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Der stille Schüler

Robert B. Parker

Der stille Schüler

Ein Auftrag für Spenser

Übersetzt von Frank Böhmert

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Der Privatdetektiv Spenser wird angeheuert, die Unschuld des 17-jährigen Jared Clark zu beweisen. Ihm wird zur Last gelegt, gemeinsam mit seinem Mitschüler Wendell Grant fünf Schüler, den stellvertretenden Dekan und eine Spanischlehrerin erschossen und weitere Personen von der Dowling Privatschule verletzt zu haben, bevor sich die beiden mit Geiseln in der Bibliothek verbarrikadierten. Einer Spezialeinheit der Polizei gelingt es die Geiselnahme zu beenden. Der Fall scheint abgeschlossen. Nach ersten Befragungen ist Spenser zunächst selbst von der Schuld Jared Clarks überzeugt. Neugierig macht ihn allein das allgemeine Desinteresse an den Hintergründen der Tat. Die Polizei, die Schulleitung, aber auch Jareds Eltern scheinen die Ereignisse vor allem möglichst schnell hinter sich lassen zu wollen. Spenser hingegen lässt die Frage nach dem Motiv nicht mehr los und entdeckt, dass der Fall des stillen Schülers noch längst nicht zu den Akten gelegt werden kann.

Spenser ist Privatdetektiv und kann auch auf eine kurze „Polizeikarriere“ zurückblicken. Seinen Klienten gegenüber verhält er sich mal unverschämt, mal liebenswürdig. Das krasse Gegenstück von ihm ist sein Partner Hawk. Doch Spenser hat auch eine sensible Seite. Er hat studiert, kann Shakespeare zitieren und kocht für seine Freundin Susan Silverman. Weltweit wurde die erfolgreiche Fernsehserie „Spenser“ mit Robert Urich als Spenser ausgestrahlt.

Robert B. Parker wurde 1932 geboren. Nachdem er einen M.A. in amerikanischer Literatur erworben hatte, promovierte er 1971 über die „Schwarze Serie“ in der amerikanischen Kriminalliteratur. Seit seinem Debüt „Spenser und das gestohlene Manuskript“ im Jahr 1973 sind über dreißig Spenser-Krimis erschienen. 1976 wurde Parkers Roman „Auf eigene Rechnung“ von der Vereinigung amerikanischer Krimi-Autoren mit dem „Edgar Allen Poe Award“ als bester Kriminalroman des Jahres ausgezeichnet. Infos zum Autor unter www.robertbparker.de

1

Susan war auf einem Therapeutenkongress in Durham, North Carolina, um dort einen Vortrag zu halten, also hatte ich Pearl. Sie machte in meinem Büro ein Nickerchen auf der Couch, die dort hauptsächlich für diesen Zweck stand, als eine gut aussehende ältere Frau mit irgendeiner Art großem Album hereinkam und sie störte. Pearl sprang von der Couch, stellte sich neben mich, senkte den Kopf und knurrte leise.

Die Frau sah sie an. „Was für eine Art Hund ist das?“

„Ein Deutsch Kurzhaar.“

„Sind die nicht braun mit weißen Flecken?“

„Nicht immer.“

„Wie heißt sie?“

„Pearl.“

„Hallo, Pearl.“ Die Frau ging zu meinem Klientenstuhl und setzte sich. Pearl verließ meine Seite und schnupperte vorsichtig an den Knien der Frau. Die Frau tätschelte ihr ein paar Mal den Kopf. Pearl wedelte leicht mit dem Schwanz und ging wieder zur Couch.

Die Frau legte ihr großes Album auf meinen Schreibtisch. „Ich führe dieses Sammelalbum seit dem Tag, an dem mein Enkel verhaftet worden ist.“

„Schön, wenn man ein Hobby hat.“

„Es ist weit mehr als ein Hobby, junger Mann. Es ist die vollständige Dokumentation von allem, was passiert ist.“

„Das könnte sich als nützlich erweisen.“

„Ich will es hoffen.“

Sie schob es mir entgegen. „Ich möchte, dass Sie es sich genau ansehen.“

Ich nickte. „Lassen Sie es mir hier?“

„Es ist für Sie. Ich habe noch eine Kopie für mich.“

Die Frau hieß Lily Ellsworth. Sie hielt sich kerzengerade, hatte weiße Haare und war recht modisch gekleidet. Zu alt für mich, aber ich hoffte, Susan würde einmal so gut aussehen, wenn wir in dieses Alter kamen. So reich zu sein, wäre auch angenehm. „Und nachdem ich es mir genau angesehen habe, Ma’am, was möchten Sie gern, dass ich dann tue.“

„Beweisen, dass mein Enkel unschuldig im Sinne der Anklage ist.“ „Und wenn er es nicht ist?“

„Er ist unschuldig. Ich werde keine andere Möglichkeit in Erwägung ziehen.“

„Soweit mir der Fall bekannt ist, wurde er gemeinsam mit einem anderen Jungen angeklagt.“

