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Brautmorde

Detlef Krischak

Brautmorde

Erster Emsland-Krimi (4. Auflage)





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Brautmorde - Ein Emsland-Krimi

© Detlef Krischak, 27. November 2012 (Erstausgabe)

4. Auflage Juli 2017

www.detlef.krischak.de

 

Covergestaltung: Alexander Kopainski

www.kopainski-artwork.weebly.com

 

Korrektur/Lektorat: Jörg Querner, 75177 Pforzheim

www.anti-fehlerteufel.de

Zunächst gilt mein Dank Ihnen, liebe Leser, denn Sie haben mein Buch gekauft, dafür recht herzlichen Dank! Der Roman spielt im Emsland, dem zweitgrößten Kreis in Deutschland. Sie kennen das Emsland nicht? Bekannt wurde das Emsland durch die Transrapid-Versuchsanlage und den SV Meppen, der in den Neunzigern kurz vor dem Aufstieg in die erste Fußball-Bundesliga stand. Im Emsland werden die meisten Biogasanlagen Deutschlands betrieben, daher sieht man bei einer Fahrt im Sommer durch dieses schöne Land nur Maisfelder an sich vorbeirauschen. Ein ideales Versteck für eine entführte Braut, oder?

1

Die Heilige Messe in der Christus-König Kirche in Dalum näherte sich dem Ende. Über eine Stunde dauerte die kirchliche Trauung bereits und die zahlreich erschienenen Hochzeitsgäste verspürten Hunger und Durst. Viele von ihnen, vorwiegend durstige Männer, blickten zum wiederholten Male provozierend auf ihre Armbanduhren, doch der Geistliche ließ sich nicht aus der Ruhe bringen.

Nach einer ausgedehnten Predigt, in der er die Ehe aus Sicht der katholischen Kirche geschildert hatte, sah der Priester nun selbst kurz auf seine Uhr und ließ seinen Blick nochmals über die versammelte Hochzeitsgesellschaft schweifen. Langsam verließ er die kleine Kanzel. Er trat vor das Brautpaar, das vor dem Altar auf zwei Stühlen saß und mit hängenden Köpfen ungeduldig auf das Ende der Trauung wartete. Er gab ein Zeichen und das Brautpaar kniete sich vor ihm nieder.

»Nun gehet hin in Frieden und nehmet den Segen des allmächtigen Gottes entgegen«, sprach er den Segen und gab den beiden mit einem Kopfnicken das Zeichen, sich wieder zu erheben.

Der Braut fiel es nicht leicht, aufzustehen. Vermutlich waren in der unbequemen Körperhaltung ihre Beine eingeschlafen. Auch das pompöse Brautkleid behinderte sie. Der Frischvermählte hingegen kniete noch, blickte starr geradeaus Richtung Altar und machte keine Anstalten, seiner Angetrauten beim Aufstehen zu helfen.

Ihre bösen Blicke und die des Geistlichen ließen ihn kalt. Der Bräutigam zuckte mit den Achseln, erhob sich mühselig und griff ihren rechten Arm. Sie schritten an den Hochzeitsgästen vorbei zum Ausgang. Er mit hängenden Schultern, sie glücklich lächelnd. Die Braut hinkte leicht, sie zog ihr rechtes Bein etwas nach. Vor einigen Tagen hatte sie sich während der Arbeit auf dem Hofe ihres Gatten das Bein verletzt, als sie über eine achtlos zur Seite gelegte Mistgabel gestolpert war.

Der Orgelspieler, der die Trauung mit etlichen nicht richtig getroffenen Tönen musikalisch begleitet hatte, mühte sich redlich, aber doch vergebens, an dem Lied zum Hochzeitsausmarsch. Lobet den Herrn, sollte er spielen. Es klang aber wie: Endlich fertig, raus aus der Kirche!

Mehrmals während der Messe, sobald er in die Tasten geschlagen hatte, drehten die Hochzeitsgäste empört ihre Hälse Richtung Empore. Die Stimmungskanone an der Orgel war ein guter Freund des Bräutigams und im normalen Leben Landwirt, der nebenbei Schifferklavier spielte. Mit der Orgel hatte er sich tags zuvor vertraut gemacht; eine halbe Stunde sollte reichen, meinte er. Wenn er sich da mal nicht getäuscht hatte.

Der Bräutigam hatte ihn engagiert, um Geld zu sparen, beileibe nicht wegen seiner Spielkunst. Schon bevor das Brautpaar den Ausgang erreichte – er hatte das Tempo noch einmal erhöht – beendete er das Gespiel und griff hinter sich in eine Kühltasche. Seine zweite Flasche kaltes Bier leerte er in einem Zug. Orgelspielen macht durstig.

