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Die neue HOAI 2013

Vorwort

Fast genau vier Jahre sind seit Inkrafttreten der HOAI 2009 vergangen. Auch damals lagen die Beschlüsse und das Inkrafttreten kurz vor Ende einer Legislaturperiode des Bundestags. Von Anfang an, eigentlich schon vor dem Inkrafttreten, gab es viel Kritik und Verbesserungswünsche. Die HOAI 2009 brach in vielerlei Hinsicht mit den Vorgängervorschriften, die Möglichkeit der Baukostenvereinbarung und die nur noch unverbindliche Regelung der Beratungsleistungen seien hier beispielhaft genannt.

Mit der HOAI 2013 hat der Gesetzgeber viele Regelungen angepasst und verbessert, die am stärksten spürbare Änderung dürften die teils massive Erhöhung der Honorarhöhe und die Modernisierung der Leistungsbilder sein. Die Begründung der HOAI beschreibt sehr bildhaft, dass die Verordnung in den Leistungsbildern vom Zeitalter der Rechenschieber ausgehend an die heutige Arbeitsweise angepasst wurde. Auch die geänderten technischen Anforderungen und die Erwartungshaltung der Auftraggeber wurden berücksichtigt.

Der Charakter der HOAI als preisrechtliche Vorschrift wurde durch viele einzelne Änderungen betont und verstärkt. Für die Praxis sicherlich wichtig ist, dass als Zahlungsvoraussetzung die Abnahme genannt wird, was nach dem BGB für Werkleistungen immer schon galt. Bei den von der HOAI erfassten Leistungen ist die Abnahme bisher nicht regelmäßig durchgeführt worden – nach Erfahrung der Verfasser sogar regelmäßig nicht.

Die HOAI hat damit einen wichtigen Schritt in die Richtung einer modernen Vorschrift gemacht. Politisch umstritten ist nach wie vor die nur unverbindliche Regelung der Beratungsleistungen. Es bleibt abzuwarten, ob und wie die HOAI in der nächsten Legislaturperiode weiterentwickelt wird.

Für Fragen und Verbesserungsvorschläge zu diesem Buch stehen wir gerne zur Verfügung. Sie können uns direkt erreichen unter:

korbion@rakorbion.de
ra@vonwietersheim.net

Düsseldorf/Berlin im August 2013

Claus-Jürgen KorbionDr. Mark von Wietersheim

1   Die neue HOAI im Überblick

Mit der HOAI 2009 hatte der Verordnungsgeber gegenüber der früheren Grundlage für die Abrechnung von Architekten- und Ingenieurleistungen erhebliche Änderungen vorgenommen. Die wichtigsten Änderungen in der HOAI 2009 waren

  • Deregulierung der Beratungsleistungen: Die HOAI 2009 beschränkte sich darauf, für die darin angesprochenen Planungsleistungen preisrechtliche Vorgaben zu machen. Beratungsleistungen wurden nur noch in einer unverbindlichen Anlage behandelt, sodass es weder eine rechtlich verbindliche Art der Honorarberechnung noch Mindest- oder Höchstsätze gab.

  • Abkopplung der Honorare von der tatsächlichen Bausumme: Mit der Einführung des sogenannten Baukostenberechnungsmodells wollte der Verordnungsgeber erreichen, dass eine Erhöhung der Baukosten nicht automatisch zu einem höheren Honorar führt.

  • Honorarerhöhung: Erstmals seit 1996 wurden mit der HOAI 2009 die Tafelsätze um 10 % erhöht.

  • Entfall vieler vertragsrechtlicher Vorschriften: Die HOAI sollte auf ihre ursprüngliche Funktion als rein preisrechtliche Vorschrift zurückgeführt werden. Regelungen für die Abwicklung des geschlossenen Vertrags wurden daher soweit als möglich gestrichen.

Insbesondere die Herausnahme der Beratungsleistungen und ihre nur noch rechtlich unverbindliche Regelung wurden von Anfang an kritisiert. Der Bundesrat hat bereits 2009 seine Zustimmung zur HOAI damit verknüpft, die Bundesregierung zu einer Überprüfung der Änderungen aufzufordern und ein Jahr nach Inkrafttreten der HOAI 2009 über mögliche weitere Anpassungen der Verordnung zu berichten.

1.1   Entstehung der HOAI 2013

Angesichts dieser weit verbreiteten und intensiven Kritik an der HOAI 2009 haben die beteiligten Bundesministerien, das Bundesbau- und das Bundeswirtschaftsministerium, sehr bald nach Inkrafttreten der HOAI 2009 angefangen, sie zu überarbeiten. Auf der Grundlage einer ausführlichen Begutachtung wurde ein Referentenentwurf fertiggestellt. Diesem Entwurf haben am 24.4.2013 die Bundesregierung und am 7.6.2013 der Bundesrat zugestimmt. Am 16.7.2013 wurde die HOAI 2013 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht, sie trat am 17.7.2013 in Kraft.

Der Bundesrat hat seinen Beschluss zur HOAI 2013 – wie schon bei der HOAI 2009 – mit einer Entschließung verbunden. Darin kritisiert er unter anderem, dass nach wie vor die Honorare für Beratungsleistungen nicht rechtlich verbindlich geregelt sind, und verlangt eine Überprüfung und Berichterstattung seitens der Bundesregierung. Er äußert zudem Kritik an dem Ablauf der Novellierung. Insgesamt ist dem Beschluss (und den vorherigen Beratungen in den Ausschüssen) anzumerken, dass er nur sehr widerstrebend gefasst wurde und wohl im Vergleich zu einer Ablehnung (mit der Folge einer Verzögerung vermutlich weit in die nächste Legislaturperiode hinein) lediglich als das geringere Übel angesehen wurde. Daher ist davon auszugehen, dass die Novellierung der HOAI auf der politischen Tagesordnung bleibt.

1.2   Überblick über die Neuerungen

Die HOAI 2013 ist, anders als die HOAI 2009, in großen Teilen eine Fortschreibung ihrer Vorgängerregelung. Sie enthält viele und teils wichtige Änderungen, sie wurde aber nicht umfassend umgestaltet. In diesem Buch findet sich eine Synopse, in der die Vorschriften der HOAI 2013 und der HOAI 2009 vergleichend nebeneinander gestellt werden. Im Folgenden wird kurz auf die wichtigsten Änderungen eingegangen.

1.2.1   „Grundleistungen” statt „Leistungen”

Die neue HOAI verwendet den Begriff „Grundleistungen” sehr intensiv, nicht nur in der Definition des Anwendungsbereichs der HOAI insgesamt (§ 1 HOAI), sondern auch an vielen anderen Stellen im Text und in den Überschriften. So heißt es in § 3 Abs. 1 HOAI, dass die „Honorare für Grundleistungen der Flächen-, Objekt- und Feinplanung” in den Teilen 2 bis 4 der HOAI geregelt sind, während § 3 Abs. 1 HOAI 2009 noch von „Leistungen” sprach. Mit dieser mehr als rein sprachlichen Umstellung wird die begrenzte Aufgabe der HOAI sehr deutlich betont und dem Nutzer gewissermaßen eingehämmert.

1.2.2   Baufachliche Überarbeitung der Leistungsbilder

Die baufachliche Anpassung der Leistungsbilder ist einer der Schwerpunkte der HOAI-Neufassung. Sie berücksichtigt zum einen den Stand der Bearbeitungstechnik. Sehr plastisch steht in der Begründung, dass die HOAI 1976 „Zeichnungen am Reißbrett, Berechnungen mit Rechenschiebern, Leistungsbeschreibungen per Schreibmaschine sowie Kommunikation mittels Brief und Telefon” vorsah und dementsprechend die Leistungen beschrieb. Der Einsatz von PC und vielfältiger Programme, Kommunikation per E-Mail und elektronisch unterstützte Abläufe mussten also berücksichtigt werden.

Zum anderen haben die Planungsaufgaben selbst sich geändert. Aspekte der Nachhaltigkeit (insbesondere der Energieeffizienz) und des Klima- und Umweltschutzes sind für praktisch alle Bauaufgaben wichtig geworden. Die Begründung spricht aber auch an, dass die Ansprüche der Auftraggeber an Kosten- und Terminsicherheit gestiegen sind und dass deutlich höhere Haftungsrisiken bestehen. Dementsprechend wurden beispielsweise mehr Anforderungen an die Aufstellung von Terminplänen gestellt und als Leistung das vom Planer bepreiste Leistungsverzeichnis eingeführt.

1.2.3   Aktualisierung und Erhöhung der Honorarsätze

2009 wurden alle Honorarsätze pauschal um 10 % erhöht, diesmal sind die Honorarsätze sehr differenziert gutachterlich betrachtet und in unterschiedlicher Weise erhöht worden. Die amtliche Begründung geht von einer Erhöhung von im Mittel 17 % aus und verweist als Sonderfall auf das (allerdings nur rechtlich unverbindlich geregelte) Leistungsbild Wärmeschutz und Energiebilanzierung; hier liegt die Erhöhung mit 99,81 % bis 203,03 % weit über dem Durchschnitt.

Abhängig vom Projektportfolio ermittelt die Begründung insgesamt Mehrkosten von 3,39 % für Kommunen, 2,23 % für die Bundesländer und 0,95 % für den Bund. Für private Auftraggeber wird von einer solchen Prognose abgesehen, da deren Projektportfolio nicht statistisch erfasst ist.

Der Ausschuss der Verbände und Kammern der Ingenieure und Architekten für die Honorarordnung e. V. (AHO) geht in einer veröffentlichten Stellungnahme davon aus, dass der Anteil der wirtschaftlichen Anpassung etwa bei 60 % liegt, während 40 % auf Leistungsanpassungen beruhen.

