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Der Crash ist die Lösung

Über die Autoren

Marc Friedrich studierte Internationale Betriebswirtschaftslehre und beschäftigte sich intensiv mit der Wirtschaft und den Finanzmärkten. Während eines Aufenthalts in Argentinien erlebte er 2001 einen Staatsbankrott und dessen verheerende Folgen selbst mit. In Großbritannien, der Schweiz und den USA sammelte er zahlreiche und wertvolle Arbeitserfahrungen. Gemeinsam mit Matthias Weik hält er Seminare und Fachvorträge bei Unternehmen, Verbänden, an Universitäten und Schulen.

Matthias Weik befasst sich seit über zehn Jahren eingehend mit der globalen Wirtschaft und ihren Finanzmärkten. Arbeits- und Studienaufenthalte in Südamerika, Asien und Australien ermöglichten ihm tiefe Einblicke in das Wirtschaftsleben fremder Nationen. Parallel zu seiner Tätigkeit für einen deutschen Konzern hat er einen MBA erworben. Seit mehreren Jahren ist der Querdenker als unabhängiger Honorarberater tätig.

Matthias Weik & Marc Friedrich

DER
CRASH
IST DIE LÖSUNG

Warum der finale Kollaps kommt
und wie Sie Ihr Vermögen retten

BASTEI ENTERTAINMENT

Haftungsausschluss: Jede Person ist selbstverständlich für ihre private Vermögensverwaltung und Geldanlage selbst verantwortlich. Über spezifische Finanzprodukte muss sich folglich jeder Anleger in Eigenregie informieren. Die Autoren übernehmen keinerlei Haftung für Schäden, welche durch falsche Schlussfolgerungen aus den Hinweisen in diesem Buch entstanden sind. Die Informationen basieren auf tief greifender Recherche – nichtsdestotrotz können Fehler auftreten. Die Autoren schließen Haftungsansprüche jeglicher Art aus.

Redaktionsschluss: September 2015

Geld ist das Barometer der Moral einer Gesellschaft. Wenn Sie sehen, dass Geschäfte nicht mehr freiwillig abgeschlossen werden, sondern unter Zwang, dass man, um produzieren zu können, die Genehmigung von Leuten braucht, die nichts produzieren, dass das Geld denen zufließt, die nicht mit Gütern, sondern mit Vergünstigungen handeln, dass Menschen durch Bestechung und Beziehungen reich werden, nicht durch Arbeit, dass die Gesetze Sie nicht vor diesen Leuten schützen, sondern diese Leute vor Ihnen, dass Korruption belohnt und Ehrlichkeit bestraft wird, dann wissen Sie, dass Ihre Gesellschaft vor dem Untergang steht.

Ayn Rand (1905-1982), russisch-amerikanische Autorin

1. Der programmierte Crash

Wenn wir die Menschen, denen wir täglich begegnen, fragen, ob »die Finanzkrise« vorbei sei, so ist die Antwort im Prinzip immer die gleiche. Niemand glaubt dies! Egal, ob wir über das Thema mit Kunden, mit Geschäftspartnern oder mit Freunden sprechen. Egal, ob die Leute beruflich mit Geldgeschäften zu tun haben oder nicht. Egal, ob sie viel oder wenig von Wirtschaft verstehen. Allen sagt ihr Bauch etwas anderes: Wir erleben seit 2008 einen epochalen Wandel! Weltwirtschaft und globales Finanzsystem sind aus den Fugen geraten. Ohne einen grundlegenden Paradigmenwechsel rasen wir nahezu ungebremst auf einen Abgrund zu. Alle ahnen dunkel, dass der Absturz gewaltig sein wird. Aber nur wenige haben eine etwas genauere Vorstellung davon, auf welchem Grund wir am Ende aufschlagen werden. In diesem Buch analysieren wir, wer da eigentlich am Steuer sitzt. Warum diese Leute fahren wie die Irren. Wo die Reise unserer Meinung nach hinführen wird. Und wie wir alle wieder die Kontrolle über das soziale Vehikel Geld zurückgewinnen können.

Seit 2008 sind Krisen unsere ständigen Begleiter: die Immobilienkrisen in den USA, Spanien und Irland, die Lehman-Krise, die Zypern-Krise, Finanz- und Bankenskandale in Serie, ausufernde Staatsschulden, Eurokrise, Italien, Portugal, selbst Frankreich als potentielle Wackelkandidaten. Und immer wieder Griechenland: ein wirtschaftlich und politisch vollständig marodes Land, ein verzweifeltes, von Rezession, zahllosen Rettungspaketen und Reformforderungen ausgezehrtes und demoralisiertes Volk. Während wir diese aktualisierten Zeilen im September 2015 schreiben, wurde Griechenland entgegen aller logischer und ökonomischer Vernunft, ein drittes Mal mit einem Rettungspaket in Höhe von 86 Milliarden gerettet. Obwohl diese Art der Rettung schon zweimal katastrophal versagt hat, wird dieselbe, nutzlose Medizin abermals dem todkranken Patienten Griechenland verabreicht. Hier fällt uns kopfschüttelnd nur ein Zitat von Albert Einstein ein: „Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.“ Im Einzelnen ist derzeit nicht absehbar, wohin Griechenland treibt, was die Griechen noch alles werden ertragen müssen, was den Kreditgebern bei IWF, EZB, EFSF, ESM & Co. noch so alles einfällt – und was Europas Steuerzahler das alles am Ende kosten wird. Klar ist nur: Die größte Konkursverschleppung der Geschichte geht weiter. Und Hellas wird, unter welchen kuriosen Abkürzungen auch immer, noch für Jahrzehnte am Tropf Europas hängen. Mehr noch: Letztlich wurde keine einzige der Finanzkrisen der letzten sieben Jahre jemals gelöst. Ganz im Gegenteil. Es wird immer deutlicher, dass alle sogenannten Rettungspakete nicht die Lösung, sondern eher das Problem sind. Dass deren Halbwertszeiten immer kürzer, deren Wirkungen immer fragwürdiger werden.

Schon jetzt ist diese in der Geschichte einmalige und scheinbar unendliche Rettungsorgie eine beispiellose Serie von Vertragsbrüchen, Lug und Betrug. Eigentümer und Einleger von Pleitebanken müssen deren waghalsige Risiken tragen? Ach was! Es muss nur einer der Verantwortlichen »systemrelevant« rufen, und schon zahlen wir alle – als Steuerzahler – die Zeche. Kein Schuldentransfer zwischen Euro-Staaten? Längst ist diese Regel das Papier nicht mehr wert, auf dem sie formuliert wurde. Die Europäische Zentralbank als unabhängige Währungshüterin? Inzwischen ist sie zu einer Finanzagentur für Staatsanleihen mutiert. 2009 jagte eine Krisenkonferenz die andere. Nicht anders sieht es 2015 aus und auch in Zukunft wird sich nichts ändern. Nach jeder wurde uns erzählt, dass Banken, Investmenttrusts oder Hedgefonds jetzt aber wirklich an die Kette gelegt würden. Dass Banken deutlich mehr Eigenkapital zur Absicherung ihrer Risiken bilden müssten. Dass Schluss sei mit den Fantasie-Boni für Finanzmanager. Und was ist tatsächlich passiert? So gut wie nichts! Viele Banken verdienen wieder besser als vor der Krise. Die ohnehin laschen Ziele bei der Erhöhung der Eigenkapitalquoten wurden bis ins Jahr 2019 gestreckt. Dafür schütten selbst Institute mit bescheidenen Gewinnen schon jetzt wieder fette Prämien an ihre Topleute aus.

Seit Ausbruch der Finanzkrise 2008 und besonders seit Sommer 2012 hat die Politik, Hand in Hand mit der Finanzbranche und den Notenbanken, lediglich die Symptome der Krankheit bekämpft. Die wahren Ursachen der Krise wurden nicht in Angriff genommen. Damit wurde vor allem eines enorm beschleunigt: die volkswirtschaftliche Schadensmaximierung auf Kosten der Allgemeinheit – und der Demokratie. Lange Zeit Unvorstellbares wird seither getan, um Zeit zu gewinnen und die ungelöste Dauerkrise weiter in die Zukunft zu verschieben. Unternehmen und Banken werden verstaatlicht, Bürger, Aktionäre und Sparer enteignet. Obendrein werden am laufenden Band und von oberster Stelle geltende Gesetze gebrochen, um das kaputte System künstlich am Leben zu erhalten. Dabei ist der Patient Finanzsystem eigentlich klinisch tot.

Der Euro als Wohlstandsvernichter

Bedauerlicherweise ist vieles von dem, was wir in unserem ersten Buch Der größte Raubzug der Geschichte Anfang 2012 vorhergesagt haben, bereits mit einer Dynamik eingetroffen, die selbst uns überrascht. Wir erleben gegenwärtig nicht nur in einigen Staaten die größte Insolvenzverschleppung in der Geschichte der Menschheit, sondern auch das größte politische Währungs- und Notenbankexperiment. Nie zuvor war mehr Geld im System als heute. Die Bilanzen der Notenbanken haben historische Dimensionen angenommen. Und der Euro ist in Wahrheit längst gescheitert. Denn Geld, das man retten muss, ist kein Geld! Die volkswirtschaftlichen Zahlen untermauern deutlich: Der Euro zerstört Europa und vernichtet unseren Wohlstand! Die EU mag aus historischer Perspektive ja ein ganz respektabler Friedensnobelpreisträger sein. Aber vielen Ländern Europas beschert der Euro eine Rekordarbeitslosigkeit. In Ländern wie Spanien und Griechenland findet inzwischen jeder Zweite unter 25 keine Arbeit mehr. Erwachsene Menschen, ja ganze Familien mit Kindern müssen wieder zu ihren Eltern ziehen – oder ihr Land verlassen. Da wird eine komplette Generation verbrannt, um ein gescheitertes, politisch motiviertes Währungsexperiment am Leben zu erhalten. So verschieden die ökonomischen Hintergründe im Einzelnen sein mögen – Griechenland, Irland, Portugal, Spanien, die USA und Japan sind de facto bankrott. Wir gehen sogar noch weiter: Wir zählen auch Italien, Frankreich, Spanien, Kroatien und die Niederlande zu den Pleitekandidaten.

