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BWL Grundwissen

Inhaltsverzeichnis

  1. Hinweis zum Urheberrecht
  2. Impressum
  3. Vorwort
  4. Der Aufbau der Unternehmung
    1. Betriebswirtschaftslehre, Betrieb und Unternehmung
    2. Welche Ziele verfolgt ein Unternehmen?
      1. Welche Typen von Betrieben gibt es?
      2. Verschiedene Prozesse, verschiedene Aufgabenbereiche
    3. Die betrieblichen Produktionsfaktoren
    4. Betriebswirtschaftliche Prinzipien
      1. Unternehmen sollen ökonomisch …
      2. … und produktiv wirtschaften
      3. Rentabel wirtschaften
    5. Wie sich Unternehmen organisieren
      1. Was die Aufbauorganisation festlegt
      2. Mit der Ablauforganisation den Arbeitsprozess gestalten
      3. Wie die Unternehmensorganisation dokumentiert wird
    6. Das Unternehmen gründen – konstitutive Entscheidungen
      1. Welche Rechtsformen sind möglich?
      2. Standortentscheidung
      3. Wenn sich Unternehmen zusammenschließen
  5. Unternehmensführung (Management)
    1. Management und Führen
    2. Die sachbezogenen Aufgaben einer Führungskraft
      1. Ziele setzen
      2. Planen und entscheiden
      3. Umsetzung und Kontrolle
    3. Die personellen Führungsaufgaben des Managements
      1. Der Führungsstil – ein Erfolgsfaktor
      2. Managementtechniken
      3. Wie motiviert man Mitarbeiter?
      4. Information und Kommunikation
    4. Wie Unternehmen Werte etablieren
      1. Warum Unternehmen eine Philosophie brauchen
      2. Die Unternehmenskultur
      3. Vermittelt ein stimmiges Image: Corporate Identity
      4. Umweltmanagement – noch nicht weit verbreitet
  6. Controlling, Finanz- und Rechnungswesen
    1. Finanzwirtschaft
      1. Wie finanziert sich ein Unternehmen?
      2. Finanzierungsregeln setzen Richtwerte
    2. Investitionswirtschaft
      1. Beurteilt Risiken: Investitionsrechnung
    3. Rechnungswesen
      1. Grundbegriffe des Rechnungswesens
      2. Führt zum Jahresabschluss: die Finanzbuchhaltung
      3. Macht Kosten transparent: die Kostenrechnung
      4. Wozu Betriebsstatistik?
    4. Was passiert im Controlling?
      1. Controlling setzt auf verschiedene Zeithorizonte
      2. Mit der Planung werden Ziele definiert
      3. Kontrolle: Ist eingetreten, was eintreten sollte?
      4. Mit der Steuerung aufs Ziel zuhalten
      5. Werkzeuge des Controlling
  7. Marketing
    1. Denken vom Markt her
    2. Wie der Absatzprozess verläuft
    3. Was die Marktforschung untersucht
      1. Wie die Daten gewonnen werden
    4. Marketingstrategien
    5. Was der Marketing-Mix beinhaltet
      1. Produkt- oder Sortimentspolitik
      2. Preis- und Konditionenpolitik
      3. Distributionspolitik: Wie kommt das Produkt zum Kunden?
      4. Kommunikationspolitik
  8. Personalwirtschaft
    1. Was gehört zur betrieblichen Personalwirtschaft?
      1. Personalpolitik
      2. Personalplanung und -beschaffung
      3. Immer wichtiger: Personalentwicklung
      4. Personal erfolgreich einsetzen
      5. Personaleinschränkung
    2. Löhne und Gehälter gestalten
    3. Wie Mitarbeiter beteiligt werden
    4. Betriebliche Sozialpolitik
    5. Die Arbeitsbedingungen gestalten
      1. Arbeitszeitregelungen
  9. Der Autor
  10. Weitere Literatur
  11. Stichwortverzeichnis
  12. Arbeitshilfen online

[1]

Hinweis zum Urheberrecht

Abbildung

Haufe-Lexware GmbH & Co. KG, Freiburg

Vorwort

BWL – nur ein trockenes Studium für karrierebewusste Durchstarter? Nein, denn immer mehr Fachfremde müssen sich beruflich mit betriebswirtschaftlichen Zusammenhängen auseinandersetzen. Schließlich kann es nicht nur peinlich werden, wenn man in einem Meeting mit Begriffen wie „Deckungsbeitrag“, „Marketing-Mix“ oder „Job Enlargement“ so gar nichts anfangen kann. Auch der berufliche Erfolg hängt zunehmend von betriebswirtschaftlichen Kenntnissen und Fähigkeiten ab, ob als Abteilungsleiter, Produktmanager oder Teamleiter.[2]

In diesem TaschenGuide erfahren Sie Grundlegendes über das Wirtschaften in Unternehmen: die wichtigsten betriebswirtschaftlichen Prinzipien, den Aufbau einer Unternehmung, die Aufgaben des Managements, Finanzen, Rechnungswesen und Controlling, Marketing und Marktforschung sowie Personalarbeit.