1.2.4   Umbauten und mitzuverarbeitende Bausubstanz

Das Bauen im Bestand gewinnt immer mehr Bedeutung. Daher ist es wichtig, dass mit der HOAI 2013 die Vorschriften für das Einbeziehen vorhandener Bausubstanz geändert wurden. Im Kern erinnern die neu gefassten Regelungen der § 2 Abs. 7 und § 4 Abs. 3 HOAI an die Version von 1996. Wie in § 10 Abs. 3a HOAI 1996 kommt es bei der Berücksichtigung der vorhandenen Bausubstanz darauf an, ob diese technisch oder gestalterisch mitverarbeitet wird. Dies ist auch in der Definition der „mitzuverarbeitenden Bausubstanz” in § 2 Abs. 7 HOAI 2013 so angesprochen. § 4 Abs. 3 HOAI sieht vor, dass Umfang und Wert der mitzuverarbeitenden Bausubstanz objektbezogen zu ermitteln und schriftlich zu vereinbaren sind. Dabei muss diese Festlegung zwingend schriftlich erfolgen.

Kommt es auf diese Weise zu einer weitergehenden Berücksichtigung vorhandener Bausubstanz und wegen der Erhöhung der anrechenbaren Kosten tendenziell zu einer Erhöhung der Honorare, wirkt § 2 Abs. 5 HOAI in genau entgegengesetzter Weise. Die Definition, wann Umbauten im Sinne der HOAI vorliegen, wurde verschärft. Nunmehr verlangt § 2 Abs. 5 HOAI, dass es sich um Umgestaltungen mit „wesentlichen Eingriffen in Konstruktion oder Bestand” handelt. Auch dies entspricht der grundlegenden Festlegung der HOAI 1996.

In der Zusammenschau der beiden Punkte wird daher erwartet, dass für den Bereich Bauen im Bestand die Regelungen für die Auftraggeber letztendlich kostenneutral wirken.

1.2.5   Berechnung des Honorars bei Leistungsänderungen

Wohl die wichtigsten inhaltlichen Änderungen finden sich bei den Voraussetzungen und den Folgen einer Leistungsänderung. So verlangt § 10 Abs. 1 HOAI 2013 jetzt, dass sich Auftraggeber und Auftragnehmer über eine Änderung des Leistungsumfangs einigen müssen – in § 7 Abs. 5 HOAI 2009 schien eine Änderung „auf Veranlassung des Auftraggebers” möglich und ausreichend, also letztlich die einseitige Anordnung des Auftraggebers. Dies wäre eine Abweichung vom BGB und dem dort herrschenden Grundsatz gewesen, dass Verträge nur einvernehmlich geändert werden können. Daher ist die Änderung bzw. Klarstellung der HOAI konsequent, auch wenn sie bei strenger Auslegung und Anwendung erhebliche Auswirkungen auf die bisher oft laxe Praxis haben wird. Dies wird aber vielleicht dazu führen, dass weniger Streitigkeiten wegen geänderter bzw. zusätzlicher Leistungen entstehen.

Tipp

Änderungen des Leistungsumfangs müssen einvernehmlich und schriftlich festgelegt werden. Damit legen Sie für sich und Ihren Vertragspartner die Änderungen bei Leistung und Honorar transparent und rechtssicher fest.

1.2.6   Zahlung nur nach Abnahme

Auf den ersten Blick sehr unspektakulär und nahezu unbemerkt wurde bei den Voraussetzungen für eine Zahlung die Abnahme eingefügt (§ 15 Abs. 1 HOAI). Die Begründung weist darauf hin, dass dies eine Anpassung an die gesetzlichen Regelungen im BGB-Werkvertragsrecht ist. Das mag zwar richtig sein, wird in der Praxis aber zu Überraschungen führen, wenn ein Auftraggeber die Vorschrift einmal ganz genau liest und eine Zahlung wegen fehlender Abnahme verweigert.

Eine förmliche Abnahme von Planungsleistungen hat in der Praxis kaum einmal stattgefunden. Ging es um die Verjährung von Mängelansprüchen, führte dies immer wieder zu erheblichen Problemen bei der Frage, wann eigentlich die Verjährungsfrist begonnen hatte. Anzumerken ist zudem, dass bei vielen Leistungen eine Abnahme nur schwierig durchzuführen ist. Und: Wurde auch die Leistungsphase 9 beauftragt, ist eine Abnahme erst nach deren Erbringung möglich, außer es wurden Teilabnahmen vereinbart.

Auch wenn § 15 Abs. 2 HOAI deutlich macht, dass Abschlagszahlungen vereinbart oder für nachgewiesene Grundleistungen gefordert werden können, wird diese Änderung spürbare Auswirkungen auf die Gestaltung von Verträgen und auf die Durchführung der Leistungen haben.

1.2.7   Zunehmende Bedeutung der Schriftform

Die Anforderungen an eine Honorarvereinbarung waren schon immer hoch: Neben dem richtigen Zeitpunkt war auch die Schriftform einzuhalten. Für die gesetzliche Schriftform im Sinne des § 126 BGB reicht nicht der Austausch von Angebot und Annahme, sondern es ist die Unterschrift auf gleichlautenden Verträgen nötig. Wird diese Form nicht eingehalten, erhält der Auftragnehmer nur die Mindestsätze.

Die Einhaltung dieser relativ strengen Form wird in der HOAI jetzt an vielen Stellen gefordert, vor allem hier:

  • Unverändert in § 7 Abs. 5 HOAI für die anfängliche Beauftragung mit einem Honorar oberhalb der Mindestsätze

  • Nach § 4 Abs. 3 HOAI für die gemeinsame Festlegung der mitzuverarbeitenden Bausubstanz hinsichtlich Wert und Umfang

  • Zur Übertragung von einzelnen Leistungsphasen oder einzelnen Grundleistungen (§ 8 HOAI); hier legen Text und Begründung sogar nahe, dass die Beauftragung selber schriftlich erfolgen muss, nicht nur die Honorarfestlegung

  • Nach § 9 HOAI für die Vereinbarung der höheren Honorare bei der Beauftragung von Einzelleistungen

  • Gemäß § 10 Abs. 2 HOAI für Änderungen

  • Nach § 12 Abs. 2 HOAI für die Honorarerhöhung bei Objektüberwachung oder Bauoberleitung bei Instandsetzung und Instandhaltungen.

1.2.8   Flächenplanungen

Für die Erstellung der Flächenplanungen wurden die Honorarvorschriften vereinheitlicht.

1.2.9   Weggefallene Vorschriften

Beim Übergang von der HOAI 1996 zur HOAI 2009 sind einige wichtige Vorschriften weggefallen. Demgegenüber weist die HOAI 2013 im Vergleich zur HOAI 2009 nur wenige Streichungen auf. Zu nennen ist etwa die Definition der Gebäude in § 2 Nr. 2 HOAI 2009, die ersatzlos entfallen ist. Bei den meisten anderen Vorschriften wurden die Regelungen geändert.

Hinweis

Zur Sprachregelung in diesem Buch: Die HOAI ist seit der Fassung 2009 streng nach den Regeln des sogenannten Gender Mainstreaming formuliert, spricht also etwa von „Architekten und Architektinnen” sowie „Ingenieuren und Ingenieurinnen (Auftragnehmern und Auftragnehmerinnen)” (vgl. § 1 HOAI). Das vorliegende Buch folgt dem üblichen Sprachgebrauch und spricht der besseren Lesbarkeit halber meist von Architekten und/oder Ingenieuren, womit stets Architekten und Architektinnen sowie Ingenieure und Ingenieurinnen gemeint sind. Der Begriff des Auftragnehmers wird für Auftragnehmer und Auftragnehmerinnen verwendet.

1.3   Honorarermittlung nach der HOAI 2013

Die HOAI hält bei der Honorarermittlung an der Systematik der HOAI 2009 fest. Die Art und Weise der Honorarermittlung ist in § 6 Abs. 1 und 2 HOAI beschrieben. Danach sind für die Honorarberechnung folgende Faktoren maßgeblich, sofern keine Honorarvereinbarung vorliegt:

  • Anrechenbare Kosten

  • Honorarzone

  • Honorartafel

  • Erbrachte Leistungen

  • Bei Umbauten und Modernisierung der Umbau- oder Modernisierungszuschlag

Für Besondere Leistungen enthält die HOAI keine preisrechtlichen Vorschriften! Für diese kann das Honorar frei vereinbart werden. Die Abrechnung von Nebenkosten ist in § 14 HOAI geregelt. In § 15 HOAI sind die Anforderungen an prüfbare Rechnungen (Abschlags- und Schlussrechnungen) zu finden.

1.4   Anwendbarkeit der HOAI 2013

Grundsätzlich gilt für einen Vertrag über Architekten- und Ingenieurleistungen immer die HOAI, die zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses gültig war. Dieser Grundsatz ist auch in § 57 HOAI ausgedrückt.

Bei der stufenweisen Beauftragung bzw. dem Beauftragen von vertraglich vorgesehenen Optionen ist auf ein älteres Urteil des OLG Düsseldorf (vom 21.5.1996, 12 U 116/95) und ein neueres Urteil des LG Koblenz (vom 28.2.2013, 4 O 103/12, noch nicht rechtskräftig) hinzuweisen. Bei einer solchen Übertragung von Leistungen soll es immer auf die HOAI ankommen, die zum Zeitpunkt der weiteren Beauftragung gilt. Wird also z. B. nach dem 17.7.2013 die in einem davor geschlossenen Vertrag vorgesehene Option beauftragt, käme nach dieser Rechtsprechung die HOAI 2013 zu Anwendung. Weil die HOAI eine zwingende gesetzliche Regelung ist, dürfte eine vertragliche Abweichung unwirksam sein.

2   Teil 1 der HOAI 2013: Allgemeine Vorschriften

2.1   Anwendungsbereich

„§ 1 Anwendungsbereich

Diese Verordnung regelt die Berechnung der Entgelte für die Grundleistungen der Architekten und Architektinnen und der Ingenieure und Ingenieurinnen (Auftragnehmer oder Auftragnehmerinnen) mit Sitz im Inland, soweit die Grundleistungen durch diese Verordnung erfasst und vom Inland aus erbracht werden.“

§ 1 der HOAI beschreibt und legt fest, was die HOAI eigentlich regelt. Zentral ist dabei die Formulierung, dass es in der HOAI um die „Berechnung der Entgelte” für die Grundleistungen der Architekten und Ingenieure geht. Die HOAI regelt also nur die Art und Weise der Berechnung eines geschuldeten Entgelts.