Vor den Europawahlen im Mai 2014 haben Politiker von Helsinki bis Rom und von Lissabon bis Warschau gefühlvolle Sonntagsreden gehalten, in denen sie die Segnungen der europäischen Friedensordnung und die unbestreitbaren Vorteile grenzüberschreitender wirtschaftlicher Zusammenarbeit priesen. Doch zugleich schaffen dieselben Politiker durch krasse Fehlentscheidungen einen brandgefährlichen Nährboden für Populisten, Nationalisten, Separatisten und Extremisten. Die Europawahlen und die Wahlen in Griechenland, Frankreich und Spanien haben unsere Befürchtungen mehr als bestätigt. Selbst bürgerkriegsähnliche Zustände, wie wir sie 2012 in Athen erleben mussten, könnten früher oder später auch in anderen Krisenstaaten drohen.

Ob nun »Bail out« – Banken werden mittels staatlicher Bürgschaften, also mit Steuergeldern gerettet – oder »Bail in« – Banken werden durch ihre Eigentümer, Gläubiger und Sparer gerettet. Egal, wie es genannt wird, im Endeffekt bedeutet es immer nur eines: Wir alle, wir Steuerzahler und Bürger, müssen haften und für die Zockereien und Verluste der Banken zahlen. Das zeigt in aller Deutlichkeit, wie verzweifelt die Situation ist. Auf uns als Ökonomen wirken die bisher durchgeführten Versuche zur Lösung der Finanzkrise und ihrer verheerenden Auswirkungen wie ein endloser Horrorfilm.

Nullzinsen und Spekulationsblasen

Verstärkt wird der Schrecken durch die Tatsache, dass wir alle seit Jahren durch die Notenbanken schleichend enteignet werden. In allen wichtigen Wirtschaftsräumen liegen die Leitzinsen nahe null. Die Verzinsung unserer Ersparnisse, ganz gleich, ob wir sie aufs gute alte Sparbuch legen oder ob wir sie in Staatsanleihen oder andere Anlageformen stecken, liegt fast ausnahmslos unterhalb der Inflationsrate. Nur wenn wir mal kurzfristig unser Konto überziehen, verlangt unsere Bank oder Sparkasse Wucherzinsen – obwohl sie das Geld, mit dem sie da »arbeitet«, von der Europäischen Zentralbank (EZB) buchstäblich geschenkt bekommt.

Derweil vagabundieren Unsummen dieses billigen Geldes um die Welt und suchen Anlagemöglichkeiten. So erklimmen Aktienkurse und teilweise auch Immobilienpreise schon wieder Rekordhöhen. Bestehende oder kürzlich geplatzte Spekulationsblasen werden nur durch neue, immer größere Spekulationsblasen abgelöst. Auf die zynische Aussage des ehemaligen Chefs der Citigroup, Chuck Prince, die wir bereits in unserem ersten Buch zitierten, müssen wir daher hier zurückkommen: »Man muss tanzen, solange die Musik spielt«, sagte Prince 2008. Wir müssen Ihnen leider mitteilen, dass die Musik mittlerweile lauter spielt als in 2008. Und dass die Finanzprofis in New York, London und Frankfurt längst wieder ausschweifend tanzen und mehr Boni denn je bezahlt werden. Dass nebenbei die Welt in Schulden versinkt, dass immer mehr Länder vor dem Bankrott stehen, dass sich die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter öffnet, dass die Mittelschicht kontinuierlich ausradiert wird und dass die sozialen Spannungen zunehmen – all dies interessiert unsere Traumtänzer auf dem Finanzparkett leider nicht die Bohne.

Die Finanzbranche hat die Welt mit ihrer Gier und ihrem egoistischen, unverantwortlichen Handeln mehrfach an den Rand des Abgrunds gebracht. Trotzdem wurden und werden die großen, vermeintlich »systemrelevanten« Banken immer wieder gerettet. Dieser Automatismus hat sich ins Bewusstsein der Protagonisten eingebrannt. »Too big to fail« zu sein, das ist für die Finanzmanager der Welt kein unkontrollierbares Risiko, sondern perverserweise ein nachgerade vernünftiges Ziel. Denn wenn meine Pleite ganze Volkswirtschaften ruinieren kann, dann werden die verantwortlichen Politiker alles tun, um diese Pleite zu verhindern. Folglich sind die Banken seit 2008 noch größer, noch mächtiger und vor allem noch »systemrelevanter« geworden. Ihre Manager halten die Staaten fest im Schwitzkasten. So perfide es klingt, die Krisenverursacher sind die Krisengewinner. Es ist wie im Casino: Die Bank gewinnt immer!

Das Wirtschaftswachstum in den USA und in Europa verharrt trotz der enormen Anstrengungen auf schwachem Niveau. Japan, das am höchsten verschuldete Industrieland der Welt, kommt nach zwanzig Jahren Stagnation nur schleppend wieder auf die Beine. Und auch bislang boomenden Schwellenländern wie Brasilien, Indien oder der Türkei geht die wirtschaftliche Puste aus. Wo es noch zartes Wachstum gibt, wurde es mit einer exorbitanten Geldflut teuer erkauft – und ist letztendlich doch nur auf Treibsand gebaut. Wir sind Zeugen eines komplett fahrlässigen und unverantwortlichen Spiels auf Zeit, bei dem am Ende jeder nur verlieren kann.

Die Krisen mehren sich, und mit jeder neuen Krise gewinnen sie an Kraft und Stärke hinzu. Die Welle, die sich dadurch kontinuierlich auftürmt, rollt unaufhaltsam heran. Es gibt keine Möglichkeit, sie zu stoppen. Lediglich die Entscheidung, ob Sie auf der Welle mitsurfen oder ob Sie von ihr weggerissen werden, können Sie bis zu einem gewissen Grad noch selbst treffen.

Einzig die Verursacher all dieser Krisen in der Finanzbranche mussten bislang kaum Federn lassen. Großbanken und andere milliardenschwere Kapitalsammelstellen präsentieren sich ungebrochen als alternativlos für die Weltwirtschaft. Es ist wie beim Kinomonster Godzilla: Size does matter. Die Herren der Finanzwelt glauben nach wie vor, sich über die Gesetze stellen zu können. Ungerührt bitten sie den Steuerzahler zur Kasse und treten jegliche Art von Gesetzen, Normen und Werten mit Füßen, ohne dafür zur Verantwortung gezogen zu werden. Denn während die Politik im Schneckentempo an vermeintlich schärferen Regeln der Bankenaufsicht laboriert, tun sich immer neue Skandale um Manipulationen, kriminelle Machenschaften und Betrug auf.

Die gesellschaftliche Akzeptanz der Finanzbranche wird dabei immer weiter demontiert. Dass ihr Ansehen nur noch knapp oberhalb von dem krimineller Drogenkartelle rangiert, ist vielen Finanzmanagern natürlich schmerzlich bewusst. Und den Klügeren unter ihnen ist auch durchaus klar, dass ihr System ungebremster Renditespekulation nicht mehr lange funktionieren kann. Deshalb ist dieses Buch auch ein Appell an die Verantwortungsträger der Geldbranche und Politik: Nichts ist alternativlos, schon gar nicht unser jetziges Finanzsystem. Es gibt immer Alternativen! Was wir brauchen, ist eine Reform des Bank- und Finanzwesens an Haupt und Gliedern. Eine Neuausrichtung an einer nachhaltigen, menschenorientierten Unternehmensphilosophie. Wir alle müssen den Banken und Versicherungen die Hand reichen und sie wieder in die Gesellschaft integrieren. Mit spürbarem gesellschaftlichem Druck lassen sie sich auf den Pfad wenn nicht der Tugend, so doch immerhin den der ökonomischen Vernunft zurückführen.

Das sinnlose Spiel auf Zeit

Fakt ist: Es gibt keine Heilung und keine Lösung innerhalb des bestehenden Systems. Gäbe es diese Lösung, die Politik hätte sie uns schon längst stolz und lautstark präsentiert. Zudem fehlen bei den Verantwortlichen anscheinend der Wille und der Mut, den Status quo aufzugeben und einen wirklich nachhaltigen Wandel zum Besseren herbeizuführen. Stattdessen wird unverdrossen an den Symptomen herumgedoktert und zu Lasten von uns Bürgern auf Zeit gespielt.

Wir alle wissen, dass es zum Beispiel im Fußball durchaus sinnvoll sein kann, auf Zeit zu spielen. Das sieht zwar selten schön aus, aber man kann so sein Ergebnis halten. Schließlich wird das Spiel nach 90 Minuten abgepfiffen. Doch im globalen Finanzkrisenspiel gibt es für die meisten längst nichts mehr zu gewinnen. Es wird auch nicht abgepfiffen. Irgendwann wird abgerechnet. Und wenn diese unvermeidliche Abrechnung kommt, dann werden alle bisherigen Krisen seit 2008 nur wie ein winziger Vorgeschmack wirken. Im Vergleich mit dem endgültigen Kollaps des Finanzsystems waren die Lehman-Pleite, die Eurokrise und selbst der Absturz der griechischen Wirtschaft eher ein Kindergeburtstag.

