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Chancen, Risiken, Folgen 3

Die Canarischen Inseln ....

Meine Freundin Simone bricht in spitze Begeisterungsschreie aus, als sie die MS Ozeania im Hafen von Santa Cruz auf Teneriffa liegen sieht. Wir kommen gerade vom Flughafen und ein Taxi bringt uns bis kurz vor die Gangway. Der freundliche Fahrer lädt unser Gepäck aus und ich gebe ihm ein großzügiges Trinkgeld, bevor ich Simone folge. Ihren Koffer ziehe ich hinter mir her, nebst meinem eigenen.

Wie immer bin ich der Träger, was ich aber von ihren ausgedehnten Einkaufsbummeln her schon kenne. Meist bin ich nach so einer Aktion mit Taschen und Tüten beladen, während sie lediglich ihr winziges Täschchen geschultert hat.

„Willkommen an Bord“, begrüßt uns ein schneeweiß Uniformierter, nachdem wir den schmalen Steg gemeistert haben.

Der Mann weist uns den Weg, lächelt verbindlich und wendet sich den nächsten Ankömmlingen zu. Wir betreten einen Gang und wenden uns nach rechts, es geht zwei Treppen hinauf und dann stehen wir vor unserer Kabine mit der Nummer dreihundertsechs.

Simone öffnet die Tür und quiekt: „Oh, wie wundervoll! Cord, sieh nur, wir haben einen Balkon.“

Mich verwundert das nicht, habe ich doch eine Balkonkabine gebucht, doch ich lächle pflichtschuldig und murmele ein ‚wie schön‘. Die Koffer lass ich vor dem Doppelbett stehen und sehe mich erst mal um. Ein Schrank und zwei Sessel mit einem Tisch runden die Einrichtung ab, auf dem Balkon stehen zwei Stühle. Ganz schön eng wird es werden, denn groß ist der Raum nicht.

„Oh Cord, das ist alles so romantisch“, piepst Simone und hängt mir unerwartet am Hals.

Sie gibt mir einen feuchten Schmatzer und fährt mir durchs Haar, strahlt, und als ich fast glaube, dass sie Sex von mir will, löst sie sich von mir und wendet sich den Koffern zu.

„Ich weiß noch gar nicht, was ich anziehen soll“, singt sie und beginnt, ihre Klamotten auszupacken.

 

Diese Reise ist Simones Idee, um unsere Beziehung neu zu beleben. Ich selbst hasse Kreuzfahrten und habe mich nur breitschlagen lassen, weil ich ein bisschen an ihr hänge. Ich bin immerhin fast dreißig und dazu sehr schüchtern, wo soll ich eine neue Frau herbekommen, wenn sie mich verlässt? Simone ist der Traum eines jeden Mannes: Blonde Locken, blaue Augen, ein hübsches Gesicht, einen Kopf kleiner als ich, nur ihre Intelligenz – um die ist es nicht gut bestellt.

 

„Was hältst du von dem roten Kleid?“, fragt sie in meine Gedanken hinein.

„Das steht dir sehr gut, zieh es an“, murmele ich abwesend und starre weiter auf den Hafen.

 

Zwischen Simone und mir läuft schon seit einem Jahr nichts mehr. Anfangs war sie es, die ständig Ausreden hatte, wie Kopfschmerzen oder ihre Periode. Später hatte ich selbst keine Lust mehr, denn der Sex mit ihr war schon immer recht eintönig gewesen. Sie ist so leidenschaftlich wie eine Waschmaschine im Schleudergang und ich habe sowieso den Verdacht, dass ihre Orgasmen stets vorgetäuscht sind.

 

„Du guckst ja gar nicht“, mault Simone.

Ich schaue über die Schulter und werfe ihr ein Lächeln zu.

„Sieht toll aus“, sage ich begeistert, zwinkere und drehe den Kopf zurück zum Balkon.

 

Simone ist fünfundzwanzig und Friseuse. Seit vier Jahren sind wir ein Paar und eigentlich habe ich gedacht, dass wir irgendwann heiraten werden, Familie und Kinder, das Übliche halt. Inzwischen bin ich davon nicht mehr überzeugt, denn – ehrlich gesagt – nervt sie mich ganz schön und langweilen tut sie mich auch. Diese Frau liest nicht, guckt nur Soaps im Fernsehen und ins Kino geht sie nur, wenn ein Schmachtfetzen läuft. Andere Kultur ist für sie tabu.

 

„Was wirst du denn anziehen? Es gibt doch gleich Dinner“, zwitschert Simone und ich drehe mich ganz herum und widme mich nun meinem Koffer.

„Hast du den Smoking dabei?“ Sie dreht sich vor dem Spiegel und wirft mir einen kurzen Blick zu.

„Das ist overdressed, Liebling. Hier laufen alle in Jeans und T-Shirt herum, da werde ich bestimmt nicht wie ein Pinguin daherkommen.“

Sie schiebt die Unterlippe vor, was ich zwar mitbekomme, aber nicht beachte. Ich schlüpfe rasch in eine frische Jeans und greife nach einem blauen Hemd, das gut zu meiner Augenfarbe passt. Jedenfalls finde ich das, Simone würde so etwas nie bemerken. Manchmal glaube ich fast, sie sieht mich gar nicht.

„Bist du fertig?“ Sie wühlt in ihrem winzigen Handtäschchen, holt einen Lippenstift hervor und malt sich die Lippen signalrot an.

Sieht irgendwie nuttig aus. Ich seufze und schlüpfe in Slipper, stecke meine Geldbörse ein und gebe ein gestresstes ‚Ja‘ zurück.

 

Im Restaurant ‚La Paloma‘ herrscht schon emsiges Treiben, als ich Simone an meinem Arm hineinführe. Ein Ober eilt auf uns zu, fragt ‚Zwei Personen?&

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