Ob also überhaupt ein Architektenvertrag abgeschlossen wurde und ob eine vergütungspflichtige Leistung vorliegt (und keine kostenlose Akquisitionsleistung) ist in der HOAI nicht geregelt. Und noch wichtiger: Welche Leistungen ein beauftragter Architekt oder Ingenieur ausführen muss, ist allein dem Vertrag zu entnehmen, nicht aber der HOAI. Auch wenn wohl praktisch alle Verträge auf die Leistungsphasen der HOAI verweisen, gilt allein die Leistungsbeschreibung im Vertrag. Es muss daher im Einzelfall im Vertrag festgelegt werden, welche Grundleistungen und welche besonderen Leistungen der jeweilige Auftragnehmer erbringen muss.

§ 1 HOAI ist fast unverändert geblieben. Die Synopse im hinteren Teil dieses Buchs zeigt aber, dass die Formulierung noch deutlicher geworden ist: In der alten Fassung regelte die HOAI die Berechnung der Entgelte für die „Leistungen” der Architekten und Ingenieure, nach dem neuen Wortlaut geht es jetzt nur noch um das Entgelt für die „Grundleistungen”.

Wie bereits die HOAI 2009 gilt auch die HOAI 2013 ausschließlich für Auftragnehmer mit Sitz im Inland. Die vor der HOAI 2009 geltende Regelung musste auch von Auftragnehmern mit Sitz im Ausland angewendet werden und es gab viele Stimmen, die dies für problematisch hielten. Man befürchtete einen Widerspruch zum Europarecht. Die HOAI entspricht in der jetzigen Fassung nach Auffassung des Verordnungsgebers sicher der Vorgabe in Artikel 16 der Dienstleistungsrichtlinie vom 12.12.2006 (Richtlinie 2006/123/EG).

Wann ein Sitz in Deutschland vorliegt – und daher der Auftragnehmer die HOAI anwenden muss – hängt nicht von formalen Voraussetzungen ab. Es kommt also nicht darauf an, ob der Auftragnehmer formal eine Niederlassung gründet, sich anmeldet oder eine deutsche Steuernummer hat. Maßgeblich für die Anwendbarkeit der HOAI ist allein, dass der Auftragnehmer faktisch in Deutschland tätig wird. Diese Tätigkeit muss auf unbegrenzte Zeit ausgerichtet sein und von einer festen Einrichtung aus durchgeführt werden.

Beispiel: Anwendbarkeit der HOAI

Um die Voraussetzungen zu erfüllen, würde es reichen, wenn der Auftragnehmer einen Büroraum anmietet und dort Akten etc. deponiert und im Übrigen mehrere Projekte betreut.

Damit führen die meisten Aktivitäten von Architekten und Ingenieuren in Deutschland dazu, dass auch für ihr Büro ein Sitz im Sinne der HOAI vorliegt und Auftragnehmer genauso wie Auftraggeber die HOAI anwenden müssen.

Nur wenn ausnahmsweise der Auftragnehmer absehbar und eindeutig zeitlich begrenzt in Deutschland tätig ist und auch nicht über eine feste Einrichtung verfügt, kommt es nicht zur Anwendung der HOAI.

Beispiel für die Nichtanwendung der HOAI

Zu denken ist dabei z. B. an ein Ingenieurbüro, das ein einziges grenznahes Projekt betreut und dies von seinen Büroräumen im angrenzenden Nachbarland aus macht. Auch wenn dieses Ingenieurbüro sein einziges Projekt von einem vom Auftraggeber gestellten Baustellencontainer aus betreut, dürfte der Anwendungsbereich nicht eröffnet sein.

Tipp

Ob ein Sitz in Deutschland und damit die Anwendbarkeit der HOAI gegeben ist, hängt allein davon ob, ob der Auftragnehmer faktisch auf unbegrenzte Zeit in Deutschland tätig ist. Eine nur einmalige und rein projektbezogene Tätigkeit reicht nicht aus.

In der Praxis besonders problematisch ist immer wieder die Abgrenzung von honorarpflichtigen Leistungen und für den Auftraggeber honorarfreien Akquisitionsleistungen. Dafür gibt es keine zwingenden und in allen Fällen deutlichen Abgrenzungskriterien, zumal es bei der heutigen Marktsituation nicht ungewöhnlich ist, dass ein Architekt unentgeltlich erhebliche Vorarbeiten erbringt. Es kommt jeweils auf den Einzelfall an, wobei jedoch der Architekt die Erteilung eines (honorarpflichtigen) Auftrags und dessen Umfang beweisen muss, wenn er seine Vergütung geltend machen will. Es ist daher im Interesse des Architekten, frühzeitig die verbindliche Auftragserteilung und den Umfang des Auftrags beweissicher festzuhalten. Hat der Architekt Umstände vorgetragen und bewiesen, nach denen eine Leistungserbringung nur gegen Vergütung zu erwarten ist (z. B. bei einer Verwertung der Leistung durch den Auftraggeber), muss der Auftraggeber beweisen, dass der Architekt seine Leistungen dennoch unentgeltlich erbringen wollte.

Tipp

Die Grenze zur entgeltlichen Tätigkeit ist meist (spätestens) dann überschritten, wenn der Auftraggeber den Architekten auffordert, in die konkrete Planung überzugehen. Um Unklarheiten und Enttäuschungen auf beiden Seiten vorzubeugen, sollte der Auftragnehmer auf den Beginn einer Vergütungspflicht hinweisen.

2.2   Begriffsbestimmungen

„§ 2 Begriffsbestimmungen

(1) Objekte sind Gebäude, Innenräume, Freianlagen, Ingenieurbauwerke, Verkehrsanlagen. Objekte sind auch Tragwerke und Anlagen der Technischen Ausrüstung.

(2) Neubauten und Neuanlagen sind Objekte, die neu errichtet oder neu hergestellt werden.

(3) Wiederaufbauten sind Objekte, bei denen die zerstörten Teile auf noch vorhandenen Bau- oder Anlagenteilen wiederhergestellt werden. Wiederaufbauten gelten als Neubauten, sofern eine neue Planung erforderlich ist.

(4) Erweiterungsbauten sind Ergänzungen eines vorhandenen Objekts.

(5) Umbauten sind Umgestaltungen eines vorhandenen Objekts mit wesentlichen Eingriffen in Konstruktion oder Bestand.

(6) Modernisierungen sind bauliche Maßnahmen zur nachhaltigen Erhöhung des Gebrauchswertes eines Objekts, soweit diese Maßnahmen nicht unter Absatz 4, 5 oder 8 fallen.

(7) Mitzuverarbeitende Bausubstanz ist der Teil des zu planenden Objekts, der bereits durch Bauleistungen hergestellt ist und durch Planungs- oder Überwachungsleistungen technisch oder gestalterisch mitverarbeitet wird.

(8) Instandsetzungen sind Maßnahmen zur Wiederherstellung des zum bestimmungsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustandes (Soll-Zustandes) eines Objekts, soweit diese Maßnahmen nicht unter Absatz 3 fallen.

(9) Instandhaltungen sind Maßnahmen zur Erhaltung des Soll-Zustandes eines Objekts.

(10) Kostenschätzung ist die überschlägige Ermittlung der Kosten auf der Grundlage der Vorplanung. Die Kostenschätzung ist die vorläufige Grundlage für Finanzierungsüberlegungen. Der Kostenschätzung liegen zugrunde:

  1. Vorplanungsergebnisse,

  2. Mengenschätzungen,

  3. erläuternde Angaben zu den planerischen Zusammenhängen, Vorgängen sowie Bedingungen und

  4. Angaben zum Baugrundstück und zu dessen Erschließung.

Wird die Kostenschätzung nach § 4 Absatz 1 Satz 3 auf der Grundlage der DIN 276 in der Fassung vom Dezember 2008 (DIN 276-1: 2008-12) erstellt, müssen die Gesamtkosten nach Kostengruppen mindestens bis zur ersten Ebene der Kostengliederung ermittelt werden.

(11) Kostenberechnung ist die Ermittlung der Kosten auf der Grundlage der Entwurfsplanung. Der Kostenberechnung liegen zugrunde:

  1. durchgearbeitete Entwurfszeichnungen oder Detailzeichnungen wiederkehrender Raumgruppen,

  2. Mengenberechnungen und

  3. für die Berechnung und Beurteilung der Kosten relevante Erläuterungen.

Wird die Kostenberechnung nach § 4 Absatz 1 Satz 3 auf der Grundlage der DIN 276 erstellt, müssen die Gesamtkosten nach Kostengruppen mindestens bis zur zweiten Ebene der Kostengliederung ermittelt werden.“

In § 2 HOAI sind auch in der Neufassung die für die Anwendung der HOAI wichtigsten Definitionen zusammengefasst. Neben einigen inhaltlichen Änderungen wurde auch eine formale Umstellung vorgenommen: Anstelle der Gliederung in Nummern sind die Definitionen in eigenen Absätzen zu finden. So steht die Definition der Objekte, die bisher in § 2 Nr. 1 HOAI 2009 zu finden war, jetzt in § 2 Abs. 1 HOAI 2013.

2.2.1   Definition des Gebäudes entfällt

In § 2 Nr. 2 HOAI 2009 fand sich bisher die Definition, was ein Gebäude im Sinne der HOAI ist. Diese Definition ist ersatzlos entfallen, was zum Teil bereits bedauert wird. Nach der Begründung sollte Klarheit geschaffen werden, wann ein Gebäude und wann z. B. ein Ingenieurbauwerk vorliegt. Die Abgrenzung soll so erfolgen, dass gewissermaßen für den Regelfall angenommen wird, dass ein Bauwerk ein Gebäude ist, und dass nachzuweisen ist, wenn dies nicht der Fall sein muss. Bei einer solchen Prüfung kann in der Tat auf eine positive Definition des Begriffs „Gebäude” verzichtet werden. Jedes Bauwerk, das nicht unter eine andere Definition fällt, ist automatisch als Gebäude anzusehen.

2.2.2   Umbauten müssen „wesentlich” sein

Die HOAI erlaubt bei Umbauten und Modernisierungen, einen Zuschlag zu vereinbaren. Dieser ist dann auch bei der Prüfung, ob das Honorar zwischen den Mindest- und den Höchstsätzen liegt, zu berücksichtigen. Daher kommt es immer wieder entscheidend darauf an, ob eine Umbaumaßnahme im Sinne der HOAI vorliegt oder nur ein Neu- oder Erweiterungsbau.