„Über den anderen Jungen habe ich keine feste Meinung. Seine Schuld oder Unschuld hat für mich keinerlei Konsequenzen. Aber Jared ist unschuldig.“

„Wie kommt es, dass Sie damit zu mir kommen?“

„Wir werden seit Jahren durch Cone Oakes vertreten. Ich habe unseren Familienanwalt gebeten, sich umzuhören. Er hat mit ihren Strafrechtlern gesprochen, und die haben Sie empfohlen.“

„Wird Ihr Enkel auch durch Cone Oakes vertreten?“

„Nein. Seine Eltern haben darauf bestanden, selbst jemanden mit der Verteidigung zu beauftragen.“

„Zu schade. In ganz Massachusetts kann niemand mit Cone Oakes mithalten.“

„Sollten Sie diesen Fall übernehmen und ihren Strafverteidiger konsultieren müssen, können Sie sein Honorar gern bei den Spesen mit aufführen.“

„Ihr Honorar. Es ist eine Sie.“

Mrs Ellsworth nickte ernst und äußerte sich nicht weiter dazu.

„Wissen Sie, wen seine Eltern beauftragt haben?“

„Sein Name ist Richard Leeland. Er ist ein Bundesbruder meines Schwiegersohns.“

„Oh.“

„Sie haben noch nie von ihm gehört?“

„Nein, aber das heißt nicht, dass er nicht gut ist.“

„Mag sein. Aber in der gleichen Verbindung wie Ron zu sein, stellt noch lange keine Empfehlung dar.“

„Ron ist demnach Ihr Schwiegersohn.“

„Ron Clark. Ich kann mich noch sinngemäß an eine Passage in Die Nackten und Toten erinnern, wo jemand einen Mann als ‚Westchester County, Cornell, ein Delta Kappa Epsilon und ein ausgemachter Idiot’ beschreibt. Mailer hätte das über meinen Schwiegersohn schreiben können. Außer dass Ron in Greenwich aufgewachsen ist und in Yale studiert hat.“

„Ein Mensch kann seine Herkunft hinter sich lassen.“

„Ich frage mich, ob Ihnen das gelungen ist. Sie kommen mir ein wenig flott vor.“

„Flott?“

„Ein Schlauberger.“

„Hui. Es ist Jahre her, dass mich jemand Schlauberger genannt hat.“

„Ich bin vielleicht nicht auf der Höhe der Zeit, was meine Umgangssprache betrifft. Aber ich kenne die Menschen. Sie sind ein Schlauberger.“

„Ja. Das bin ich.“

„Aber nicht nur ein Schlauberger.“

„Nein. Ich habe noch andere Qualitäten.“

„Und die wären?“

„Ich bin hartnäckig. Und furchtlos. Und ziemlich clever.“

„Und bescheiden.“

„Das auch.“

„Wenn ich Sie in dieser Sache engagiere, werden Sie dann Jareds Wohlergehen über alles andere stellen?“

„Nein. Ich stelle Susan Silvermans Wohlergehen über alles andere.“

„Ihre Liebste?“

„Hm-mmm.“

„So sollte es auch sein. Sonst noch irgendwelche Probleme, vor denen ich gewarnt sein sollte?“

„Ich lasse mir nicht gern etwas vorschreiben.“

„Nein. Ich auch nicht.“

„Und“, sagte ich, „Sie müssen verstehen, dass ich nicht die Unschuld Ihres Enkels beweisen werde, wenn er schuldig ist.“

„Er ist nicht schuldig.“

„Okay. Ich werde tun, was ich kann.“

2

Ich stand an meinem Fenster im ersten Stock und beobachtete Mrs Ellsworth, als sie aus dem Gebäude kam und um die Ecke bog. Sie hatte den Gang einer jungen Frau. Pearl stand von der Couch auf und kam herüber und sah mit mir zusammen aus dem Fenster. Das tat sie gern. Mrs Ellsworth stieg an der Ecke Berkeley und Boylston in einen Bentley mit Chauffeur.

„Sie kann sich mich leisten“, sagte ich zu Pearl.

Der Spätsommer war mit voller Wucht in die Back Bay gekommen. Es war zwar erst August, aber grau und regnerisch und ziemlich frisch, wenn auch noch nicht kalt. Die meisten der jungen Geschäftsfrauen waren mantellos unter ihren Regenschirmen. Ich sah zu, wie der regenbeperlte Bentley auf die Straße setzte und nach rechts in die Boylston einbog. Der Fahrer würde wahrscheinlich an der Arlington wieder nach rechts abbiegen, dann die St. James Ave zur Pike rauffahren und in die Vorstädte im Westen hinaus. Die Scheibenwischer auf Intervall gestellt. Ich sah noch ein bisschen länger hinaus, weil gerade zwei junge, unter einem großen Golfschirm aneinandergedrängte Frauen in leuchtenden Sommerkleidern die Boylston Street Richtung Louie’s überquerten. Sommerkleider sind was Feines.