Zahlreiche Beispiele und Querverweise sowie ein ausführliches Stichwortverzeichnis helfen Ihnen, die Zusammenhänge zu verstehen und in die BWL einzusteigen.

Prof. Dr. Wolfgang Mentzel

Der Aufbau der Unternehmung

Die Unternehmung steht im Mittelpunkt der BWL: Was passiert in einem Unternehmen, wie organisiert es sich?

In diesem Kapitel erfahren Sie,

  • welche Ziele ein Unternehmen verfolgt,

  • was die betriebswirtschaftlichen Prinzipien sind,

  • wie die Unternehmensorganisation aussieht und

  • wie Unternehmen gegründet werden.

Betriebswirtschaftslehre, Betrieb und Unternehmung

Die Betriebswirtschaftslehre (BWL) gehört zu den Wirtschaftswissenschaften. Wie andere Wissenschaftler ordnet auch der Betriebswirt seine Disziplin zunächst einmal ein und definiert dabei genauer, was er eigentlich erforscht oder lehrt.

Wie bei der Volkswirtschaftslehre geht es in der BWL um die Wirtschaft. Während die erstere allerdings vor allem die gesamtwirtschaftlichen Zusammenhänge untersucht, befasst sich die BWL bevorzugt mit dem Geschehen innerhalb der Betriebe, den Unternehmen.[3]

Unternehmen sind vielschichtige Institutionen, in denen neben wirtschaftlichen auch technische, rechtliche, soziologische, psychologische und andere Probleme auftreten. Hiervon sind für die Betriebswirtschaftslehre allerdings nur die wirtschaftlichen Fragestellungen von Bedeutung. Die übrigen gehören zu anderen wissenschaftlichen Disziplinen und haben aus der Sicht der BWL den Charakter von Hilfswissenschaften (z. B. Rechtswissenschaften, Arbeitswissenschaft, Psychologie).

Wichtig

Durch Abstraktion wird aus dem Erfahrungsobjekt Betrieb das Erkenntnisobjekt der BWL abgeleitet, nämlich die wirtschaftliche Seite des Betriebsgeschehens. Nur dieser isolierte Teilbereich bildet den eigentlichen Untersuchungsgegenstand der Betriebswirtschaftslehre.

Ein Betrieb ist eine organisierte Wirtschaftseinheit, in der Sachgüter produziert oder Dienstleistungen bereitgestellt werden. Unabhängig vom jeweils gültigen Wirtschaftssystem – Markt- oder Planwirtschaft – gelten für alle Betriebe bestimmte Merkmale. Dazu zählen

  • die Kombination von Produktionsfaktoren,

  • das Prinzip der Wirtschaftlichkeit und

  • die Forderung nach finanziellem Gleichgewicht, d. h. die Fähigkeit des Betriebs, seinen Zahlungsverpflichtungen jederzeit nachkommen zu können (Liquidität).

Während „Betrieb“ der allgemeine Begriff ist, bezeichnet man in der BWL Betriebe im Wirtschaftssystem der Marktwirtschaft als „Unternehmung“ (nach Gutenberg). Die marktwirtschaftliche Unternehmung unterscheidet sich vom Betrieb der Planwirtschaft durch[4]

  • die Selbstbestimmung des Wirtschaftsplans aufgrund der Gegebenheiten des Marktes (Autonomieprinzip),

  • das Prinzip des Privateigentums und

  • die Gültigkeit des erwerbswirtschaftlichen Prinzips, das besagt, dass Unternehmungen ihre Entscheidungen unter Berücksichtigung aller Risiken auf Dauer so zu treffen haben, dass auf das investierte Kapital ein möglichst hoher Gewinn erzielt wird (Gewinnmaximierung).

Wichtig

Der vorliegende TaschenGuide befasst sich ausschließlich mit dem Wirtschaften in Unternehmungen, wobei die Begriffe „Betrieb“ und „Unternehmung“ im selben Sinn verwendet werden.

Welche Ziele verfolgt ein Unternehmen?

Alle Betriebe erfüllen die Funktion, die Bedürfnisse Dritter zu decken. Diese Aufgabe erwächst den Betrieben aus ihrer Stellung in der arbeitsteiligen Wirtschaft; sie wird als Betriebszweck bezeichnet.