Hans Beckermeier, ein rotbackiger Hüne von fast zwei Metern Größe, sechsundvierzig Jahre alt und Erbe eines heruntergewirtschafteten Bauernhofes, war nun auch aus kirchlicher Sicht der rechtmäßige Ehemann der einunddreißigjährigen, zierlichen, aber kräftigen Dana Beckermeier, der Tochter eines wohlhabenden Geflügelmästers. Das gegenseitige Jawort vor dem Pastor, so sah es die Absprache vor, besiegelte den Vertrag, der den verschuldeten Bauernhof von Hans retten sollte.

Werner Koch, der Vater der Braut, hatte den Pakt vorgeschlagen. Nun war er an der Reihe, diesen zu erfüllen. Gleich zu Beginn der nächsten Woche hatte er vor, den vereinbarten Betrag zu überweisen.

Nur, dazu sollte es nicht mehr kommen.

Eine zweispännige Kutsche stand bereit, das Brautpaar zur anschließenden Feier zu fahren. Als ob jemand ein Kommando gegeben oder gepfiffen hätte, drehten die beiden angespannten Pferde gleichzeitig ihre Köpfe in Richtung des Paares. Ein Pferd wieherte und scharrte mit dem rechten Vorderhuf, der andere Gaul bockte und äppelte. Der Kutscher beruhigte die Gäule, indem er mehrmals an den Zügeln zog und mit der Peitsche drohte. Hans Beckermeier, dem die große Hitze nichts auszumachen schien, drängte sich an seiner Frau vorbei und stieg zuerst in die Kutsche. Dana warf ihm wieder böse Blicke hinterher, raffte ihre lange Schleppe unter den Arm, bestieg die Kutsche und nahm neben ihrem Gatten Platz.

»Du könntest mir wenigstens beim Einsteigen helfen«, raunte sie ihm zu und zog ihren Schleier zurecht.

Er blickte sie missgelaunt an, das ganze Prozedere in der Kirche ging ihm auf den Geist. Lieber wäre er auf die Felder hinausgefahren und hätte sich um die Bewässerung der Maisfelder gekümmert oder Wiesen gemäht. Mit mürrischem Blick musterte er sie. Eine überdimensionale Nase und zwei eng zusammenstehende Augen, über denen buschige Augenbrauen rankten, zeichneten das markante Gesicht der Frau, die nun seine bessere Hälfte war.

Er erinnerte sich an die vor wenigen Minuten vor dem Altar gehörten Sätze: »Was Gott zusammenführt, soll der Mensch nicht trennen. In guten und in schlechten Tagen, bis der Tod euch scheidet«, diese Worte klangen noch in seinen Ohren. Aber versprochen ist versprochen und was per Handschlag besiegelt wurde, galt hier etwas. Er verwarf seine Gedanken und blickte zu den Gästen, die noch vor der Kirche standen und sich angeregt unterhielten oder rauchten. Der Orgelspieler hatte sich zu ihnen gesellt und eine Flasche Bier in der Hand. Er winkte freundlich und grinste.

Hans erwiderte den Gruß und seine Laune verbesserte sich etwas, als die Kutsche anruckte und Fahrt aufnahm. Der leichte Fahrtwind brachte etwas Abkühlung. Es ging zur Gaststätte ›Zum Moorblick‹, und er hatte sich fest vorgenommen, seinen Kummer zu ersaufen und sich seine Frau schön zu trinken.

»Musstest du so viele Leute einladen? Die Feier kostet mich ein Vermögen. Das Geld hätte ich auch in einen neuen Trecker stecken können. Alleine dein Kleid kostete zweitausend Euro«, meckerte er, obwohl er wusste, dass die Feier mit zum Vertrag gehörte, von Danas Vater ausgerichtet und bezahlt wurde. Er konnte sich aber nicht damit abfinden. Rausgeschmissenes Geld, meinte er.

»Ich heirate nur einmal im Leben«, kam die kurze Antwort. Sie zog den Schleier zur Seite und lächelte ihn an. Er aber nicht zurück, er liebte sie nicht wirklich.

»Mach mir bitte nicht die Leute madig und verdirb mir nicht die Feier. Morgen kann das normale Leben weitergehen, ich arbeite auf dem Hof mit und werde auch sonst deine liebe Frau sein, wie bisher«, murrte sie.

Er zog die Schultern hoch. »Wenn du meinst, dann bitte. Du weißt genau, wie ich die ganze Hochzeit sehe. Ich bin ehrlich, mir geht es nur um den Hof.«

Dana lächelte versonnen. Anscheinend ging es ihm auch ab und zu um etwas anderes, denn zweimal war er nach der anstrengenden Feldarbeit in ihr Bett gestiegen. Gleich beim ersten Mal, sie hatte ihn den ganzen Tag mit aufreizenden Bemerkungen heißgemacht und schon vor Monaten die Pille abgesetzt, traf er ins Schwarze. Er wusste nichts davon und sie wollte ihm bei passender Gelegenheit vom erwarteten Nachwuchs erzählen.

Nur wenige Minuten später stoppte die Kutsche vor der Wirtschaft. Viele Hochzeitsgäste hatten den schnelleren Weg genommen und das Brautpaar überholt, nun bildeten sie vor der Gaststätte ein Spalier. Über einen eilig ausgelegten roten Teppich schritten sie unter großem Applaus zum vorbereiteten Festraum.

