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Darf es 2 x Liebe sein?

Vorspann

Darf es 2 x Liebe sein?

 

von Christel Siemen

 

 

 

 

 

© 2012 Autorin: Christel Siemen

Titelfoto © Denise-Sophie Bartels

Illustration © Christel Siemen

 

 

http://blog.read-my-ebook.de

Email: read-my-ebook@t-online.de

 

 

Alle Rechte vorbehalten. Die Weiterverbreitung dieses Textes in elektronischer und anderer Form, auch von Auszügen und Übersetzungen, ist nur mit schriftlicher Erlaubnis der Autorin gestattet.

 

 

FÜR HEINER

 

„Mut ist es, sich aus den Zwängen zu befreien. Mut wächst mit dem Beginnen!“

 

 

Zwei Schwestern, ein adliger Gutsbetrieb aus der heutigen Zeit inmitten einer traumhaft ländlichen Idylle, Carla und Clarissa erleben die erste große Liebe ... – Doch der Schein trügt. Statt Sommergefühle und Bauchkribbeln ziehen dunkle Gewitterwolken herauf.

Die Mädchen geraten plötzlich von einer Katastrophe in die andere. Die Existenz des Elternhauses ist gefährdet. Außerdem kommt aus der Vergangenheit ein Brief der Großmutter zum Vorschein und zieht Carla in den Bann eines alten Familiengeheimnisses. Unverhofft geraten die Mädchen in einen Strudel aus Betrug, Eifersucht und Gefahr.

Tauchen Sie ein, in eine Welt von zwei romantischen Liebesgeschichten und erleben Sie fesselnde Dramatik.

Spannung zum Träumen.

Die Autorin

 Christel Siemen wurde 1966 in Nordrhein-Westfalen geboren. Sie ging bis zu ihrem 43. Lebensjahr einem normalen Leben mit einem Job an einer Bank nach. Sie ist verheiratet und hat zwei heranwachsende Kinder. Mit ihrer Familie lebt sie auf dem Land in einem schönen Haus. Alles ist perfekt. Doch wie das Schicksal es so will, muss sie nach einer jahrelangen, schwierigen Krankheit ihr Leben neu aufstellen. Der Job ist futsch, die Kinder werden selbstständiger und die körperliche Funktionsfähigkeit ist nicht mehr in vollem Umfang gegeben. Aber der Geist ist willig. Also heißt es umdenken. Jetzt wird einfach das getan, was noch gut geht. Während ihrer Krankheit fängt sie an, sich in ihrer Fantasie Geschichten auszudenken. Irgendwann schafft sie es wieder, für eine halbe Stunde am Computer zu schreiben. So lange, bis ihr erstes Buch fertig ist. Dann die Form und dann der Vertrieb. Sie stellt fest, dass sich das Handwerk des Schreibens mit etwas Energie wunderbar erlernen lässt.

Sie möchte mit diesem Buch motivieren. Sind die Möglichkeiten noch so klein, ein Ziel ist erreichbar. Geben Sie niemals auf! Die Träume bleiben. So sollen Sie auch mit dieser frei erfundenen Geschichte einfach mal für eine gewisse Zeit abtauchen in eine andere Welt.

1. Kapitel

In the summertime when the weather is high, you can stretch right out and touch the sky, “

Carla lag dösend im langen Gras am Weiher von Gut Berninghaus. Über ihr zogen weiße Federwolken am Himmel entlang. Ihre Augen verfolgten die fließenden Bewegungen. Dabei verlor sie sich in ihren Tagträumen. Darin ritt sie mit wehenden Haaren über blühende Rapsfelder immer der Sonne entgegen. Es war warm. Wohlig seufzend rekelte sie ihre Glieder. Das Gras kitzelte an ihren nackten Fußsohlen. Einige Grillen zirpten, sonst war es friedlich und ruhig. Ein schöner Sommertag neigte sich dem Ende zu. Leise summte sie ein Lied vor sich hin, das ganz ihrer Stimmung entsprach:

Leila, Carlas Lieblingspferd graste friedlich neben ihr. Das Pferd schnaubte leise, als ihre Besitzerin vor sich hinsummte.
„Das gefällt dir, was?“

Den ganzen Nachmittag hatte sie den Erntehelfern, die auf den großen Wiesen des Gutes in der heißen Sonne das Heu einbrachten, fleißig beim Ballen aufstecken geholfen. Doch nun war die Arbeit getan und die Fuhren wurden in die Scheune gefahren. Zur Belohnung hatte Carla sich ein Bad im Weiher gegönnt.
„In the summertime when the weather is high, you can stretch right out and touch the sky, when the weather’s fine…”

Mitten in ihren schönen Tagtraum hinein ertönte aus der Ferne ein lautes „Bim, Bam“ - die Hofglocke. Oh Schreck, sie hatte die Zeit total vergessen.

