Kapitel »Abweichungen vom Anforderungsprofil«.

Es gibt auch eine zweite Möglichkeit, die sich Ihnen zumindest bei größeren Firmen bietet: Angenommen, die Stelle erscheint Ihnen interessant, Ihnen fehlt aber noch die nötige Erfahrung. Dann versuchen Sie es mit einer Initiativbewerbung in Anlehnung an die ausgeschriebene Position. Signalisieren Sie darin Ihre Bereitschaft, eine Ausbildung oder ein entsprechendes Training zu durchlaufen. Mehr dazu finden Sie im Kapitel »Initiativbewerbung«.

Im Zweifel: Versuchen Sie es mit einer (Initiativ-)Bewerbung!

Fehlende Qualifikationen lassen sich manchmal ausgleichen.

Wenn Sie – trotz fehlender Qualifikationen – Argumente finden, die für Ihre Eignung sprechen, dann sollten Sie auf jeden Fall eine Bewerbung losschicken. Aber aufgepasst: Eine Bewerbung mit dem üblichen Standardtext bringt keinen Erfolg. Schneiden Sie Ihre Bewerbung sorgfältig auf die angebotene Stelle zu. Formulieren Sie ein Anschreiben, in dem Sie individuell auf die Stelle und das Unternehmen eingehen. Verhehlen Sie nicht, dass Ihnen womöglich eine der gewünschten Qualifikationen fehlt. Aber kompensieren Sie das nach Möglichkeit. Ändern Sie beispielsweise Ihren Lebenslauf. Das bedeutet nicht, dass Sie schummeln sollten. Aber setzen Sie die Schwerpunkte so, dass

die eine oder andere Station in Ihrem Leben zumindest einen Anknüpfpunkt zur gebotenen Stelle bildet,

dem Empfänger deutlich wird, warum Sie sich ausgerechnet auf diese Stelle bewerben.

Beispiel

Katja Müller hat keine Erfahrung als Führungskraft, möchte sich aber gern auf eine Führungsposition bewerben. Sie weiß, dass sie durchsetzungsstark ist, dass sie gut mit Menschen umgehen kann und dass ihr das auch Spaß macht. In der Zeitung findet sie eine passende Anzeige, die sich zu ihrem Leidwesen nur an erfahrene Führungskräfte richtet. Dennoch kann sich hier eine Bewerbung lohnen. Katja Müller muss eben ihr Manko – die fehlende Erfahrung – ansprechen und gut begründen, warum sie sich trotzdem für geeignet hält. »Berufliche Erfahrungen als Führungskraft habe ich leider nicht, aber ich trainiere eine Handballmannschaft und weiß daher, dass ich über Führungsqualitäten verfüge.« Wenn die Konkurrenz nicht allzu groß ist, hat sie mit diesem Satz im Anschreiben durchaus Chancen, zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden. Dort kann sie den potenziellen Arbeitgeber von ihren Fähigkeiten überzeugen.

Halten Sie sich an die üblichen Fristen

Zeitraum: spätestens nach zwei Wochen bewerben

Wer sich mit Verspätung bewirbt, hat meist keine Chance mehr.

Ist eine Stellenanzeige erst veröffentlicht, dann sollten Sie die Bewerbungsunterlagen schnellstens zusammenstellen, ein individuelles Anschreiben verfassen und bei Bedarf den Lebenslauf modifizieren, sodass daraus ersichtlich wird, warum Sie für die Stelle geeignet sind. Spätestens zwei Wochen nachdem das Stellenangebot in der Zeitung oder im Internet veröffentlicht worden ist, sollten Sie Ihre Bewerbung losschicken.

Zwei Wochen – so lange lassen sich die meisten Personalverantwortlichen Zeit. Während des Wartens fällen sie noch keine endgültige Entscheidung. Sie sichten allenfalls die eingehenden Bewerbungen und treffen eine Vorauswahl. Manchmal steht aber auch ein Datum in der Stellenanzeige, bis zu dem Ihre Bewerbung spätestens beim potenziellen Arbeitgeber eingegangen sein muss.

