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Die vier Elemente

Die vier Elemente

 

 

Nur noch wenige Stunden, vielleicht auch Minuten. Jedenfalls ist es eine Qual für die werdende Mutter, die mit Leibeskräften damit beschäftigt ist, ihr Kind zur Welt zu bringen. Saphir hatte ihre letzten neun Monate damit verbracht, wie wohl dieser Tag, der nun da ist, sein würde. Jetzt fehlen nur noch ein paar Meter, und ihr Kind ist Realität. Ein Körper, so glitschig wie so manche unangenehme Sache, gleitet aus Saphirs Körper. Es ist ein Mädchen. Saphirs Schreie und Schmerzen begleiten sie in die Bewusstlosigkeit. Doch noch bevor sie ins Koma fällt, schreit sie aus Leibeskräften Element.

 

Diese Geburt hat Saphirs Leben gekostet. Sie ist gegangen, hat aber ein Leben gelassen. Niemand war bei diesem Ereignis dabei gewesen, bis auf  Mutter Natur und ihre tierischen Bewohner. Sie alle sind die einzigen Zeugen dieses Wunders, mögen sie wissen, was zu tun ist. Eine  Windböe fegt über die beiden Körper, während der eine schon aufgehört hat zu schreien, schreit die Kleine umso mehr. Wasser ist zu hören. Ein Donner ist zu hören. Ein Donner umfasst den Ort. Ein Blitz schlägt in der Nähe ein, und lässt ein kleines Waldgebiet brennen. Es wird durch einen darauffolgenden Schauer gelöscht.

 

Nach diesem plötzlichen Ereignis lässt die Natur alles mit leuchtenden  Augen strahlen. Das kleine Mädchen hat sich langsam in einen tiefen Schlaf begeben. Als es wieder die Augen öffnet, fühlt es sich wie neu aufgetankt. Sie nimmt ihre ganze Kraft, ob sie die hat oder nicht, und krabbelt drauf los. Ihre Augen nehmen die Umgebung  das erste Mal richtig war. Neben ihr liegt noch immer  der Leichnam ihrer Mutter. Er sieht aus als würde er nur schlafen, doch  dass dies nicht so ist, beweisen die vielen kleinen  Käfertiere, die sich über sie hermachen. Um sie herum  ist ein tropischer Wald, in der Nähe ist ein plätschernder Bach, ein Wasserfall ist zu hören. In der Luft fliegen viele kleine Insekten umher, welche  die Umgebung mit ihrem Charme zu faszinieren scheinen. Durch die Baumkronen hört man die großen  Bewohner der Lüfte. Das kleine Mädchen, das nichts mehr  von ihrer Mutter erleben konnte außer ihr zuzusehen wie sie zu Staub wird, hat sich doch eines von ihr gemerkt. Es waren die Worte Element.

 

Als ihr diese Gedanken durch den Kopf schwirren, packt sie eine Kraft. Und das gerademal  noch fast neu geborene Kind krabbelt vorwärts als würde es gleich, wie ihre Mutter, nicht mehr leben. Während sie sich auf dem Urwaldboden vorwärts bewegt, spürt sie eine Kraft in sich auflodern, so als könnte sie so stark sein, dass es schon wieder den Tod bedeuten könnte. Element nähert sich einem Bach. Etwas wackelig auf den Beinen probiert es ans kühle, frische Wasser zu kommen.

 

Als es ins Wasser schaut, sieht sie ihre Mutter im Wasser als stehe sie neben ihr. Das Spiegelbild ihrer Mutter spricht mit weisen Worten zu ihrer kleinen Tochter. Saphir erzählt ihr eine Geschichte, die besagt, dass die Natur durch die Zukunft gefährdet werden könnte, wenn es nicht genügend Lebewesen gibt, die dies zu vermeiden wissen. Es kann eine solche Zeit geben, doch damals als Saphir  noch dieser Aufgabe nachging, wusste sie nicht, dass es auch so schnell vorbei sein könnte. Sie berichtet, dass sie ihre Tochter als Geschenk von den Grundelementen Wasser, Feuer, Erde, Luft und die Kraft, die alle beisammen hält erhalten hat, damit es eine Sicherheit  dieses Beschützersystems  auch weiterhin gibt. Saphir spricht in Pausen weiter davon, dass sie ihre letzten Kräfte nur noch für Elements Sicherstellung verwenden durfte und alle diese Elemente  Wasser, Feuer, Erde, Luft und das Element, das alles zusammen hält, ist auf ihren, auf Elements Körper von der Erde übertragen worden. Sie weist darauf hin, diese Kräfte  weise einzusetzen. Denn werden sie einmal missbraucht, kann dieses zu einem Schaden führen, von dem niemand wüsste, ob er wieder behoben werden könnte.