Der Crash wird kommen. Wir sind keine Hellseher, sondern Ökonomen. Daher wissen wir nicht, wann er kommt und wie viele Krisen in welchen Teilsystemen des Finanzsystems ihm noch vorausgehen werden. Aber dass er kommt, ist keine dunkle Prophetie. Der finale Kollaps ist eine logische Konsequenz unbestreitbarer wirtschaftlicher Grundregeln. Was wir momentan erleben, wird in die Geschichtsbücher eingehen. Noch nie war mehr ungedecktes Geld im System wie derzeit. Noch nie wurden die Bilanzen der Notenbanken stärker aufgebläht, und noch nie waren die Zinsen so niedrig. Wir alle wissen, dass man einen Ballon nicht ewig aufblasen kann. Irgendwann muss entweder Luft herausgelassen werden – oder der Ballon platzt. Unsere gut begründete Vermutung ist, dass es zum Luftablassen längst zu spät ist.

Eigentlich hatten wir nicht die Absicht, ein zweites Buch zu schreiben. Aber die unglaublichen Ereignisse und Entwicklungen seit 2012 sowie das Versagen von Politik und Finanzwirtschaft, aus der Krise die notwendigen Schlüsse zu ziehen, zwingen uns regelrecht dazu. Als überzeugte Demokraten und Europäer können wir die zahllosen von den Verantwortlichen verbreiteten Halbwahrheiten und Lügen nicht länger ertragen. Wir müssen weiterhin den Finger in die Wunde legen, auf die nach wie vor bestehenden krassen Missstände hinweisen und die Verantwortlichen, die uns für dumm verkaufen, belügen, betrügen, abzocken und enteignen, beim Namen nennen. Jeder Bürger muss verstehen, was da gerade vor unseren Augen geschieht, welche Auswirkungen es für ihn persönlich und für uns alle haben wird. Und jeder sollte wissen, wie er sich gegen den kommenden Crash wappnen kann. Je mehr Menschen sowohl mental als auch finanziell auf diesen Jahrhundert-Crash vorbereitet sind, desto glimpflicher wird er für uns als Gesellschaft ablaufen.

Schon in Der größte Raubzug der Geschichte haben wir beschrieben, dass alle ungedeckten Papiergeldsysteme, aber auch alle Währungsunionen der Vergangenheit ausnahmslos gescheitert sind. Geld ohne realwirtschaftlichen Bezug ist immer wertlos, mögen noch so viele zunächst an dessen Wert glauben. Solche Systeme zeichnen sich nämlich durch den Glauben an ein unbegrenztes, exponentielles Wachstum aus. Wir leben aber in einem geschlossenen System mit endlichen Ressourcen. Es gibt kein ewiges Wachstum. Den Glauben daran müssen wir endlich ad acta legen. Wir Menschen können uns vielleicht die Natur bis zu einem gewissen Grade untertan machen. Aber wir können nicht die Mathematik überlisten. Leider wird genau das momentan wieder versucht. Doch auch unser Finanzsystem hat eine mathematisch begrenzte Lebensdauer – und das Haltbarkeitsdatum ist abgelaufen. Wie gesagt: Wir können auch nicht in die Zukunft blicken und mit Gewissheit vorhersagen, was passieren wird. Geschweige denn, wann genau. Aber wir haben die Möglichkeit, aus der Vergangenheit zu lernen und uns auf das Kommende einigermaßen vorzubereiten.

Als Ökonomen verstehen wir etwas von den durchaus komplexen Hintergründen der Krise. Doch als Schwaben verzichten wir auf Experten-Kauderwelsch. Wir reden, wie uns der Schnabel gewachsen ist: in einer verständlichen, ehrlichen und deutlichen Sprache. Und garantiert dialektfrei!

In unserem ersten Buch haben wir den größten Vermögenstransfer der Menschheit von unten und der Mitte nach ganz oben beschrieben. Mit diesem Buch wollen wir nicht zuletzt dazu beitragen, dass Sie auf der richtigen Seite stehen. Dass Sie Ihr Erspartes und das Ihrer Familie erhalten können. Sie haben nämlich durchaus eine Chance, Ihr Geld vor Entwertung und Enteignung zu schützen. Noch ist Zeit, sich auf den Crash vorzubereiten. Aber das Zeitfenster wird jeden Tag kleiner.

Der Crash ist die Lösung! Das ist eine heftige Aussage. Aber wir zeigen auf, warum er im Enddefekt sogar gut und notwendig ist. Für die Finanzwelt, deren Macht gebrochen werden muss. Für die Gesellschaft, die wieder gerechter werden muss. Und für jeden Einzelnen, der in einer wahrhaft sozialen Marktwirtschaft vom vernünftigen Eigennutz aller profitieren soll, statt für den irrationalen Reichtum sehr weniger zur Kasse gebeten zu werden.

Nach unserem ersten Buch »Der größte Raubzug der Geschichte« hat sich auch dieses Buch zu einem für uns zunächst unglaublichen Bestseller entwickelt. Dass wir das erfolgreichste Finanzbuch des Jahres 2014 nun auch als komplett aktualisierte Taschenbuchausgabe vorlegen können, verdanken wir nicht zuletzt all unseren Lesern und den vielen Zuhörern unserer Lesungen und Vorträge. Wir wissen von Ihnen, dass wir nur aussprechen, was viele unserer Mitbürger denken. Ihr Zuspruch bestärkt uns weiterzumachen. Von Beginn an war es unser Anliegen, so viele Mitmenschen wie nur möglich zu erreichen und sie in einer klaren, ehrlichen und verständlichen Sprache auf das hinzuweisen, was vor unseren Augen abläuft. Mehr denn je werden wir von der Finanzwelt und der Politik hinters Licht geführt, belogen und bestohlen.

Die Finanzwelt dreht sich weiter, als wäre nichts geschehen. Etliche Blasen sind geplatzt, aber Zentral- und Geschäftsbanken rund um den Globus rühren weiter fleißig die Seifenlauge aus wunderlicher Geldvermehrung und Spekulation an, aus der diese Blasen entstehen. Keines der Probleme unseres maroden Finanzsystems wurde nachhaltig gelöst. Aus den Fehlern der Vergangenheit wurde rein gar nichts gelernt. Die Banken sind größer und »systemrelevanter« als je zuvor, und die Boni auf ihren Top-Etagen haben ihre alten Höchststände nicht nur längst wieder erreicht, sondern oft noch übertroffen. Mit Fassungslosigkeit und Entsetzen beobachten wir die immer zahlreicheren undemokratischen Entscheidungen der Politik und der Finanzindustrie, um ein zweifellos gescheitertes System weiterhin künstlich am Leben zu erhalten. Heute sind selbst Negativzinsen kein Fremdwort mehr. Das einzige, was seit 2009 konsequent vorangetrieben wird, ist die volkswirtschaftliche Schadensmaximierung auf Kosten von uns allen.

Besonders erschreckend für uns ist, dass viele unserer Aussagen und Prognosen in diesem Buch schon jetzt bittere Realität geworden sind. Und das mit einer Dynamik, die selbst uns sprachlos macht. Aus diesem Grunde sagen wir mehr denn je: Der Crash ist die Lösung! Gäbe es wirklich eine Lösung, dann hätten die »Entscheider« in Berlin, Brüssel oder Washington uns diese schon längst präsentiert. Ferner bestätigt sich auch die Kernaussage unseres ersten Buches: Dass die Reichen immer reicher und die Fleißigen immer ärmer werden. Wir hoffen daher von Herzen, dass wir noch mehr Menschen erreichen können. Dass diese ihre Stimme erheben – und dass endlich einmal nicht mehr nur die Banken, »die Märkte« und der Euro, sondern endlich die Menschen gerettet werden. Lassen Sie sich nicht von der Finanzbranche und der Politik hinters Licht führen. Unser demokratisches Gemeinwesen braucht eine neue, demokratischere und gerechtere Wirtschafts- und Finanzordnung.

Stuttgart, im September 2015

Matthias Weik & Marc Friedrich

2. Kranke Welt oder: Warum die Krisenverursacher die Krisengewinner sind

Heute regiert nicht der Mensch, sondern das Geld.

Papst Franziskus im Juni 20131

Das, was wir uns angewöhnt haben »Finanzkrise« oder schlicht »die Krise« zu nennen, wurde im Wesentlichen durch zwei fatale wirtschafts- und finanzpolitische Fehlentwicklungen ausgelöst. Beide zusammen wurden dann durch die unausrottbare menschliche Schwäche der Gier kräftig befeuert.

Die erste Fehlentwicklung: eine weitgehende Deregulierung der nationalen und internationalen Finanzmärkte. Diese nahm ihren Anfang bereits in den Achtzigerjahren des vorigen Jahrhunderts, und zwar unter den Regierungen von Ronald Reagan und Margaret Thatcher, beide erklärte Anhänger der marktradikalen Lehren Friedrich August von Hayeks (1899-1992) sowie der sogenannten Chicagoer Schule und ihres Vordenkers Milton Friedman (1912-2006). In den 16 Regierungsjahren Helmut Kohls folgte der »rheinische Kapitalismus« diesem Irrweg noch zögerlich. Erst im Gefolge des Demokraten Bill Clinton und des britischen Labour-Premierministers Tony Blair öffnete dann auch in Deutschland die rot-grüne Koalition unter Kanzler Gerhard Schröder die Schleusen der Liberalisierung. Das allerdings mit deutscher Gründlichkeit!