Als sie drüben waren, setzte ich mich wieder an meinen Schreibtisch und nahm mir Mrs Ellsworths Sammelalbum vor. Auf dem Deckel war eine geprägte Visitenkarte ordentlich mit Klebeband befestigt, auf der ‚Lily Ellsworth’ stand, mit einer Adresse in Dowling. Ich schlug das Album auf und begann zu lesen. Pearl kehrte zur Couch zurück. Das tat sie ebenfalls gern. Zwei siebzehnjährige Jungen, die Skimasken trugen, hatten die Dowling School betreten, eine Privatschule, die sie beide besuchten, und das Feuer eröffnet, jeder mit einem Paar Neun-Millimeter-Handfeuerwaffen. Fünf Studierende, ein stellvertretender Dekan und eine Spanischlehrerin wurden erschossen. Acht weitere Personen wurden verletzt, sechs Studierende und zwei Lehrer, dann war die Polizei von Dowling vor Ort und die Jungen verschanzten sich mit Geiseln in der Schulbibliothek. Die Polizei von Dowling hielt sie dort fest, bis ein Unterhändler für Geiselnahmen von der State Police eintraf, zusammen mit einer SWAT-Einheit. Die Verhandlungen dauerten sechs Stunden, aber um 15 Uhr nahm einer der Jungen seine Skimaske ab und stolzierte mit erhobenen Händen nach draußen und grinste in die Kameras. Der andere war verschwunden.

Der Festgenommene hieß Wendell Grant. Nach zweitägigen Verhören rückte er mit dem Namen seines Kumpanen raus, Jared Clark. Clark bestritt jede Beteiligung, hatte jedoch kein Alibi für diese Zeit und war bekannt dafür, mit Grant herumzuhängen. Nach ein paar Tagen im Gefängnis gestand Clark. Und damit ging das Album erst los. Zeitungsartikel, Abschriften von Fernseh- und Radiobeiträgen. Kopien von Polizeiberichten und forensischen Daten; Fotos der Jungen. Keiner von beiden sah ungewöhnlich aus. Profile der Opfer, Interviews mit Überlebenden und Hinterbliebenen. Es bot für den Moment nicht viel Brauchbares, aber es würde später eine gute Quelle für Namen und Daten abgeben. Ich rechnete jedoch nicht damit, dass es eine gute Quelle für Tatsachen abgab, weder jetzt noch irgendwann.

Als ich mit dem Lesen des Albums fertig war, rief ich Rita Fiore an. „Was weißt du von einem Verteidiger namens Richard Leeland?“

„Nie von ihm gehört.“

„Er ist der Anwalt eines der Jungen, die die Schule in Dowling zusammengeschossen haben.“

„Dieser Junge sollte keinen Verteidiger haben, von dem ich noch nie gehört habe. Aber anscheinend hat er ja wenigstens dich.“

„Seine Großmutter hatte eine Empfehlung von dir.“

„Ach, sie war das also. Alle waren so scheißdiskret, dass ich gar nicht drauf kam, wer der Klient war. Wie kommt’s, dass sie nicht mich genommen haben, um dir zu helfen, oder besser gesagt: dich nicht genommen haben, damit du mir hilfst?“

„Leeland war in Yale in derselben Verbindung wie der Vater des Jungen.“

„Oh Gott.“

„Ich weiß. Kannst du rauskriegen, ob er was taugt?“

„Klar. Ich rufe beim Büro des Bezirksstaatsanwalts an. Was springt dabei für mich raus.“

„Ein Abendessen?“

„Bei mir zu Hause?“

„Klar. Du besorgst dir noch jemanden, ich bringe Susan mit, das wird ein toller Abend.“

„Du elender Pantoffelheld.“

„Sag bloß, du kannst niemanden auftun?“

„Ich hatte andere Pläne.“

„Ich dachte, du triffst dich mit diesem Polizeichef in North Shore?“

„Gegessen. Der liebt seine Exfrau. Du. Er. Alle guten Männer, die ich finden kann, sind schon vergeben.“

„Vielleicht ist das kein Zufall.“

„Leck mich, Sigmund.“

„Das hättest du wohl gern. Susan ist in North Carolina. Ich spendier dir ein Essen im Excelsior.“

„Wie leicht ich mich doch besänftigen lasse. Dann sehen wir uns dort um sieben.“

„Sag deiner Sekretärin, sie soll uns was reservieren.“

„Meiner Sekretärin?“

„Ich hab keine“, sagte ich.