Am Eingang des Saales angekommen, stellten sie sich auf, um die Gäste persönlich per Handschlag zu begrüßen. Er übernahm gerne die Rolle des Geldeinsammlers. Es wurde eine Geldhochzeit gefeiert, viele ›Flachgeschenke‹ wanderten in Hans´ Jackett, das sich langsam ausbeulte. Seine Stimmung verbesserte sich mit jedem Umschlag, den er erhielt.

Dana hatte ihren Schleier über die Schultern gelegt, machte artig bei jedem eintretenden Gast einen kleinen Knicks, bedankte sich für die Glückwünsche und zeigte ein strahlendes Lächeln. In ihrem normalen Alltag auf dem Hof gab es nicht viel zu lachen, daher kostete sie diesen Tag besonders aus.

Beim anschließenden Sektempfang bildeten sich kleine Gruppen von Gleichgesinnten. So standen einige Schützenbrüder des Dalumer Schützenvereins mit ihrem Vorsitzenden zusammen, die Kegelbrüder des Clubs ›Voll daneben‹ kippten sich die Biere beidhändig hinunter und die Nachbarschaft, durchweg Landwirte, kümmerte sich um den Wachholder. Sekt trank kaum jemand, im Saal wurde es lauter.

Zahlreiche Gäste, darunter natürlich wieder die Landwirte, hatten sich vorgenommen, dem reichen Brautvater mal so richtig eins auszuwischen und beim Trinken und Essen alles zu geben. Ihr Stimmengewirr und das Gläserklingen beherrschten die Situation im Saal. Die zahlreichen Bedienungen konnten nur mit Mühe die vollen Tabletts heranschaffen und schwirrten wie emsige Bienen um die Gäste herum.

»Na, Hans, hast du das Schützenfest schon aus den Knochen?«, wollte Patrik Brinkhoff, der heftig schwitzende erste Vorsitzende des Schützenvereins wissen, der beidhändig Bier trinkend vor ihm stand. Trotz des heißen Wetters trug er einen Schützenhut. Auf seiner mit vielen Phantasieorden behangenen Schützenuniform waren noch die Überreste des letzten Schützenfestes zu erkennen.

Das Revers und die viel zu kurz gebundene, grüne Krawatte zeigten reichlich Spuren einer hastig verschlungenen ›Mantaplatte‹, der Hauptmahlzeit eines Schützenbruders während der Festtage und besonders auf dem Nachhauseweg. Einseitige Ernährung machte so richtigen Schützenbrüdern nichts aus, wenn die fettigen Pommes und die Currywurst mit reichlich alkoholischen Getränken im Verdauungstrakt vermischt wurden.

»Ja, habe ich. Wir sollten aber im nächsten Jahr ein paar Änderungen am Festverlauf vornehmen, denn drei Tage Koma und wenig Schlaf zehren an den Kräften. Ich bin auch nicht mehr der Jüngste. Dann die Arbeit auf dem Hof, jetzt die Hochzeit. Es reicht mir, danke der Nachfrage«, gab der neue Schützenkönig augenzwinkernd zurück und wischte sich mit dem Handrücken den Bierschaum von der Oberlippe.

Hans hatte vor zwei Wochen in einem zähen und harten, aber zuvor abgesprochenen Kampf den Vogel von der Stange geschossen und war nun der amtierende Schützenkönig. Seine Braut war also auch Königin.

Als gegen neunzehn Uhr durch die munter aufspielende Musikband zu Tisch gebeten wurde, drängten sich die etwa einhundertachtzig geladenen Hochzeitsgäste zu den festgelegten Sitzplätzen. Kleine Namensschilder, die sehr gut mit der Tischdekoration harmonierten, wiesen ihnen den Weg. Am Ehrentisch der Brautleute saßen auf der rechten Seite die Brauteltern Werner und Waltraud Koch und links von ihnen hatten die Mutter des Bräutigams Mathilde Beckermeier und ihre Schwester Ilse Platz genommen.

Die allen Leuten im Saal gut bekannte und meistens wirres Zeug redende Mathilde erhob sich, rief laut in den Saal: »Gibt es hier heute Hühnersuppe?«, und klopfte mehrmals mit dem Löffel auf den Rand ihres Suppentellers.

Das Klopfgeräusch wurde von der Gesellschaft aufgenommen und erwidert. Nun klopften alle mit ihren Löffeln auf oder an ihre Teller. Das war das Zeichen für das Brautpaar, sich zu küssen. Dieses für den Bräutigam völlig überflüssige Ritual sollte noch einige Male während des Essens folgen. Dana blickte ihren Gatten in freudiger Erwartung an, der drehte sich zu ihr und gab ihr einen flüchtigen Kuss auf die hingehaltenen, schmalen Lippen. Das musste reichen, dachte er. Aber nicht mit uns, dachten die Gäste. Das Klopfen wurde lauter und intensiver. Schweren Herzens küsste er seine Dana nun etwas länger, bis das Geklopfe aufhörte und die Suppenterrinen hereingetragen wurden.