Das sollten Sie unbedingt ernst nehmen.

Stelle noch gültig? Im Zweifel nachfragen!

Nachfragen, ob ein Onlinestellenangebot noch aktuell ist!

Sie sind später dran? Oder Sie haben eine Stellenanzeige im Internet gefunden und sind nicht sicher, ob sie noch gültig ist? Hier lohnt sich ein Anruf bei der Personalabteilung oder dem in der Anzeige genannten Ansprechpartner. Fragen Sie nach, ob die Anzeige aktuell ist und ob sich eine Bewerbung überhaupt noch lohnt.

Bei Internetstellenangeboten lohnt es sich, nachzuhaken

Mit der Aktualität von Internetstellenbörsen macht man manchmal schlechte Erfahrungen. Denn viele Portale nennen nicht das Datum der Erstveröffentlichung einer Anzeige, sondern das Erfassungsdatum. Das heißt: Die Anzeige mag schon vor ein oder zwei Wochen auf einer Firmen- oder Zeitungswebsite veröffentlicht worden sein und wird erst später im betreffenden Portal erfasst. Oft genug wird ihr dann das spätere Datum zugeordnet.

Aktualität prüfen: Oft hilft ein Blick auf die Firmenwebsite.

Tipp:

Recherchieren und nachhaken

Misstrauen Sie bei Stellenangeboten im Internet dem Datum. Abhilfe schafft eventuell ein Blick auf die Firmenwebsite: Wenn eine Stelle dort nicht mehr ausgeschrieben ist, dann ist sie höchstwahrscheinlich schon besetzt. Leider ist aber der Umkehrschluss, nämlich dass Stellenangebote auf Firmenwebsites auf jeden Fall aktuell sind, nicht immer richtig. Längst nicht alle Firmen aktualisieren ihre Seiten im Abstand von ein bis zwei Wochen. Deshalb empfiehlt es sich auch hier, zum Telefonhörer zu greifen und in der Personalabteilung nachzufragen.

Vorheriger Anruf nötig?

Ein telefonischer Erstkontakt ist oft, aber nicht immer ratsam.

Viele Bewerber meinen, sie könnten durch einen vorherigen Anruf die Aufmerksamkeit des Personalentscheiders im positiven Sinne auf sich lenken. Im Zeitalter der Massenbewerbungen ist diese Überlegung sicherlich angebracht. Trotzdem ist bei einer derart pauschalen Annahme Vorsicht angebracht: Durch einen vorherigen Anruf fallen Sie auf – das stimmt, aber nicht unbedingt positiv. Manchen Personalverantwortlichen – und auch Headhuntern! – gehen die ständigen Anrufe von Bewerbern auf die Nerven. Andere sehen darin ein Zeichen von besonderem Interesse.

Das folgende Prüfschema hilft Ihnen bei der Entscheidung, ob ein vorheriger Anruf sinnvoll ist oder nicht:

Prüfschema: Ist ein vorheriger Anruf empfehlenswert?

Frage 1:
Ist ein Anruf nötig, um die Aktualität der Stellenanzeige zu prüfen?

Ja? – Anrufen

Nein? – Weiter mit Frage 2

Frage 2:
Brauchen Sie noch Informationen, um abzuschätzen, ob sich eine Initiativbewerbung lohnt?

Ja? – Weiter mit Frage 6

Nein? – Weiter mit Frage 3

Frage 3:
Haben Sie eine wichtige Frage, die wirklich unbedingt geklärt werden muss?

Ja? – Anrufen

Nein? – Weiter mit Frage 4

Frage 4:
Halten Sie einen Anruf für sinnvoll, um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken?

Ja? – Weiter mit Frage 5

Nein? – Nicht anrufen

Frage 5:
Ist in der Stellenanzeige ein Ansprechpartner mit Telefonnummer genannt?

Ja? – Weiter mit Frage 6

Nein? – Nicht anrufen

Frage 6:
Trauen Sie sich zu, am Telefon einen kompetenten, souveränen Eindruck zu hinterlassen?