3

Dowling liegt westlich von Boston. Schickes Landleben mit Dorfladen und Golfplatz und einem Haufen großer, schattiger Bäume, die sich über den Straßen wölben. Als ich die Hauptstraße hinunterfuhr, kam ich an einem Mädchen mit langen blonden Haaren, Reithosen und hohen Stiefeln vorbei, das am Straßenrand auf einer braunen Stute ritt und eine Eistüte aß. Pistazie wahrscheinlich. Ich bog in den kleinen Platz vor dem Drugstore ein, parkte neben einem nicht gekennzeichneten Wagen der State Police und ging hinein. Es gab einen Tresen und eine Vitrine gegenüber der Tür, dazu ein paar Tische. Hinten im Laden waren Regale, und an zwei Seiten zogen sich Kühlregale mit Glastüren entlang. An dem einen Tisch saßen zwei Frauen mit Hüten und tranken Kaffee. An einem zweiten Tisch saß ein junges Pärchen beim Eis, beide die reinsten Models für J. Crew. An einem dritten Tisch saß ein einzelner stämmiger, kleiner Typ mit dicken Händen und dicken Brillengläsern, der einen hellbraunen Popelineanzug und eine hellblaue Krawatte trug. Ich wagte eine wilde Vermutung.

„Sergeant DiBella?“

Er nickte. Ich setzte mich ihm gegenüber.

„Healy von der State Police Boston hat mich angerufen“, sagte er. „Ich hab mal für ihn gearbeitet.“

Vor DiBella lagen ein paar Krümel auf einem Pappteller.

„Kuchen“, sagte ich.

„Erdbeer-Rhabarber. Die Tresenkraft hat gesagt, dass sie ihn selbermachen.“

„Dann nehm ich besser auch welchen. Will sie ja nicht vor den Kopf stoßen.“

„Machen Sie zwei draus.“

Der Kuchen war genau, wie er sein sollte. DiBella aß sein zweites Stück, als wäre es sein erstes. Wir hatten beide Kaffee.

„Ich hab die gesamten Presseberichte gelesen“, sagte ich. „Über das Schulmassaker.“

„Die stimmen immer haargenau.“

„Klar. Ich will bloß mal checken, ob Sie auch alles wissen.“

Ein paar Mädchen aus dem Ort kamen herein. Sie trugen abgeschnittene T-Shirts und tief sitzende Shorts und ließen eine Menge postpubertären Bauch sehen. Wir sahen zu, wie sie irgendwelche Eiskaffees kauften.

„Werd heilfroh sein, wenn der Fimmel vorbei ist“, sagte DiBella.

„Können Sie laut sagen.“

„Sie haben Kinder?“

„Nein.“

„Ich hab zwei Töchter.“

„Dann werden Sie ja wirklich heilfroh sein.“

Die Mädchen gingen.

„Healy sagt, die Großmutter von diesem Clark hat Sie angeheuert, damit Sie ihn raushauen.“

„Ich denke daran lieber als seine Unschuld beweisen.“

DiBella zuckte die Schultern. „Grant hat ihn verpfiffen. Er hat gestanden. Da werden Sie ganz schön was zu ackern haben.“

„Aber niemand hat ihn tatsächlich in der Schule gesehen.“

„Er hatte eine Skimaske auf.“

„Also haben Sie nur Grants Wort.“

DiBella grinste. „Und seines. Könnte natürlich sein, dass er sich bloß wichtig machen will oder so’n Scheiß.“

Ich nickte. „Wo haben sie die Waffen her?“

DiBella schüttelte den Kopf. „Keine Ahnung.“

„Gehörten nicht der Familie?“

„Nee, so weit wir wissen, haben beide Familien keine Waffen besessen.“

„Also kommen zwei Siebzehnjährige mitten im idyllischen Speckgürtel ganz plötzlich zu vier Neunern.“

„Und zusätzlichen Magazinen.“

„Geladenen?“

„Jepp.“

„Alle die gleiche Marke?“

„Nein. Eine Browning, ein Colt, zwei Glocks.“

„Dieselbe Munition. Verschiedene Magazine.“

DiBella nickte. „Die Magazine und die Waffen waren entsprechend mit Lackstift markiert.“

„Klingt nach Planung.“

„Jau. Die Sache ist die. Wie sie es anstellen wollten, haben sie ziemlich gut geplant. Bloß hatten sie anscheinend keinen Plan für danach.“

„Sie meinen, um wegzukommen.“

DiBella nickte.

„Konnten sie Ihnen das erklären?“

DiBella grinste. „Die erklären einen Scheiß. Die sagen immer bloß, wir haben es getan, warum, geht niemanden was an.“

„Oder wie der zweite Junge weggekommen ist bei lauter Cops um das Gebäude herum.“

„Soll ich raten? Er hat seine Maske abgenommen und seine Knarren weggeschmissen und ist ziemlich am Anfang der ganzen Aktion zusammen mit den anderen Schülern rausgerannt.“

„Muss ja drunter und drüber gegangen sein.“

„Vor allem bevor unsere Jungs aufgetaucht sind. Als es nur die örtlichen Cops gewesen sind.“