Die zweite Fehlentwicklung nahm ihren verhängnisvollen Lauf spätestens ab Mitte der Neunzigerjahre, als die amerikanische Notenbank unter ihrem Präsidenten Alan Greenspan die lahmende Konjunktur mit immer niedrigeren Zinsen anzukurbeln versuchte. Andere Zentralbanken folgten diesem Kurs allzu häufig, sodass die Welt seit zwei Dekaden nahezu ununterbrochen mit billigem Geld überströmt wird. Geld, das außerhalb des Finanzsektors, also in der Welt realer Güterproduktion und Dienstleistung, gar nicht genügend vernünftige Anlagemöglichkeiten findet. Und das deshalb in immer kürzeren Abständen eine Spekulationsblase nach der anderen produziert.

Dass sämtliche Pflanzen der Gattung Gier im feuchtwarmen Klima fehlender Regeln und üppig vorhandenen Geldes prächtig gediehen, das kann man den Dschungelbewohnern der Finanzwelt, den Börsenmaklern, Bankern oder Fondsmanagern, den trickreichen Finanzmathematikern, Spekulanten und Investment-Gurus wohl nicht einmal zum Vorwurf machen. Sehr wohl dagegen, dass sich ihre Gier teils mit spekulativem Übermut, teils gar mit krimineller Energie und offen betrügerischen Absichten paarte. Nicht nur dass Kunden etwa mit hochriskanten Schrottanleihen übers Ohr gehauen wurden. Selbst Währungskurse oder Leitzinsen wurden illegal manipuliert.

Das Platzen der Dotcom-Blase im März 2000, die Abstürze von NASDAQ, Neuem Markt und Co. mochten vielen noch als Betriebsunfall oder als unvermeidliche »Korrektur von Marktübertreibungen« erscheinen. Doch spätestens im Herbst 2008, mit der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers und dem endgültigen Platzen der Immobilienblase in den Vereinigten Staaten, standen Finanzwelt und Politik vor dem Scherbenhaufen dieses Systems. Allerorten fielen faule Kredite und unkalkulierbare Risiken wie tote Fliegen aus den Bankbilanzen. Selbst untereinander trauten sich die »Masters of the Universe« bald nicht mehr über den Weg. Nicht nur Privatleuten und Unternehmen, auch gegenseitig wollten die Kreditinstitute sich plötzlich kein Geld mehr leihen. Nur knapp konnten Politiker mit großen Gesten einen allgemeinen Bankensturm verhindern. Und mit staatlich garantierten Billionen werden seitdem Institute am Leben gehalten, die sich ohne unsere Steuergelder binnen Tagen in Luft aufgelöst hätten.

Doch was hat sich, sieht man von vollmundigen Bekenntnissen auf zahllosen »Krisengipfeln« ab, seither geändert? Wurden die Märkte tatsächlich wieder stärker reguliert? Wurden die Sturzbäche billigen Geldes durch die Notenbanken gestoppt? Wurde dem Wahnsinn an den Finanzmärkten Einhalt geboten? Nein. Nichts von alldem. Die Hybris der Finanzjongleure ist trotz aller Krisen und Skandale ungebrochen.

Eines möchten wir vorab klarstellen: Wir sind Banken gegenüber nicht generell negativ eingestellt. Und wir möchten erst recht kein primitives »Banker Bashing« betreiben, wie es seit einiger Zeit in Mode ist. Ganz im Gegenteil: Banken sind für eine funktionierende Gesellschaft unverzichtbar. Leider hat sich jedoch ein Großteil der Banken von ihrer eigentlichen Aufgabe, der Versorgung der Wirtschaft mit Geld und Krediten, verabschiedet. Die Finanzwirtschaft dient nicht mehr in erster Linie den Menschen und der Gesellschaft, sondern fast nur noch ihren eigenen Interessen. Statt durch ein funktionierendes und stabiles Kreditsystem Wohlstand für alle zu ermöglichen, jagt sie jede Sekunde des Tages unvorstellbare Mengen unproduktiven Geldes um den Globus. Auf jeden Dollar, der weltweit für Waren oder Dienstleistungen ausgegeben wird, kommen geschätzt 70 Dollar, die in Form reiner Finanzanlagen zirkulieren. Dieses System macht wenige auf dem Papier reich – und stürzt dabei ganze Volkswirtschaften in kaum noch kontrollierbare Krisen. Den Preis zahlen all die Menschen, die über Nacht ihre Ersparnisse, ihren Job oder ihr Häuschen verlieren. Oder denen manchmal ganz buchstäblich die Butter vom Brot genommen wird. Mit einem Wort: Unser Banken- und Finanzsystem hat sich in eine vollkommen falsche, für die Allgemeinheit schädliche Richtung entwickelt.

Mit diesem Buch legen wir abermals den Finger in die Wunde und zeigen die gravierenden Fehlentwicklungen in der Finanzbranche seit der Krise von 2008 auf, vor allem innerhalb der letzten Jahre. Dabei vertrauen wir weder den wolkigen Ankündigungen aus der Politik noch den Krokodilstränen und den reuigen Gelöbnissen aus den oberen Etagen der Banken. Wir lassen die Fakten sprechen. Damit wollen wir zu einem Sinneswandel beitragen, sowohl bei den Entscheidungsträgern in der Finanzwirtschaft als auch bei uns, den Bankkunden. Jeder Einzelne ist mitverantwortlich, dass das System wieder vom Kopf auf die Füße gestellt wird. Dass das Geld wieder den Menschen dient, und nicht die Menschen dem Geld.

Denn Sie entscheiden, ob Sie Ihr Gehalt und Ihre Ersparnisse überhaupt einer Bank anvertrauen, und wenn ja, welcher. Sie entscheiden, wer Ihr Geld für Sie anlegt und wofür es investiert wird. Klar, jede Bank wird beteuern, dass sie »die Bank an Ihrer Seite« sei. Aber Sie vertrauen Ihren Freunden oder Kollegen ja auch nicht, weil sie T-Shirts mit dem Aufdruck »Vertrau mir!« tragen. Sie vertrauen nur Leuten, die bislang offen und ehrlich mit Ihnen umgegangen sind. Die sie wenigstens nicht über den Löffel balbiert haben. Können Sie das Gleiche guten Gewissens von Ihrem Bankberater sagen?

Flucht in die »Systemrelevanz« – Warum Banken immer größer und größer werden

Seit dem Krisenjahr 2008 haben die Banken ihre Bilanzen immer weiter inflationär aufgebläht. Historisch niedrige Zinsen haben ihnen das ebenso möglich gemacht wie Fusionen und Übernahmen, die im Vergleich zur Vorkrisenzeit oft echte Schnäppchen waren. Durch diese nahezu ungebremste Aufblähung sind die Großbanken rund um den Globus noch »systemrelevanter« geworden. Und mit Hilfe der mächtigsten Lobby der Welt – der Finanzlobby – haben sie sich äußerst erfolgreich gegen alle wirklich tiefgreifenden Reformen gewehrt.

Weitgehend verhindert und zeitlich komfortabel gestreckt hat man etwa die Aufstockung des haftenden Eigenkapitals. Die obersten Bosse der Banken werden nicht müde zu jammern, was für schreckliche Auswirkungen höhere Eigenkapitalquoten auf Banken und die Gesellschaft haben würden. Der Politik und uns Bürgern wird gebetsmühlenartig gedroht, dass deutlich höhere Rücklagen zu einer reduzierten Vergabe von Krediten an die Realwirtschaft führen müssen. Und dass dies natürlich das Wachstum abwürgen, Arbeitsplätze und Wohlstand vernichten, eine erst recht schlimme Krise heraufbeschwören würde. Diese Drohungen haben gewirkt. Nicht zuletzt das viel zitierte Abkommen namens »Basel III« war für die Finanzbranche ein deutlicher Punktsieg. Wie so oft konnten die Lobbyisten zahlreiche Schlupflöcher und Sonderregeln in die Verträge diktieren.

Basel III

Dem Reformpaket des Basler Ausschusses der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) zufolge gelten seit dem 1. Januar 2014 strengere Kapital- und Liquiditätsvorschriften für Finanzinstitute. Ziel von »Basel III« war eigentlich, die Finanzwelt stabiler zu machen, damit Banken in Krisensituationen künftig ohne Staatshilfen auskommen. Derzeit sind die meisten großen Institute mit miserablen 1 bis 5 Prozent Eigenkapital ausgestattet. Die Deutsche Bank etwa hatte Ende 2014 eine Eigenkapitalquote von beschämenden 3,9 Prozent. Dies ist weniger, als die pleitegegangene Bank Lehman Brothers vor der Krise hatte! Die Bestimmungen, was als Eigenkapital gelten darf, wurden zwar international weitgehend vereinheitlicht, dabei aber zugleich weichgespült. Die Eigenkapitalquote wurde lediglich auf 7 Prozent erhöht. Und diesen Wert muss eine Bank auch erst 2019 erreichen.2

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Versuchen Sie mal, Ihr Häuschen oder Ihre Wohnung mit einem Eigenkapitalanteil von 7 Prozent von Ihrer Hausbank finanziert zu bekommen. Das Gelächter Ihres Kundenberaters könnte man bis auf die Straße hören! Privatpersonen benötigen zurecht mindestens 20 Prozent Eigenkapital, um einen Kredit zu erhalten, Unternehmen sogar 25 Prozent. Dabei stehen sowohl mit dem Eigenheim wie mit einer Fabrik Sachwerte, reales Kapital als Sicherheit zur Verfügung. Ohne Zweifel sind die Hochhäuser der Deutschen Bank in Frankfurt Topimmobilien. Aber deren Wert würde nicht mal ein Milliardstel der Risiken des Instituts decken. Doch was »gehört« einer Bank schon? Das Geld ihrer Kunden jedenfalls nicht. Und selbst ihr »echtes« Eigenkapital besteht aus nichts anderem als abstrakten Vermögenstiteln – also aus Geld. Bei der Risikobewertung wird mithin bei Privatleuten und Unternehmen einerseits, Banken andererseits mit zweierlei Maß gemessen. Doch auch Banken sind Unternehmen. Und zwar ziemlich riskante, wie wir inzwischen lernen mussten. Warum sie also anders behandeln als Industrie- oder Dienstleistungsunternehmen? Leider genießt diese Branche noch immer eine Narrenfreiheit, die ihresgleichen sucht.