Vom Betriebszweck müssen die Betriebsziele (Unternehmensziele) unterschieden werden. Denn die Betriebe werden in der Regel nicht tätig, um ihre gesamtwirtschaftliche Aufgabe zu erfüllen. Die Leistungserstellung ist lediglich ein Mittel, um damit andere betriebliche Ziele zu realisieren.

Ein Unternehmen will Gewinn erwirtschaften

Für Unternehmen in einer marktwirtschaftlichen Wirtschaftsordnung steht sicherlich das Gewinnstreben an erster Stelle. Weitere monetäre Zielsetzungen sind

  • das Umsatzstreben,

  • eine Erhöhung der Rentabilität oder

  • Liquiditätsverbesserungen.

Aber es geht den Unternehmen nicht immer (ausschließlich) ums Geld: Streben nach sozialem Ansehen, nach einem bestimmten Image, nach Macht, Größe oder Unabhängigkeit können die unternehmerische Verhaltensweise genauso bestimmen wie soziale Prinzipien, z. B. die Sorge um das Wohlergehen der Belegschaft oder der Aufbau sozialer Einrichtungen. Ressourcen zu schonen oder die Umweltbedingungen zu verbessern können ebenso Ziele sein, die in Unternehmen verfolgt werden.[5]

Welche Typen von Betrieben gibt es?

Es macht einen großen Unterschied, welche Art von Leistung das Unternehmen erstellt. So unterscheidet man

  • Sachleistungsbetriebe: z. B. Land- und Forstwirtschaft, Investitions- oder Verbrauchsgüterindustrie, und

  • Dienstleistungsbetriebe: z. B. Handelsbetriebe, Fremdenverkehrsbetriebe.

Eng mit der Einteilung nach der Art der erstellten Leistungen hängt auch die Einteilung nach Wirtschaftszweigen (Branchen) zusammen. Danach kann unterteilt werden in Betriebe

  • der Industrie und des Handwerks,

  • des Handels,

  • der Banken,

  • der Versicherungen,

  • des Verkehrs

  • und sonstige Dienstleistungsbetriebe.

Fragt man nach dem „Wie“ der Leistungserstellung, lässt sich in arbeitsintensive, anlageintensive und materialintensive Betriebe unterscheiden. Nach der Abhängigkeit vom Standort werden schließlich rohstoff-, energie-, arbeitskräfte- und absatzorientierte Betriebe unterschieden. Schließlich wird auch die gewählte Rechtsform (siehe Abschnitt „Das Unternehmen gründen“) der Betriebe als Einteilungskriterium herangezogen.

Verschiedene Prozesse, verschiedene Aufgabenbereiche

[6]

Innerhalb eines Betriebs laufen verschiedene Prozesse nebeneinander: der Güter-, Produktions-, Geld- und Informationsprozess. Güter und Dienste, die auf dem Beschaffungsmarkt bezogen wurden, werden im Produktionsprozess zu marktfähigen Leistungen (Waren oder Dienstleistungen) umgewandelt und an den Absatzmarkt weitergegeben. Dem Güterstrom läuft ein Geldstrom entgegen. Für die am Absatzmarkt verkauften Leistungen kommen Geldmittel herein, die zum Kauf von Gütern des Beschaffungsmarkts wieder abfließen.

All diese Aufgaben lassen sich nur erfolgreich bewältigen, wenn ausreichende Informationen über den Markt, das Verbraucherverhalten, über die finanziellen Möglichkeiten des Unternehmens etc. vorliegen. Die Informationen von außen sammelt die volkswirtschaftliche oder Marktforschungsabteilung; für die interne Informationsgewinnung ist vor allem das Rechnungswesen zuständig.

Der Gesamtprozess der betrieblichen Tätigkeit besteht demnach aus ganz unterschiedlichen Aufgabenbereichen oder Funktionen. In der BWL unterscheidet man

  • Unternehmensführung,

  • Beschaffung,

  • Lagerhaltung,

  • Produktion,

  • Transportwesen,

  • Rechnungswesen,

  • Finanzierung,

  • Personalwesen und

  • Absatz.

Vielfach werden Beschaffung, Produktion und Absatz, gelegentlich auch noch die Finanzierung als Grundfunktionen (Elementarfunktionen) bezeichnet, denen die übrigen Funktionen zugeordnet sind.