„Waren Sie auch dort?“

DiBella nickte. „Ich und die ganze Palette. Ich kam mit dem Verhandlungsteam. Die SWAT-Jungs waren schon vor Ort. Das Bombenkommando rollte kurz nach mir an. Es waren zwei oder drei lokale Polizeien am Tatort. Niemand hatte die komplette Leitung. Die eine wollte von der anderen keine Befehle entgegennehmen. Und von uns schon gar nicht. Dauerte eine Weile, bis der SWAT-Einsatzleiter alles unter Kontrolle hatte. Und als er so weit war, wussten wir immer noch nicht, wer da drin war. Oder überhaupt wie viele. Wir wussten nicht, ob sie den Tatort präpariert hatten. Wir wussten nicht, ob sie Geiseln hatten oder wie viele. Wir hätten jemanden erschossen, wenn wir bloß gewusst hätten, wen. Ständig sprangen welche aus den Fenstern oder kamen aus Notausgängen gerannt.“

„Wer ist dann rein?“

„Der Unterhändler. Ein Typ namens Gabe Leonard. Alle haben sich da rumgedrückt und rumgegrübelt, wie sie nach drinnen Kontakt kriegen sollten, und die Typen vom Bombenkommando haben rumgegrübelt, wie man rauskriegen konnte, ob der Tatort präpariert war. Ich hab gerade versucht, von irgendjemandem, der drin gewesen war, irgendeinem Schüler oder Lehrer, eine zusammenhängende Geschichte zu kriegen, und auf einmal sagt Leonard ‚Scheiß drauf’ und zieht sich ’ne Weste an und spaziert durch die Vordertür rein.“

„Und nichts geht hoch.“

„Gar nichts.“

Uns war der Kaffee ausgegangen. Ich stand auf und holte uns zwei weitere Becher.

„Leonard geht den Tatort ab wie auf Kolibrieiern. Alles ist leer. Niemand zu sehen da drin, nur die Leichen, und dann schließlich der Junge, in der Bibliothek, hinter verschlossener Tür. Sie stellen durch die verschlossene Tür Kontakt her, und Leonard kriegt den Jungen schließlich so weit, ans Telefon zu gehen. Leonard gibt uns Bescheid, und einer von den Geiselbefreiern ruft die Nummer an und kriegt Leonard da reingeredet, und sie können loslegen. Leonard und der Junge, und wir hören mit.“

„Wie hat er ihn rausgekriegt.“

„Ich besorg Ihnen eine Mitschrift, aber im Wesentlichen hat er gesagt: ‚Zeig Rückgrat. Was immer ihr beweisen wolltet, du musst es sauber abschließen, indem du hier aufrecht rausmarschierst und nicht zulässt, dass wir reinkommen und dich als Leiche hier rausschleifen.’ Und der Junge sagt, ‚Da haben Sie recht’, und macht die Tür auf und kommt raus. Nimmt seine Skimaske ab. Leonard nimmt ihm die Waffen ab, und sie gehen zusammen raus. Leonard hatte versprochen, ihm keine Handschellen anzulegen, und er hat’s auch nicht getan.“

„Bis der Junge draußen war.“

„Ach klar, dann sind die SWAT-Jungs über ihn hergefallen, und weg war er.“

„Wie im Kino.“

„So ziemlich“, sagte DiBella.

4

Die Dowling School lag am westlichen Ende der Stadt zwischen einem Haufen hoher Kiefern. Ich fuhr unter dem schmiedeeisernen Bogen zwischen den großen Backsteinsäulen hindurch, die kurvige Kopfsteinpflasterauffahrt hinauf und parkte vorn neben einem Schild, auf dem NUR FÜR LEHRKRÄFTE stand. Es stand noch ein anderes Auto vorn, eine Buick-Limousine, neuestes Modell.

Alles wirkte wie ausgestorben, typisch für eine Schule außerhalb der Unterrichtszeit. Das Hauptgebäude hatte eine Steinfassade mit Türmen an jedem Ende und einer zinnenartigen Dachverkleidung dazwischen. Der Eingang war dem Neo-Festungsstil angemessen, eine hohe Tür aus Eichenbrettern mit großen schmiedeeisernen Bandscharnieren und einer beeindruckenden Eisenklinke. Sie war verschlossen. Ich fand eine Klingel und drückte den Knopf. Eine ganze Weile war es still, bis schließlich die Tür aufging und eine Frau erschien.

„Hallo“, sagte sie.

„Mein Name ist Spenser. Ich untersuche den Vorfall im Frühling und habe mich gefragt, ob ich vielleicht hineinkommen und mich umsehen kann.“

„Sind Sie Polizist?“

„Ich bin Privatdetektiv. Jared Clarks Großmutter hat mich engagiert.“

„Dürfte ich einen Ausweis sehen?“

„Sicher.“ Ich zeigte ihr ihn.

Sie las ihn sich sorgfältig durch und gab ihn mir zurück. „Mein Name ist Sue Biegler. Ich bin der Dekan für Studentenangelegenheiten.“

„Wie schön für Sie.“

„Und für die Studenten.“

Ich lächelte. Ein Punkt für Dekan Biegler.