Ja? – Anrufen

Nein? – Nicht anrufen (Initiativbewerber: Bewerbung auf gut Glück losschicken!)

Ein Anruf unter einem Vorwand kommt nicht gut an.

Wenn keine Telefonnummer genannt ist, sollten Sie den Personalverantwortlichen oder den zuständigen Headhunter wirklich nur anrufen, wenn Sie wichtige Fragen zu klären haben.

Übersicht: in zehn Schritten zur guten Bewerbung

1. Schritt: Region(en) festlegen

Regionale Eingrenzung

Legen Sie die Region(en) fest, in der (oder in denen) Sie arbeiten möchten oder in die Sie wegen einer Stelle ziehen würden.

2. Schritt: geeignete Zeitungen suchen und bestellen

Finden Sie heraus, welche Lokal- und Regionalzeitungen in diesen Regionen am wichtigsten sind (keine Boulevardzeitungen). Bestellen Sie sie im Samstagsabonnement. Falls Sie nicht bereit sind, aufgrund einer Stelle umzuziehen, dann abonnieren oder kaufen Sie zusätzlich zu Ihrer Lokalzeitung auch noch die Samstagsausgaben der Zeitungen, deren Verbreitungsgebiet in unmittelbarer Nachbarschaft zu Ihrem Wohnort liegt.

3. Schritt: Berufsziel und Qualifikationen benennen

Ohne klares Berufsziel ist keine erfolgreiche Bewerbung möglich.

Überlegen Sie sich – eventuell anhand von Stellenanzeigen –, welches Berufsziel Sie verfolgen und welche (harten und weichen) Qualifikationen Sie mitbringen.

4. Schritt: Zeitungen und Onlineportale durchforsten

Gehen Sie den Stellenmarkt geeigneter Onlineportale, Zeitungen und Fachzeitschriften gewissenhaft durch. Suchen Sie nach Stellen, die zu Ihren Zielen und Qualifikationen passen. Drucken oder schneiden Sie geeignete Stellenanzeigen aus, und speichern bzw. legen Sie sie mit Datum und Quellenangabe ab. Lassen Sie sich aber nicht entmutigen, wenn Sie kein passendes Angebot finden. Halten Sie dann Ausschau nach interessanten Firmen oder anderen Arbeitgebern, bei denen Sie gern arbeiten würden (vielleicht lohnt sich hier eine Initiativbewerbung).

5. Schritt: Bewerbungsunterlagen vorbereiten

Sie sollten jederzeit gerüstet sein, um eine Bewerbung zu versenden.

Für eine – heute meist übliche – E-Mail- oder Onlinebewerbung brauchen Sie Ihre Schul- und Arbeitszeugnisse als gut lesbare Scans sowie ein gutes Digitalfoto von sich, das Sie am besten bei einem professionellen Fotografen machen lassen. Erstellen Sie außerdem Vorlagen für Anschreiben und Lebenslauf in einem Textverarbeitungsprogramm. Um später alles ins empfohlene PDF-Format bringen zu können, sollten Sie sich um entsprechende Software kümmern. Die gibt es auch kostenlos zum Herunterladen im Internet.

Falls Sie sich postalisch bewerben: Kaufen Sie Bewerbungsmappen, die gut aussehen und einfach zu handhaben sind. Lassen Sie genügend und gute Abzüge Ihrer Bewerbungsfotos machen sowie einwandfreie Kopien aller Ihrer Zeugnisse und Nachweise; heften Sie sie gleich in die Mappen. Bewahren Sie all diese Unterlagen unbedingt in einem rauchfreien Raum auf – es macht beim Empfänger keinen guten Eindruck, wenn eine Bewerbung nach Rauch stinkt.

6. Schritt: Fakten zum potenziellen Arbeitgeber recherchieren

Eine Unternehmensrecherche erhöht Ihre Chancen.