Dieser Begriff der „Umbauten” findet sich in § 2 Abs. 5 HOAI und wurde gegenüber der Fassung des § 2 Nr. 6 HOAI 2009 erheblich verschärft. Nach der neuen Definition liegen nur dann Umbauten im Sinne der HOAI vor, wenn wesentliche Eingriffe in die Konstruktion oder den Bestand erfolgen. Damit entspricht die Regelung wortwörtlich der früheren Vorschrift des § 3 Nr. 5 HOAI 1996. Kommt es nur zu unwesentlichen Eingriffen (etwa bei Anschluss eines Erweiterungsbaus), so kann der Umbauzuschlag nicht verlangt werden.

Beispiel

Wesentlich sind z. B. Eingriffe in tragende Teile der Konstruktion wie das Verstärken von Decken oder Durchbrüchen sowie das Versetzen von Treppen. Unwesentlich sind hingegen ein Neuverputzen oder das Einziehen einzelner nicht tragender Zwischenwände oder das Verschließen eines Durchbruchs.

Diese Änderung ist in Zusammenhang mit der neu oder wieder eingeführten Berücksichtigung der mitzuverarbeitenden Bausubstanz in § 4 Abs. 3 HOAI zu sehen. Durch die engere Definition der Umbauten soll der damit verbundenen tendenziell honorarerhöhenden Wirkung begegnet werden.

2.2.3   Mitzuverarbeitende Bausubstanz

Eine neue Definition der mitzuverarbeitenden Bausubstanz findet sich in § 2 Abs. 7 HOAI. Dieser Begriff wird in § 4 Abs. 3 HOAI verwendet, wenn es um die Festlegung der anrechenbaren Kosten geht. Umfang und Wert der mitzuverarbeitenden Bausubstanz sind zu ermitteln und können zu einer Erhöhung der anrechenbaren Kosten führen. Daher ist die mitzuverarbeitende Bausubstanz abzugrenzen von der unbearbeiteten Substanz. Eine unbearbeitete Substanz kann z. B. dadurch gekennzeichnet sein, dass es sich nicht um Baustoffe oder Ähnliches handelt. Die Begründung nennt hierfür bei Freianlagen die vorhandene Vegetation. Wird sie nicht in die Bausubstanz eingebunden, muss sie außer Betracht bleiben.

Ausdrücklich wird in der Begründung zur HOAI darauf hingewiesen, dass unbearbeitete Substanz auch dann vorliegen kann, wenn vorhandene Bausubstanz nicht planerisch oder konstruktiv bearbeitet wird. Als Beispiel wird die Erneuerung einer Deckschicht des Fahrbahnoberbaus genannt, die Binder- und Tragschichten stellen bei diesen Arbeiten keine mitzuverarbeitende Bausubstanz dar. Dies wird jedenfalls dann richtig sein, wenn die aufzubringende Deckschicht geplant und ausgeführt werden kann, ohne die Tragfähigkeit der anderen Schichten rechnerisch zu überprüfen.

Beispiele
  • Mitzuverarbeitende Bausubstanz ist beim Ausbau des vorher ungenutzten Dachstuhls mit neuen statischen Anforderungen der gesamte vorhandene Dachstuhl einschließlich des Treppenaufgangs.

  • Zur unbearbeiteten Bausubstanz zählen bei einer Modernisierungsmaßnahme alle Innenwände, bei denen nur optisch wirksame Leistungen durchgeführt werden, also z. B. Malen oder Innenputz ausbessern.

  • Ebenso gilt als unbearbeitete Bausubstanz bei Ausführung eines selbstständigen Erweiterungsbaus das vorhandene Gebäude, sofern nicht z. B. Durchbrüche vorgenommen werden; im zweiten Fall gehören die betroffenen Wände zur mitzuverarbeitenden Bausubstanz.

2.2.4   Innenausbauten

Der Begriff der „raumbildenden Ausbauten” war in § 2 Nr. 8 HOAI 2009 definiert und fand sich auch in § 33 HOAI 2009 „Leistungsbild Gebäude und raumbildende Ausbauten”. Die neue HOAI verwendet diesen Begriff nun nicht mehr, sondern spricht nur von „Innenräumen”, wobei hierfür keine eigene Definition vorgesehen ist. Gemeint ist weiterhin wie in § 2 Nr. 8 HOAI 2009 die innere Gestaltung oder Erstellung von Innenräumen ohne wesentliche Eingriffe in Bestand oder Konstruktion. Inhaltlich bedeutet diese Streichung daher keine Änderung.

2.2.5   Allgemein anerkannte Regeln der Technik

Die bisher in § 3 Nr. 12 HOAI 2009 enthaltene Definition der „fachlich allgemein anerkannten Regeln der Technik” ist entfallen. Die HOAI spricht in § 4 Abs. 1 HOAI nunmehr von den „allgemein anerkannten Regeln der Technik”, ein z. B. auch in der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen Teil B (VOB/B) in § 13 Abs. 1 verwendeter Begriff. Allgemein anerkannte Regeln sind nach einer gängigen Definition das, was auf wissenschaftlicher Grundlage oder fachlicher Erkenntnis beruht, also theoretisch richtig ist, sowie sich in der Praxis bewährt und allgemein durchgesetzt hat, also in einschlägigen Fachkreisen zumindest mehrheitlich anerkannt wird. Zu den anerkannten Regeln der Technik können auch Normen, Merkblätter, sonstige technische Regelwerke oder Rechts- oder Verwaltungsvorschriften zählen, nicht aber etwa technisch überholte DIN-Normen etc.

2.2.6   Kostenschätzung

Die Definition der Kostenschätzung in § 2 Abs. 10 HOAI ist nahezu unverändert geblieben, aber eben nur nahezu. Neu ist die Forderung, dass die Kosten bei einer Kostenschätzung nach § 4 Abs. 1 Satz 3 HOAI auf der Grundlage der DIN 276 „mindestens” bis zur ersten Ebene der Kostengliederung zu ermitteln sind. Insbesondere beim Leistungsbild Technische Ausrüstung sind die Gesamtkosten, worauf die Begründung zur HOAI ausdrücklich hinweist, im Rahmen der Kostenschätzung sogar bis zur zweiten Ebene zu ermitteln. Bisher beschränkten sich die Forderungen des § 2 Nr. 13 HOAI 2009 darauf, dass „die Gesamtkosten nach Kostengruppen bis zur ersten Ebene” zu ermitteln sind.

2.2.7   Kostenberechnung

Bei der Definition der Kostenberechnung in § 2 Abs. 11 HOAI wurde eine ähnliche Änderung wie bei § 2 Abs. 10 HOAI vorgenommen. Bei der Regelung der Kostenberechnung ist die Forderung neu, dass bei einer Kostenberechnung nach § 4 Abs. 1 Satz 3 HOAI auf Grundlage der DIN 276 die Kosten „mindestens” bis zur zweiten Ebene der Kostengliederung zu ermitteln sind. Die Begründung zur HOAI weist darauf hin, dass insbesondere beim Leistungsbild Technische Ausrüstung die Gesamtkosten im Rahmen der Kostenschätzung sogar bis zur dritten Ebene zu ermitteln sind.

2.3   Leistungen und Leistungsbilder

„§ 3 Leistungen und Leistungsbilder

(1) Die Honorare für Grundleistungen der Flächen-, Objekt- und Fachplanung sind in den Teilen 2 bis 4 dieser Verordnung verbindlich geregelt. Die Honorare für Beratungsleistungen der Anlage 1 sind nicht verbindlich geregelt.

(2) Grundleistungen, die zur ordnungsgemäßen Erfüllung eines Auftrags im Allgemeinen erforderlich sind, sind in Leistungsbildern erfasst. Die Leistungsbilder gliedern sich in Leistungsphasen gemäß den Regelungen in den Teilen 2 bis 4.

(3) Die Aufzählung der Besonderen Leistungen in dieser Verordnung und in den Leistungsbildern ihrer Anlagen ist nicht abschließend. Die Besonderen Leistungen können auch für Leistungsbilder und Leistungsphasen, denen sie nicht zugeordnet sind, vereinbart werden, soweit sie dort keine Grundleistungen darstellen. Die Honorare für Besondere Leistungen können frei vereinbart werden.

(4) Die Wirtschaftlichkeit der Leistung ist stets zu beachten.“

2.3.1   Grundlegende Regelungen für die Anwendung der HOAI

§ 3 HOAI beschreibt in seinen ersten drei Absätzen, für welche Leistungen die HOAI zwingend preisliche Festlegungen vorsieht und für welche nicht. Es handelt sich also um Kernvorschriften für das Verständnis der Vorgehensweise der HOAI und ihr Anwendung. In § 3 Abs. 4 HOAI findet sich mit dem Gebot der Wirtschaftlichkeit eine zentrale Leistungspflicht des Auftragnehmers.

2.3.2   Honorarfestlegung nur Flächen-, Objekt- und Fachplanung

Die HOAI legt nur für einige Leistungsbereiche die Honorare fest, bei anderen enthält sie Empfehlungen und andere regelt sie überhaupt nicht. Diese Unterscheidung ist in § 3 Abs. 1 HOAI ausformuliert. Danach sind die Honorare für Grundleistungen der Flächen-, Objekt- und Fachplanung in der HOAI verbindlich geregelt. Ausdrücklich folgt der Hinweis, dass die Honorare für die in Anlage 1 beschriebenen Beratungsleistungen nicht verbindlich geregelt sind.

2.3.3   Grundleistungen

Nach der grundsätzlichen Idee der HOAI sind in den Leistungsbildern diejenigen Grundleistungen erfasst, die im Allgemeinen zur ordnungsgemäßen Erfüllung eines Auftrags erforderlich sind. Dies und die Aufteilung in Leistungsphasen wird in § 3 Abs. 2 HOAI dargestellt.