„Was möchten Sie denn gern sehen?“

„Ich weiß nicht. Ich muss einfach herumgehen, alles ein bisschen auf mich wirken lassen, mir ansehen, wie alles aussieht.“

Sie stand einen Moment in der Tür. „Tja.“

Ich wartete.

„Tja, ich habe gerade wirklich niemanden, der Sie herumführen könnte.“

„Das macht nichts. Ich gehe gern allein herum, in aller Ruhe, und lasse es auf mich wirken. Ich werd auch keine Klausurhefte klauen.“

Sie schmunzelte. „Sie können einen wirklich überzeugen.“

„Weil ich so von mir überzeugt bin“, sagte ich.

Sie schmunzelte wieder und seufzte. „Dann kommen Sie mal.

Wenn Sie irgendwas brauchen, mein Büro ist hier am Ende des Flurs.“

„Vielen Dank.“

Drinnen roch es nach Schule. Die Luft war klimatisiert und sauber, aber der Geruch nach Schule war hartnäckig. Es gab vier Büros, darunter Sue Bieglers, die von der zentralen Eingangshalle abgingen. Der Rest der Schule belegte zwei Stockwerke in jedem der beiden Flügel, die links und rechts von der Eingangshalle abgingen. Die Turnhalle hinten war durch einen schmalen Korridor mit dem Schulgebäude verbunden, und hinter der Turnhalle kam der Sportplatz. Im Erdgeschoss der Schule lagen die Mensa sowie Pausen- und Aufsichtsräume. Die Bücherei befand sich am hinteren Ende des linken Flügels. Auf jeder Seite der Eingangshalle führten Treppen zum ersten Stock hinauf. Im ersten Stockwerk über der Eingangshalle waren das Lehrerzimmer und die Sozialberatung. Ich begann herumzuspazieren.

Sie waren anscheinend durch die Vordertür hineingekommen, an den Büros in der Eingangshalle vorbei und hatten sich nach links in den langen Korridor gewandt, der an der Bücherei endete. Jeder hatte eine Skimaske übergezogen. Jeder war mit zwei Pistolen bewaffnet gewesen. Jeder hatte einen Rucksack mit zusätzlicher Munition dabeigehabt, farblich für die jeweiligen Waffen markiert. Sie erschossen die erste Lehrerin, der sie begegneten. Eine junge Frau namens Ruth Cort, die gerade eine Freistunde hatte und wahrscheinlich auf dem Weg vom Lehrerzimmer oben zur Bibliothek gewesen war. Sie hatte Kugeln aus zwei verschiedenen Pistolen im Körper. Aber es gab keine Möglichkeit zu sagen, ob sie von einem Schützen mit zwei Waffen erschossen worden war oder von beiden Schützen mit je einer Waffe. Tatsächlich hatte niemand herausfinden können, wer wen erschossen hatte. Die Waffen und die Rucksäcke hatten einfach auf einem Tisch in der Bücherei gelegen, als Grant herauskam, und niemand konnte verifizieren, welche von wem benutzt worden war. Die Cops hatten versucht, das Ganze zurückzuverfolgen und festzustellen, wer welche Farbmarkierung an welcher Waffe gehabt hatte, aber die Augenzeugen gaben alle möglichen Versionen an, und es kam nichts dabei heraus. Es gab Schmauchspuren an zwei Overalls, die ebenfalls in der Bibliothek zurückgelassen worden waren, aber keine an ihren Händen, weil sie Handschuhe getragen hatten. Die Handschuhe waren ebenfalls zurückgelassen worden, und es gab keine Möglichkeit festzustellen, welches Paar wem gehört hatte. An beiden Paaren waren Pulverrückstände gewesen.

Die angebliche normannische Festung endete mit der Eingangshalle. Der Schlackesteinkorridor war in zwei Grüntönen gestrichen und von Schließfächern gesäumt, unterbrochen von grauen Klassenzimmertüren aus Metall. Ich betrat den ersten Klassenraum. Die Wände waren aus Gipskarton und wie der Flur gestrichen. Es gab eine Tafel, Fenster, Stühle mit Schreiblehne. Einen Lehrertisch vorn mit einem Stehpult darauf. Kreide auf der Ablage unten an der Tafel. Eine große, runde elektrische Uhr an der Wand über der Tür. Es hatte die Atmosphäre einer Verwahrzelle.

Ich konnte das Erstickende spüren, die Eingeschränktheit, die tödliche Langeweile, das schwerfällige Ticken der Uhr, während sie sich durch den Tag mahlte. Ich konnte mich daran erinnern, wie ich durch Fenster wie diese zur Welt der Lebenden hinausgeschaut hatte. Zu Leuten, die sich tatsächlich frei bewegen durften. Ich versuchte mich daran zu erinnern, was Henry Adams geschrieben hatte. „Ein Lehrer ist ein Mann, der eingestellt wurde, um kleinen Jungen Lügen zu erzählen?“ Irgendwie so. Ich fragte mich, ob damals auch jemand kleinen Mädchen Lügen erzählt hatte.