Die betrieblichen Produktionsfaktoren

Produzieren heißt, Arbeitsleistungen, natürliche Hilfsmittel und Güter so einzusetzen, dass neue oder veränderte Güter oder Dienstleistungen entstehen. Der technische Vorgang wird Produktionsprozess genannt.[7]

Beispiel

Die Tätigkeit des Zeitungsverkäufers an der Straßenecke ist im ökonomischen Sinne ebenso Produktion wie das Geschehen in einem großen Stahlwerk.

Dazu benötigt man Arbeitsleistungen, also Menschen, und bestimmte Hilfsmittel. Beides nennt man in der Betriebswirtschaftslehre Produktionsfaktoren oder Leistungsfaktoren. Was am Ende entsteht, Güter oder Dienstleistungen, wird Produktionsergebnis genannt. Nach Erich Gutenberg werden die folgenden Produktionsfaktoren unterschieden:

  • ausführende Arbeit,

  • Betriebsmittel: Maschinen, Werkzeuge, Gebäude, Grundstücke,

  • Werkstoffe: Roh-, Halbstoffe, verwendete Fertigteile,

  • der dispositive Faktor (siehe Kapitel „Die Unternehmensführung“).

Der dispositive Faktor fügt die drei anderen Faktoren, die als Elementarfaktoren bezeichnet werden, zusammen.

Betriebswirtschaftliche Prinzipien

Für jedes Unternehmen gelten Prinzipien, deren Verletzung seinen dauerhaften Bestand gefährden würde.

Unternehmen sollen ökonomisch …

In der BWL geht man davon aus, dass die Menschen praktisch unbegrenzte Bedürfnisse haben, die Güter allerdings knapp sind. Daraus ergibt sich ein Grundprinzip wirtschaftlichen Handelns, das ökonomische oder Wirtschaftlichkeitsprinzip. Es besagt, dass entweder mit einem gegebenen Aufwand an Produktionsmitteln der größtmögliche Güterertrag zu erzielen (Maximumsprinzip) oder ein bestimmter Güterertrag mit einem möglichst geringen Einsatz zu erreichen sei (Sparprinzip).[8]

Wichtig

Das ökonomische Prinzip ist ein formales Prinzip, das unabhängig vom jeweils praktizierten Wirtschaftssystem Gültigkeit hat.

… und produktiv wirtschaften

Ein Unternehmen muss auch mengenmäßig ergiebig arbeiten, so ein weiteres Prinzip. Ob es das tut, darüber gibt die Produktivität Auskunft. Diese Größe errechnet sich aus dem Verhältnis zwischen der produzierten Gütermenge (Output) und der eingesetzten Menge an Produktionsfaktoren (Input).

Abbildung

Doch weil hier sehr unterschiedliche Faktoren zu berücksichtigen sind (Arbeitskräfte, Rohstoffverbrauch, Maschinenkapazitäten etc.), ist die Ermittlung der Gesamtproduktivität vielfach kaum möglich. Man begnügt sich deshalb häufig mit der Berechnung von Teilproduktivitäten, d. h. Produktivitäten einzelner Produktionsfaktoren. Wie man sich leicht vorstellen kann, ist insbesondere die Arbeitsproduktivität von Bedeutung.

Beispiel

So lässt sich etwa die Produktivität je Arbeitskraft oder je Arbeitsstunde untersuchen.

Man unterscheidet zwischen der Durchschnittsproduktivität (z. B. die gesamte produzierte Gütermenge im Verhältnis zur Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden) und der Grenzproduktivität (die mit der letzten geleisteten Arbeitsstunde produzierte Gütermenge).

Rentabel wirtschaften

In der Regel will jeder, der in ein Unternehmen Geld investiert, ob Eigentümer oder Gesellschafter, dass sich sein Einsatz auch lohnt. Sein Blick gilt daher vornehmlich der Rendite oder Rentabilität, der Verzinsung seines Kapitals. Dazu sieht er sich die Rentabilitätszahlen an. Das sind sogenannte Kennzahlen, die das Verhältnis des Erfolgs (= Gewinn) zum Mitteleinsatz ausdrücken, und zwar immer bezogen auf einen bestimmten Zeitabschnitt (Periode), etwa auf das Geschäftsjahr oder das Quartal. Dabei kann je nach Interesse auf verschiedene Größen zurückgegriffen werden.[9]

So gibt etwa die Eigenkapitalrentabilität Auskunft über die Verzinsung des eingebrachten Eigenkapitals:

Abbildung

Doch ein Unternehmen wirtschaftet auch mit fremdem Kapital wie Bankkrediten. Um die Rentabilität des Gesamtkapitals zu errechnen, müssen neben dem Gewinn auch die im Periodenaufwand enthaltenen Fremdkapitalzinsen berücksichtigt werden:

Abbildung

Die ...

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