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Blut und Wasser

1869 wird die schwangere Anna Wimmer am Ufer des Langbürgner Sees Opfer eines Verbrechens. Mehr als ein Jahrhundert vergeht, ehe Matthias Staudacher durch einen Zufall im Morast des Sees auf ihre mumifizierte Leiche stößt. Der Fund ist eine Sensation und in den regionalen Medien macht die Zeitungsmeldung über eine Moorleiche die Runde. Aufgrund alter Zeitungsartikeln gelingt es den Behörden recht schnell, die Identität der Toten zu bestimmen. Nach kurzem Prozess hat man den Ehemann von Anna Wimmer als Täter verurteilt. In der Haft nahm er sich das Leben und das Schicksal der jungen Frau geriet in Vergessenheit. Angetrieben von seiner Frau Sylvia beginnt Matthias Staudacher zu recherchieren. Erst widerwillig, dann mit zunehmendem Interesse durchforstet er alte Gerichtsund Kirchenakten und rekonstruiert das Leben der Anna Wimmer und den an ihr begangenen Mord. Staudacher bezweifelt das damalige Gerichtsurteil und vermutet einen ganz anderen Täter. Als er erkennt, dass die Wahrheit eng mit seiner eigenen Familie verknüpft ist, entwickelt sich ein tragischer Konflikt.

 

Roland Voggenauer wurde 1964 geboren. Nach dem Abitur studierte er in München Mathematik und Philosophie. Seit 1991 diverse Tätigkeiten als Versicherungsmathematiker. Er wohnt mit seiner Frau und drei Kindern am Chiemsee. Sein zweiter Krimi „Übersee“ erschien 2008.

 

 

 

Roland Voggenauer

 

Blut und Wasser

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Diese Geschichte ist frei erfunden, fast frei. Tatsächlich hat die Handlung einen wahren Kern, und die meisten Schauplätze gibt es wirklich – bis auf den Grubner Hof, der irgendwo zwischen Prien und Rimsting gelegen sein könnte. Die dargestellten Figuren jedoch haben mit real existierenden oder auch historischen Personen nichts zu tun, fast nichts.

1

Der 4. Juli 1869 war ein heißer Sonntag.

Anna Wimmer lag rücklings auf der Wiese am See und drehte mit ihren Zehen Locken in die Grashalme. Eine Hand hatte sie unter ihren Kopf gelegt, mit der anderen streichelte sie über ihren Bauch. Sie blinzelte in die Sonne und beobachtete die Wolken, die hoch über ihr vorbeizogen. Offenbar dachte sie nach. Ihre Lippen bewegten sich, als ob sie Selbstgespräche führe. Sie lächelte.

Mit einem Ruck richtete sie sich plötzlich auf und zog ein kleines ledernes Buch unter ihrer Schürze hervor. Sie setzte sich zurecht und fing hastig an zu schreiben.

Die Schritte, die sich ihr leise von hinten näherten, hörte sie kaum.

Als der Mann hinter ihr stand, fiel sein Schatten auf ihr Buch. Sie klappte es zu und sprang freudestrahlend auf.

„Anderl! I hob so g’hofft, dass’d kummst“, sagte sie und schlang ihre Arme um seinen Hals.

Sie küssten sich leidenschaftlich, bis er sie hinunterzog und ihren Körper in die Wiese drückte.

„Wart no!“, flüsterte sie ihm ins Ohr, aber er war zu erregt, um auf sie zu hören. Schwer atmend wühlte er sich durch ihren weiten Rock.

Erst als sie ihm kräftig ins Ohr biss, zuckte er erstaunt zurück.

„Wos hostn?“

„I bin glei wieda zruck“, sagte sie, raffte ihre wenigen Sachen zusammen und verschwand im Unterholz.

Andreas schaute ihr ungläubig aber auch erwartungsvoll hinterher. Er drehte sich auf den Rücken, schloss die Augen und lächelte die Sonne an.

Es dauerte nicht lange, bis sie wieder zurückkam. Ihr Schatten fiel auf sein Gesicht. Als er seine Augen öffnete, stand sie über ihm – sie war splitternackt. Andreas sprang wortlos auf und griff sie mit beiden Händen an ihren zarten Schultern.