Ich ging weiter den Korridor hinab, folgte dem Weg, den die Schützen genommen hatten. Ich trug Halbschuhe mit Lederabsätzen. Ich konnte meine Schritte in dem schroffen, leeren Raum klirren hören. Die Schützen hatten es nicht bis in den ersten Stock geschafft. Die ersten Dowlinger Cops waren aufgetaucht, als die Schützen die Bücherei erreichten, also verschanzten die beiden sich dort. Die Geiseln lagen mit dem Gesicht nach unten auf dem Boden, darunter die Schulbibliothekarin, eine Siebenundfünfzigjährige, und ein Mathelehrer, der dort gerade die New York Times gelesen hatte. Ich konnte ihren großen Moment fast spüren, absolute Kontrolle, alle taten, was ihnen gesagt wurde, sogar die Lehrer. Der Raum war in keiner Weise außergewöhnlich. Lesetische, Bücher, Zeitungen auf einem Ständer, am Eingang der Tresen der Bibliothekarin. Ruhe bitte. Ich sah mir ein paar der Bücher an: Ivanhoe, Die Weltgeschichte, Shakespeare: Gesammelte Werke, Die rote Tapferkeitsmedaille, Walden, Der Fänger im Roggen, Native Son. Nichts Gefährliches. Keine schlimmen Ausdrücke.

Die Fenster gingen nach Westen. Und die Abendsonne, die tief genug stand, um fast waagerecht durch die Fenster zu scheinen, ließ den trägen Staub leuchten in der Luft. Ich ging ganz nach hinten durch, zu dem großen Globus, der dort stand. Dort hätte ich mich postiert, die Tür und die Fenster im Blick, eine geladene Pistole in jeder Hand. Der Befehlshaber. Der Feldherr.

Die Tür vorn ging auf, während ich dort stand und mir den Raum ansah. Zwei Dowlinger Cops spazierten herein. Sie waren jung. Der eine war größer. Sie trugen beide Strohhüte à la Smokey der Bär. Sommer-Uniform.

„Was machen Sie hier eigentlich?“, fragte der Größere.

„Ich lasse die Schulzeit wieder aufleben. Und erinnere mich an alte Songs zurück.“

„Wie bitte?“

„School days“, sagte ich. „Sie wissen schon. Dear old golden rule days.“

Sie runzelten beide die Stirn.

„Der Chef will, dass wir Sie rüber zur Wache bringen“, sagte der Größere.

Dass der Chef mich sehen wollte, hieß noch nicht, dass ich mitgehen musste. Aber ich fand, dass es nur in meinem Interesse war, mit der örtlichen Polizei zu kooperieren, jedenfalls so lange, bis sich das Gegenteil herausstellte.

„Ich bin mit dem Wagen hier“, sagte ich. „Ich fahr Ihnen hinterher.“

5

Die Polizeiwache von Dowling sah aus wie ein weitläufiges, weißgeschindeltes Cape House. Der Polizeichef von Dowling sah aus wie ein methodistischer Pastor, den ich einmal als kleiner Junge in Laramie gekannt hatte. Er war groß und dünn mit einem grauen Bürstenschnitt und einem kurz gestutzten, grauen Schnauzer. Seine Brille war randlos. Er trug ein weißes Hemd mit kurzen Ärmeln und Schulterstücken und auf jedem Schulterstück eine Art Zierniete. Seine Dienstplakette war groß und goldfarben. Sein schwarzer Pistolengurt lag sauber zusammengelegt auf einem Beistelltisch neben seinem Schreibtisch. Seine Waffe steckte im Holster, ein großkalibriger Revolver mit Perlmutt-Griffschalen.

„Ich bin Cromwell. Polizeichef.“

„Spenser.“

„Ich weiß, wie Sie heißen. Setzen Sie sich.“

Ich setzte mich.

„Eine richtige Tragödie“, sagte Cromwell, „was drüben in dieser Schule passiert ist.“

Ich nickte.

„Sobald wir davon hörten, sind wir hin, haben sie umstellt, Unterstützung angefordert und alle uns zur Verfügung stehenden Mittel zur Festnahme der Täter genutzt.“

Ich nickte.

„Sind Sie je Polizist gewesen, Spenser?“

„Ja.“

„Dann wissen Sie, wie es läuft. Sie machen Ihre Arbeit, und die Presse sucht nach Möglichkeiten, Sie schlecht aussehen zu lassen.“

Ich wartete.

„Wir hatten ein bisschen schlechte Presse. Sie kam von Leuten, die absolut keine Ahnung von Polizeiarbeit haben. Aber sie hat meine Männer getroffen, und um Ihnen die Wahrheit zu sagen, sie hat mich getroffen.“

Ich nickte.