 

Auf einmal fängt die Spiegelung an sich zu verzehren, doch noch bevor es unklar wird, erwähnt Saphir, dass sie sie unterstützen wird, wenn es sein muss. Dann kommen noch unklare Worte von ihr, doch da ist er wieder, der Bach wie er in aller Ruhe plätschert. Element, Element, Element. Dieses Wort findet das kleine Mädchen faszinierend. Auch von dem, was es gerade erlebt hat, ist es ganz geschafft. Es verdreht die Augen. Dieses Wort Element hat es nicht mehr aus dem Kopf bekommen. Es versteht nicht wirklich, was es gehört hat, oder wer das war im Wasser. Diese Person wusste sie war aber sehr wichtig für ihr Leben.

 

Jetzt hat sie auch den Mut, sich dem Wasser zu nähern. Sie trinkt die ersten Schlucke ihres Lebens. Eiskaltes Bachwasser. Gestärkt von ihren ersten Lebenserfahrungen schläft sie auf der Bachwiese ein. Als die Sonnenstrahlen auf ihr Gesicht fallen, wacht sie auf. Es ist ein schöner Frühlingsmorgen. Auf der anderen Seite des Baches sieht sie rote Erdbeeren. Die leuchtend rote Farbe lässt sie nicht mehr in Ruhe. Sie rappelt sich auf. Tap, Tap, Tap, macht sie sich wieder wie am Vortag auf den Weg zum Bach. Da sie aber auf die andere Seite muss um an die Erdbeeren zu kommen, bleibt sie noch vor dem Bach stehen. Ihr ganzer Mut und ihre ganze Kraft sammeln sich in ihr. Ihre Augen weiten sich. Ein Rucken, Zucken, und als hätte sie nie etwas anderes getan, springt sie wie ein Tiger in den Bach. Ein Platsch und Geblubber, doch als wären ihr Kiemen gewachsen schwimmt sie durch den Bach zur anderen Seite. Als sie wieder auf trockenem Boden ist, ist sie froh, sich jetzt die roten Erdbeeren ansehen zu können. Saftig stehen sie da. Sie streckt ihre Finger nach der Frucht aus. Das süße Fruchtfleisch ist der richtige Energieschub nach der Wasserfahrt.

 

Mit jeder Erfahrung hat sie das Gefühl gewachsen zu sein. Sie fühlt sich innerlich als auch äußerlich so. Ihr Gefühl sagt ihr, dass sie sich gut entwickelt, dafür, dass sie auf sich selbst angewiesen ist. Jetzt braucht sie aber mal wieder Schlaf. In ihrem Schlaf hört sie die Stimme, die ihr so vertraut ist. Lob bekommt sie, und Saphir erzählt, dass sie gehen musste, da sie wo anders jetzt mehr gebraucht wird. Dass sie immer bei ihr sein wird, selbst wenn sie es nicht bemerke. Nach der Erholung wacht sie mit einem komischen Gefühl auf. Als sie sich umschaut fällt ihr ein Bluthaselnussstrauch auf, der aussieht, als ob er gleich in seine Einzelteile zerfallen würde. Heute hat sie das Gefühl, als könnte sie auf zwei Beinen stehen. Ob es einem Wunder zu verdanken ist oder nicht, richtet sie sich  auf, und genauso schnell wie sie diese Tat vollbracht hat, ist sie zu dem Bluthaselnussstrauch gegangen.

 

Bei ihm angekommen setzt sie sich auf die Knie, schließt die Augen. Während sie diese geschlossen hat, stellt sie sich vor, wie dieser Bluthaselnussstrauch doch aussehen könnte. Dann öffnet sie die Augenlider wieder, das Bild aber noch vor Augen. Mit dem Bild im Kopf legt sie die Hände dort auf die Erde, wo sich Teile der Wurzeln befinden sollten. Ein leichter Ruck geht durch die Erde, und wie ein neues Leben sprießen neue Keime und Knospen an dem Bluthaselnussstrauch. Zufrieden wendet sie sich von dem Strauch ab und versucht zu verarbeiten, was sie gerade vollbracht hat. Sie hat eine Pflanze vor dem Austrocknen gerettet, hat einen Bach wie ein Fisch durchglitten. Sie hat Kontakt mit ihrer, wie sie jetzt verstanden hat, mit ihrer Mutter gehabt. Sie betrachtet sich in ihrer Statur und wird sich bewusst, dass sie wieder gewachsen ist.