Das Motto der Finanzinstitute lautet weiterhin: Gewinne privatisieren und Verluste sozialisieren. Mit ihrer nach wie vor lächerlichen Eigenkapitalquote verlässt sich die Bankenwelt aufgrund ihrer Monopolstellung auf die Rettung durch Notenbanken, Staaten und Steuerzahler. Man kann sich nicht genug dagegen empören!

Rettung für alles Gold der Welt

5,1 Billionen Euro! Diesen gigantischen Finanzrahmen haben die europäischen Länder seit 2008 gezimmert, um Banken zu retten.3 Damit könnte man bequem über zehn Jahre lang den deutschen Staatshaushalt finanzieren. Man könnte fünfmal den kompletten Dax, also alle Aktien von Allianz bis Volkswagen, aufkaufen. Oder alles Gold der Welt! Und man hätte dann immer noch ein stattliches Sümmchen übrig.4

Bankberatung bringt Verluste – für den Kunden

50 Milliarden Euro. Diese Summe verlieren Anleger in Deutschland jährlich aufgrund schlechter Beratung durch Banken und Finanzexperten. Das zeigt ein Gutachten des Bamberger Finanzwissenschaftlers Andreas Oehler.5 Mit dieser Summe hätte man den gesamten Schuldendienst des Bundes für 2014 finanzieren können, dazu noch den kompletten Bildungsetat. Und den neuen Berliner Flughafen BER gäbe es gratis dazu!

Kein Wunder, dass laut einer Umfrage des Finanzportals FinanceScout24 aus dem Jahre 2013 knapp 86 Prozent der Deutschen beabsichtigen, ihr Geld möglichst ohne fremde Hilfe anzulegen. Lediglich 14 Prozent wünschen sich eine persönliche Beratung durch eine Bank.6 Diese Umfrage spiegelt das große Misstrauen der Verbraucher gegenüber Banken wider. Seltsam nur: Obwohl ein Großteil der Ansicht ist, dass die privaten Banken nichts aus den Fehlern, die zur Finanzkrise geführt haben, gelernt hätten, und obwohl 72 Prozent der Befragten sagen, die Großbanken würden genauso weitermachen wie vor der Krise, hat sich deren schändliches Verhalten auf das Anlageverhalten ihrer Kunden bisher kaum ausgewirkt.7 Die motzen, bleiben ihrem Institut aber meist treu. Vielleicht, weil es ihnen an Alternativen mangelt? Im Kapitel über Vermögenssicherung werden wir einige nennen.

Laut einer Online-Umfrage, die das Marktforschungsinstitut Mafo exklusiv für Handelsblatt Online im Juli 2012 durchgeführt hat, hält fast jeder vierte Deutsche Banker sogar für kriminell.8 Leider müssen wir dem weitgehend zustimmen. Was wurde uns nach dem Crash von 2008 von Politikerseite nicht alles darüber erzählt, wie man Banken und Banker auf den Pfad kaufmännischer Tugenden zurückführen möchte. Ein Wirrwarr aus Gesetzen, Reformen und Maßnahmen mit unglaublich komplizierten Namen wie Basel III, ESM, Solvency II, Bankenaufsicht, EFSM, Stresstest, Bankenunion wurde in den Raum geworfen und in Gremien sowie auf immer neuen Krisengipfeln ausbuchstabiert. Selbst manche Experten blickten am Ende nicht mehr durch, was tatsächlich beschlossen, was nur besprochen wurde – und was reine Luftblasen der Konferenzrhetorik waren.

Die zahnlose Bankenaufsicht

Bei genauerem Hinsehen sind viele der gefassten Beschlüsse so wirkungslos, wie deren Verkündung lautstark war. So wurde die Einhaltung der Eigenkapitalregeln von Basel III nicht nur auf den Sankt Nimmerleinstag verschoben. Man kann nur beten, dass es bis 2018 keine weiteren Krisen gibt! Unverständlicherweise wurde den Banken zudem erlaubt, genau jene Papiere in ihre Liquiditätspuffer einzubauen, die die Krise von 2008 gerade verursacht hatten: Anleihen mit schlechter Bewertung, Aktien bis hinunter zu engen Nebenmarktwerten und – man glaubt seinen Ohren nicht zu trauen – Hypothekenanleihen! Was die Qualität der Risikovorsorge anbetrifft, wurden die Regeln also nicht etwa verschärft, sondern nahezu bis zur Unkenntlichkeit aufgeweicht. Das soll ein Mensch verstehen!

Bankenaufseher kritisieren zu Recht, dass Staatsanleihen von Ländern, die an den Börsen offiziell als »Ramsch« gehandelt werden, hier nun plötzlich als risikolos bewertet werden.9 Das ist in etwa so, als würden Sie sich ein uraltes, kaputtes Handy auf dem Flohmarkt kaufen, ein kleines Äpfelchen draufkleben und behaupten, das sei das allerneueste iPhone. Und dann verlangen Sie für Ihren Elektromüll 500 Euro! Angesichts der prekären Risiken vieler Banken sind solche Taschenspielertricks schlicht ein Skandal.

Die USA prüfen derweil sogar, ob Basel III überhaupt Verwendung finden soll. Der Chef der US-Bank JPMorgan Chase, James Dimon, stänkert beinahe im Wochenrhythmus gegen das Abkommen – und verteufelt Regulierungen für Banken als »unamerikanisch«.10

Als absolut bedeutungslos haben sich auch die sogenannten »Stresstests« für Banken herausgestellt. Die Bilanzen der Banken und deren Krisenfestigkeit sollten auf Herz und Nieren geprüft werden. Und was passierte? Irische Banken wurden 2010 zum Beispiel als absolut gesund bewertet – um nur vier Monate später mit Milliarden an Steuergeldern gerettet werden zu müssen. Zusätzlich hatte man sich bei den Banken, die 2010 durchgefallen waren, auch ein klein wenig verrechnet. Statt einer »Lücke« von 2,5 Milliarden Euro klaffte in den Bilanzen ein Riesenkrater von 300 Milliarden Euro. Im folgenden Jahr dauerte es nur noch drei Monate, bis krasse Fehler offenkundig wurden: Der belgisch-französische Bankkonzern Dexia wurde im April 2011 noch als Gewinner des Stresstests – und damit als die sicherste Bank Europas gekürt. Im Juli mussten Belgien, Frankreich und Luxemburg mit 90 Milliarden Euro einspringen. Dexia wurde nicht »gerettet«, sondern schlicht verstaatlicht. 11 Dabei wurden sagenhafte 95 Milliarden Euro an riskanten Papieren in eine Bad Bank ausgelagert.12 Das ist ungefähr so, als würden Sie Ihren Dispokredit komplett an die Wand fahren und dann Ihrem Bankberater milde lächelnd vorschlagen, er solle Ihr Girokonto doch bitte ab sofort unter dem Namen von Tante Erna führen; die werde nämlich eines schönen Tages Ihre Schulden abzahlen. Allein Luxemburg bürgt mit vier Milliarden Euro für Dexia – was 9 Prozent des Bruttoinlandsproduktes entspricht.13 Auch die Deutsche Bundesbank warnte 2013, dass es fünf Jahre nach der Lehman-Pleite noch immer keine adäquate Lösung für die Abwicklung systemrelevanter Institute gebe.14

Wer hat die Größte?

Fünf Jahre nach der Mutter aller Bankenpleiten wächst die Sehnsucht der Finanzindustrie, die Krise endlich hinter sich zu lassen. Auf einer Tagung in Frankfurt im September 2013 schmiedeten die Bankenchefs denn auch schon wieder Pläne, wie sie weiter am großen Rad drehen können. Federico Ghizzoni, Chef der Mailänder Großbank Unicredit, erklärte explizit, die verrufene Regel »too big to fail« dürfe »kein Tabu« sein. Der Mann vertritt unerschütterlich die Meinung, dass Größe im Bankgeschäft wichtiger denn je sei. 15 Damit ignoriert er eine der zentralen Lehren aus der Krise: dass zu große Banken eine immense Gefahr für Wirtschaft und Gesellschaft darstellen. Denn sie können Staaten quasi in Geiselhaft nehmen. Bürgschaften und »Rettungspakete« gelten großen Instituten als Freibriefe für das Management, horrende Risiken einzugehen. Risiken, die die Bank selbst im Leben nicht tragen könnte.

