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Chancen, Risiken, Folgen 2 Bonus Joshua erzählt

Sissi Kaipurgay

Chancen, Risiken, Folgen 2 Bonus Joshua erzählt

Urlaub





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Auf dem Flug nach Sandakan ...

Winston und ich streiten schon auf dem Flug nach Sandakan. Es geht um unseren Freund Daniel, von dem Winston doch glatt behauptet, er wäre zum anderen Ufer gewechselt. Ich hab nichts gegen Schwule, echt nicht, manchmal geilt mich sogar ein nackter Schwanz auf, dennoch …

„Der hat voll verliebt geklungen“, beharrt Winston.

Ich beende das Gespräch, indem ich sage: „Daniel eine Schwuchtel? Niemals!“

Danach herrscht Schweigen bis wir gelandet sind.

 

Wenn ich ausgeruht bin neige ich dazu, über alte Themen mit dem Schwamm drüberzuwischen. Winston weiß das und ich glaube, er schätzt diese Eigenschaft an mir, auch wenn er jedes Mal erstaunt ist. Daher ist er ein wenig brummig, als ich, so als wäre nichts gewesen, das Gespräch wieder aufnehme. Ich mag meinen Freund und wenn er so leicht verschnupft ist, ist er wirklich richtig süß … Süß? Boah, da muss aber jemand mal seine innere Einstellung justieren lassen. Männer sind nicht süß.

 

Winston und ich sind schon ewig befreundet, aber ob wir es wirklich vier Wochen miteinander aushalten werden? Vielleicht sind wir hinterher Feinde, denn verschieden sind wir schon. Ich bin gespannt und freue mich wahnsinnig auf die Überfahrt. Die Yacht soll riesig sein und der Gedanke an das offene Meer, über mir der Himmel und die Sonne strahlt, wow!

Auf der Insel werden wir unter den gleichen Voraussetzungen beginnen wie Daniel und dieser Tomaso, das finde ich aufregend. Okay, das eine oder andere nützliche Teil habe ich zusätzlich eingepackt, aber ich wette, das hat Winston auch.

 

Daniel empfängt uns am Flughafen und bringt uns erst in ein Hotel, wo wir unser Gepäck abstellen und dann geht es auch schon zum Hafen. Mich erschlägt der Anblick der Yacht fast: Zehn Meter lang, schneeweißer Rumpf, ein Mast, überall Tropenholz. Wow! Mit diesem Schiff kann ich meinen Segelschein endlich mal nutzen.

Ich bewundere das Teakdeck, kann mich gar nicht davon lösen und streiche bewundernd mit den Fingern über das Holz. Als Tischler ist man eben Holzliebhaber, ich ganz besonders, schon von klein an. Mit halbem Ohr lausche ich Daniels Ausführungen, doch alle meine Sinne sind auf die erstklassige Verarbeitung des teuren Tropenholzes gerichtet. Ich knie mich sogar hin und lege die Wange auf das Deck, womit ich mir den Spott meiner Freunde einfange.

 

„Ich kann’s immer noch nicht fassen“, sage ich, während wir unserem Freund hinterher winken.

„Ich auch nicht. So ein geiles Schiff nur für uns“, stimmt Winston zu.

„Ich meine, dass Daniel schwul ist.“

„Ja, sag mal, wieso reitest du immer wieder darauf herum?“ Winston schüttelt genervt den Kopf. „Ist doch genauso normal, wie Hetero zu sein, oder nicht? Ich meine, die lieben sich eben und haben – klar – sicher auch Sex miteinander. Das ist doch nichts Schlimmes.“

Ich überlege einen Moment, dann überkommt es mich einfach.

„Könntest du dir vorstellen, mit mir zu ficken?“

„Wieso nicht? Hässlich bist du ja nicht gerade und Loch ist Loch“, sagt doch glatt Winston.

„Spinner“, murmele ich und meine Wangen werden heiß.

 

Wir erkunden das Schiff noch eine Weile, bevor wir zurück ins klimatisierte Hotel fahren. Dort verbringen wir den Abend im hoteleigenen Restaurant und gehen anschließend noch in die Bar. Ich bin müde von der langen Reise und Winston macht auch einen angeschlagenen Eindruck.

 

Ich bestelle mir ein Bier und Winston einen doppelten Scotch, um die Bakterien abzutöten, behauptet er zumindest.

„Sag mal, Winston“, sinniere ich, „Wie das wohl ist – so – mit einem Mann. Ohne Titten und Loch …“

„Oh Mann, das mit dem Loch hatten wir doch schon.“ Er schnaubt.

„Klar, also – ehrlich gesagt, ich hab schon mal …“, nuschele ich und weiß nicht, wieso ich das jetzt plötzlich einbringen muss, liegt wohl an der schwülen Luft.

„Du hast mit einem Mann …?“

Hitze steigt mir in die Wangen.

„Nein, ich meine, ich hab mal mit einer Frau – anal und so …“

„Ach so. Ja, das hab ich auch mal gemacht, als ich noch jung war“, sagt Winston lachend.

„Jung!“ Ich lache auf und zwinkere ihm zu. „Du bist immer noch jung. Sogar jünger als ich. Hey, ich werde nächstes Jahr dreißig und bin noch immer unverheiratet.“

„Stimmt.“

Winston nickt und mustert mich auf eine Art und Weise, wie mich sonst nur Frauen ansehen. Oder kommt mir das nur so vor? Nein, seine Augen wandern auffällig aufmerksam über mich und anscheinend gefällt ihm sogar, was er sieht. Jedenfalls lächelt er.

„Sag mal, angenommen, du wärest eine Frau. Würdest du mich heiraten wollen?“, frage ich und wieder könnte ich mir die Zunge abbeißen und merke, wie ich erröte.

Dieses verdammte Land macht mich irgendwie irre.

„Ehrlich gesagt: Du quasselst mir zu viel. Hab aber gehört, dass Frauen das mögen“, sagt Winston und ich bin – ehrlich gesagt – ein bisschen beleidigt.

Ich leere die Flasche und schiebe mich etwas unsicher vom Hocker, rülpse und wende mich an Winston.

„Weißt du was, Winston Schiller?

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