Nehmen Sie die Stellenanzeigen zur Hand, die Sie gespeichert oder abgelegt haben. Versuchen Sie nun, mehr über die potenziellen Arbeitgeber herauszufinden, zum Beispiel indem Sie die Firmenwebsites besuchen. Schreiben Sie sich gleich den Namen und gegebenenfalls die E-Mail-Adresse des Ansprechpartners auf, zu dessen Händen Sie später Ihre Bewerbung schicken. Um sich zu vergewissern, können Sie vorher anrufen.

7. Schritt: Lebenslauf schreiben

Setzen Sie im Lebenslauf Schwerpunkte passend zum gewünschten Beruf.

Schreiben Sie Ihren Lebenslauf. Natürlich muss er der Wahrheit entsprechen. Dennoch können Sie ihn an den potenziellen Arbeitgeber anpassen, indem Sie Kenntnisse über die Firma einfließen lassen. Betonen Sie zudem diejenigen Stationen in Ihrem Leben, die besonders gut zur ausgeschriebenen Stelle passen.

8. Schritt: Anschreiben verfassen

Nicht das gleiche Anschreiben dutzendfach versenden!

Verfassen Sie erst dann das Anschreiben. Nennen Sie in der Anrede den Ansprechpartner mit Namen und schreiben Sie nicht »Sehr geehrte Damen und Herren«. Das Anschreiben sollte – mehr noch als der Lebenslauf – genau zur gewünschten Stelle und zum Arbeitgeber passen, bei dem Sie sich bewerben.

9. Schritt (nicht obligatorisch): Deckblatt gestalten

Besonders ansprechend: das Deckblatt

Sie können ein ansprechendes Deckblatt gestalten, müssen das aber nicht tun. Darauf nennen Sie den Empfänger der Unterlagen und Ihren Namen, Ihre Berufsbezeichnung und/oder Ihren akademischen Grad sowie Ihre Kontaktdaten. Ihr Bewerbungsfoto platzieren Sie auf dem Deckblatt oder – falls Sie darauf verzichten – auf dem Lebenslauf.

10. Schritt: zusammenstellen und abschicken

Für eine E-Mail-Bewerbung: Stellen Sie nun Ihr Bewerbungsdokument zusammen, indem Sie alle Einzeldokumente zusammen als PDF-Datei speichern (Reihenfolge: gegebenenfalls Deckblatt, Anschreiben, Lebenslauf, Schul- und Arbeitszeugnisse, sonstige Nachweise).

Für die Bewerbung per Onlineformular, wie sie einige Firmen verlangen, brauchen Sie die Dokumente auch einzeln – idealerweise ebenfalls im PDF-Format –, um sie hochladen zu können.

Bewerbungsmappe zusammenstellen und abschicken

Für die postalische Bewerbung: Nehmen Sie eine vorbereitete Mappe mit allen Zeugnissen und Nachweisen zur Hand. Heften Sie Lebenslauf und gegebenenfalls Deckblatt ein und legen Sie das Anschreiben lose auf die Mappe. Beschriften und frankieren Sie den Umschlag, und schicken Sie Ihre Bewerbung ab.

Abweichungen vom Anforderungsprofil

Anforderungsprofile: die Wunschzettel der Arbeitgeber

Das ideale Profil bringt kaum ein Bewerber mit.

Höchstens 35 Jahre alt, Doktorgrad und jahrelange Berufserfahrung – wer kennt sie nicht, die Anforderungen vieler Arbeitgeber? Stellensuchende sind oft verunsichert, weil sie als Bewerber in keiner Weise dem Ideal entsprechen. Nicht nur, dass sie die genannten Anforderungen zum Teil nicht mitbringen – sie haben oft auch einen Lebenslauf, der nicht zwangsläufig in die gewünschte Stelle mündet. Dazu finden sie vieles in ihrem bisherigen Leben mangelhaft und für eine Bewerbung ungeeignet.

