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Die Elfe küsst den Mond

Hast Du davon gehört?

Hast Du davon gehört?

 

Hast Du davon gehört?

Gehört wie das Meer rauschte

Mit den Wellen eine Seele frei stieß

Gischt brach auf und schäumte arrogant

Die Möwen spielten mit ihr

Kreischten und spickten mit den

gekrümmten Schnäbel nach der zarten Seele

Sie ließ sich sinken

Der Wind blies mit stürmischen Tränen

Drückte sie an Land mit dem feinen Sand

Ein wundersamer Mensch kam des Weges

suchte seine Sehnsucht in der Weite

und fand nur diese Seele

Verächtlich kickte er sie mit einem Fuß davon

Zu klein für das Große

Das Himmelszelt verdunkelte sich, stob Sterne über die Erde

Sternschnuppen regneten, beschrieben die kalte Weite

Die Seele suchte die Enge

Die Enge eines zarten Körpers

Der Morgenwind schlich die Seele zurück ins Meer

Umspült, geformt mit runden Zacken versehen

entstieg die erste Elfe in rauchiger

Dämmerung der Wellen

Hast Du davon gehört?

Gehört wie die Elfe in den Wald ging

Die Bäume rauschten, wuchtig in flirrenden Tönen

Die kleine Elfe eingeschlossen

In wunderbarer Enge

Glück rollte heran, lullte alles ein

wuchs in kräftigen Gemälden

Farben flossen und malten Leben

Die Seele geformt durch Elfenschritten, Elfengedanken und Elfenhände

Sprang den lieben langen Tag zwischen Bäumen herum

Zwitscherte mit Vögelchen

Doch die Einsamkeit ballte sich

In der Ferne wellte noch immer das Meer

Stürmische Tränen fielen durch Blätter

Eine zweite Seele enthob sich des zornigen Wassers

Suchte die Elfe und kroch in sie

Der Bauch der Elfe kugelte sich

In einer lauen Sommernacht

Die Sterne kämpften mit dem rosenroten Abendhimmel

Gebar die Elfe die zweite Elfe

Der Abendstern gewann den Kampf

und erleuchtete spitze Öhrchen, rote Schnute und glimmende Augen

Seither purzelten Elfen unter dem Licht von Sternen auf die Erde

 

Elfensehnsucht

2. Kapitel

Elfensehnsucht

 

Diese Geschichte begann vor langer Zeit, in einem Elfenwald der weit und ausladend war, dessen Bäume im Wind tausende mystische Geschichten erzählten. Dort lebten Nele und Merve. Zwei Elfen. Mutter und Tochter. In diesem Wald bei einem See, der dort die Bäume verdrängte. Seine Uferlinien schwammen schwungvoll ins Gras. An manchen Stellen krakte eine Linde über das glasige Wasser. Immer wieder segelten Blätter auf die kleinen Wellen. Sie trieben leise und verhakten sich manchmal im Schilf.

Neben einem dieser Schilfriffs stand eine besonders prächtige Linde. Sie hatte eine verwuschelte, riesige Baumkrone und einen dicken Stamm. Höhlen war in ihn eingekerbt. Eine höhlte wie ein Zelt den Anfang des Stammes aus, dort hausten die beiden Elfen.

Nele, die auf einem Bauernhof in einer stürmischen Herbstnacht geboren wurde. Deren Mutter mitheulte mit dem Wind. Dieser Wind, der die ganze Nacht die Wolken über den Nachthimmel stieb und den Vollmond groß und mundig zwischen den Farben der Nacht rausschauen ließ. Der Wind, der Nele ihr Aussahen gab. Schwarznachte Haare, ruhige Augen die schnell zu unruhig wurden. Mit hagerer, elfentypischer Gestalt und zerfransten Flügeln, viele Böen hatten daran gezogen.

Jetzt lebte sie mit Merve nah dieser Linde. Neles Tochter noch klein, mit nichtsnutzigen Flügeln. Ein Sonnenkind. Geboren bei dieser Linde. Um die Zeit als die Sonne am höchsten stand. Sie brannte, doch die Blätter warfen Schatten auf das neue Elfenkind und gaben auch ihr das Aussehen. Goldene Löckchen, schattiges grün in den Augen und Flügel überzogen mit Sonnenfarbe die manchmal in der Nacht wie Glühwürmchen leuchteten.