Zum Leidwesen von Mathilde gab es die emsländische Hochzeitssuppe, eine kräftige Rindfleischsuppe mit Einlage, von der man sagt, dass sie auch bei Erkältungen Linderung verschafft. Keine Hühnersuppe. Mit musikalischer Untermalung durch die Band, die den Suppenmarsch zum dritten oder fünften Mal wie in einer Endlosschleife spielte, wurden die Terrinen bis auf den Boden geleert, und das bei der schwülen Hitze im Saal. Eine Hochzeit ist nun wirklich kein Kindergeburtstag!

Der Brautvater blickte über die Tischreihen, als die Endlosschleife unterbrochen wurde, und da sonst niemand Anstalten machte, etwas zu sagen, fand er es an der Zeit, mit der fälligen Rede zu beginnen. Er klopfte mit der Gabel laut vernehmbar an sein Glas und erhob sich. Die Gäste hoben die Köpfe und es wurde ruhig im Saal.

»Lieber Hans, liebe Dana, liebe Gäste«, begann Werner Koch und wandte seinen Blick von den Angesprochenen in den Saal. Er hatte sich zwar Notizen auf einem kleinen Zettel gemacht, aber nach den vielen Bierchen und drei Schnäpsen hatte er beschlossen, den Zettel in der Hosentasche zu lassen und frei zu reden. Das hätte er lieber sein lassen sollen, sagte er später zu seiner lieben Frau Waltraud.

»Wir haben uns heute hier versammelt, um die kirchliche Hochzeit unserer Dana mit ihrem Hans zu feiern. Herzlichen Glückwunsch, lieber Schwiegersohn, zu deiner Frau.«

Hans horchte auf und lehnte sich zurück. Seine von der schweren Feldarbeit gezeichneten Hände, fast so groß wie Klosettdeckel, ruhten auf dem Tisch. Am Ringfinger seiner rechten Hand glänzte der goldene Trauring, den ihm seine Dana nur mit großer Mühe während der Zeremonie überstreifen konnte. Der Redner gönnte sich während der kurz eingelegten Pause noch einen Schnaps.

»Ja, Dana, nun bist du auch endlich unter der Haube. War ja nicht so einfach, jemanden zu finden, der dich wollte, oder Waltraud?« Er blickte seine Frau an und kicherte, sie stieß ihm in die Seite, sollte wohl heißen: »Halt´ die Klappe!« Werner legte erneut eine kurze Gedankenpause ein und suchte nach Worten. Hans blickte verlegen auf seine Pranken.

»Auf jeden Topf passt ein Deckel, also seid auch ihr zwei jetzt ein Paar. Ich hoffe, dass es reichlich Enkelkinder gibt. Ihr könnt ja heute Nacht mit der Produktion anfangen. So hässlich ist Dana nun wirklich nicht. Das Geld überweise ich dir dann Montag. Prost, Hans!« Werner hielt das Weinglas hoch, kippte es auf Ex und setzte sich wieder. Waltraud, die Brautmutter, blickte mit starrem Blick geradeaus ins Leere.

Die Gäste im Saal steckten die Köpfe zusammen und tuschelten. Dana wurde puterrot im Gesicht und begann laut zu heulen, Hans schüttelte unentwegt den Kopf. Was sollte er sonst machen? Er hatte dem Vertrag zugestimmt. Die Band erfasste die Situation sofort richtig und begann, schnell nochmal den Suppenmarsch zu spielen.

Hans bestellte sich einen Schnaps bei der Bedienung, die mit der Suppenterrine verschwinden wollte, und seine verwirrte Mutter rief hinter ihr her: »Habt ihr noch Hühnersuppe?« Die Band spielte weiter. Wenn Hans gewusst hätte, wo der Sicherungskasten hing, er hätte an der Hauptsicherung gedreht.

Nachdem der Wachholder in seiner Speiseröhre brannte und ihn etwas beruhigte, ging das Tellerklopfen wieder los. Dana schnäuzte in die Serviette und hielt ihren Kussmund Richtung Ehemann. Er küsste sie, bis das Geklopfe aufhörte. Eigentlich dauerte es ihm schon fast zu lange, aber er spielte mit. Sie sah ihn fordernd an, und da er keine Anstalten machte, auf die Schmachrede des Schwiegervaters zu antworten, fasste sie allen Mut zusammen und erhob sich. Sehr heftig schlug sie mehrmals an ihr Glas, bis es zersprang.

»Lieber Vater, danke für deine netten Worte. Obwohl du alles hier bezahlst, das sollte dir ja nicht allzu schwerfallen, liebe ich Werner und möchte ihm eine gute Ehefrau sein. Bei uns wird es anders laufen als bei euch beiden, darauf kannst du dich verlassen«, sagte sie mit ruhiger Stimme und drehte sich zu ihm hin. Der bereute seine Worte und sah betreten zu ihr hoch. Sie holte tief Luft.