„Verflixt, ich muss mich beeilen. Das Abendbrot wird gleich serviert“, sprach Carla zu sich selbst und raffte schnell ihre Kleidungsstücke zusammen, die noch verstreut im Gras lagen. Ihre Mutter, Gräfin Annett legte größten Wert darauf, dass die Familie das Abendessen stets gemeinsam einnahm. Es war die einzige Mahlzeit des Tages, die sie zusammen verbringen konnten. Um diese Zeit war auch Graf Alexander wieder daheim. Tagsüber leitete er die hauseigene Privatbank, die er bereits von seinem Vater übernommen hatte. Clarissa, die ältere Tochter studierte derzeit in München Finanzmanagement, nachdem sie mehrere Jahre in der Bank ihres Vaters das Geschäft von der Pike auf erlernt hatte. Sie war ganz die Tochter ihres Vaters und versuchte sehr ehrgeizig in seine beruflichen Fußstapfen zu treten. Äußerlich glich sie mehr ihrer Mutter mit langen, glatten, brünetten Haaren, war zierlich und groß gewachsen. Sie hatte etwas Elfenhaftes an sich. Dabei wirkte sie mit ihrem Verhalten trotz ihrer 24 Jahre bereits sehr erwachsen und abgeklärt.

Carla vier Jahre jünger, war da ganz anders. Mit einem gesunden Selbstbewusstsein ging sie sehr naturverbunden und manchmal etwas burschikos durchs Leben. Sie genoss das ländliche Leben und liebte die Tiere. Erst vor Kurzem hatte sie ihr Abitur bestanden. Die Eltern drängten darauf, dass sie ein Studium aufnahm. Doch Carla wollte erst einmal den Sommer in vollen Zügen auf dem heimischen Gut genießen. Sie war froh, sich nicht mehr mit den Büchern und staubtrockener Theorie befassen zu müssen. Gerne würde sie Land- oder Pferdewirtin werden. Darüber rümpfte ihre Mutter allerdings nur die Nase. Sie sah ihre Tochter nicht gerne in Gummistiefeln Ställe ausmisten. Das entsprach so gar nicht ihrem Stand.

Carla liebte es, sich beim Gutsverwalter Harald von Stetten aufzuhalten. Er führte bereits seit vielen Jahren selbstständig die Geschicke auf Feld und Hof. Schon als kleines Mädel hatte sie ihn auf Schritt und Tritt begleitet. So war es auch kein Wunder, dass sie sich in jeder Ecke und in jedem Winkel bestens auskannte. Über die täglichen Abläufe und Geschehnisse war sie zwangsläufig häufig besser unterrichtet als ihr Vater, der sich in der Regel einmal wöchentlich durch seinen Verwalter ausführlich berichten ließ. Sehr zum Leidwesen ihrer Mutter lief sie oft in alten dreckverschmierten und zerbeulten Jeans über den Hof. Die Haare trug sie salopp zu einem lockeren Pferdeschwanz hochgebunden. So gesehen hätte sie noch als sechzehnjähriger Teenager durchgehen können.

Von Stetten war bereits als Junge in den Nachkriegsjahren noch unter dem alten Grafen auf dem Gut groß geworden. Da der jetzige Graf das Bankhaus leitete, hatte sich diese wunderbare Lösung ergeben. Harald von Stetten hatte es verstanden, die Besitzung mit all ihren Möglichkeiten zu einem modernen landwirtschaftlichen Betrieb und Gestüt auszubauen. Der Gutsbetrieb von Berninghaus war einer jener uralten niedersächsischen Familienbetriebe, deren Wurzeln bis in die frühe deutsche Geschichte zurückreichte. Das Anwesen lag inmitten der reizvollen Landschaft zwischen Heide und Elbe. Von Stetten konnte hier frei schalten und walten, was ihm sehr entgegen kam. Der Graf und die Gräfin honorierten seine Fähigkeiten damit, dass sie ihm am Gewinn der Betriebsgewinn beteiligten. So profitierten beide Seiten voneinander. In den sechziger Jahren war der Hof 110 ha groß. Harald von Stetten hatte ihn mit Umsicht und Geschick auf 140 ha, davon 22 ha Wald vergrößern können. Die zusammenliegenden Flächen ermöglichten seit Generationen auch einen selbstständigen Eigenjagdbezirk. Nachdem in den siebziger Jahren die Kühe abgeschafft worden waren, konzentrierte sich der Betrieb jetzt ganz auf Mastschweinehaltung und Pferdezucht. Auf den Feldern wurden vorwiegend Weizen, Raps und Mais angebaut. Zum Gestüt gehörte eine bis weit über die Landesgrenzen bekannte Hannoveranerzucht.