 

Anna Wimmer war eine auffällig schöne Frau. Sie war zwar klein und zierlich von Gestalt, aber ihr Auftreten war sehr bestimmt, selbstbewusst, fast fordernd. Ihre Augen waren groß und tiefblau. Ihr Gesicht strahlte eine ungeheure Neugierde und Lebendigkeit aus. Blondes Haar fiel in langgeschwungenen Locken über ihre Schultern.

Andreas starrte auf ihre Brüste, die jetzt, da sie ein Kind stillte, prall und groß waren, eigentlich zu groß für ihren kleinen Körper.

Er verschlang sie zunächst mit Blicken und schließlich mit seinem Körper.

 

Als sie später in seinen Armen lag, atmeten sie beide wieder ruhig und schauten schweigend auf den See. Die Sonne glitzerte auf dem Wasser.

„Wo is da Franz?“, fragte er leise.

„Beim Heu’n.“

„Heit? Am Sundag?“

„Auf’d Nacht kummt a Weeda.“

„A woher denn! De Beag schaun ned a so aus.“ „Ea hod’s gsogt und meist hod ea a recht. Ea spüat’s, wenn’s umschlogt.“

„I glaab, dea spüat ibahaupt nix“, sagte er und warf einen kleinen Stein ins Wasser.

„S’Weeda scho – sunst freili nix, ned vui jeden fois“, flüsterte Anna und küsste zärtlich seinen Hals.

„Und de Lisi, wo is de?“

„Schlofft. I hob’s no g’stillt, jetzt schlofft’s zwoa oda drei Stund. Vui Zeit hob i nimma. I hob gsogt, i geh schnäi und schlog a Hoiz.“

„Hoiz? Um de Zeit? Hobt’s doch gnua Hoiz um’s Haus, oda?“

„Koa Buacha. I braach Buachastecka. Drum hob i des Hacki dobei.“

Nach einer Weile sagte sie leise: „Loss uns geh“, blieb aber still liegen.

„A bleib no a bisserl, s’is so schee, so schee staad do.“

„Ganz weg, moan i, wo ma wiaklich unsa Ruah ham, wo uns koana kennt.“

Er lächelte: „Do miassma aba weit weggeh, dass mi koana mea kennt.“

„Amerika!“, sagte sie, und schaute ihn freudig an.

„Amerika?“, wiederholte er und zog die Augenbrauen hoch. „Du mit deim Amerika. Do is doch a Kriag.“

„A woher denn! Dea is doch scho längst vorbei. Und wea woas, wann bei uns wiada a Kriag kummt.“

„A wo, unser Ludwig hat koan Kriag ned im Sinn. Dea baut liaba, Schlössa und sowos. Und jung is a a no.“

„De Resi hod gschriem, aus Pennsylvania, so hoaßt ma des, wos is. Se sogt, du braachst ned vui, und an jedn Dog kemman neie Leit, aus da gonzen Wäid, aa aus Baiern.“

„Wos für a Resi?“

„D’ Bachlerin z’ Hittenkiacha, woast nimma? De is voa drei Joa mim Schiff davo und jezz hod’s 35 Stickl Vieh.“

„Na, des waar nix für mi. I mog koa Bauer ned sei .“

„I ko oabeitn wia Mannsbuid, und du konnst ois Lehra geh, und irgendwann weast du a in Amerika a Biagamoasta sei. Do weast gwäit.“

„Aba warum soin de mi wäin, mi – den Baiern z’Amerika?“, sagte er und lachte laut.

„Jo worum ned? I glab, de daaten sogar an Ästreicha wäin.“

Sie lachten beide.

„Na, i kehr do her. Jez. Friara, ois Student hätt i vielleicht geh kenna, aba jezzad? Bin i a scho iba dreisge, und i bin jo do wea, wia kunnt i do weg- geh?“

„Weilst zu mia keast“, sagte sie und musterte ihn streng. Dabei zog sie ihre Augenbrauen zusammen, wie sie es immer tat, wenn es ihr ernst war, und er wusste das.

„Du konnst doch aa ned weg“, wehrte er ab. „Du host doch an Franz und de Lisi“.