Was die wenigsten wissen: Selten erfüllt ein Bewerber das, was als Anforderungsprofil in der Stellenanzeige gefragt ist. Denn Stellenprofile haben viel mit Wunschzetteln gemeinsam: Nicht immer ist das, was auf der Liste steht, realistisch und erfüllbar. Viele Firmenchefs und Personalverantwortliche listen zunächst einmal ganz unbefangen alles auf, was sie sich von einem idealen Mitarbeiter wünschen – ohne Bezug zur realen Person eines Bewerbers. Die Erfüllbarkeit solcher Wünsche oder Anforderungen steht auf einem anderen Blatt: in Ihrem Fall in Ihrer Bewerbung.

Unterscheiden Sie zwischen Muss- und Kann-Anforderungen

Fehlt eine Muss-Anforderung, ist eine Bewerbung sinnlos.

Sie haben eine Stellenanzeige gefunden, die Ihnen zusagt? Dann überlegen Sie bei jeder Anforderung, die Sie nicht oder nur unzureichend erfüllen, einzeln: Ist dieser Wunsch des Arbeitgebers tatsächlich für die Stelle unerlässlich? Wenn ja, handelt es sich um eine Muss-Anforderung. Fehlt Ihnen diese unabdingbare Qualifikation oder Fähigkeit, dann hat es keinen Sinn, sich auf die betreffende Stelle zu bewerben. Konzentrieren Sie sich lieber auf die Stellen, die besser zu Ihnen passen. Sie sparen Zeit, Mühe und womöglich auch Material und Porto.

Fehlt Ihnen dagegen eine Eigenschaft oder Kenntnis, die für die Stelle nicht unbedingt notwendig scheint, dann lohnt sich eine Bewerbung eventuell doch. Das gilt besonders, wenn Sie etwas zur Kompensation anbieten können.

Stärken Sie Ihr Selbstbewusstsein

Den perfekten Bewerber gibt es schlichtweg nicht. Seien Sie daher selbstbewusst im Umgang mit dem, was Sie als Bewerber angeblich nicht vorweisen sollten:

schlechte Schulnoten

schlechte Arbeitszeugnisse

Lücken im Lebenslauf

mangelnde Erfahrung

nicht ganz genau passende Qualifikationen

abgebrochene Ausbildung(en), abgebrochenes Studium, häufiger Stellenwechsel

lange Zeiten der Arbeitslosigkeit

eigene Kündigung einer Stelle

Kündigung durch den früheren Arbeitgeber

Beschäftigung in minderqualifizierter Stellung

komplett falsche Ausbildung

zu hohes Alter

Behinderungen

Die Erfahrung lehrt: Meist haben Bewerber selbst mehr Probleme mit ihren – vermeintlichen oder tatsächlichen – Defiziten als Personalverantwortliche. Lernen Sie deshalb, persönliche Schwächen, Brüche, Lücken und Unstimmigkeiten in Ihrem Leben als etwas ganz Normales zu betrachten: Sie haben keinen Grund, sie zu verstecken, sollten sie aber auch auf keinen Fall betonen!

Wie Sie mit vermeintlichen und tatsächlichen Mängeln umgehen

Mängel nicht verstecken …

Fehler nicht verstecken, aber auch nicht überbetonen

Um es gleich vorweg zu sagen: Es hat keinen Sinn, Offensichtliches zu verstecken. Die meisten Personalentscheider reagieren ungehalten, wenn sie entdecken, dass sie getäuscht werden. Das gilt besonders beim Lebenslauf, wenn er nicht chronologisch, sondern thematisch geordnet wird, um Lücken zu verbergen oder Brüche und Unstimmigkeiten zu kaschieren. Ein Bewerber hat selten eine Chance, damit durchzukommen. Es ist besser, Sie gehen selbstbewusst mit Ihren Defiziten um und stehen dazu.

… aber auch nicht betonen!

Mängel nicht zu verstecken heißt aber noch lange nicht, dass Sie sie betonen sollten. Den Personalentscheider interessieren Ihre Defizite wesentlich weniger als das, was Sie für die gewünschte Stellung qualifiziert. Das müssen Sie immer im Hinterkopf haben, auch wenn Sie – was manchmal durchaus sinnvoll sein kann – schon in der schriftlichen Bewerbung erklären, warum Sie in dem einen oder anderen Punkt dem Anforderungsprofil nicht entsprechen.