»Die Produktion der Enkelkinder hat bereits begonnen, ich bin im vierten Monat schwanger.«

Im Saal herrschte plötzlich eine gespenstige Stille. Sogar die Band hörte auf zu spielen. Viele Gäste blickten betroffen auf ihre angewärmten Teller, die bereits für den zweiten Gang serviert wurden. Andere sahen verlegen ihren Nachbarn an oder zur Decke. Hans lächelte vor sich hin und dachte an den neuen Hoferben.

Nach einer Minute, die allen wie die Ewigkeit vorkam, erhob sich Pastor Heiner Terwegen, der ebenfalls eingeladen war und am Ehrentisch drei oder vier Teller Hochzeitssuppe zu sich genommen hatte. Er streckte die Arme weit von sich, als wenn er nochmals den Segen sprechen wollte.

»Liebe Leute, wir alle haben heute vor Gott einen heiligen Bund bezeugt. Lasset uns fröhlich sein und keine Zwietracht mehr säen. Wir wollen hier zusammen feiern und nun sind wir auch noch in freudiger Erwartung. Ein Grund mehr zu feiern. Amen«, rutschte es aus ihm aus reiner Gewohnheit heraus. Er blickte die Gäste erwartungsvoll an. Jemand begann zu klatschen und der Rest der Gesellschaft klopfte mit dem Besteck an die Teller.

Das Vier-Gänge-Menü endete gegen einundzwanzig Uhr. Im Saal hatte die Gesellschaft sich von den Plätzen erhoben und die Bedienungen Platz zum Tanzen geschaffen. Der obligatorische Ehrentanz des Brautpaares stand als Nächstes auf dem Programm und die Band stimmte den Wiener Walzer an. Hans ergriff die Hand seiner Dana und führte sie zur Mitte des Saales. Er nahm sie in den Arm und etwas übermotiviert – lag wohl am reichlichen Verzehr des Alkohols – tanzte er so heftig, dass ihr Schleier wehte. Er fühlte sich nun doch sehr angetan von der Feier.

Dana lächelte ihn an und war glücklich. Sie wird auch immer schöner, dachte Hans. Anschließend traten die Trauzeugen Hans´ Bruder Wolfgang mit Gemahlin und Silvia, eine Freundin von Dana, mit Dietmar auf die Tanzfläche. Der Brautvater, der so frei und ohne jeden Zettel reden konnte, kam nicht mehr zum Tanzen. Der Geflügelmäster schlief am Tisch seinen Rausch aus und träumte höchstwahrscheinlich von Hühnern.

»Dana, komm mit, wir haben etwas Lustiges vor«, flüsterte der stark angeheiterte Alexander Fischer ihr ins Ohr. Er stand mit seinem Kumpel Markus Kirsch an der Sektbar am Rande des Saales. Dana lächelte, sie kannte die beiden und ahnte, was sie mit ihr anstellen wollten. Trotzdem fragte sie nach.

»Was habt ihr vor? Wollt ihr mich etwa entführen? Das ist doch ziemlich altmodisch.«

»Ist doch egal. Wir fahren durch die Gegend, ziehen durch die Kneipen und lassen dich von Hans auslösen. Wir werden eine Menge Spaß haben, das kannst du mir glauben. Deine Mutter weiß Bescheid, die kennt diesen Brauch und hat uns viel Vergnügen gewünscht«, erwiderte Markus und zog sie Richtung Ausgang.

Hans, der wieder mit dem beidhändig trinkenden Vorsitzenden des Schützenvereins an der Theke stand und über die Veränderungen im Verein diskutierte, sah die drei verschwinden und dachte sich nichts dabei.

Ein Mann, der schon über eine Stunde in der Gaststätte vor dem Tresen saß und den Ausgang des Saales beobachtete, sah die Entführer mit der Braut in ein Taxi einsteigen. Er bezahlte seinen Deckel, verließ die Kneipe und stieg in sein Auto. Nach dem Starten des Motors zog er sich Gummihandschuhe über seine Hände und folgte dem Taxi in sicherem Abstand.

2

Wirre Gedanken an seine lange zurückliegende Kindheit schossen ihm durch den Kopf. Er erinnerte sich an einen Kindergeburtstag, es musste sein achter oder neunter gewesen sein, so genau wusste er es nicht mehr. Aber an den Geburtstag erinnerte er sich, es war sein letzter, den er feiern durfte. Vater kam etwas früher aus dem Büro und brachte ein großes Paket mit. Schon im Hausflur geriet er mit Mutter aneinander, die ihm Vorhaltungen wegen des Geschenks machte. In Geldangelegenheiten hatte Vater kein Geschick, daher regelte Mutter auch das Finanzielle. Vater hatte nichts zu sagen und noch weniger zu lachen. Sie riss ihm das Paket aus den Händen und schlug ihm ins Gesicht.

