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Dating - Fakes

Cornelia von Soisses, Franz von Soisses

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Chats und Singlebörsen





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80331 München

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Chat & Animation

 

Schauen wir den Kandidaten der verdorbenen Sitten an - Chat & Kontaktanzeigenmärkte im Internet - aus der Sicht des Einkommens, nicht aus der Sicht der Kunden, die diese Angebote bezahlen.
Verbraucherhinweis: Derartige Bezahlsysteme sind nahezu alle animiert, wahlweise auch moderiert.

Hinweise wie: „Hier finden Paare wirklich zueinander und das absolut anonym. Kein Spam, keine Abofallen und wirklich real!“, sind ohne Bedeutung. Worum es geht, ist, dass der Kunde den Dienst bezahlt, für den er keine Leistung erhält außer Animation, auch Unterhaltung genannt.

Hier geht es nicht um diese Angebote für Kunden, sondern um den Verdienst der Animateure, jenen Arbeitskräften, die eine Leistung für den Anbieter erbringen. Zumeist als Nebenerwerb, nicht hauptberuflich, als Zuverdienst.

Im hier beschriebenen Fall werden Animateure/innen für eingehende Mitteilungen bezahlt, unabhängig davon, wie viele ausgehende Mitteilungen diese Arbeitskräfte selbst schreiben. Umgekehrt bezahlen die Kunden dieser Portale dafür, Mitteilungen senden zu können.

Üblicherweise nach der Art: „Er sucht sie“, „Sie sucht ihn“ oder „Mann sucht Frau“ sowie alle anderen denkbaren Varianten der zwischenmenschlichen Beziehungssuche, verbreitet auch Flirt genannt. Das - und nur das - ist die Basis der Geschäftsmodelle.

Die Animateure/innen werden in Cent pro eingehende Mitteilung bezahlt und müssen, das ist ihre Aufgabe, Kunden dazu animieren, eine Nachricht zu senden und dafür eine Gebühr zu bezahlen, um vielleicht eine/n Beziehungspartner/in zu finden. Oder mehrheitlich auch nicht, da es in diesen s.g. Portalen nichts zu finden gibt. Allein entscheidend ist, dass der Kunde eine Nachricht absendet und dafür bezahlt. Zur Verdeutlichung wählen wir hier ein willkürliches Bezahlmodel für Animateure/Moderatoren.

Nehmen wir an, ein derartiger Mitarbeiter erhält vertraglich 0,10 Euro pro eingehende Mitteilung, dann braucht ein derartiger Mitarbeiter 4000 eingehende Mitteilungen, um 400 Euro/Minijob als Einkommen zu erhalten. Wie viele eingehende Mitteilungen lassen sich pro Stunde animieren, also Kunden anregen, für Geld zu schreiben? Für unser Beispiel hier (400 Euro pro Monat, Minijob) wären 1.000 Mitteilungen pro Woche notwendig an 3 Arbeitstagen pro Woche oder in 18 Stunden pro Woche - mit einem Wort - 55 bezahlte Mitteilungen pro Stunde, etwa pro Minute 1 Mitteilung im Eingang.

Je Minute ist eine Mitteilung von 100 - 120 Zeichen zu schreiben. Zum Vergleich, dieser Text umfasst an dieser Stelle (vor Korrektur) 2127 Zeichen, ohne Leerzeichen:

Ein Kunde müsste einen Text von diesem Umfang schreiben und bezahlen: „Hinweise wie: „Hier finden Paare wirklich zueinander und das absolut anonym. Kein Spam, keine Abofallen und wirklich real!“, sind ohne Bedeutung. Worum es geht, ist, das der Kunde den Dienst bezahlt, für den er keine Leistung erhält außer Animation, auch Unterhaltung genannt.“ 231 Zeichen ohne Leerzeichen.

Dafür zahlte der Kunde ungefähr 1 Euro, damit ein/e Animateur/in 0,10 Euro verdienen würde. Mindestens im gleichen Umfang müssten die Mitarbeiter eine Nachricht kostenlos beantworten. Jeweils 55 Mitteilungen pro Stunde + Antworten 110 Mitteilungen lesen und schreiben.

Wer schafft das für eine Mitteilung Eingang, eine Mitteilung Ausgang pro Minute, je Mitteilung 30 Sekunden? Machen Sie einen Selbstversuch, schaffen Sie es, eine E-Mail in 30 Sekunden zu schreiben und in 30 Sekunden zu beantworten, all das 55 x in einer Stunde? Um (wie dargestellt) 400 Euro im Minijob zu verdienen, an 18 Stunden pro Woche?

Wenn das nicht zu schaffen ist, verringert sich das Einkommen entsprechend. Bei nur 2 Minuten Mail Eingang/Mail Ausgang bei gleichem Zeiteinsatz von 18 Stunden beträgt das Einkommen nur noch 200 Euro pro Monat. Weit unterhalb eines Minijobs. Natürlich können die Animateure/innen mehr verdienen mit mehr Zeiteinsatz, vielleicht 5 Tage pro Woche zu je 5 Stunden, die in den Vertragsmodellen verbindlich vereinbart werden, aber nicht mit 55 Mitteilungen im Eingang und 55 Mitteilungen im Ausgang pro Stunde. Vielleicht schaffen Schnellschreiber 30 Mitteilungen pro Stunde? 30 x 5 Stunden x 5 Tage = 750 Mitteilungen pro Woche zu je 0,10 Euro oder 75 Euro pro Woche, auch das wären noch keine 400 Euro pro Monat - bei weit mehr Zeiteinsatz.

Und - das vorausgesetzt - ein solches Portal hätte im gleichen Umfang Kunden, die je 1 Euro für das Absenden von Mitteilungen bezahlen wollen (jede SMS ist billiger). Um was zu finden? Einen Beziehungspartner, der in je 30 Sekunden eine Mitteilung liest und schreibt. Wie echt ist das denn?

Gleich, ob Flirtportale, Chats, Kontaktanzeigenmärkte, die eine derartige Bezahlung verlangen - wie real kann die Antwort sein bei der vorgestellten Annahme?

Gehen Sie in ein Restaurant und stellen Sie sich diese Anzahl in Getränken vor, schauen Sie auf die Uhr und stellen fest, wie viele Getränke eine Kellnerin pro Minute servieren wird. Auf dem Oktoberfest in München trägt eine Kellnerin 10 Maß Bier zu je 1 Liter. Das ist eine Leistung, aber in Zeit betrachtet, selbst wenn der zu bedienende Tisch nahe dem Tresen ist, schafft diese Kellnerin keine 10 Maß pro Minute/600 Liter Bier pro Stunde. Genau diese Leistung kann jeder beobachten und mit eigener Uhr am Handgelenk messen.

Nun übertragen wir diesen Vergleich auf das Lesen und Schreiben von Mitteilungen, 110 pro Stunde zu je 100 oder 200 Zeichen. Wer glaubt das nicht? Wie lange haben Sie gebraucht, um diesen Text auch nur zu lesen, 814 Worte bis an diese Stelle, 4594 Zeichen ohne Leerzeichen. Gehen Sie an den Anfang des Textes, schauen auf Ihre Uhr und lesen erneut, ermitteln Sie die Zeit.

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