Ihre Schwächen sind nicht so wichtig wie Ihre Stärken

Konzentrieren Sie sich auf Ihre Stärken.

Stellen Sie Ihr vermeintliches Defizit nicht in den Mittelpunkt Ihrer Bewerbung. In der Regel reicht eine kurze Anmerkung im Lebenslauf als Erklärung. Im Anschreiben sollten Sie vor allem dann darauf eingehen, wenn Sie eine Stärke entgegensetzen können, die den Mangel wettmacht! Im Vorstellungsgespräch werden Sie wahrscheinlich nach Ihren Schwächen gefragt. Antworten Sie ehrlich, aber nicht zu ausführlich. Stellen Sie eine Schwäche als etwas Selbstverständliches (und nicht so Schlimmes) dar. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Stärken. Auf die Frage nach Ihren Vorzügen sollten Sie wesentlich mehr zu bieten haben. Bleiben Sie dabei aber ehrlich und authentisch.

Kleine Mängel ohne Scheu im Lebenslauf aufführen

Kleine Mängel kommentarlos stehen lassen

Nicht alle Mängel sind gravierend. Einen Wechsel des Studienfachs oder ein halbes Jahr Arbeitslosigkeit können Sie in Ihrem Lebenslauf aufführen, ohne Nachteile erwarten zu müssen. Meist brauchen Sie noch nicht einmal eine Begründung. Brüche und Lücken im Lebenslauf gibt es häufig, das wissen auch Personalverantwortliche. Machen Sie sich darauf gefasst, dass im Vorstellungsgespräch die eine oder andere Frage dazu kommt. Halten Sie dafür eine plausible Begründung bereit, aber antworten Sie kurz. Dann ist klar: Sie betrachten den »Mangel« selbst als nebensächlich und setzen Ihre Prioritäten bei Ihren Kenntnissen und Fähigkeiten.

Große Mängel: Vorbehalte durch Erklärung von vornherein entkräften

Große Defizite plausibel erklären

Bei offenkundigen Schwächen ist es besser, mögliche Vorbehalte von vornherein zu entkräften. Wenn Sie es schaffen, selbstbewusst mit Ihren Fehlern, Defiziten und mit Abweichungen vom Anforderungsprofil umzugehen, dann haben Sie viel gewonnen. Es gibt mehrere Positionen in der Bewerbung, an denen Sie darauf eingehen können:

im Anschreiben, wenn Sie dem Mangel eine Stärke entgegensetzen können

im Lebenslauf, wenn eine kurze Erklärung reicht (das ist die Regel)

auf einer gesonderten Seite, wenn Sie eine ausführliche Erklärung für nötig halten (z. B. bei Behinderungen, die eine besondere Arbeitsumgebung erfordern)

Schein oder Sein? – Wie viel Wahrheit verträgt eine Bewerbung?

Beachten Sie: Bereiten Sie sich bei Schwächen, Lücken und Abweichungen vom gewünschten Bewerberprofil unbedingt auf Fragen im Vorstellungsgespräch vor. Legen Sie sich vorher zurecht, welche Argumente Sie anführen und wie Sie sie formulieren.

Aber auch hier gilt: Sie brauchen sich nicht zu verteidigen! Es ist Ihr gutes Recht, für Ihr Leben eigene Entscheidungen zu fällen – auch wenn diese sich im Nachhinein vielleicht nicht so gut verkaufen lassen. Behandeln Sie alle Abweichungen vom vermeintlich perfekten Lebenslauf oder Anforderungsprofil als normale Sache. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Stärken.