Am Abend lag Merve immer in der Armbeuge ihrer Mutter, meist in der Abenddämmerung. Nele erzählte ihr dann die Elfengeschichten ihrer Vorfahren. Diese waren oft schwer von Zimt, Nelken und anderen Gerüchen, schweren Blumenbouquets, kräuselnden Wassern, verschwommenen Konturen und seltsamen Gefühlen. Merve versank gerne in ihnen.

An einem Abend kuschelte sie sich fester an Nele und wollte wieder eine Geschichte über ihre Vorfahren hören. Nele fing an: „Liebe Merve, unser Elfengeschlecht ist durchwoben von Sehnsucht. Jede Elfe die von der Urelfin Emma abstammte, hat in ihrem Leben eine große Sehnsucht. Emma war zum Beginn ihres Lebens ein Mensch. Eine kleine Zirkusartistin. Glücklich war sie nicht. Die Sehnsucht war ihr ständiger Begleiter. Wie der Mond, der scheint und nicht gesehen wird durch die schweren Wolken.

Eines Tages lief Emma in ein Dorf, nahe dem Zirkuszelt. Dicht gedrängt standen dort die Häuser mit ihren spitzen roten Dächern. Viele Fenster wurden schwach ausgemalt vom gelben Kerzenschein. Zackige Sternchen schienen. Die Straßen waren leergepustet. Sie irrte ein wenig herum, bis sie endlich ein passendes Haus fand. Die Dachrinne berührte fast den Boden und es war eingerahmt zwischen vielen gedrungenen Häusern. Mit flinken Beinen schoss sie auf das Dach. Ihre Landschaft für den Tanz. Dort wurde ihre Sehnsucht ein wenig gestillt. Die Dächer wellten sich, manche sehr spitz, manche fast rund. Dazwischen ein Schornstein. Sie legte ihren Mantel ab. Zog ihre Lederpantoffeln an.

Die kleinen Strassperlen an ihrem Seiltänzerkostüm schimmerten matt im Mondlicht. Die ausgewaschene Farbe des Tüllstoffs wurde zu einer Einheit mit der Nacht. Dann begann sie mit einer Verbeugung vor ihrem Freund, dem Mond. Sie hüpfte über die Dächer mit erstaunlichen Drehungen und Windungen. Die Füße krallten sich in den Dachfirst oder trippelten über einen Schornstein. Dazu spendeten die Sterne Beifall und der Mond war ganz erstaunt. Sie malte sich kleine Sternenmenschen mit kostbaren Gewändern und Silberhaut aus. Der Mond, ihr Herrscher, berauscht von ihrem Tanz der Wilden. Nicht die schrecklichen eisverschmierten Kinder mit ihren großen Glubschaugen, die keiften und stritten und ihren Tanz eckig werden ließen. Sie vollführte den Tanz für das weite Himmelszelt, dort wo ihre Mutter jetzt tanzte.

Emma lebte in einem kleinen Familienzirkus. In dem die Intrigen klein waren und doch sehr weh taten. Ihre Mutter war nicht mehr da. Nur ihr Onkel, mit dem abscheulich aufgezwirbelten Bart, ihre Cousinen und ihr Cousin und ihre nichts sagende Tante. Von ihrem Vater wusste sie nicht viel. Die Geschichten ihrer Mutter wurden jedoch oft am wärmenden Feuer erzählt. Verzerrt, hässlich und oft grausam schön. Emma wusste nicht ob sie stimmte, ob ihre Mutter noch lebte, sie kannte nur die Bilder in sich. Von dem Tanz ihrer Mutter auf dem Seil. Der großartig war, auch unter den drückenden Blicken. Die Bilder von ihr waren ausgefranst. Wie sie leichtfüßig tanzte und ihrer kleinen Tochter zuzwinkerte. Und an einem Abend. Er schien erst wie ein gewöhnlicher. Späne in der Manege, ihre Mutter auf dem Seil und die gaffenden Blicke des Publikums hoch gerichtet. Am Ende der Darbietung kletterte ihre Mutter vom Seil und schaute ihre Tochter wehmütig mit elfengleichen Augen an. Emma spürte ein Stechen im Herzen. Am selben Abend, sagten die anderen, sei sie in den Wald gegangen. Ein Klatschmohn im Haar und ihr Onkel wollte hauchzarte Flügel am Rücken ausgemacht haben. „Die Schatten der Nacht..,“ pflegte er dann zu sagen, schaute Emma belustigt an und weidete sich an der Trauer des Mädchens. Seitdem waren die Jahre ins Land gestrichen. Emma wuchs zur Seiltänzerin heran, liebte den Tanz und hasste das Publikum. Sie tanzte oft allein. Wie in jener Nacht. Irgendwann stieg sie vom Dach. Eine Schindel löste sich und schepperte auf den Boden.