Kleiner Katalog der Finanzkrimis

Durch Betrug erlistet ist noch nicht gewonnen.

Sophokles (496 – 405/6 v. Chr.), griechischer Tragödiendichter und Staatsmann

Was sich seit 2012 in der Finanzwelt abgespielt hat, ist für den Normalbürger schlicht und einfach unvorstellbar. Das Geschäftsgebaren einiger Finanzkonzerne wird dem krimineller Organisationen immer ähnlicher – egal ob Drogengelder zu waschen sind oder von der UNO verhängte Embargos umgangen werden. Solange die Gewinnraten aus einem Geschäft satt zweistellig sind, werden Gesetze gedehnt, trickreich umgangen oder auch schlicht gebrochen. Moral und Anstand werden ohnehin jeden Morgen an der Garderobe abgegeben. Wir reden hier nicht von dubiosen Zockerbuden auf diversen karibischen Inseln. Wir reden von weltweit führenden Großbanken. Machen Sie sich am besten selbst ein Bild. Es folgt ein kleines »Best-of«, was in den vergangenen Jahren so alles aufgedeckt wurde. Leider ist zu befürchten, dass dies nur die Spitze des Geldberges ist.

001.tif
  • Im Dezember 2012 verurteilte ein italienisches Gericht die Deutsche Bank zu einer Strafe in Höhe von einer Million Euro. Mitarbeiter des Instituts erhielten Bewährungsstrafen von bis zu acht Monaten. Sie hatten riskante Zinswetten an die Stadt Mailand verkauft – nach Ansicht der Juristen ein Fall schweren Betrugs. Ähnliche Urteile ergingen gegen die schweizerische UBS, die US-Bank JPMorgan Chase und die deutsch-irische Depfa-Bank. Alle Institute hatten Mailands Stadtkämmerer sogenannte Zins-Swaps aufgeschwatzt. Mit deren Hilfe, so die Banker, könne die hoch verschuldete Stadt die Zinslast für eine 1,7 Milliarden Euro schwere, über dreißig Jahre laufende Anleihe verringern, die sie 2005 aufgelegt hatte. Doch in der Finanzkrise entpuppten sich die Papiere als nahezu wertlos. Mailand verlor Millionen.16
  • Anfang Januar 2013 bekannte sich die 1741 gegründete Schweizer Bank Wegelin vor einem Gericht in Manhattan schuldig, Dutzenden amerikanischen Bankkunden dabei geholfen zu haben, insgesamt mehr als 1,2 Milliarden Dollar vor dem US-Fiskus zu verstecken. Im März 2013 verschwand die traditionsreiche Bank von der Bildfläche.17
  • Ebenfalls im Januar 2013 legte die Deutsche Bank ihren Streit mit der US-Energieaufsicht Federal Energy Regulatory Commission (FERC) bei – mit einer Strafzahlung in Höhe von 1,5 Millionen Dollar. Der Vorwurf: Manipulation des Energiemarktes in Kalifornien. Die Bank wies die Vorwürfe scharf zurück. Es bleibt ihr Geheimnis, warum sie dennoch die Geldstrafe und dazu 73 000 Dollar als Abschlag auf »unrechtmäßige Gewinne« zahlte. 18
  • Im selben Monat überwies die Bank of America mehr als zehn Milliarden Dollar an den staatlich gestützten Hausfinanzierer Fannie Mae. Damit wurden sämtliche Streitigkeiten um fragwürdige Hypotheken-Deals aus der Welt geschafft.19 Auch JPMorgan Chase, Citigroup und sieben weitere US-Banken mussten im Januar 2013 mit insgesamt 8,5 Milliarden Dollar für fehlerhafte Immobilienpfändungen geradestehen.20
  • Der britischen Großbank Standard Chartered wurde 2013 Geldwäsche für iranische Kunden vorgeworfen. In den zehn Jahren zuvor habe sie Transaktionen mit dem Iran in Höhe von 250 Milliarden Dollar verschleiert und dafür Hunderte Millionen Dollar an Gebühren eingestrichen.21 Laut einem Bericht des Department of Financial Services (DFS) sollen insgesamt 60 000 geheime Geldgeschäfte gegen US-Sanktionen verstoßen haben, darunter Aufträge der iranischen Zentralbank und der Geldhäuser Saderat und Melli. Die schweren Anschuldigungen wurden simpel mit dem Scheckbuch aus der Welt geschafft. Das Institut zahlte im Rahmen eines Vergleichs mit der New Yorker Finanzaufsicht 340 Millionen Dollar. DFS-Chef Benjamin Lawsky erklärte: »Die Bank hat das US-Finanzsystem für Terroristen, Waffenhändler, Drogenbarone und korrupte Regime verwundbar gemacht.«22
  • Die niederländische ING musste 619 Millionen Dollar aufbringen, um Vorwürfe beizulegen, wonach sie für kubanische und iranische Kunden Milliarden durch das US-Finanzsystem geschleust hatte.23
  • Ebenfalls in diesen Gefilden war die britische Barclays Bank unterwegs. Sie zahlte nach einer Einigung 298 Millionen Dollar. Vorwurf: Durchführung illegaler Transaktionen mit Banken in Kuba, dem Iran, Libyen, dem Sudan und Birma im Umfang von 500 Millionen Dollar.24
  • Die britische Großbank HSBC zahlte wegen eines Geldwäsche-Skandals in den USA eine Rekordstrafe von knapp zwei Milliarden Dollar. »Wir übernehmen die Verantwortung für die Fehler der Vergangenheit«, so HSBC-Chef Stuart Gulliver kleinlaut. Die US-Behörden warfen dem Institut vor, Kunden beim Transferieren von fragwürdigen Geldern aus Ländern wie Mexiko, dem Iran oder Syrien geholfen zu haben.25
  • Nachdem die US-Behörden der zweitgrößten Schweizer Bank, der Credit Suisse, vorgeworfen hatten, ihr boomendes Geschäft mit iranischen Banken verheimlicht und damit wirtschaftliche Sanktionen der USA verletzt zu haben, zahlte sie 536 Millionen Dollar. Auch hier wurde jedoch ausdrücklich betont, dass dies kein Schuldeingeständnis sei.26
  • Die britische Lloyds Bank stimmte der Zahlung von 350 Millionen Dollar zu. Vorwurf: Sie habe Kunden geholfen, Sanktionen der USA gegen den Sudan, Iran und Libyen zu umgehen.27
  • Die Royal Bank of Scotland zahlte 500 Millionen Dollar. Sie soll über die niederländische Bank ABN Amro Geld für Kunden aus dem Iran, Libyen und Syrien gewaschen haben.28
  • JPMorgan Chase, die größte Bank der Vereinigten Staaten, musste im Herbst 2013 eine Strafe von insgesamt 920 Millionen Dollar an vier verschiedene Aufsichtsbehörden zahlen. Die US-Bankenaufsicht OCC kassierte 300 Millionen Dollar wegen »unsicherer und unsolider Praktiken«, die US-Börsenaufsicht SEC verhängte eine Strafe in Höhe von 200 Millionen Dollar wegen »des Mangels an wirksamer interner Kontrolle bei Finanzberichten«, und die US-Zentralbank Fed erhielt ebenfalls 200 Millionen Dollar. Die britische Finanzaufsicht FCA schickte einen Strafbefehl über 137,6 Millionen Pfund. Auch bei JPMorgan Chase waren ganz klar gesetzliche Bestimmungen gebrochen worden. Die Bank hatte es schlicht unterlassen, die Behörden über riskante Optionsgeschäfte zu informieren.
          Zu Beginn des Jahres 2012 hatte der Londoner Händler Bruno Iksil dabei 6,2 Milliarden Dollar in den Sand gesetzt. Aufgrund der enormen Höhe seiner Wetteinsätze bekam der Banker den Spitznamen »Wal von London«. Zunächst wurde das Problem durch den Chef von JPMorgan, James Dimon, heruntergespielt: Im April 2012 sprach er von einem »Sturm im Wasserglas«. Der damalige Finanzchef Doug Braunstein behauptete, die betroffenen Derivate-Positionen seien »voll transparent für die Aufseher, welche regelmäßig Information über die Positionen erhalten«. Dann jedoch fand ein US-Senatsausschuss heraus, dass die Bankenaufsicht OCC nichts von den betroffenen Geschäften der Bank wusste.
          Konsequenzen für die Bankmanager: keine. Weder die unmittelbar Verantwortlichen noch Dimon, der offenbar sogar im Senatsausschuss gelogen hatte, müssen mit Sanktionen rechnen. Intern wurden die involvierten Manager trotz der massiven Verluste ebenfalls nicht zur Rechenschaft gezogen. Das drängt den Schluss geradezu auf, dass die durch das riskante Vorgehen der Banker erzielten Profite das illegale Vorgehen in den Augen des Vorstands rechtfertigen. Denn nach der Affäre um den »Wal von London« stieg der verfügbare Etat für derlei Spekulationsgeschäfte bei JPMorgan Chase im Jahr 2013 auf 500 Milliarden Dollar.29
  • Im Mai 2013 begann sich abermals Ärger über JPMorgan zusammenzubrauen. Ermittler der US-Energieregulierungsbehörde FERC warfen der Bank vor, in den Jahren 2010 und 2011 die Strompreise in Kalifornien und mehreren Staaten des mittleren Westens manipuliert zu haben.30 Durch unlautere Gebotsstrategien an den Strombörsen habe man die dortigen Stromnetzbetreiber über den Tisch gezogen. Die Vorwürfe richteten sich in Sonderheit gegen Blythe Masters, eine Topmanagerin der Bank. Masters genießt an der Wall Street eine traurige Berühmtheit als Miterfinderin der Credit Default Swaps (CDS). Das sind jene zu riesigen und undurchschaubaren Paketen gebündelten Schuldverschreibungen, die für die Finanzkrise mitverantwortlich gemacht werden. Masters soll laut Süddeutsche Zeitung die dubiosen Energiegeschäfte der Bank gekannt und abgesegnet haben. Ferner habe sie fälschlicherweise unter Eid abgestritten, dass ihr die Probleme bekannt gewesen seien, heißt es in einem Papier der Aufsichtsbehörden.
          In diesem Fall gab ihr Dienstherr Dimon zur Abwechslung den »Good Cop« und ging auf die Ermittler zu. Er entschuldigte sich, die Behörden getäuscht zu haben, und gelobte, alles zu tun, um die Situation zu verbessern. Branchenkreisen zufolge stand die Bank kurz vor einem Vergleich. Nach Medienberichten ist davon auszugehen, dass die Behörden ihre Ermittlungen gegen eine Zahlung von rund 400 Millionen Dollar fallen ließen.31 Wohl auch deshalb legte JPMorgan Chase im vierten Quartal 2013 zusätzlich mehr als 1,5 Milliarden US-Dollar für mögliche Schadensersatzansprüche zurück.32
  • Im Juli 2013 deckte die New York Times auf, dass Goldman Sachs den am Rohstoffmarkt zentralen Aluminiumpreis manipuliert hatte. Die Bank hatte 2010 den Lagerhausspezialisten Metro International aufgekauft, durch dessen Lagerhäuser ungefähr ein Viertel des amerikanischen Aluminiums geht, welches überwiegend zu Dosen verarbeitet wird. Die Lieferzeit für Kunden betrug vor der Eingliederung in den Konzern sechs Wochen, im Jahr 2013 sollen es bereits bis zu 16 Monate gewesen sein. Die Bank kassierte für jeden Tag Lagergebühren, welche selbstredend an den Endverbraucher weitergegeben wurden. Die New York Times sprach von absichtlich verschleppten Lagerfristen – welche die US-Verbraucher ungefähr 5 Milliarden Dollar gekostet haben dürften.33
  • Im August 2013 verdonnerte die britische Financial Conduct Authority (FCA) 13 Institute und Kreditkartenaussteller zu Ausgleichszahlungen von insgesamt 1,3 Milliarden Pfund. Sie hatten nach Ansicht der Aufseher unnötige Extra-Versicherungen für Kreditkarten an ihre Kunden verkauft. Zu den bestraften Unternehmen zählen unter anderem Branchengrößen wie die Royal Bank of Scotland, HSBC und die Barclays Bank.34
  • Im November 2013 geriet erneut JPMorgan Chase in die Schlagzeilen. Offenbar strebte Amerikas größte Bank auch bei Strafzahlungen eine Spitzenposition an. Um die Einstellung mehrerer laufender Verfahren wegen strittiger Hypothekengeschäfte zu erreichen, zahlte die Bank die höchste Summe, die jemals von einem US-Unternehmen im Zuge einer außergerichtlichen Einigung aufgebracht werden musste: sage und schreibe 13 Milliarden Dollar! Laut Reuters hatte sich JPMorgan mit dem US-Justizministerium auf diese Summe geeinigt. Sie entsprach dem Gewinn der Bank im zweiten Halbjahr 2013.35 James Dimons Prämien waren dadurch freilich nicht gefährdet. Dimon erhielt trotz besagter Strafzahlung zusätzlich zu seinem Grundgehalt von 1,5 Millionen Dollar einen Bonus von 18,5 Millionen Dollar – in Form von Aktienoptionen.36
  • Ebenfalls dabei: die Deutsche Bank. Im Dezember 2013 bezahlte sie 1,4 Milliarden Euro an die beiden staatlichen US-Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac, da diese sich von den Frankfurtern bei Hypothekengeschäften in den Jahren 2005 bis 2007 betrogen sahen. Versteht sich, dass auch dieses kleine Taschengeld keineswegs als Schuldeingeständnis gewertet werden darf. 37
  • Im Februar 2014 musste die Bank of America für die faulen Kredite einer Tochterfirma 8,5 Milliarden Euro Schadensersatz zahlen.38
  • Im selben Monat zahlte die US-Investmentbank Morgan Stanley den staatlichen Immobilienfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac insgesamt 1,25 Milliarden Dollar. Das Haus hatte in seinen Verkaufsunterlagen die hauseigenen Hypotheken-Papiere viel zu positiv dargestellt und deren erhebliche Risiken komplett in klein gedrucktes Wischiwaschi verpackt.39
  • Nicht immer ist der Endkunde der Dumme. Die Helden der Finanzbranche zocken sich gern auch gegenseitig ab. Im Herbst 2013 etwa entschädigte – ja, die schon wieder – JPMorgan Chase institutionelle Investoren mit 4,5 Milliarden Dollar für Verluste aus umstrittenen Hypothekengeschäften.40 Einen Teil des Geldes sollen die Allianz-Tochter Pimco und die Bayerische Landesbank – genau, die mit der notverstaatlichten Pleitebank Hypo Alpe Adria 41 in Österreich! – bekommen.
  • Ende September 2014 berichtete das »Wall Street Journal«, dass die amerikanische Justiz gegen die Commerzbank ermittelt, weil sie gegen die Vorschriften zur Geldwäschebekämpfung verstoßen habe. Kurz darauf wurde bekannt, dass die Bank 800 Millionen Euro Strafe zahlen wird.
  • Einem Bericht der »Times« zufolge drohen der größtenteils verstaatlichten britischen Royal Bank of Scotland (RBS) 2015 hohe Strafzahlungen für mutmaßliche Vergehen aus der Zeit der Finanzkrise. Die Rechtsstreitigkeiten, die im Zusammenhang mit dem Verkauf von sogenannten Ramschpapieren in den Vereinigten Staaten stehen, könnten die Bank mehr als fünf Milliarden Pfund kosten.
  • Mutmaßliche Zinsmanipulationen kommen die Deutsche Bank 2015 teuer zu stehen. Mit den Behörden in den Vereinigten Staaten und Großbritannien einigte man sich auf eine Zahlung in Höhe von 2,5 Milliarden Dollar. Das sind umgerechnet ca. 25 000 Dollar pro Mitarbeiter der Deutschen Bank.
  • Die schmutzigen Geschäfte der Schweizer Privatbank HSBC sorgten 2015 für viel Wirbel. Korrupte Politiker, Waffenhändler und andere Kriminelle haben über Jahre hinweg deren Konten genutzt, um Gelder zu waschen, Besitztümer zu verheimlichen und Steuern zu hinterziehen. Die Bank wusste zwar in vielen Fällen über die dubiosen Machenschaften Bescheid. Geschäfte machte sie trotzdem mit ihnen.