„D’Lisi, de nimm i scho mit.“

„Und den Franz?“

„Den natürli ned. Dea kummt aa ohne mi zrech t.“

„Du host eam aba do gheirat.“

„I war sechzehne, ois i auf’n Hof kemma bin. Mi hod koana gfrogt.“

„Scho! Da Pfarra, dea hod di gfrogt. “

„Freili, g’frogt hod a scho, aba i hob nix gsogt. Sein Ring hob i eh glei wiada abglegt.“

„I den mein aba ned.“

„Irgendwia scho“, murmelte sie so leise, dass er sie nicht verstand.

„Wos moanst?“

„A, nix“, sagte sie und drückte seinen Kopf tiefer in ihren Schoß.

Wieder blickten sie beide minutenlang schweigend auf das Wasser.

 

Unvermittelt sagte sie:

„I muas da aba no wos Wichtigs song. I bin wieda in da Hoffnung.“

Er löste sich ruckartig aus ihrem Griff und starrte sie entgeistert an.

„Moch koan Schmarrn ned. Des ko doch ned sei.“

„Du weast es wissn.“

„I denk, du stillst no.“

„Freili, aber s’is wia’s is. Ich spüa’s scho seit Wocha. Do lebt wieda wos in mia, unsa Kind.“

„Unsa Kind? Wiaso unsers?“, fragte er irritiert. Sie sah ihn genauso irritiert an, und bevor sie antworten konnte, setzte er nach:

„Und jezz? Wos wuist jezz macha?“

„I wead’s eam song! A zweits Kind konn i eam ned unterschiam.“

„Wiaso ned? Ea meakt’s ja eh ned.“

„Seit de Lisi do is, hod ea mi nimma o’griat. Un an heiligen Geist glaabt dea a ned.“

Er schüttelte ungläubig den Kopf. „Jo, und host vielleicht mit sunst ebban .. .?“

„Wos?“

Wieder zog sie ihre Augenbrauen zusammen. Ihre Miene wurde mit einem Mal hart. Die Enttäuschung stand ihr ins Gesicht geschrieben. Sie schob ihn beiseite und stand wortlos auf. Ohne sich noch mal umzudrehen, ging sie energisch zurück ins Unterholz, wo sie bei einem Fels ihre Kleider abgelegt hatte, und zog sich hastig an.

Andreas blieb zurück und dachte angestrengt nach. Dann sprang er schnell in seine wenigen Kleider und lief ihr hinterher. Bei dem Fels baute er sich vor ihr auf.

„Jezz gib doch a Ruah“, fuhr er sie an und packte sie bei ihren zarten Handgelenken. „A so war’s ned gmoant, aba i wead doch woi no frong deafa.“

„Na, des deaßt ned“, schrie sie ihn verzweifelt an. „Wenn i dia sog, i trog dei Kind in mia, nahat muass des dia glanga. Glaabst du denn ned an mi?“ Sie trommelte mit ihren kleinen Fäusten gegen seine Brust.

„Jo, scho, freili“, antwortete er ausweichend. „Aba vaschdehst Du denn ned a mi?“

Sie war wieder still und schüttelte nur langsam ihren Kopf. Tränen liefen über ihr Gesicht.

„Und jezz? Wos megst jezz doa?“, fragte er noch mal.

„I werd’s eam song, ois, heit no, und nahat wead i geh, weit weg, auf Amerika, ob’st mitkummst oda a ned“, schluchzte sie leise.

„Geh heer doch auf! Du mit deim spinnerten Amerika, und loss mi doch aus’m Spui.“

„Di aus’m Spui lossen? Des Spui is dei Spui. Bis jezz ham mia nach deine Regeln gspuit, hoamlich, aba jezz hamm mia boid zwoa Kinder und do kemma doch ned a su doa, ois sei nix gwen.“

Sie weinte. Er sagte nichts.

„Mir kenna nei ofanga“, schluchzte sie endlich. „Du und i, kumm mit mia, mia sann no so jung, s’ Leb’n liggt voa uns, und mia kean doch zamm, du und i, mir miassn doch zammhoiten.“

Er wandte sich von ihr ab.

„I ko ned weg vo do, vaschdehst du des ned? Nia!“

Seine Stimme klang verzweifelt und entschlossen gleichermaßen.