Carla betrat durch die Küche das Haus. Schimpfend empfing sie Marie, die gute Seele des Hauses.
„Ich habe bereits mit der Hofglocke nach dir geläutet. Beeil’ dich jetzt bitte, in zehn Minuten trage ich auf. Du weißt doch, wie deine Mutter reagiert, wenn nicht alle pünktlich am Tisch sitzen.“

„Ich spute mich, mach dir keine Sorgen“, antwortete Carla.

Schnell sprang sie unter die Dusche und zog sich ein geblümtes Sommerkleid über. Ihre langen blonden Haare band sie wie immer locker zu einem Pferdeschwanz zusammen. Im gleichen Atemzug wie Marie, die das Essen auftrug, betrat Carla das Speisezimmer. Ein frisches Blumenbouquet schmückte die Tafel. Marie kredenzte eine Suppe.
„Herr von Stetten hat mir heute Morgen vom Spargelbauern in der Nachbarschaft die letzte Ernte für dieses Jahr geliefert.“

Sie stand am Buffet und füllte die Teller, die sie dann am Platz servierte. Der Graf selber sorgte für die Getränke. Er war ein passionierter Weinliebhaber und ließ es sich abends nicht nehmen im Weinkeller den richtigen Wein für das Essen auszusuchen. Stets fragte er Marie am Morgen, was sie kochen würde.

„Na Dad, hast du uns wieder ein edles Tröpfchen ausgesucht?“, spielte Carla auf die Vorliebe ihres Vaters an.

„Natürlich, wie es sich gehört, ein kühler Chardonnay von 1996, bitte probier einmal.“

Beim Hauptgang, es gab junge Kartoffeln mit Schinken und Salat, erkundigte sich der Graf bei seiner jüngsten Tochter nach ihrem Tag.
„Du bist bereits gebräunt wie ein Zigeunermädchen, du warst bestimmt wieder den ganzen Tag an der frischen Luft.“

„Aber sicher doch Dad, ich habe bei der Heuernte geholfen. Ach übrigens, Herr von Stetten hat zwei junge Polen engagiert, die jetzt in der Hauptsaison für uns arbeiten. Mit unseren Arbeitskräften war das Pensum einfach nicht zu schaffen.“

„Ja, das ist gut“, antwortete der Vater.

„Sie heißen Olek und Petroka“, gab Carla weiter Auskunft. Die Gräfin mischte sich in das Gespräch ein.

„Hast du dir einmal deine Hände angesehen Carla, kannst du bei der Arbeit keine Handschuhe tragen?“

„Ach papperlapapp, der liebe Gott hat uns die Hände für die Arbeit gegeben. Da schaden ein wenig Dreck und Schwielen nicht. Wenn es dich beruhigt, kann die Maniküre demnächst wieder etwas Vorzeigbares daraus feilen.“

„Kind sei bitte nicht so nachlässig, schließlich bist du nun eine junge Dame und kein dahergelaufener Junge.“So ging das Wortgeplänkel noch eine Weile weiter. Die Mutter drängte stets auf Korrektheit, Carla dagegen ließ die Dinge lieber unbeschwert und locker laufen. Der Vater lehnte sich in seinem Stuhl schmunzelnd zurück. Geschickt wusste er sich aus dem Mutter-Tochtergerangel herauszuhalten.



Nach dem Abendessen gesellte sich Carla zu ihrem Vater ins Arbeitszimmer. Der Graf hielt sich am Abend dort gerne noch bei einem guten Glas Cognac auf.
„Du Dad, ich möchte mich mit dir gerne einmal über meine beruflichen Wünsche unterhalten.“
Carla druckste noch etwas herum, bevor sie das Gespräch eröffnete.
„Ah, da bin ich aber jetzt gespannt, welches Studium, du absolvieren möchtest“, antwortete er.
„Das ist es ja gerade, ihr geht davon aus, dass ich studieren werde. Was ist, wenn ich das gar nicht möchte? Ich habe in den letzten Wochen gemerkt, dass meine Zukunft hier auf dem Hof liegt. Du hast einmal zu mir gesagt: Wenn du dich freust, bin ich am glücklichsten.“

„Das ist wahr, aber wie stellst du dir das vor. Auch als Frau sollte man heutzutage in der Lage sein, auf ein berufliches Fundament zurückgreifen zu können.“

„Genau, deshalb habe ich mir Folgendes überlegt: Ich absolviere als Erstes eine Ausbildung als Land- und Pferdewirtin bei Herrn von Stetten. Später werde ich noch auf Fremdbetriebe gehen und mir den Wind um die Nase wehen lassen. Ich habe auch schon mit ihm darüber gesprochen. Die Landwirtschaftsschule kann ich von hier aus in der Kreisstadt besuchen. Wenn Herr von Stetten in Rente geht, bin ich soweit, das Gut zu übernehmen. Außerdem ist es einmal an der Zeit, das eine Frau das Regiment übernimmt.“

„Ich bin überrascht“, antwortete ihr Vater. „Und das willst du mir und deiner Mutter schmackhaft machen?“ Er grinste.