2.3.4   Besondere Leistungen

Auf Besondere Leistungen geht § 3 Abs. 3 HOAI näher ein. Die vielleicht wichtigste Regelung findet sich dabei als letzter Satz: Die Honorare für Besondere Leistungen können frei vereinbart werden. Ohne eindeutige und vor allem eindeutig nachweisbare Vereinbarung ist jedoch eine Durchsetzung von Honoraransprüchen äußerst schwierig, die letzte Rückfallposition ist das „ortsübliche” Honorar nach § 632 Abs. 2 BGB, das jedoch nur schwer und im Zweifel durch aufwendige Gutachten ermittelt werden kann.

Tipp

Zur Vereinbarung eines Honorars für Besondere Leistungen enthält die HOAI keinerlei Vorgaben. Die Beauftragung und die Honorarvereinbarung können daher z. B. auch mündlich erfolgen. Aus Nachweisgründen sollten Auftragnehmer jedoch auf einer schriftlichen Vereinbarung bestehen. Für den Auftraggeber ist die dadurch geschaffene Kostensicherheit erstrebenswert.

Die ersten beiden Sätze des § 3 Abs. 3 HOAI stellen vor allem klar, dass die Aufzählung der Besonderen Leistung und ihre Zuordnung zu bestimmten Leistungsphasen nicht abschließend und unverbindlich ist.

2.3.5   Wirtschaftlichkeit der Leistung

Dem Verordnungsgeber lag die Wirtschaftlichkeit der Leistung besonders am Herzen. Daher finden sich an vielen Stellen Stellschrauben, um diesen Aspekt feststellen und sichern zu können, etwa in Form von Kostenschätzung, Kostenberechnung und vom Planer bepreisten Leistungsverzeichnis. Die Terminpläne dienen ebenfalls einer wirtschaftlichen Ausführung. Darüber hinaus hat der Verordnungsgeber diese zentrale Verpflichtung noch einmal ausdrücklich formuliert und in § 3 Abs. 4 HOAI an hervorgehobene Stelle gestellt. Auch die Begründung weist darauf hin, dass die Wirtschaftlichkeit der Leistung ein wesentlicher Grundsatz der honorarrechtlich relevanten Leistungspflichten des Auftragnehmers ist und für alle Leistungsbilder der HOAI in gleicher Weise gilt. Daher wurde der etwas versteckte Standort in § 3 Abs. 6 Satz 2 HOAI 2009 aufgegeben und ein eigener Absatz geschaffen.

Tipp

Auftragnehmer sollten die Forderung nach Wirtschaftlichkeit ihrer Leistung ernst nehmen. Es geht dabei nicht nur um weiche Folgen wie Kundenzufriedenheit, sondern auch um harte Themen wie Haftung für Kostenüberschreitung. Die zentrale Rolle der Planer bei der Einhaltung von Kosten und Terminen ist nicht nur bei Großprojekten bekannt, dementsprechend stehen die Auftragnehmer unter Beobachtung.

Die Wirtschaftlichkeit der Leistung wird in vielen Verträgen näher festgelegt. Die Vereinbarungen von Kostenobergrenzen, festen Ausführungszeiträumen sowie Bonus-Malus-Regelungen im Sinne des § 7 HOAI sind regelmäßiger Bestandteil von Verträgen geworden.

2.4   Beratungsleistungen

„Anlage 1: Beratungsleistungen

1.1 Umweltverträglichkeitsstudie

1.1.1 Leistungsbild Umweltverträglichkeitsstudie

(1) Die Grundleistungen bei Umweltverträglichkeitsstudien können in vier Leistungsphasen unterteilt und wie folgt in Prozentsätzen der Honorare in Nummer 1.1.2 bewertet werden. Die Bewertung der Leistungsphasen der Honorare erfolgt

  1. für die Leistungsphase 1 (Klären der Aufgabenstellung und Ermitteln des Leistungsumfangs) mit 3 Prozent,

  2. für die Leistungsphase 2 (Grundlagenermittlung) mit 37 Prozent,

  3. für die Leistungsphase 3 (Vorläufige Fassung) mit 50 Prozent,

  4. für die Leistungsphase 4 (Abgestimmte Fassung) mit 10 Prozent.

(2) Das Leistungsbild kann sich wie folgt zusammensetzen:

Leistungsphase 1: Klären der Aufgabenstellung und Ermitteln des Leistungsumfangs

  • Zusammenstellen und Prüfen der vom Auftraggeber zur Verfügung gestellten untersuchungsrelevanten Unterlagen,

  • Ortsbesichtigungen,

  • Abgrenzen der Untersuchungsräume,

  • Ermitteln der Untersuchungsinhalte,

  • Konkretisieren weiteren Bedarfs an Daten und Unterlagen,

  • Beraten zum Leistungsumfang für ergänzende Untersuchungen und Fachleistungen,

  • Aufstellen eines verbindlichen Arbeitsplans unter Berücksichtigung der sonstigen Fachbeiträge.

Leistungsphase 2: Grundlagenermittlung

  • Ermitteln und Beschreiben der untersuchungsrelevanten Sachverhalte auf Grund vorhandener Unterlagen,

  • Beschreiben der Umwelt einschließlich des rechtlichen Schutzstatus, der fachplanerischen Vorgaben und Ziele sowie der für die Bewertung relevanten Funktionselemente für jedes Schutzgut einschließlich der Wechselwirkungen,

  • Beschreiben der vorhandenen Beeinträchtigungen der Umwelt,

  • Bewerten der Funktionselemente und der Leistungsfähigkeit der einzelnen Schutzgüter hinsichtlich ihrer Bedeutung und Empfindlichkeit,

  • Raumwiderstandsanalyse, soweit nach Art des Vorhabens erforderlich, einschließlich des Ermittelns konfliktarmer Bereiche,

  • Darstellen von Entwicklungstendenzen des Untersuchungsraums für den Prognose-Null-Fall,

  • Überprüfen der Abgrenzung des Untersuchungsraums und der Untersuchungsinhalte,

  • Zusammenfassendes Darstellen der Erfassung und Bewertung als Grundlage für die Erörterung mit dem Auftraggeber.

Leistungsphase 3: Vorläufige Fassung

  • Ermitteln und Beschreiben der Umweltauswirkungen und Erstellen der vorläufigen Fassung,

  • Mitwirken bei der Entwicklung und der Auswahl vertieft zu untersuchender planerischer Lösungen,

  • Mitwirken bei der Optimierung von bis zu drei planerischen Lösungen (Hauptvarianten) zur Vermeidung von Beeinträchtigungen,

  • Ermitteln, Beschreiben und Bewerten der unmittelbaren und mittelbaren Auswirkungen von bis zu drei planerischen Lösungen (Hauptvarianten) auf die Schutzgüter im Sinne des Gesetzes über die Umweltverträglichkeitsprüfung vom 24. Februar 2010 (BGBl. I S. 94) einschließlich der Wechselwirkungen,

  • Einarbeiten der Ergebnisse vorhandener Untersuchungen zum Gebiets- und Artenschutz sowie zum Boden- und Wasserschutz,

  • Vergleichendes Darstellen und Bewerten der Auswirkungen von bis zu drei planerischen Lösungen,

  • Zusammenfassendes vergleichendes Bewerten des Projekts mit dem Prognose-Null-Fall,

  • Erstellen von Hinweisen auf Maßnahmen zur Vermeidung und Verminderung von Beeinträchtigungen sowie zur Ausgleichbarkeit der unvermeidbaren Beeinträchtigungen,

  • Erstellen von Hinweisen auf Schwierigkeiten bei der Zusammenstellung der Angaben,

  • Zusammenführen und Darstellen der Ergebnisse als vorläufige Fassung in Text und Karten einschließlich des Herausarbeitens der grundsätzlichen Lösung der wesentlichen Teile der Aufgabe,

  • Abstimmen der Vorläufigen Fassung mit dem Auftraggeber.

Leistungsphase 4: Abgestimmte Fassung

Darstellen der mit dem Auftraggeber abgestimmten Fassung der Umweltverträglichkeitsstudie in Text und Karte einschließlich einer Zusammenfassung.

(3) Im Leistungsbild Umweltverträglichkeitsstudie können insbesondere die Besonderen Leistungen der Anlage 9 Anwendung finden.

1.1.2 Honorare für Grundleistungen bei Umweltverträglichkeitsstudien

(1) Die Mindest- und Höchstsätze der Honorare für die in Nummer 1.1.1 aufgeführten Grundleistungen bei Umweltverträglichkeitsstudien können anhand der folgenden Honorartafel bestimmt werden:

Anrechenbare Kosten in EuroHonorarzone I
geringe
Anforderungen
Honorarzone II
durchschnittliche Anforderungen
Honorarzone III
hohe
Anforderungen
vonbis
Euro
vonbis
Euro
vonbis
Euro
5010 17612 86212 86215 40615 40618 091
10014 97218 92318 92322 66622 66626 617
15018 94223 94023 94028 67628 67633 674
20022 45428 38028 38033 99433 99439 919
30028 64436 20336 20343 36443 36450 923
40034 11743 12043 12051 64951 64960 653
50039 11049 43149 43159 20959 20969 530
75050 21163 46163 46176 01476 01489 264
1 00060 00475 83875 83890 83990 839106 674
1 50077 18297 55097 550116 846116 846137 213
2 00092 278116 629116 629139 698139 698164 049
2 500105 963133 925133 925160 416160 416188 378
3 000118 598149 895149 895179 544179 544210 841
4 000141 533178 883178 883214 266214 266251 615
5 000162 148204 937204 937245 474245 474288 263
6 000182 186230 263230 263275 810275 810323 887
7 000201 072254 133254 133304 401304 401357 461
8 000218 466276 117276 117330 734330 734388 384
9 000234 394296 247296 247354 846354 846416 700
10 000249 492315 330315 330377 704377 704443 542

(2) Das Honorar für die Erstellung von Umweltverträglichkeitsstudien kann nach der Gesamtfläche des Untersuchungsraums in Hektar und nach der Honorarzone berechnet werden.