Mit diesen Argumenten entkräften Sie mögliche Einwände

Vorbehalte der Personalverantwortlichen gezielt entkräften

Werfen Sie einen kritischen Blick auf Ihr bisheriges Leben und versuchen Sie dabei die Sicht eines Personalentscheiders einzunehmen: Gibt es wirklich Defizite? Oder sind es nur kleinere Mängel, die nicht weiter erklärt werden müssen? Nur wenn Sie wirklich meinen, eine Schwäche sei gravierend, sollten Sie sie schon in der schriftlichen Bewerbung erklären. Im Vorstellungsgespräch sollten Sie nur darauf eingehen, wenn Sie danach gefragt werden. Argumentationshilfen für die schriftliche Bewerbung, vor allem aber für entsprechende Fragen im Vorstellungsgespräch finden Sie in den Übersichtskästen zu den einzelnen (vermeintlichen oder tatsächlichen) Defiziten.

Schlechte Schulnoten

Nur Berufsanfänger sollten zu schlechten Zeugnisnoten Stellung nehmen.

Schlechte Schulnoten spielen vor allem dann eine entscheidende Rolle, wenn Sie sich auf den ersten Arbeitsoder Ausbildungsplatz bewerben. Dann können Sie schon in der schriftlichen Bewerbung darauf eingehen. Das sollten Sie aber nur dann tun, wenn das Zeugnis durchweg schlecht ist.

Haben Sie dagegen nur in einigen Fächern schlechte Noten, brauchen Sie in der schriftlichen Bewerbung nichts zu erklären – zumindest dann nicht, wenn es bei der betreffenden Stelle nicht auf diese Fächer ankommt.

Gelassenheit zählt.

Im Vorstellungsgespräch kann es Ihnen allerdings passieren, dass Sie auf Ihre Schulnoten angesprochen werden. Hier zählt der gelassene Umgang mit diesem vermeintlichen Angriff. Lassen Sie sich bloß nicht ins Bockshorn jagen! Eine kurze Erklärung genügt, je selbstsicherer, desto besser – aber ohne jede Überheblichkeit. Die folgende Tabelle zeigt Ihnen, mit welchen Argumenten Sie schlechte Noten erklären und in welche Formulierungen Sie die Erklärung verpacken können:

Argumente, Beispiele und Musterformulierungen bei schlechten Schulnoten

Ihre Argumente

Beispiele, Musterformulierungen

mehr Interesse an praktischem Tun als an der Büffelei für die Schule

Lassen Sie sich nicht von meinen Schulzeugnissen abschrecken. In der Praxis bin ich wesentlich besser als in der Theorie.
Ich bin ein Praktiker. Dinge praktisch umzusetzen fällt mir leicht und macht mir Spaß.

andere Interessen

Ich bin von meinen Interessen und Fähigkeiten her eindeutig besser in Sprachen als in Mathematik und Naturwissenschaften. (oder umgekehrt)

Sie sind eigentlich gut im betreffenden Fach. Sie haben aber zu wenig gelernt oder sich zu wenig mündlich am Unterricht beteiligt.

Meine schlechte Physiknote im Abiturzeugnis? Darüber habe ich mich selbst geärgert. Ich habe einfach zu wenig gelernt.
Meine Klassenarbeiten im Fach Englisch waren gut. Meine mündliche Beteiligung war allerdings zu gering.
Ich bin ein eher zurückhaltender Mensch. Deshalb habe ich mich im Sprachunterricht mündlich eher still verhalten.

Spätzünder (als Argument vor allem bei reiferen Bewerbern möglich)

Als Schüler war ich – das gebe ich zu – nicht gerade der Fleißigste. Das entscheidende Interesse für … kam erst nach der Schule /
während der Ausbildung /
im Studium /
während meiner praktischen Tätigkeit im Beruf. Ich habe erst später, nach der Schule, Interesse für … entwickelt.

Schlechte Arbeitszeugnisse

Besser ein schlechtes Arbeitszeugnis als gar keines!