Wie Banken den deutschen Staat abzocken

Bankgeschäfte, die darauf abzielen, den Steuerzahler zu schädigen, sind für eine Landesbank und jedes andere seriöse Finanzinstitut völlig unvertretbar.

Peter Tschentscher (SPD), Finanzsenator der Freien und Hansestadt Hamburg

Im November 2013 kam ans Licht, wie deutsche und ausländische Banken den deutschen Fiskus mit dubiosen Steuerdeals um Milliarden betrogen haben. Die Banken nutzten dabei eine bis 2012 bestehende Gesetzeslücke aus. Mit deren Hilfe war es erstaunlicherweise möglich, Kapitalertragsteuern doppelt erstattet zu bekommen. Im Klartext: Banken haben sich Steuern erstatten lassen, die sie vorher überhaupt nicht bezahlt hatten! Die zuständigen Behörden gehen von einem Schaden in Höhe von mehr als zehn Milliarden Euro aus.42

Vereinfacht gesagt wurde dabei mit Aktien gehandelt, die den Beteiligten am Geschäft nicht gehörten. Das sind die oft zitierten sogenannten Leerverkäufe. Sämtliche Deals wurden kurz vor und nach den fälligen Dividendenausschüttungen abgewickelt. Und die Aktien wurden rund um den Globus mehrfach hin und her verkauft, um weitere Verwirrung zu stiften. Am Ende hatte man die Finanzämter so durcheinandergebracht, dass diese mehrfach Gutschriften auf fällige Dividendensteuern einräumten. Wenn Sie ein paar Aktien in Ihrem Depot halten und sich angesichts der von Ihrer Bank automatisch versandten Steuermitteilung jetzt fragen, was der ganze Aufwand bringen soll: Denken Sie einfach an 10 000 statt an fünf oder zehn Unternehmenswerte sowie an Millionen Stück pro Aktie statt an jeweils 10 oder 100. Dann macht Kleinvieh richtig Mist!