(3) Umweltverträglichkeitsstudien können folgenden Honorarzonen zugeordnet werden:

  1. Honorarzone I (geringe Anforderungen),

  2. Honorarzone II (durchschnittliche Anforderungen),

  3. Honorarzone III (hohe Anforderungen).

(4) Die Zuordnung zu den Honorarzonen kann anhand folgender Bewertungsmerkmale für zu erwartende nachteilige Auswirkungen auf die Umwelt ermittelt werden:

  1. Bedeutung des Untersuchungsraums für die Schutzgüter im Sinne des Gesetzes über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG),

  2. Ausstattung des Untersuchungsraums mit Schutzgebieten,

  3. Landschaftsbild und -struktur,

  4. Nutzungsansprüche,

  5. Empfindlichkeit des Untersuchungsraums gegenüber Umweltbelastungen und -beeinträchtigungen,

  6. Intensität und Komplexität potenzieller nachteiliger Wirkfaktoren auf die Umwelt.

(5) Sind für eine Umweltverträglichkeitsstudie Bewertungsmerkmale aus mehreren Honorarzonen anwendbar und bestehen deswegen Zweifel, welcher Honorarzone die Umweltverträglichkeitsstudie zugeordnet werden kann, kann die Anzahl der Bewertungspunkte nach Absatz 4 ermittelt werden; die Umweltverträglichkeitsstudie kann nach der Summe der Bewertungspunkte folgenden Honorarzonen zugeordnet werden:

  1. Honorarzone I: Umweltverträglichkeitsstudien mit bis zu 16 Punkten,

  2. Honorarzone II: Umweltverträglichkeitsstudien mit 17 bis 30 Punkten,

  3. Honorarzone III: Umweltverträglichkeitsstudien mit 31 bis 42 Punkten.

(6) Bei der Zuordnung einer Umweltverträglichkeitsstudie zu den Honorarzonen können nach dem Schwierigkeitsgrad der Anforderungen die Bewertungsmerkmale wie folgt gewichtet werden:

  1. die Bewertungsmerkmale gemäß Absatz 4 Nummer 1 bis 4 mit je bis zu 6 Punkten und

  2. die Bewertungsmerkmale gemäß Absatz 4 Nummer 5 und 6 mit je bis zu 9 Punkten.

(7) Wird die Größe des Untersuchungsraums während der Leistungserbringung geändert, so kann das Honorar für die Leistungsphasen, die bis zur Änderung noch nicht erbracht sind, nach der geänderten Größe des Untersuchungsraums berechnet werden.

1.2 Bauphysik

1.2.1 Anwendungsbereich

(1) Zu den Grundleistungen für Bauphysik können gehören:

  • Wärmeschutz und Energiebilanzierung,

  • Bauakustik (Schallschutz),

  • Raumakustik.

(2) Wärmeschutz und Energiebilanzierung kann den Wärmeschutz von Gebäuden und Ingenieurbauwerken und die fachübergreifende Energiebilanzierung umfassen.

(3) Die Bauakustik kann den Schallschutz von Objekten zur Erreichung eines regelgerechten Luft- und Trittschallschutzes und zur Begrenzung der von außen einwirkenden Geräusche sowie der Geräusche von Anlagen der Technischen Ausrüstung umfassen. Dazu kann auch der Schutz der Umgebung vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Lärm (Schallimmissionsschutz) gehören.

(4) Die Raumakustik kann die Beratung zu Räumen mit besonderen raumakustischen Anforderungen umfassen.

(5) Die Besonderen Grundlagen der Honorare werden gesondert in den Teilgebieten Wärmeschutz und Energiebilanzierung, Bauakustik, Raumakustik aufgeführt.

1.2.2 Leistungsbild Bauphysik

(1) Die Grundleistungen für Bauphysik können in sieben Leistungsphasen unterteilt und wie folgt in Prozentsätzen der Honorare in Nummer 1.2.3 bewertet werden:

  1. für die Leistungsphase 1 (Grundlagenermittlung) mit 3 Prozent,

  2. für die Leistungsphase 2 (Mitwirken bei der Vorplanung) mit 20 Prozent,

  3. für die Leistungsphase 3 (Mitwirken bei der Entwurfsplanung) mit 40 Prozent,

  4. für die Leistungsphase 4 (Mitwirken bei der Genehmigungsplanung) mit 6 Prozent,

  5. für die Leistungsphase 5 (Mitwirken bei der Ausführungsplanung) mit 27 Prozent,

  6. für die Leistungsphase 6 (Mitwirken bei der Vorbereitung der Vergabe) mit 2 Prozent,

  7. für die Leistungsphase 7 (Mitwirken bei der Vergabe) mit 2 Prozent.

(2) Das Leistungsbild kann sich wie folgt zusammensetzen:

GrundleistungenBesondere Leistungen
LPH 1 Grundlagenermittlung
  1. Klären der Aufgabenstellung
  2. Festlegen der Grundlagen, Vorgaben und Ziele
  • Mitwirken bei der Ausarbeitung von Auslobungen und bei Vorprüfungen für Wettbewerbe
  • Bestandsaufnahme bestehender Gebäude, Ermitteln und Bewerten von Kennwerten
  • Schadensanalyse bestehender Gebäude
  • Mitwirken bei Vorgaben für Zertifizierungen
LPH 2 Mitwirkung bei der Vorplanung
  1. Analyse der Grundlagen
  2. Klären der wesentlichen Zusammenhänge von Gebäuden und technischen Anlagen einschließlich Betrachtung von Alternativen
  3. Vordimensionieren der relevanten Bauteile des Gebäudes
  4. Mitwirken beim Abstimmen der fachspezifischen Planungskonzepte der Objektplanung und der Fachplanungen
  5. Erstellen eines Gesamtkonzeptes in Abstimmung mit der Objektplanung und den Fachplanungen
  6. Erstellen von Rechenmodellen, Auflisten der wesentlichen Kennwerte als Arbeitsgrundlage für Objektplanung und Fachplanungen
  • Mitwirken beim Klären von Vorgaben für Fördermaßnahmen und bei deren Umsetzung
  • Mitwirken an Projekt-, Käufer- oder Mieterbaubeschreibungen
  • Erstellen eines fachübergreifenden Bauteilkatalogs
LPH 3 Mitwirkung bei der Entwurfsplanung
  1. Fortschreiben der Rechenmodelle und der wesentlichen Kennwerte für das Gebäude
  2. Mitwirken beim Fortschreiben der Planungskonzepte der Objektplanung und Fachplanung bis zum vollständigen Entwurf
  3. Bemessen der Bauteile des Gebäudes
  4. Erarbeiten von Übersichtsplänen und des Erläuterungsberichtes mit Vorgaben, Grundlagen und Auslegungsdaten
  • Simulationen zur Prognose des Verhaltens von Bauteilen, Räumen, Gebäuden und Freiräumen
LPH 4 Mitwirkung bei der Genehmigungsplanung
  1. Mitwirken beim Aufstellen der Genehmigungsplanung und bei Vorgesprächen mit Behörden
  2. Aufstellen der förmlichen Nachweise
  3. Vervollständigen und Anpassen der Unterlagen
  • Mitwirken bei Vorkontrollen in Zertifizierungsprozessen
  • Mitwirken beim Einholen von Zustimmungen im Einzelfall
LPH 5 Mitwirkung bei der Ausführungsplanung
  1. Durcharbeiten der Ergebnisse der Leistungsphasen 3 und 4 unter Beachtung der durch die Objektplanung integrierten Fachplanungen
  2. Mitwirken bei der Ausführungsplanung durch ergänzende Angaben für die Objektplanung und Fachplanungen
  • Mitwirken beim Prüfen und Anerkennen der Montage- und Werkstattplanung der ausführenden Unternehmen auf Übereinstimmung mit der Ausführungsplanung
LPH 6 Mitwirkung bei der Vorbereitung der Vergabe
Beiträge zu Ausschreibungsunterlagen
LPH 7 Mitwirkung bei der Vergabe
Mitwirken beim Prüfen und Bewerten der Angebote auf Erfüllung der Anforderungen
  • Prüfen von Nebenangeboten
LPH 8 Objektüberwachung und Dokumentation
  • Mitwirken bei der Baustellenkontrolle
  • Messtechnisches Überprüfen der Qualität der Bauausführung und von Bauteil- oder Raumeigenschaften
LPH 9 Objektbetreuung
  • Mitwirken bei Audits in Zertifizierungsprozessen

1.2.3 Honorare für Grundleistungen für Wärmeschutz und Energiebilanzierung

(1) Das Honorar für die Grundleistungen nach Nummer 1.2.2 Absatz 2 kann sich nach den anrechenbaren Kosten des Gebäudes gemäß § 33 nach der Honorarzone nach § 35, der das Gebäude zuzuordnen ist, und nach der Honorartafel in Absatz 2 richten.

(2) Die Mindest- und Höchstsätze der Honorare für die in Nummer 1.2.2 Absatz 2 aufgeführten Grundleistungen für Wärmeschutz und Energiebilanzierung können anhand der folgenden Honorartafel bestimmt werden:

Anrechenbare Kosten in EuroHonorarzone I
sehr geringe Anforderungen
Honorarzone II
geringe
Anforderungen
Honorarzone III
durchschnittliche Anforderungen
Honorarzone IV
hohe
Anforderungen
Honorarzone V
sehr hohe
Anforderungen
vonbis
Euro
vonbis
Euro
vonbis
Euro
vonbis
Euro
vonbis
Euro
250 0001 7572 0232 0232 3952 3952 9282 9283 3003 3003 566
275 0001 7892 0612 0612 4402 4402 9822 9823 3623 3623 633
300 0001 8212 0972 0972 4842 4843 0363 0363 4223 4223 698
350 0001 8832 1682 1682 5672 5673 1383 1383 5373 5373 822
400 0001 9412 2352 2352 6472 6473 2353 2353 6463 6463 941
500 0002 0492 3592 3592 7932 7933 4143 4143 8493 8494 159
600 0002 1462 4712 4712 9262 9263 5763 5764 0314 0314 356
750 0002 2732 6172 6173 0993 0993 7883 7884 2704 2704 614
1 000 0002 4402 8092 8093 3273 3274 0664 0664 5834 5834 953
1 250 0002 7483 1643 1643 7473 7474 5794 5795 1625 1625 579
1 500 0003 0503 5123 5124 1594 1595 0835 0835 7305 7306 192
2 000 0003 6394 1904 1904 9624 9626 0656 0656 8376 8377 388
2 500 0004 2134 8514 8515 7455 7457 0227 0227 9167 9168 554
3 500 0005 3296 1366 1367 2667 2668 8818 88110 01210 01210 819
5 000 0006 9447 9967 9969 4699 46911 57311 57313 04613 04614 098
7 500 0009 53210 97710 97712 99912 99915 88715 88717 90917 90919 354
10 000 00012 03313 85613 85616 40816 40820 05520 05522 60722 60724 430
15 000 00016 85619 41019 41022 98622 98628 09428 09431 67031 67034 224
20 000 00021 51624 77624 77629 33929 33935 85935 85940 42340 42343 683
25 000 00026 05630 00430 00435 53135 53143 42743 42748 95448 95452 902

(3) Für Umbauten und Modernisierungen kann bei einem durchschnittlichen Schwierigkeitsgrad ein Zuschlag bis 33 Prozent auf das Honorar schriftlich vereinbart werden.