»Das gibst du morgen zurück. Woher hast du das Geld? Musst du so teure Geschenke machen?«, hörte er die Mutter keifen. Vater versuchte zu lächeln, als er seinen Sohn in der Tür stehen sah, dann klatschte die nächste Backpfeife in sein Gesicht. Gegenwehr hatte Mutter nicht zu erwarten, er war noch zu klein und sein Vater war ein Waschlappen. So hatte ihn die Nachbarin einmal genannt, als er sie über den Gartenzaun belauscht hatte, während sie sich mit einer Freundin über seine Eltern unterhalten hatte. An ihr Lachen konnte er sich gut erinnern. Irgendwann wollte er es der Frau zeigen und heimzahlen.

Leises Wimmern und Stöhnen rissen ihn aus seiner Lethargie. Er benötigte einige Sekunden, um in die Realität zurückzukehren, und sah in den Innenspiegel. Schnell bog er nach rechts in einen kleinen Waldweg ab und stoppte den Wagen. Im Scheinwerferlicht tanzten Hunderte Mücken. Sein Blick ging starr geradeaus durch die Windschutzscheibe. So verharrte er eine Minute, bis er wieder das Wimmern vernahm.

Beunruhigt beobachtete er die Gegend um ihn herum, dann schaltete er das Licht aus, verließ den Kombi und öffnete den Kofferraum. Mit zittrigen Fingern zog er die mit Äther getränkte Watte aus der Plastiktüte und drückte sie auf ihre Nase. Sie wehrte sich verzweifelt, hatte aber keine Chance. Nach wenigen Atemzügen wurde sie ruhig und ihr Körper erschlaffte. Im Dahindämmern starrte sie ihn mit weit aufgerissenen Augen flehend an und sackte dann in sich zusammen. Das Klebeband über ihrem Mund hatte er so befestigt, dass sie frei atmen konnte.

Wieder beruhigt schloss er die Heckklappe, blickte sich mehrmals um und wischte sich mit dem Ärmel seines Hemdes den Schweiß aus dem Gesicht. Schnell stieg er wieder auf den Fahrersitz, legte den Rückwärtsgang ein und fuhr aus dem Waldweg hinaus auf die Straße. Zügig nahm er wieder Fahrt auf. Sein Ziel, der Speichersee in Geeste, war nicht mehr weit entfernt. Er sah bereits die ersten Wegweiser und Hinweisschilder im aufgeblendeten Scheinwerferlicht.

Nach fünf Minuten verlangsamte er, setzte den Blinker und bog nach links in die Biener Straße ein. Er überlegte kurz, ob er an seinem Plan festhalten sollte, ganz auf die Krone des Speichersees hinaufzufahren, da hörte er wieder Geräusche aus dem Kofferraum. Die Dosierung des Äthers war anscheinend zu gering.

»Verdammt, ist die schon wieder wach?«, zischte er. Sein aufsteigendes Verlangen nach Befriedigung, das er während der Fahrt unterdrückt hatte, ließ ihn nun den Plan ändern und er stellte den Wagen auf dem Parkplatz neben der Jugendherberge ab. Die Geräusche im Kofferraum wurden lauter, sie trat mit den Füßen gegen die Heckklappe. Er musste etwas unternehmen.

»Gut, dann machen wir es hier und jetzt«, murmelte er und stieg aus. Er ging hinter den Wagen und öffnete ihn.

»Jetzt wollen wir Hochzeit feiern, komm«, kicherte er und zog sie aus dem Kofferraum. Er hielt sie an ihren auf dem Rücken gebundenen Armen fest, nahm noch einen Rucksack heraus, schulterte ihn und verschloss den Wagen. Er schob sie in Richtung eines großen Baumes in circa zwanzig Metern Entfernung vor sich her. Sie stolperte, wollte sich von ihm losreißen. Er zog sie zu sich, führte seinen Mund an ihr Ohr.

»Bleib ruhig, Dana. Wir feiern gleich deine Hochzeit. Ich freue mich seit Wochen darauf«, hechelte er und leckte zweimal mit seiner Zunge an ihrer Wange. Mit eisernem Griff hielt sie fest, Flucht war unmöglich.

Sie dachte nicht mehr daran zu fliehen, sie hatte sich damit abgefunden, dass er sie vergewaltigen wollte. Irgendjemand hatte ihr früher, als sie noch ein kleines, unschuldiges Mädchen war, erzählt, dass sie es über sich ergehen lassen sollte. Und reden sollte sie, ihn so vielleicht besänftigen, auf keinen Fall Angst zeigen. Sie erinnerte sich an die Ratschläge und hoffte, dass er ihr das Klebeband vom Mund entfernen würde, dann könnte sie reden. Den Gefallen würde er ihr tatsächlich erfüllen, nur wenige Minuten später.