 

Jetzt wo sie diese Erfahrung wieder gemacht hat, springt sie lachend während des Laufens über die Wiese. Doch was ist da? Ein Jammern. Was ist dies? Wie selbstverständlich geht sie langsam auf die Richtung zu, von wo sie meint, die Geräusche gehört zu haben. Sie läuft und geht und läuft, bleibt immer wieder stehen. Auch wenn sie meint nichts gehört zu haben, geht sie weiter, weil sie meint, doch etwas zu hören. Sie geht so, bis sie etwa mehrere Meter gegangen ist, was für sie ungewohnt war. Schließlich hatte sie gerade erst gehen gelernt. Nach mehreren Metern ist sie auf einer Bergweide angekommen. Dort sieht sie viele verschiedene Blumenarten, oder das, was sich daraus erahnen lässt. Es sollen Blumen werden, denn sie sind noch nicht aufgeblüht, obwohl die Maisonne schon angenehme Temperaturen gibt. Wieder dieses Geräusch.

 

Sie nähert sich hohen Felsen. Dort sieht sie es. Ein Kaninchen. Es hockt auf einem spitzen Felsenvorsprung, eine Pfote ist eingeklemmt zwischen Steinen. Es kommt nicht frei. Sie will dem Kaninchen helfen und überlegt, was zu tun ist. Der Vorsprung ist ziemlich steil oben, nicht erreichbar, wenn man keine Flügel hat. Das Stichwort. Fliegen. Sie schaut sich um, da sieht sie Schmetterlinge, wie sie mit ihren zarten Flügeln in die Lüfte schwingen und darauf warten, dass es Blütennektar gibt. Genau die gleichen Bewegungen macht sie den Schmetterlingen nach, und was passiert. Sie hebt Zentimeter für Zentimeter vom Boden ab. Nachdem sie das Fliegen für sich entdeckt hat, und ein paar Kreise gezogen hat fällt ihr das Kaninchen wieder ein, und saus und braus begibt sie sich in seine Richtung. Bei ihm angekommen, hebt sie die Steine auf seiner Pfote zur Seite. Das Kaninchen macht große Augen. Sein Herz schlägt auf Höchsttouren. Sie nimmt es vorsichtig in die Arme und hebt, wie sie es gelernt hat, vom Boden ab und wieder hinunter zur Bergwiese. Dort angekommen setzt sie das Kaninchen wieder ab. Dieses hoppelt daraufhin wieder herum ins dichte Feld  hinein. Glücklich dem Kaninchen geholfen zu haben, geht sie in leicht  tänzelnden und springenden Bewegungen über die Wiese.

 

Sie macht sich noch mal  Gedanken darüber, was wohl passiert wäre, wenn sie nicht da gewesen wäre um dieses Tier zu erlösen. Mit gutem Gefühl geht sie durch die Natur. Am Horizont ist schon der Sonnenuntergang zu sehen. Mit seinem roten Licht färbt er die Welt in ein sattes Rosa. Es ist zwar etwas mild, doch merkt man jetzt schon, wie die Frische ins Land zieht. Vielleicht sind deswegen noch nicht die Blumen und Pflanzen aufgegangen. Es ist noch keine konstante Temperatur für die Lebewesen vorhanden. Ihr wird jetzt aber doch auch allmählich kalt. Wie gerne sie jetzt eine warme Sache hätte zum warm halten. Sie ist auch schon ziemlich müde, merkt sie in dem Moment, wo sie ihren Körper nach allen Seiten ausstreckt und herzhaft gähnt.