„Ist die Arbeit nicht zu hart für eine Frau? Versteh mich bitte nicht falsch. Selbst heute mit dem großen Maschinenpark geht es nicht ohne den körperlichen Einsatz. Die Arbeitstage sind lang und anstrengend.“

„Ich habe mir alles genau durch den Kopf gehen lassen. Die Arbeit macht mir nichts aus. Ich liebe es, den ganzen Tag zu malochen. Außerdem bin ich nicht alleine. Wir haben genug Hilfen auf dem Gut, die uns bereits jahrelang treu zur Seite stehen. Mit Herrn von Stetten hätte ich einen Lehrmeister zur Seite, den ich anders wo nicht besser antreffen könnte. Weißt du, ich bin einfach nicht dafür geschaffen, jahrelang in irgendwelchen Studiensälen auszuharren. Das ist einfach nicht mein Ding. Was ich brauche, ist die Natur und die Tiere.“

„Mhm, und du bist dir ganz sicher?", fragte der Graf.

„Ja, ich habe mir alles reiflich überlegt“, sagte Carla.

„Und wie gedenkst du, dieses Anliegen deiner Mutter beizubringen?“ Carla zwinkerte. „Na ja, das ist der Haken an der Sache. Aber da habe ich mir gedacht, dass du das für mich übernehmen könntest. Du bist da viel diplomatischer.“

Sie setzte sich bei ihrem Vater auf die Sessellehne und schmeichelte ihm. Der Graf grinste.

„Das hast du dir ja fein zu Recht gelegt. Und du meinst, damit komme ich bei deiner Mutter damit durch?“

„Du machst das schon, wenn ich es selber versuchen würde, hätte ich doch keine Chance. Mutter will aus mir nur eine feine Lady machen.“

„Dann lass mir aber bitte etwas Zeit, um ihr das schonend beizubringen. Dafür werde ich den richtigen Moment abpassen müssen.“

„Daddy, du bist der Beste!“, Carla drückte ihrem Vater einen dicken Schmatzer auf die Wange und verschwand wie ein Wirbelwind aus dem Raum. Die Tür fiel lautstark ins Schloss. Aber so war sie nun einmal.

2. Kapitel

Das Auto, das auf den Hof fuhr, während Carla sich die beim Ausmisten aus dem Zopf gelösten Strähnen nach hinten strich, war ihr fremd. Carla hatte an diesem Morgen das Ausmisten der Pferdeboxen übernommen. Die Arbeiter waren alle in der großen Feldscheune, um das Heu abzuladen. Ihre braunen Locken trug sie zu einem hochgebundenen Pferdeschwanz. In alten Jeans und einer abgewetzten Bluse machte sie sich fröhlich pfeifend ans Werk. Die Pferde hatte sie zuvor auf die vordere Hofkoppel geführt. Sie grasten friedlich in der warmen Vormittagssonne. Während sie wieder eine Fuhre Mist zum Misthaufen schob, näherte sich ein Jeep und blieb kurz vor ihr stehen. Zuerst waren sehr lange Beine zu sehen, dann entstieg dem Fahrzeug ein hoch aufgeschossener junger Mann mit markantem Gesicht.

„Wow, nicht schlecht der Specht!“

Carla, die sonst noch nicht viel von dem männlichen Geschlecht wissen wollte, war beeindruckt. Jetzt kam der Mann direkt auf sie zu und sprach sie an.

„Können Sie mir sagen, wo ich hier Herrn von Stetten finde?“

Carla steckte sich nervös eine Haarsträhne hinters Ohr, lief rot an und hätte fast beim Antworten gestottert. „Herrn von Stetten, ja den finden Sie hinten in der großen Scheune.“ Sie wies ihm mit dem Finger den Weg. Der Fremde, der jetzt direkt vor ihr stand, grinste und fragte:

„Darf ich?“, dabei zupfte er ihr einige lange Strohhalme aus den Haaren. Verflixt, sie spürte, wie sie wieder rot wurde. Die Blicke beider Augenpaare verfingen sich für einen Moment ineinander. Verlegen senkte sie schnell ihren Blick zum Boden.

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