„Guat!“, sagte sie resigniert aber bestimmt. „I geh jezz, und heit Omnd hob i des g’regelt.“

Sie packte ihr Beil und stampfte davon. Andreas blieb kurz zurück, rannte ihr dann aber hinterher.

„Anna! Bleib steh!“

Als er sie erreichte, packte er sie bei der Schulter und drehte sie zu sich. Dabei stolperte sie und fiel rückwärts hin. Das Beil entglitt ihrer Hand. Er warf sich auf sie und presste sie in die feuchte Erde.

„Des konnst doch ned doa, du ruinierst mi, mei Familie, mei Gschäft. D’Leit redn eh scho gnua üba di.“

„Üba mi? I ruinier di?“, schrie sie ihn an. „Oa Hoizscheitl aloa brennt ned. Geh hoam und sogs deina Frau, bevor sie’s vo wem andern dafrogt.“

Er zuckte zurück wie nach einem Faustschlag ins Gesicht.

Anna konnte sich aus seinem Griff befreien. Mühsam wand sie sich aus seiner Umklammerung und lief davon. Ihr Beil ließ sie liegen.

Andreas’ Blick wurde starr. Er schwitzte, und Schaum stand in seinen Mundwinkeln. Mechanisch griff er nach dem Beil und lief ihr hinterher.

Nach wenigen Schritten war er dicht hinter ihr. Er holte weit aus, als wolle er einen Speer schleudern.

Das Beil traf Anna mit voller Wucht und drang mit einem dumpfen Geräusch genau zwischen den Schulterblättern tief in ihren Rücken ein.

Ohne einen Laut sackte sie vornüber zusammen.

Sie muss tot gewesen sein, bevor sie den Boden berührte.

Andreas stand still über ihrem leblosen Körper und schlug fassungslos die Hände vor sein Gesicht. Sein Blick klebte an dem blutigen Beil, das tief in Annas Rücken steckte – so tief, dass er es nur mit einem kräftigen Ruck wieder herausziehen konnte.

Er zweifelte keine Sekunde daran, dass sie tot war.

Das Beil rutschte aus seiner Hand und landete dumpf auf dem Waldboden. Dickes Blut quoll aus der riesigen klaffenden Wunde in Annas Rücken und tränkte ihr Kleid dunkelrot.

Es dauerte eine Weile, bis er seine Fassung wiedergewonnen hatte.

Er packte Anna bei ihren nackten Füßen und schleppte sie die Böschung hinunter Richtung See. Sein Blick war starr auf den blutroten Fleck geheftet, der immer noch größer wurde. Er hielt inne und drehte die Leiche um, packte sie wieder bei den Füßen und schleifte sie weiter über den feuchten Waldboden. Ihr Gesicht war über und über mit Erde beschmiert.

‚Warum sieht sie nur so friedlich aus?‘ dachte er.

Tatsächlich wirkte ihr Mund so, als würde sie lächeln, aber ihre großen Augen waren weit aufgerissen, und er meinte, sie starre ihn an. Ihren Blick konnte er nicht aushalten. Er drehte sich weg und schaute nach hinten, während er sie weiter hinabzog.

Nicht weit von der Wiese, wo sie vor kurzem noch zusammen gelegen hatten, bestand das Seeufer aus einer moorartigen Fläche, die dicht mit Schilf bewachsen war. Dorthin zog er die Tote.

Je näher er dem Wasser kam, desto weicher wurde der Boden, der schließlich in Morast und wässrigen Schlamm überging.

Er watete weit in das Schilffeld hinein. So weit, dass er bis über die Knöchel im Schlamm steckte. Das Wasser stand ihm fast bis zu den Knien.

Die Leiche zog er hinter sich her wie ein schweres Boot.

Mit jedem Meter wurden seine Schritte mühsamer.

Als das Wasser tief genug war, ließ er die Leiche an sich vorbeigleiten und schob sie von sich weg. Annas Kleider hatten sich aufgeplustert, und sie breitete ihre Arme aus, als ob sie auf den offenen See hinausschwimmen wolle.

Sie ging nicht unter.

Andreas kämpfte sich zurück aus dem Wasser. Er lief wieder in den Wald und schaffte zwei größere Felsbrocken heran.