Vor drei Tagen hatte er das Gelände erkundet. Die sternenklare Nacht und der Vollmond halfen ihm bei der Orientierung. Benebelt durch das Betäubungsmittel fiel ihr das Gehen schwer, sie stolperte. Leise kichernd zog er sie unbeirrt weiter. Sein Kichern machte sie fast wahnsinnig und ein eiskalter Schauer lief ihr über den Rücken. Dana spannte ihren Körper, blieb stehen, stampfte mit den Füßen auf den Boden, riss an der Handfessel.

»Hm, hm, hm«, schnaufte sie durch die Nase.

»Freust du dich?«, flüsterte er, als er sie ganz nah zu sich heranzog und an ihrem Ohr leckte. Sie roch seinen Atem. Ekel stieg in ihr hoch. Sie antwortete mit heftigem Kopfschütteln, versuchte, sich von ihm freizumachen. Der Versuch war zwecklos. Vor einem Baum blieb er stehen. Er sprach leise und langsam.

»Hier ist es gut, genau richtig, setz dich auf den Boden und lehn dich mit dem Rücken an den Baum.« Er drückte sie nach unten. Sie gehorchte. Mit zittrigen Händen löste er die Handfessel, zog ihre Arme schnell nach hinten um den Baum herum und fesselte sie.

Breitbeinig stellte er sich vor sie hin und blickte auf sie herab, so hatte er es sich in seinen Träumen vorgestellt. Sie war ihm ausgeliefert. Langsam öffnete er den Rucksack und nahm einen kurzen Strick aus gewickeltem Hanf heraus, an deren Enden jeweils ein Holzstück angeknotet war. Er wippte seinen Strick in den Händen.

Sie sah ängstlich zu ihm hoch, stöhnte und urinierte in Todesangst. Plötzlich wusste sie, dass er sie nicht vergewaltigen wollte. Ihr Tod stand kurz bevor, sie schloss ihre Augen und dachte an ihr kurzes Leben. Sollte es hier enden?

Er ahnte ihre Gedanken. Wie elektrisiert wandte er seinen Blick von dem Opfer ab und starrte auf sein Handwerkszeug: die Garotte. Er blickte zu ihr herunter, genau in ihre vor Panik geweiteten Augen, genoss ihre Todesangst. Er verharrte und lächelte.

Sie atmete stoßweise ein und aus. Mit aller Kraft schüttelte sie heftig den Kopf, zog mit den Armen. Stechende Schmerzen in den Handgelenken ließen sie damit aufhören. Zwecklos. Er bückte sich zu ihr herunter und hielt mit beiden Händen ihren Kopf fest, küsste sie auf den zugeklebten Mund. Sie wehrte sich aus Leibeskräften, schlug mit den Beinen um sich, es war sinnlos.

»Den brauchst du jetzt nicht mehr«, flüsterte er ihr in das linke Ohr, als er den Schleier aus ihren Haaren löste. Genüsslich daran denkend, was er mit dem Schleier später noch vorhatte, verstaute er ihn in seinem Rucksack.

Er setzte sich hinter den Baum, streckte seine Beine links und rechts an ihr vorbei, legte das Seil um ihren Hals und den Baumstamm, zog die Enden mit den Holzstücken nach hinten. Er überkreuzte das kurze Seil und zog es straffer. Langsam drehte er an den Holzstücken, die Schlinge zog sich enger zusammen. Sie schlug mit dem Kopf hin und her, zappelte mit den Beinen. Er drehte weiter, genoss den Augenblick ihres nahenden Todes, wollte den so lange wie möglich hinauszögern.

Da sie nun nicht mehr schreien konnte, riss er ihr das Klebeband vom Mund.

»Es ist gleich vorbei, bleib ruhig«, stöhnte er und bekam eine heftige Erektion. Sie wollte schreien, schlug mit dem Rücken mehrmals gegen den Baum. Ihr Atem stockte, dann traten ihre Augen aus den Augenhöhlen.

Noch knappe drei Minuten dauerte das Leben von Dana Beckermeier, bunte Bilder zogen an ihrem geistigen Auge vorbei. Sie spürte Bewegungen in ihrem Bauch und ihr letzter Gedanke galt dem ungeborenen Kind. Er fühlte und genoss es, wie das Leben aus ihr wich. Nach wenigen Minuten legte sich seine Erregung, er stöhnte und lockerte die Garotte.

Ihr Körper hockte zusammengesunken nach vorne gebeugt auf dem Boden. Er verstaute das Seil in seinem Rucksack, nahm eine Digitalkamera heraus und fotografierte die Leiche von allen Seiten. Wie im Rausch schoss er einige Fotos.

Noch fünf Minuten genoss er den Anblick und blickte auf sein Werk hinab, saugte diesen Anblick in sich auf. Nie würde er diesen Moment vergessen. Erleichtert bückte er sich wieder zu ihr hinunter, ergriff ihre rechte Hand und betrachtete sich den Ringfinger mit dem goldenen Ehering. Wut und Hass stiegen in ihm auf. Er griff in seine Jackentasche und zog einen Seitenschneider heraus. Nachdem er das Knacken des Knochens hörte und mühsam den Finger von der Hand abgetrennt hatte, verstaute er seine Trophäe in einem kleinen Plastikbeutel, ließ ihn im Rucksack verschwinden und erhob sich wieder.