Schlechte Arbeitszeugnisse dürfen Sie auf keinen Fall einfach unterschlagen. Sie gehören – als Beleg für die Richtigkeit Ihrer Angaben im Lebenslauf – ebenso in eine Bewerbung wie gute. Ein schlechtes Arbeitszeugnis sollten Sie in der schriftlichen Bewerbung lieber nicht kommentieren. Warten Sie das Vorstellungsgespräch ab. Rechnen Sie damit, dass Sie danach gefragt werden.

Achtung: Nichts Schlechtes über frühere Arbeitgeber sagen!

Wer Negatives über den früheren Arbeitgeber sagt, hat keine Chance.

Auf keinen Fall sollten Sie sich dazu hinreißen lassen, sich schlecht oder abfällig über Ihren früheren Arbeitgeber zu äußern. Das wäre der sichere Weg zu einer Absage. Bleiben Sie sachlich. Suchen Sie die wahren Gründe sowohl bei Ihrem früheren Arbeitgeber als auch bei sich selbst. Selbst wenn sich Ihr früherer Arbeitgeber absolut unerträglich benommen hat – sagen Sie nichts darüber. Es würde ein schlechtes Licht auf Sie werfen. Der potenzielle neue Arbeitgeber müsste sich Sorgen machen, dass Sie später womöglich auch Nachteiliges über ihn sagen.

Argumente und Musterformulierungen bei schlechten Arbeitszeugnissen

Ihre Argumente

Musterformulierungen

Sie sind einfach nicht mit dem oder der Vorgesetzten zurechtgekommen.

Die Chemie hat nicht gestimmt. Das hat sicherlich an beiden Seiten gelegen. Da war es besser, einen Schlussstrich zu ziehen.

Der Einsatzbereich entsprach nicht Ihren Neigungen.

Mehr und mehr bin ich in einem Bereich eingesetzt worden, der meinen Neigungen nicht entspricht. Zwar habe ich das Gespräch mit meinem Vorgesetzten gesucht, aber es änderte sich nichts daran. Deshalb fällt auch die Leistungsbeurteilung nicht zu meinem Vorteil aus.

Arbeit ohne Rückmeldung

Ich kann nicht gut ohne Feedback arbeiten. Mit offener, konstruktiver Kritik kann ich umgehen. Von der Unzufriedenheit meines Vorgesetzten habe ich zu spät erfahren, als dass ich hätte gegensteuern können.

Mangelnde Erfahrung

Mangelnde Erfahrung lässt sich oft kompensieren.

Mangelnde Erfahrung kann ein Grund sein, auf eine Bewerbung zu verzichten. Denn in den meisten Fällen ist Erfahrung eine absolute Mussanforderung. Versetzen Sie sich in den Personalverantwortlichen und versuchen Sie ehrlich zu antworten, ob Sie sich die ausgeschriebene Stelle zutrauen. Nur wenn Sie das bejahen können, lohnt sich eine Bewerbung. Taktisch klug ist es, ohne Umschweife zuzugeben, dass Sie nicht über die geforderte Berufserfahrung verfügen. Betonen Sie aber nicht Ihren Mangel an Erfahrung, sondern Ihren Willen, ihn wettzumachen. Alternativ dazu bietet sich eine Initiativbewerbung in Anlehnung an die ausgeschriebene Stelle an. Sie können sich beispielsweise als Trainee bewerben, wenn eigentlich ein ausgebildeter Mitarbeiter gesucht wird. Oder als Junior-Produktmanager, wenn laut Stellenangebot ein Senior eingestellt werden soll. Ihre Argumente:

Argumente und Musterformulierungen für einen Mangel an Erfahrung

Ihre Argumente

Musterformulierungen

Sie können sich leicht einarbeiten, da Sie lernfähig sind oder schon Grundkenntnisse besitzen.

Über die geforderte Erfahrung von ein bis zwei Jahren verfüge ich nicht. Ich traue mir aber durchaus zu, mich in diesen Bereich sehr schnell einzuarbeiten.
Mit der XYZ-Software habe ich nicht viel praktische Erfahrung. Aber ich habe an mehreren Schulungen teilgenommen und denke, dass die Routine im täglichen Umgang mit diesem Programm sehr schnell einkehrt.

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