Emma lief schnell in die verschlingende Dunkelheit, zu dem Hügel auf dem das Zirkuszelt aufgeschlagen war. Ihre Arme schlackerten beim Laufen. Von hinten ergriff jemand ihren rechten Handknöchel. Erschrocken drehte Emma sich um. Vor ihr stand eine Elfe. Hauchzarte Flügel mit dem Antlitz ihrer Mutter. Ein geschwungenes Lächeln. Sie drückte ihrer Tochter einen Kuss auf den Mund und sagte: „Komm mit, tanz mit mir." Emma wuchsen Flügel und sie stieg mit ihrer Mutter in die Lüfte. Merve, dort, auf dem kleinen Dach begann die Geschichte unserer Vorfahren. Auch du wirst irgendwann eine brennende Sehnsucht in dir finden. Wenn du das nicht schon hast."

Merve merkte wie sie in das Reich der Träume glitt. Die Geschichte ließ sie dort nicht los. Sie träumte, dass sie auf einem Dach stand und den Mond anschrie er solle ihr doch endlich sagen, wo ihre Sehnsucht versteckt sei. Der Mond lächelte nur gutmütig.

Wasmat

                                                                       3. Kapitel

Wasmat

 

Am nächsten Morgen, als die Sonne anfing durch den Seenebel zu zwinkern, erwachte Merve und ging auf einen ihrer zahlreichen Streifzüge durch den Wald. Auf der Suche nach anderen, den Menschen geheimen Kreaturen. Die Augen offen und ihre Ohren immer auf der Lauer nach schwingenden Tönen.

An einer Quelle entdeckte sie Wassergeister. Es war eine Quelle die einen Abhang hinunter sprudelte. Die Wassergeister ließen sich vom Wasser gegen Steine fegen und quietschten dabei vergnügt. Es waren kleine Wesen, grad so groß wie eine Kirsche. Ihr Körper bestand aus Wellen und ihre Gesichter waren jungenhaft. Merve schaute ihnen zu, wie sie sich gegen Steine schwemmen ließen und dabei vergnügt quietschten. Einer lachte besonders laut und sah immer wieder zu ihr hin und einmal ließ er sich vom Stein spritzen und nahe ans Ufer spülen. Er schaute neugierig zu Merve. Er hatte wache Augen in seinem tropfengroßen Gesicht und Mundwinkel die schienen als würde er gleich in Lachsalven ausbrechen. „Komm, doch zu mir auf diesen Stein.“ Er deutet auf einen Stein, grün und glitschig im Wasser. Merve tapste ins Wasser, fror ein wenig und wollte wieder auf den trockenen Waldboden. „Mir ist es zu kalt.“ „Ich kann leider nicht aus dem Wasser heraus.“ „Oh“, Merve stellte sich ins Wasser. Es reichte ihr bis zu den Knöcheln. „Wie heißt Du?“ Der Wassergeist schaute etwas beleidigt: „Ich bin Wasmat.“ Seine Mine hellte sich auf. „Bist du eine Elfe?“ „Ja, Merve heiße ich.“ Der kleine Wassergeist wurde von einer Welle gepackt und etwas abgetrieben. Merve lief hinterher. Der Wassergeist packte nach dem Zipfel ihres Kleides. Er fing an zu plappern. Ununterbrochen, hoch und tief.

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