„Wir haben das strikt nach Vorschrift durchgezogen. Genau so, wie man es machen soll. Nach Vorschrift. Und, bei Gott, wir haben dafür gesorgt, dass aus einer Tragödie kein Inferno wird.“

„Möchten Sie, dass ich mitschreibe?“, fragte ich.

Cromwell lehnte sich in seinem Stuhl zurück und sah mich scharf an. Er zeigte mit dem Finger auf mich und stieß ihn mehrmals in meine Richtung.

„Also, das war jetzt eine klugscheißerische Bemerkung. Und ich sag’s Ihnen lieber gleich. Wir haben hier null Toleranz für Klugscheißer.“

Das Wir gefiel mir. Ich fragte mich, ob es ein Pluralis Majestatis war, wie in wir sind nicht erfreut. Auf der anderen Seite schien es immer noch nur in meinem Interesse zu sein, mit den örtlichen Cops klar zu kommen.

Ich machte ein zerknirschtes Gesicht. „Ich werd versuchen, mich zu bessern.“

„Gute Idee. Also, was wir jedenfalls nicht brauchen, ist jemand, der hier angetanzt kommt und herumschnüffelt und alles wieder hochkochen lässt.“

Ich griff wieder aufs Nicken zurück. Nicken gefiel Cromwell.

„Wer also hat Sie engagiert?“

Ich dachte einen Moment darüber nach. Auf der einen Seite gab es keinen besonderen Grund, es ihm nicht zu sagen. Healy wusste es. DiBella auch schon. Auf der anderen Seite tat es meiner Karriere nicht gut, jedem Cop, der mich fragte, gleich den Namen meines Klienten zu verraten. Außerdem nervte Cromwell. Ich schüttelte den Kopf.

„Sie sind kein Anwalt“, sagte Cromwell. „Sie haben keine Sonderrechte.“

„Wenn mich ein Anwalt im Auftrag eines Klienten engagiert, weiten sich seine Sonderrechte auf mich aus.“

„Und wie heißt dieser Anwalt?“

„Mich hat kein Anwalt engagiert.“

„Wovon zum Teufel reden Sie dann überhaupt?“

„Das frage ich mich auch oft.“ Ich setzte mein gewinnendstes Lächeln auf.

„Wie lautet unser Grundsatz für Klugscheißer hier?“

„Null Toleranz. Außer für mich.“

Eine ganze Weile sagte Cromwell nichts. Er verschränkte die Arme vor der schmalen Brust und sah mich mit seinem totäugigen Bullen-Blick an.

Ich wartete.

Schließlich sagte er: „Damit das ein für allemal klar ist. Sie sind hier unerwünscht. Stecken Sie Ihre Nase nicht in einen Fall, der längst abgeschlossen ist.“

Ich nickte.

„Und wir sind bereit, sehr unangenehm zu werden, wenn Sie so weitermachen.“

Ich nickte.

„Haben Sie dazu irgendwas zu sagen?“, fragte Cromwell.

„Wie wär’s mit: Heiliger Bimbam!“

Cromwell starrte mich weiter aus toten Augen an.

„Oder vielleicht auch nur mit einem hörbaren Schlucken“, sagte ich.

Cromwell starrte und starrte.

„Oder ich werde mal kurz blass.“

Cromwell starrte mich noch ein bisschen an.

„Hauen Sie ab, verdammt“, sagte er schließlich.

Ich stand auf. „Sie müssen da einen ganz schönen Scheiß gebaut haben.“

„Wenn Sie schlau sind, Sie Arschloch, dann kommen Sie hier nicht wieder her.“

„Dass ich schlau bin, habe ich nie behauptet.“ Ich spazierte zur Tür hinaus.

Immerhin hat er nicht auf mich geschossen.

6

Ganz euphorisiert von meinem triumphalen Erfolg beim Polizeichef dachte ich, ich könnte meinen Charme ja auch gleich noch beim Anwalt des Jungen spielen lassen.

Richard Leeland hatte seine Kanzlei in einem kleinen Einkaufszentrum, dem Village Market, oben über dem örtlichen Supermarkt. Aus seinem Fenster konnte man auf das Gemeindehaus aus dem 18. Jahrhundert blicken, das dem einstigen Dorfanger Neuengland-Authentizität verlieh, damit man nicht durcheinanderkam und dachte, man wäre in Chicago.

„Donnerwetter“, sagte er. „Ein Privatdetektiv. Wir haben hier draußen nicht oft mit Privatdetektiven zu tun.“

„Dann fehlt Ihrem Leben was.“

„Ganz bestimmt. Dürfte ich Sie etwas fragen?“ Er war ein großer, schlanker Mann mit einer braun gebrannten Glatze. Er sah aus, als ob er gut im Tennis oder Radfahren war.

„Klar.“

„Wer hat Sie engagiert, damit Sie versuchen, Jareds Unschuld zu beweisen?“

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