1.2.4 Honorare für Grundleistungen der Bauakustik

(1) Die Kosten für Baukonstruktionen und Anlagen der Technischen Ausrüstung können zu den anrechenbaren Kosten gehören. Der Umfang der mitzuverarbeitenden Bausubstanz kann angemessen berücksichtigt werden.

(2) Die Vertragsparteien können vereinbaren, dass die Kosten für besondere Bauausführungen ganz oder teilweise zu den anrechenbaren Kosten gehören, wenn hierdurch dem Auftragnehmer ein erhöhter Arbeitsaufwand entsteht.

(3) Die Mindest- und Höchstsätze der Honorare für die in Nummer 1.2.2 Absatz 2 aufgeführten Grundleistungen der Bauakustik können anhand der folgenden Honorartafel bestimmt werden:

Anrechenbare Kosten in EuroHonorarzone I
geringe
Anforderungen
Honorarzone II
durchschnittliche
Anforderungen
Honorarzone III
hohe
Anforderungen
vonbis
Euro
vonbis
Euro
vonbis
Euro
250 0001 7291 9851 9852 2842 2842 625
275 0001 8402 1132 1132 4312 4312 794
300 0001 9482 2372 2372 5742 5742 959
350 0002 1562 4752 4752 8472 8473 273
400 0002 3532 7012 7013 1083 1083 573
500 0002 7243 1273 1273 5983 5984 136
600 0003 0693 5243 5244 0554 0554 661
750 0003 5534 0804 0804 6944 6945 396
1 000 0004 2914 9274 9275 6695 6696 516
1 250 0004 9685 7045 7046 5636 5637 544
1 500 0005 5996 4296 4297 3977 3978 503
2 000 0006 7637 7657 7658 9348 93410 270
2 500 0007 8308 9908 99010 34310 34311 890
3 500 0009 76611 21311 21312 90112 90114 830
5 000 00012 34514 17414 17416 30716 30718 746
7 500 00016 11418 50218 50221 28721 28724 470
10 000 00019 47022 35422 35425 71925 71929 565
15 000 00025 42229 18829 18833 58233 58238 604
20 000 00030 72235 27335 27340 58340 58346 652
25 000 00035 58540 85740 85747 00847 00854 037

(4) Für Umbauten und Modernisierungen kann bei einem durchschnittlichen Schwierigkeitsgrad ein Zuschlag bis 33 Prozent auf das Honorar schriftlich vereinbart werden.

(5) Die Leistungen der Bauakustik können den Honorarzonen anhand folgender Bewertungsmerkmale zugeordnet werden:

  1. Art der Nutzung,

  2. Anforderungen des Immissionsschutzes,

  3. Anforderungen des Emissionsschutzes,

  4. Art der Hüllkonstruktion, Anzahl der Konstruktionstypen,

  5. Art und Intensität der Außenlärmbelastung,

  6. Art und Umfang der Technischen Ausrüstung.

(6) § 52 Absatz 3 kann sinngemäß angewendet werden.

(7) Objektliste für die Bauakustik

Die nachstehend aufgeführten Innenräume können in der Regel den Honorarzonen wie folgt zugeordnet werden:

Objektliste – BauakustikHonorarzone
IIIIII
Wohnhäuser, Heime, Schulen, Verwaltungsgebäude oder Banken mit jeweils durchschnittlicher Technischer Ausrüstung oder entsprechendem Ausbaux
Heime, Schulen, Verwaltungsgebäude mit jeweils überdurchschnittlicher Technischer Ausrüstung oder entsprechendem Ausbaux
Wohnhäuser mit versetzten Grundrissenx
Wohnhäuser mit Außenlärmbelastungenx
Hotels, soweit nicht in Honorarzone III erwähntx
Universitäten oder Hochschulenx
Krankenhäuser, soweit nicht in Honorarzone III erwähntx
Gebäude für Erholung, Kur oder Genesungx
Versammlungsstätten, soweit nicht in Honorarzone III erwähntx
Werkstätten mit schutzbedürftigen Räumenx
Hotels mit umfangreichen gastronomischen Einrichtungenx
Gebäude mit gewerblicher Nutzung oder Wohnnutzungx
Krankenhäuser in bauakustisch besonders ungünstigen Lagen oder mit ungünstiger Anordnung der Versorgungseinrichtungenx
Theater-, Konzert- oder Kongressgebäudex
Tonstudios oder akustische Messräumex

1.2.5 Honorare für Grundleistungen der Raumakustik

(1) Das Honorar für jeden Innenraum, für den Grundleistungen zur Raumakustik erbracht werden, kann sich nach den anrechenbaren Kosten nach Absatz 2, nach der Honorarzone, der der Innenraum zuzuordnen ist, sowie nach der Honorartafel in Absatz 3 richten.

(2) Die Kosten für Baukonstruktionen und Technische Ausrüstung sowie die Kosten für die Ausstattung (DIN 276-1: 2008-12, Kostengruppe 610) des Innenraums können zu den anrechenbaren Kosten gehören. Die Kosten für die Baukonstruktionen und Technische Ausrüstung werden für die Anrechnung durch den Bruttorauminhalt des Gebäudes geteilt und mit dem Rauminhalt des Innenraums multipliziert. Der Umfang der mitzuverarbeitenden Bausubstanz kann angemessen berücksichtigt werden.

(3) Die Mindest- und Höchstsätze der Honorare für die in Nummer 1.2.2 Absatz 2 aufgeführten Grundleistungen der Raumakustik können anhand der folgenden Honorartafel bestimmt werden:

Anrechenbare Kosten in EuroHonorarzone I
sehr geringe Anforderungen
Honorarzone II
geringe
Anforderungen
Honorarzone III
durchschnittliche Anforderungen
Honorarzone IV
hohe
Anforderungen
Honorarzone V
sehr hohe
Anforderungen
vonbis
Euro
vonbis
Euro
vonbis
Euro
vonbis
Euro
vonbis
Euro
50 0001 7142 2262 2262 7372 7373 2793 2793 7903 7904 301
75 0001 8052 3432 3432 8822 8823 4523 4523 9903 9904 528
100 0001 8922 4572 4573 0213 0213 6193 6194 1834 1834 748
150 0002 0612 6762 6763 2913 2913 9423 9424 5574 5575 171
200 0002 2252 8882 8883 5513 5514 2544 2544 9174 9175 581
250 0002 3843 0953 0953 8063 8064 5584 5585 2695 2695 980
300 0002 5403 2973 2974 0554 0554 8574 8575 6145 6146 371
400 0002 8443 6933 6934 5414 5415 4395 4396 2876 2877 136
500 0003 1414 0784 0785 0155 0156 0076 0076 9446 9447 881
750 0003 8605 0115 0116 1636 1637 3827 3828 5338 5339 684
1 000 0004 5555 9135 9137 2727 2728 7108 71010 06910 06911 427
1 500 0005 8967 6557 6559 4139 41311 27511 27513 03413 03414 792
2 000 0007 1939 3389 33811 48311 48313 75513 75515 90015 90018 045
2 500 0008 45710 97910 97913 50113 50116 17216 17218 69418 69421 217
3 000 0009 69612 58812 58815 47915 47918 54118 54121 43321 43324 325
4 000 00012 11515 72915 72919 34219 34223 16823 16826 78126 78130 395
5 000 00014 47418 79118 79123 10823 10827 67927 67931 99631 99636 313
6 000 00016 78621 79321 79326 79926 79932 10032 10037 10737 10742 113
7 000 00019 06024 74424 74430 42930 42936 44836 44842 13342 13347 817
7 500 00020 18426 20426 20432 22432 22438 59838 59844 61844 61850 638

(4) Für Umbauten und Modernisierungen kann bei einem durchschnittlichen Schwierigkeitsgrad ein Zuschlag bis 33 Prozent auf das Honorar vereinbart werden.

(5) Innenräume können nach den in Absatz 6 genannten Bewertungsmerkmalen folgenden Honorarzonen zugeordnet werden:

  1. Honorarzone I: Innenräume mit sehr geringen Anforderungen,

  2. Honorarzone II: Innenräume mit geringen Anforderungen,

  3. Honorarzone III: Innenräume mit durchschnittlichen Anforderungen,

  4. Honorarzone IV: Innenräume mit hohen Anforderungen,

  5. Honorarzone V: Innenräume mit sehr hohen Anforderungen.

(6) Für die Zuordnung zu den Honorarzonen können folgende Bewertungsmerkmale herangezogen werden:

  1. Anforderungen an die Einhaltung der Nachhallzeit,

  2. Einhalten eines bestimmten Frequenzganges der Nachhallzeit,

  3. Anforderungen an die räumliche und zeitliche Schallverteilung,

  4. akustische Nutzungsart des Innenraums,

  5. Veränderbarkeit der akustischen Eigenschaften des Innenraums.

(7) Objektliste für die Raumakustik

Die nachstehend aufgeführten Innenräume können in der Regel den Honorarzonen wie folgt zugeordnet werden:

Objektliste – BauakustikHonorarzone
IIIIIIIVV
Pausenhallen, Spielhallen, Liege- und Wandelhallenx
Großraumbürosx
Unterrichts-, Vortrags- und Sitzungsräume
  • bis 500 m3
x
  • 500 bis 1 500 m3
x
  • über 1 500 m3
x
Filmtheater
  • bis 1 000 m3
x
  • 1 000 bis 3 000 m3
x
  • über 3 000 m3
x
Kirchen
  • bis 1 000 m3
x
  • 1 000 bis 3 000 m3
x
  • über 3 000 m3
x
Sporthallen, Turnhallen
  • nicht teilbar, bis 1 000 m3
x
  • teilbar, bis 3 000 m3
x
Mehrzweckhallen
  • bis 3 000 m3
x
  • über 3 000 m3
x
Konzertsäle, Theater, Opernhäuserx
Tonaufnahmeräume, akustische Messräumex
Innenräume mit veränderlichen akustischen Eigenschaftenx

(8) § 52 Absatz 3 kann sinngemäß angewendet werden.