Seine Wut und sein Hass auf Frauen legten sich, als er zurück zu seinem Wagen ging. Er öffnete die Heckklappe, zog den Reißverschluss einer großen Tasche auf und entnahm ihr einen Taucheranzug. Ruhig und völlig entspannt zog er sich um. Kurze Zeit später ging er zurück zur Leiche, schulterte sie und schritt langsam den Weg zum Speichersee hoch.

3

Gegen neun Uhr am Samstagmorgen klingelte das Telefon in der Polizeistation in Geeste. Hans Beckermeier, der mit seinen Hochzeitsgästen die Nacht damit verbracht hatte, seine entführte Braut zu finden, war besorgt. Zunächst hatte er vermutet, dass Dana sich versteckt hielt, um ihm für sein Verhalten bei der Trauung eins auszuwischen. Als die Brautentführer ohne Dana zur Feier zurückgekehrt und die nächtliche Suche erfolglos geblieben waren, entschied er sich, die Polizei zu informieren.

»Polizei Geeste, Steinhorst am Apparat. Was kann ich für Sie tun?«

»Hans hier, hallo Daniel. Dana ist verschwunden. Ich möchte eine Vermisstenanzeige aufgeben. Sie wurde gestern während der Hochzeitsfeier entführt und ist nicht nach Hause gekommen.«

»Was? Wie? Entführt?«

»Ja. Entführt. Nicht wie du jetzt denkst. Sie wurde von zwei Hochzeitsgästen abgeschleppt, die sind mit ihr durch die Kneipen gezogen. Du kennst das doch.«

»Ach so! Jetzt weiß ich, was du meinst. Das war also nur Spaß. Und wo ist Dana jetzt?«

»Das weiß ich nicht, deswegen rufe ich ja bei dir an. Wir müssen sie suchen. Bei ihren Eltern oder sonst bei Freunden ist sie auch nicht, sie ist verschwunden«, berichtete Hans in einer Tonlage, als ginge es um die Futterbestellung für seine Viecher. Steinhorst sah aus dem Fenster und schüttelte belustigt den Kopf.

»Ja, ist gut, Hans, ich habe verstanden. Wir kommen gleich bei dir vorbei, wir sind schon unterwegs«, gab er zurück und beendete das Gespräch.

»Erik, komm mit, wir müssen eine entführte Braut suchen«, sagte der Oberkommissar grinsend zu seinem Kollegen, der sich gerade eine Tasse Kaffee einschenkte und frühstücken wollte. Daniel Steinhorst kannte das Brautpaar gut, er wusste auch von den Streitereien, die die beiden ständig hatten. Er vermutete, dass Dana sich irgendwo versteckt hielt und so ihrem Gatten einen Streich spielen wollte.

»Ist klar, Chef. Das wäre ja der erste schwere Entführungsfall hier in unserem Bereich. Da müssen wir natürlich sofort tätig werden«, erwiderte Erik lächelnd und trank gemütlich seinen Kaffee aus. Das Lachen sollte ihm schon bald vergehen.

»Nun komm, lass uns zum Beckermeierhof fahren und mit ihm sprechen. Er klang irgendwie beunruhigt. Vielleicht ist die entführte Braut ja auch schon wieder aufgetaucht, wenn wir dort sind.«

Nur kurze Zeit später sollten die beiden Polizisten erfahren, dass die Entführte gar nicht auftauchen konnte. Sie war an einem Stuhl festgebunden.

 

*

 

Am Speichersee trafen sich wie jeden Samstagmorgen einige Hobbytaucher des Tauchclubs Geeste. In mühevoller Arbeit hatten die Mitglieder des Clubs eine kleine Unterwasserwelt geschaffen, die weit über die Grenzen des Emslandes hinaus bekannt war und viele interessierte Taucher anlockte. Olaf Brantling, Tauchlehrer und Vorsitzender des TC-Geeste, hatte sich für diesen Morgen mit zwei Tauchschülern verabredet, die bei ihm praktischen Unterricht gebucht hatten und den Taucherschein erwerben wollten. Sie waren dabei, ihre Ausrüstung zu überprüfen und freuten sich auf den bevorstehenden, ersten gemeinsamen Tauchgang.

»Wir werden auf neunzig Grad langsam in Richtung Übungsplattform tauchen und auf eine Tiefe von sieben Metern gehen. An der Plattform zeige ich euch, wie einfach es ist, mit einem Mundstück zu zweit abwechselnd zu atmen. Dann drehen wir nach Westen ab und schwimmen zur Badewanne. Die steht in zehn Meter Tiefe auf dem Grund und davor ist ein Gartenstuhl platziert«, erklärte Brantling seinen Schülern und zeigte ihnen auf einer Karte die Stationen.

»Alles soweit klar?« Die Schüler nickten.

»Dann geht es los, folgt mir!«

S

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