Professor Carl-Christian Freidank, Steuerrechtler an der Universität Hamburg, sieht in der beschriebenen Praxis »eine unzulässige Steuergestaltung, und wenn diese vorsätzlich begangen wurde, dann ist es Steuerhinterziehung«. Die Banken – Unrechtsbewusstsein, nein danke! – verweisen natürlich auf besagte Gesetzeslücke: »Zu den maßgeblichen steuerlichen Rechtsfragen werden (…) unterschiedliche Auffassungen vertreten. Sie sind höchstrichterlich nach wie vor nicht geklärt, sodass die Rechtslage offen ist«, erklärte etwa die HypoVereinsbank. Im Falle gerade dieser Bank ermittelt die Staatsanwaltschaft gleichwohl wegen Verdachts auf schwere Steuerhinterziehung.43

Im Dezember 2013 durfte die Öffentlichkeit einen weiteren Bankenskandal zur Kenntnis nehmen. Die staatliche HSH Nordbank hat anscheinend ebenfalls den Staat betrogen. Sie war in dubiose Börsengeschäfte verwickelt, mit deren Hilfe sie dem Fiskus Steuern in Millionenhöhe vorenthielt. Nachdem die Steuertricks bei einer Bilanzprüfung entdeckt wurden, zahlte die Landesbank der Bundesländer Hamburg und Schleswig-Holstein 127 Millionen Euro Steuern nach. 2014 drohten weitere Steuernachzahlungen. Besonders pikant: Ausgerechnet in den Jahren 2008 bis 2011, also in der Zeit, in der die Bank mit einer Kapitalspritze von drei Milliarden Euro und Landesbürgschaften über zehn Milliarden Euro vom Steuerzahler vor dem Bankrott gerettet wurde, haben deren Aktienhändler Steuern hinterzogen. Sage noch mal einer, dass man die Hand nicht beißen kann, die einen füttert.44

Doch damit nicht genug: Aufgrund einer Anklage wegen schwerer Untreue in einem dubiosen Überkreuzgeschäft namens Omega 55 musste sich der komplette Ex-Vorstand der Bank vor Gericht verantworten. Die Zweckgesellschaft »Omega Capital Funding 55« hatte die HSH Nordbank 2007 gemeinsam mit der französischen Großbank BNP Paribas in Dublin gegründet. Die HSH brachte in dieses Finanzvehikel Immobilienkredite im Volumen von mehr als zwei Milliarden Euro ein. Diese lagen damit außerhalb der Bilanz. Folglich musste die Landesbank dafür kein Eigenkapital hinterlegen. Nach Ansicht der Verteidiger, aber auch von Finanzexperten ein nicht unübliches Geschäft. Die Staatsanwaltschaft vermutete jedoch dahinter die Absicht, die Eigenkapitalquote der HSH für den für 2008 geplanten Börsengang zu »optimieren«.45

Ferner wurde dem ehemaligen Bankchef Dirk Jens Nonnenmacher aka »Dr. No«, dem Herrn mit den schwarzen, gegelten Haaren, der perfekt in das Bild eines Zocker-Bankers passt, und dem damaligen Kapitalmarkt-Vorstand Jochen Friedrich zudem unrichtige Darstellung der Bilanz vorgeworfen. »Mit dieser Bilanzkosmetik sollen sie angeblich die teuren Folgen des Omega-Geschäfts übertüncht haben«, so die Süddeutsche Zeitung.46

Eine Bank, die für sich behauptet, ihr sei die Tragweite dieser Geschäfte nicht klar gewesen, muss sich fragen lassen, ob sie überhaupt geschäftsfähig ist.

Wolfgang Kubicki, Fraktionschef der FDP im schleswig-holsteinischen Landtag 47

Angesichts solcher »Affären« kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass eine gewisse kriminelle Energie zum Geschäftskonzept vieler Banken gehört. Milliarden-Strafen für halblegale bis illegale Praktiken scheinen gar als Geschäftskosten von vornherein einberechnet zu werden. Kein Wunder: Warum sollten Banken sitten- oder gar gesetzwidrige Geschäftspraktiken ändern, solange die Gewinne aus kriminellen Machenschaften die Strafzahlungen übertreffen? Wenn wir also morgen den Wirtschaftsteil aufschlagen und lesen, dass jetzt auch beim Institut XY illegale Geschäfte in zurückliegenden Jahren aufgeflogen sind, werden wir jedenfalls nicht vor Staunen vom Stuhl fallen.

Der Libor-Skandal

Da wir uns nicht erst seit gestern mit den fragwürdigen Methoden der Finanzbranche beschäftigen, hielten wir uns eigentlich für relativ abgebrüht. Was Mitte 2012 ans Licht der Öffentlichkeit gelangte, hat aber auch uns noch einmal sprachlos gemacht. Über Jahre haben die Bank of America, Barclays, Mitsubishi-UFJ, die Citibank, Credit Suisse, die Deutsche Bank, HSBC, JPMorgan Chase, Lloyds, die Royal Bank of Scotland und die schweizerische UBS den sogenannten Libor manipuliert, den Zinssatz für Geschäfte zwischen Banken.48 Schön, die Betrüger betrügen sich also gegenseitig, mögen Sie jetzt denken. Doch welche Zinsen sich Banken gegenseitig zahlen, daran hängt – weit mehr als an den berühmten »Leitzinsen« der EZB oder der Fed –, wie viel Zinsen der Hersteller Ihrer Lieblingsschokolade zahlen muss – der diese Zinsen natürlich einpreist. Oder die Supermarktkette, bei der Sie Ihre Schokolade kaufen. Oder wie viel Sie für Ihren Haus- oder Autokredit hinblättern dürfen.

Der Libor als Zinsindikator

Die London Interbank Offered Rate (eigentlich LIBOR, meist aber »Libor« geschrieben) gibt an, zu welchen Konditionen sich Banken weltweit gegenseitig Geld leihen. Der Euribor ist die Euro-Variante dieses Zinssatzes. Beide Referenzwerte werden täglich von einer Reihe internationaler Großbanken gemeinsam festgelegt.

Man sollte denken, dass Ehrlichkeit hier im Interesse aller Beteiligten liegt, dass ihnen der Sinn des moralischen Grundsatzes »Was du nicht willst, das man dir tut …« ganz unmittelbar einleuchtet. Weit gefehlt! LIBOR und Euribor haben nämlich weit reichende Wirkungen auf dem gesamten Finanzmarkt. Sie dienen als Grundlage für Geschäfte in Billionenhöhe. Vom Baukredit bis zum hoch komplexen Derivate-Geschäft richten sich die Preise nahezu aller Finanzmarktprodukte nach ihnen. Vor allem Produkte mit variablem Zinssatz reagieren hochsensibel auf Libor und Euribor. Steigen beide, bekommen Sie mehr Zinsen für Ihren Sparbrief – müssen aber als Häuslebauer mit höheren Belastungen rechnen. Fallen die Sätze, ist es umgekehrt. Und schon kleinste Veränderungen hinterm Komma können immense Schwankungen auslösen.49 Mit einem Wort: Der Libor ist der wichtigste Zinssatz der Welt.50

So wurde der Libor manipuliert

Täglich um Punkt elf Uhr Londoner Zeit melden die großen Banken der Welt dem britischen Bankenverband BBA, zu welchem Zins sie sich heute untereinander Geld leihen wollen. Angesichts der immensen Bedeutung dieser Absprache sollte man annehmen, dass hinter ihr ein irgendwie repräsentatives Gremium unabhängiger Fachleute steht, das sich zudem auf eine Flut maschinell ausgewerteter Finanzdaten stützt. Doch wie so viele scheinbar vernünftige Annahmen zum Thema Geldgeschäfte stimmt auch diese leider nicht. Über den Libor entscheidet nämlich eine höchst exklusive Gruppe von 18 Damen und Herren aus 15 global tätigen Bankhäusern.

Man betrügt niemals gutwillig; die Schurkerei fügt zur Lüge stets noch die Bosheit hinzu.

Jean de La Bruyère (1645 – 1696), französischer Moralist und Aphoristiker

Was sie da am Telefon der BBA mitteilen, liegt, etwas vereinfacht gesprochen, ziemlich in ihrem Belieben. Nicht unbedingt ihrem privaten. Aber doch dem eines ebenso exklusiven Kreises von Leuten aus ihrer eigenen Bank, die all den Abteilungen vorstehen, die mit Krediten, Devisen, Aktien, Anleihen, Optionen und anderen Derivaten handeln. Lustigerweise ist es dem Kreis der Libor-Apostel auch nicht untersagt, vor elf Uhr schon mal locker miteinander zu plaudern.

Aus ihren Meldungen wird kurz nach elf ein Durchschnittswert berechnet, wobei nur die mittleren 50 Prozent der gemeldeten Werte berücksichtigt werden (um Ausreißer nach oben oder unten zu vermeiden). Diese Zahl ist der Interbanken-Zins des Tages.51 Nun ruft natürlich nicht einer der Herren »8 Prozent!« und eine der Damen »2 Prozent!«. Es geht um die dritte, vierte, fünfte Nachkommastelle.

Die Meldungen aller Beteiligten, das ist der Punkt, richten sich beim gegebenen Verfahren nicht danach, was die jeweilige Bank von den lieben Kollegen glaubt verlangen zu müssen, um noch einen kleinen Schnitt zu machen. Sie richten sich danach, welchen Zinssatz sämtliche Handelsabteilungen des Hauses für günstig halten – günstig, wohlgemerkt, für ihre jeweiligen Spekulationsgeschäfte. Gewiss, die Banken leihen sich zum Libor auch untereinander Geld. Aber dieses Geschäft ist im Vergleich mit allen anderen ungefähr so interessant und ertragreich wie dasjenige mit Sparbüchern. Hart gesagt: Nicht die Geldverleiher, die Zocker bilden im Grunde den Libor. Einzig und allein ihretwegen ist es aus dem Blickwinkel der Banken verlockend, illegale Absprachen zu treffen. Denn sowohl ein etwas zu hoher als auch ein etwas zu niedriger Libor können deren Milliardengeschäfte entscheidend begünstigen oder schädigen.

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