1.3 Geotechnik

1.3.1 Anwendungsbereich

(1) Die Leistungen für Geotechnik können die Beschreibung und Beurteilung der Baugrund- und Grundwasserverhältnisse für Gebäude und Ingenieurbauwerke im Hinblick auf das Objekt und die Erarbeitung einer Gründungsempfehlung umfassen. Dazu gehört auch die Beschreibung der Wechselwirkung zwischen Baugrund und Bauwerk sowie die Wechselwirkung mit der Umgebung.

(2) Die Leistungen können insbesondere das Festlegen von Baugrundkennwerten und von Kennwerten für rechnerische Nachweise zur Standsicherheit und Gebrauchstauglichkeit des Objektes, die Abschätzung zum Schwankungsbereich des Grundwassers sowie die Einordnung des Baugrunds nach bautechnischen Klassifikationsmerkmalen umfassen.

1.3.2 Besondere Grundlagen des Honorars

(1) Das Honorar der Grundleistungen kann sich nach den anrechenbaren Kosten der Tragwerksplanung nach § 50 Absatz 1 bis 3 für das gesamte Objekt aus Bauwerk und Baugrube richten.

(2) Das Honorar für Ingenieurbauwerke mit großer Längenausdehnung (Linienbauwerke) kann ergänzend frei vereinbart werden.

1.3.3 Leistungsbild Geotechnik

(1) Grundleistungen können die Beschreibung und Beurteilung der Baugrund- und Grundwasserverhältnisse sowie die daraus abzuleitenden Empfehlungen für die Gründung einschließlich der Angabe der Bemessungsgrößen für eine Flächen- oder Pfahlgründung, Hinweise zur Herstellung und Trockenhaltung der Baugrube und des Bauwerks, Angaben zur Auswirkung des Bauwerks auf die Umgebung und auf Nachbarbauwerke sowie Hinweise zur Bauausführung umfassen. Die Darstellung der Inhalte kann im Geotechnischen Bericht erfolgen.

(2) Die Grundleistungen können in folgenden Teilleistungen zusammengefasst und wie folgt in Prozentsätzen der Honorare der Nummer 1.3.4 bewertet werden:

  1. für die Teilleistung a (Grundlagenermittlung und Erkundungskonzept) mit 15 Prozent,

  2. für die Teilleistung b (Beschreiben der Baugrund- und Grundwasserverhältnisse) mit 35 Prozent,

  3. für die Teilleistung c (Beurteilung der Baugrund- und Grundwasserverhältnisse, Empfehlungen, Hinweise, Angaben zur Bemessung der Gründung) mit 50 Prozent.

(3) Das Leistungsbild kann sich wie folgt zusammensetzen:

GrundleistungenBesondere Leistungen
Geotechnischer Bericht
  1. Grundlagenermittlung und Erkundungskonzept
    • Klären der Aufgabenstellung, Ermitteln der Baugrund- und Grundwasserverhältnisse auf Basis vorhandener Unterlagen
    • Festlegen und Darstellen der erforderlichen Baugrunderkundungen
  2. Beschreiben der Baugrund- und Grundwasserverhältnisse
    • Auswerten und Darstellen der Baugrunderkundungen sowie der Labor- und Felduntersuchungen
    • Abschätzen des Schwankungsbereichs von Wasserständen und/oder Druckhöhen im Boden
    • Klassifizieren des Baugrunds und Festlegen der Baugrundkennwerte
  3. Beurteilung der Baugrund- und Grundwasserverhältnisse, Empfehlungen, Hinweise, Angaben zur Bemessung der Gründung
    • Beurteilung des Baugrunds
    • Empfehlung für die Gründung mit Angabe der geotechnischen Bemessungsparameter (zum Beispiel Angaben zur Bemessung einer Flächen- oder Pfahlgründung)
  • Beschaffen von Bestandsunterlagen
  • Vorbereiten und Mitwirken bei der Vergabe von Aufschlussarbeiten und deren Überwachung
  • Veranlassen von Labor- und Felduntersuchungen
  • Aufstellen von geotechnischen Berechnungen zur Standsicherheit oder Gebrauchstauglichkeit, wie zum Beispiel Setzungs-, Grundbruch- und Geländebruchberechnungen
  • Aufstellen von hydrogeologischen, geohydraulischen und besonderen numerischen Berechnungen
  • Beratung zu Dränanlagen, Anlagen zur Grundwasserabsenkung oder sonstigen ständigen oder bauzeitlichen Eingriffen in das Grundwasser
  • Beratung zu Probebelastungen sowie fachtechnisches Betreuen und Auswerten
  • geotechnische Beratung zu Gründungselementen, Baugruben- oder Hangsicherungen und Erdbauwerken, Mitwirkung bei der Beratung zur Sicherung von Nachbarbauwerken
  • Untersuchungen zur Berücksichtigung dynamischer Beanspruchungen bei der Bemessung
  • Angabe der zu erwartenden Setzungen für die vom Tragwerksplaner im Rahmen der Entwurfsplanung nach § 49 zu erbringenden Grundleistungen
  • Hinweise zur Herstellung und Trockenhaltung der Baugrube und des Bauwerks sowie Angaben zur Auswirkung der Baumaßnahme auf Nachbarbauwerke
  • Allgemeine Angaben zum Erdbau
  • Angaben zur geotechnischen Eignung von Aushubmaterial zur Wiederverwendung bei der betreffenden Baumaßnahme sowie Hinweise zur Bauausführung des Objekts oder seiner Gründung sowie Beratungsleistungen zur Vermeidung oder Beherrschung von dynamischen Einflüssen
  • Mitwirken bei der Bewertung von Nebenangeboten aus geotechnischer Sicht
  • Mitwirken während der Planung oder Ausführung des Objekts sowie Besprechungs- und Ortstermine
  • geotechnische Freigaben

1.3.4 Honorare Geotechnik

(1) Honorare für die in Nummer 1.3.3 Absatz 3 aufgeführten Grundleistungen können nach der folgenden Honorartafel bestimmt werden:

Anrechenbare Kosten in EuroHonorarzone I
sehr geringe Anforderungen
Honorarzone II
geringe
Anforderungen
Honorarzone III
durchschnittliche Anforderungen
Honorarzone IV
hohe
Anforderungen
Honorarzone V
sehr hohe
Anforderungen
vonbis
Euro
vonbis
Euro
vonbis
Euro
vonbis
Euro
vonbis
Euro
50 0007891 2221 2221 6541 6542 1052 1052 5372 5372 970
75 0009511 4721 4721 9931 9932 5372 5373 0583 0583 579
100 0001 0861 6811 6812 2762 2762 8962 8963 4913 4914 086
125 0001 2041 8631 8632 5222 5223 2103 2103 8693 8694 528
150 0001 3092 0262 0262 7422 7423 4903 4904 2074 2074 924
200 0001 4942 3122 3123 1303 1303 9843 9844 8024 8025 621
300 0001 8002 7862 7863 7723 7724 8004 8005 7865 7866 772
400 0002 0543 1793 1794 3044 3045 4785 4786 6036 6037 728
500 0002 2763 5223 5224 7684 7686 0696 0697 3157 3158 561
750 0002 7404 2414 2415 7415 7417 3077 3078 8088 80810 308
1 000 0003 1254 8364 8366 5486 5488 3348 33410 04510 04511 756
1 500 0003 7655 8275 8277 8897 88910 04110 04112 10312 10314 165
2 000 0004 2976 6506 6509 0039 00311 45911 45913 81213 81216 165
3 000 0005 1758 0098 00910 84210 84213 79913 79916 63316 63319 467
5 000 0006 535101141011413 69313 69317 42817 42821 00721 00724 586
7 500 0007 87812 19212 19216 50616 50621 00721 00725 32125 32129 635
10 000 0008 99413 91913 91918 84418 84423 98323 98328 90928 90933 834
15 000 00010 83916 77516 77522 71122 71128 90528 90534 84034 84040 776
20 000 00012 37319 14819 14825 92325 92332 99332 99339 76939 76946 544
25 000 00013 70821 21521 21528 72228 72236 55636 55644 06344 06351 570

(2) Die Honorarzone kann bei den geotechnischen Grundleistungen auf Grund folgender Bewertungsmerkmale ermittelt werden:

  1. Honorarzone I: Gründungen mit sehr geringem Schwierigkeitsgrad, insbesondere gering setzungsempfindliche Objekte mit einheitlicher Gründungsart bei annähernd regelmäßigem Schichtenaufbau des Untergrunds mit einheitlicher Tragfähigkeit und Setzungsfähigkeit innerhalb der Baufläche;

  2. Honorarzone II: Gründungen mit geringem Schwierigkeitsgrad, insbesondere

    • setzungsempfindliche Objekte sowie gering setzungsempfindliche Objekte mit bereichsweise unterschiedlicher Gründungsart oder bereichsweise stark unterschiedlichen Lasten bei annähernd regelmäßigem Schichtenaufbau des Untergrunds mit einheitlicher Tragfähigkeit und Setzungsfähigkeit innerhalb der Baufläche,

    • gering setzungsempfindliche Objekte mit einheitlicher Gründungsart bei unregelmäßigem Schichtenaufbau des Untergrunds mit unterschiedlicher Tragfähigkeit und Setzungsfähigkeit innerhalb der Baufläche;

  3. Honorarzone III: Gründungen mit durchschnittlichem Schwierigkeitsgrad, insbesondere

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