Den ersten legte er genau auf das große Loch in Annas Rücken. Das Wasser um sie herum hatte sich rot gefärbt. Mit dem zweiten Stein beschwerte er ihren Unterkörper.

Anna versank. Aber ihr dickes Blut schwamm oben und vermischte sich nur langsam mit dem Wasser des Sees.

Er lief noch einmal in den Wald und brachte weitere Steine herbei, unter denen er Anna in ihrem feuchten, schlammigen Grab begrub.

 

Als er zurücklief, stolperte er fast über das Beil, das immer noch an der Stelle lag, wo er sie erschlagen hatte. Er nahm es auf, überlegte kurz und ging durch den Wald davon.

Später, im Schutz der Dunkelheit, schlich Andreas sich zum Hof des Franz Wimmer und legte das Beil in der Tenne ab.

Aus dem Haus hörte er ein Kind schreien, sein Kind.

Er hielt kurz inne und lauschte. Dann ging er unbeeindruckt davon.

 

Am frühen Abend schlug das Wetter um. Ein heftiges Gewitter ging über der Gegend nieder und verwischte alle Spuren des Tages rund um den Langbürgner See.

Anna Wimmer wurde langsam vom Moor verschluckt, und mit ihr das neue Leben in ihrem Schoß und der Traum von einem neuen Leben im fernen Amerika, das an diesem Tag seine Freiheit feierte.

2

Matthias Staudacher fährt mit seinem Fahrrad immer tiefer in den Wald hinein. Bald wird der Weg enger und enger. Wie ein Boxer versucht er immer wieder, sich unter den Ästen wegzuducken, die ihm ins Gesicht schlagen. Er bewegt sich jetzt nur noch mit Schrittgeschwindigkeit vorwärts. Der Weg verliert sich im Gebüsch. Er hält an und steigt ab. Deutlich ist zu erkennen, dass der Pfad hier früher einmal weitergeführt hat, mittlerweile aber überwuchert worden ist. Behutsam schiebt er sein Fahr rad immer weiter in das Unterholz hinein. Durch das Geäst hindurch schimmert türkisfarben das Wasser des nahen Langbürgner Sees.

Diese Gegend nördlich des Chiemsees hat er vor Jahren lieben gelernt.

Idyllisch zwischen bewaldeten Hügeln eingebettet liegen hier rund ein Dutzend größerer und kleinerer Moorseen, von denen die meisten über kleine Wasserläufe miteinander verbunden sind. Die Ufer bereiche der Seen sind oft stark bewachsene, schlammig-morastige Flächen oder auch ausgedehnte Schilfgürtel.

Zwischendurch jedoch gibt es immer wieder auch Stellen mit festem Untergrund, von wo aus das Wasser leicht zugänglich ist.

Da die Seen fast keine oberirdischen Zuläufe haben, sondern aus dem hohen Grundwasser gespeist werden, haben sie allesamt eine hervorragende Wasserqualität. Ein stilles sommerliches Bad in dem weichen Wasser ist eine Wohltat für Körper und Geist.

Die ganze Seenplatte ist seit langem ein zusammenhängendes Naturschutzgebiet, denn im Frühsommer brüten an den westlichen Ufern heimische Wasservögel. Weite Teile, besonders die Uferbereiche, dürfen nicht betreten werden. Zwar gibt es kaum Hinweisschilder, aber es existieren auch nur wenige Wege, die direkt zum Wasser führen – und Badeerlaubnis besteht eigentlich nur an ausgewiesenen Plätzen.

Matthias kennt die Gegend rund um den Langbürgner See herum sehr gut. Trotzdem ist er immer wieder auf der Suche nach neuen, möglichst unberührten und schwer zugänglichen Stellen, wo er ungestört zum Schwimmen ins Wasser gehen kann.

Es ist ein heißer Sommertag. Er fragt sich, ob er bald fündig werden wird. Eigentlich fürchtet er, dass in diesem Bereich Schilf und Moorflächen den Zugang zum See erschweren. Aber nachdem er sich so weit durch das Dickicht vorgekämpft hat, will er jetzt nicht mehr umkehren, sondern sich Gewissheit verschaffen und sich sein wohlverdientes Feierabendbad genehmigen.

 

Er erreicht einen mannshohen Felsbrocken, der hier den weiteren Wegverlauf unterbricht.

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