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Der lyrische Adventskalender

Diverse Autoren

Der lyrische Adventskalender

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Inhalt

„Theodor Storm – Knecht Ruprecht (1862)“

„Theodor Fontane –
Verse zum Advent (1892)“

„Rainer Maria Rilke –
Advent (1898)“

„Joachim Ringelnatz –
Vorfreude auf Weihnachten (1933)“

„Johann Karl Wilhelm Geisheim –
Weihnachtszeit (1839)“

„Ernst Moritz Arndt –
Der Weihnachtsbaum (1860)“

„Theodor Storm –
Weihnachtslied (1845)“

„Joachim Ringelnatz –
Ich ward beschenkt für ein Gedicht (1932)“

„Friedrich Rückert –
Einladung auf Weihnachten (1833)“

„Theodor Storm – Weihnachtsabend (1852)“

„Otto Ernst –
Weihnachtsepistel (1903)“

„Joachim Ringelnatz –
Einsiedlers heiliger Abend (1933)“

„Klabund – Weihnacht (1927)“

„Johann Wolfgang von Goethe –
Weihnachten (1822)“

„Ludwig Thoma –
Weihnachten (1922)“

„Christian Morgenstern –
Das Weihnachtsbäumlein (etwa 1910)“

„Detlev von Liliencron –
Weihnachtslied (1902)“

„Kurt Tuchholsky
(unter dem Pseudonym Theobald Tiger) –
Weihnachten“

„Joachim Ringelnatz –
Die Weihnachtsfeier des Seemanns
Kuttel Daddeldu (1924)“

„Otto Ernst –
Weihnachtsspaziergang (1907)“

„Rudolf Lavant –
Weihnacht 1988 (1893)“

„Friedrich Rückert –
Des fremden Kindes heiliger Christ (1841)“

„Joseph von Eichendorff –
Weihnachten (1864)“

„Johann Karl Wilhelm Geisheim –
Weihnachtsfreude (1839)“

 

- Tag 1 -

Theodor Storm – Knecht Ruprecht (1862)

Von drauß’ vom Walde komm ich her;
Ich muß euch sagen, es weihnachtet sehr!
Allüberall auf den Tannenspitzen
Sah ich goldene Lichtlein sitzen;
Und droben aus dem Himmelstor
Sah mit großen Augen das Christkind hervor,
Und wie ich so strolcht’ durch den finstern Tann,
Da rief’s mich mit heller Stimme an:
„Knecht Ruprecht“, rief es, „alter Gesell,
„Hebe die Beine und spute dich schnell!
„Die Kerzen fangen zu brennen an,
„Das Himmelstor ist aufgetan,
„Alt’ und Junge sollen nun
„Von der Jagd des Lebens einmal ruhn;
„Und morgen flieg’ ich hinab zur Erden,
„Denn es soll wieder Weihnachten werden!“
Ich sprach: „O lieber Herre Christ,
„Meine Reise fast zu Ende ist;
„Ich soll nur noch in diese Stadt,
„Wo’s eitel gute Kinder hat.“
- „Hast denn das Säcklein auch bei dir?“
Ich sprach: „Das Säcklein das ist hier:
„Denn Aepfel, Nuß und Mandelkern
„Fressen fromme Kinder gern.“
- „Hast denn die Rute auch bei dir?“
Ich sprach: „Die Rute, die ist hier:
„Doch für die Kinder nur, die schlechten,
„Die trifft sie auf den Teil den rechten.“
Christkindlein sprach: „So ist es recht;
„So geh mit Gott, mein treuer Knecht!“

Von drauß’ vom Walde komm ich her;
Ich muß euch sagen, es weihnachtet sehr!
Nun sprecht, wie ich’s hierinnen find’!
Sind’s gute Kind’, sind’s böse Kind’?

Vater:
Die Kinder sind wohl alle gut,
Haben nur mitunter was trotzigen Mut.

Ruprecht:
Ei, ei, für trotzgen Kindermut
Ist meine lange Rute gut!
Heißt es bei euch denn nicht mitunter:
Nieder den Kopf und die Hosen herunter?

Vater:
Wie einer sündigt, so wird er gestraft;
Die Kinder sind schon alle brav.

Ruprecht:
Stecken sie die Nas auch tüchtig ins Buch,
Lesen und schreiben und rechnen genug?

Vater:
Sie lernen mit ihrer kleinen Kraft,
Wir hoffen zu Gott, daß es endlich schafft.

Ruprecht:
Beten sie denn nach altem Brauch
Im Bett ihr Abendsprüchlein auch?

Vater:
Neulich hört ich im Kämmerlein
Eine kleine Stimme sprechen allein;
Und als ich an die Tür getreten,
Für alle Lieben hört ich sie beten.

Ruprecht:
So nehmet denn Christkindleins Gruß,
Kuchen und Äpfel, Äpfel und Nuß;
Probiert einmal von seinen Gaben,
Morgen sollt ihr was Besseres haben.
Dann kommt mit seinem Kerzenschein
Christkindlein selber zu euch herein.

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