 

Während sie sich wie ein Tier reckt und dehnt, hat sie ihre Augen geschlossen. Ihr kommt ein Bild von Feuer in den Sinn. Nun hat sie ihre Augen wieder aufgeschlagen. So ein Feuer meint sie jetzt zu benötigen. Mit ihren Händen macht sie eine Bewegung wie, als wolle sie eine Kugel formen. Während dieser Bewegung lodert rötliches Licht in ihren Handflächen. Langsam wendet sie die Hände so, als wolle man ihr etwas in die Handflächen legen, z.B. Wasser. Wie ein Kelch sehen ihre Hände zusammen aus. Das Licht ist immer noch vorhanden. Nun pustet sie in die Handflächen, mit einem langen Atemzug. Durch das Pusten in die Fläche wird das Licht wie Puzzleteile nach vorne befördert. Vor ihr auf einer nicht bewachsenen Stelle der Wiese, wo auch nur Steine und Schutt liegen, platziert sich dieser Lichterprozess. Es entsteht ein Feuer. Es lodert in seinen prachtvollen Farben. Die Sonne ist mittlerweile untergegangen und lässt das Feuer strahlen. Bewundernd schaut sie in die Glut des Feuers. Im Feuer erscheint wieder ihre Mutter. Sie lobt sie für ihr Können und nun weist sie sie auch in diese Ereignisse und Erfahrungen, die ihre Tochter kennen gelernt hat, ein. Es ist so, dass sie eine Art Göttin der Fauna und der Flora ist. Sie ist dafür zuständig, dass alles in der Natur seinen natürlichen Kreis hat. Mit den Kräften, die sie fast alle kennen gelernt hat, hat sie dafür zu sorgen, dass die Natur zur richtigen Zeit sich zu entfalten hat. Dann erwähnt sie ihrer Tochter gegenüber, dass sie, wenn sie nicht Tochter genannt werden möchte, Element heißt. Dies ist ihr Name, und es gibt jetzt nur noch das fünfte Element, was sie noch nicht entdeckt hat, und dieses kann sie verwenden, um alle Elemente gleichzeitig anwenden zu können. Nun hat sie alles, was für die Ereignisse wichtig war,  erklärt bekommen. Mit dem Erklären war Saphir fertig. Es hatte den Effekt, dass sie mit dem Feuer erlosch.

 

Da es mittlerweile tiefste Nacht war und die Sterne ganz groß am Himmel leuchteten, legte sich Element nun auf die Wiese. Doch sie merkte, dass dieser Platz ihr zu kalt war und so ging sie noch ein Stück, bis sie an ein Wäldchen kam. Dort legte sie sich unter eine Buche ins weiche Moos und schloss die Augen. Es war ihre erste Nacht in der sie merkte, was ihr für eine Verantwortung übertragen wurde. Beim nächsten Erwachen wusste Element sofort, was sie mit ihrer Gabe, das alles was sie gelernt hat gleichzeitig anzuwenden, anfangen wird. Diese Bergwiese, auf der die Blumen und Pflanzen überhaupt noch nicht aufgeblüht waren, obwohl es schon Zeit dafür sein sollte.

 

Sie atmet einmal  tief ein und aus, dann nimmt sie Anlauf, wird schneller und schneller. So schnell bis sie sich in die Luft begeben hat. In kurzer Zeit erreicht sie die Wiese. Sie begibt sich nun wieder Richtung Erde, doch landet sie nicht. Sie ist in Liegeposition  über dem Boden, könnte den Boden berühren. Genau dies tut sie. Sie gleitet über den Boden, die Hände berühren den Boden, und so saust sie über die Erde. Während sie den Boden berührt, kommt ein grüner Strahl aus ihren Händen, der alles, was damit in Kontakt kommt umfasst. Alles wird wie ausgewechselt. Die Blumen blühen, alles was grau aussah, blüht nun voll Wonne. Sie freut sich als sie sieht, was ihr Einsatz bewirken kann.

 

Nun hat Element auch das letzte Element kennen gelernt. Sie fühlt sich in ihrer Stärke wohl und möchte alles Leben, was existiert, mit ihrer Fähigkeit bereichern. Als sie die ganze Wiese zum Strahlen gebracht hat, ist ein Tag schon wieder vorübergegangen. Mit etwas Wasser aus dem Bach und ein paar Kräutern brüht sie sich ein warmes Süppchen. Als sie diese mit Genuss verzehrt hat, begibt sie sich wieder in Richtung Wald. Im Wald entdeckt sie eine kleine Höhle im Fels. In diese legte sie sich hinein und fiel in einen tiefen, tiefen und festen Schlaf.

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