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Ausgewählte Gedichte

Adam Gottlob Oehlenschläger

Ausgewählte Gedichte





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Zum Buch

Des Dichters Heimat

Ihr Freunde! wünscht ihr zu erfahren

Des Dichters Heimat, sein Gebiet

Dann will ich kühn es offenbaren:

Es streckt sich hin von Norden bis nach Süd.

Es reicht von Spitzbergs kaltem Eise

Da wo der Urwelt große Mumie ruht.

Bis wo die letzte Insel leise

Unmerklich sich verliert in Südens Flut ...

In neuer deutscher Rechtschreibung und Korrektur gelesen.

Zinklar

Herr Zinklar zog von Schottland ab,

Mit Norweg wollt’ er kriegen;

In Guldbrands Felsen er fand sein Grab;

Da musst’ er blutig erliegen.

Herr Zinklar zog übers blaue Meer,

Für schwedisches Geld zu kämpfen;

Helfe dir Gott mit deinem Heer!

Den Mut wird Norweg dämpfen.

Mondhell leuchtet die dunkle Nacht,

Die Welle leise klinget;

Eine Meerfee steigt aus der Welle sacht,

Ein Warnungslied sie singet.

Zurück, du Schotte! Du glaub es mir.

Es gilt dein schönes Leben.

Kömmst du nach Norweg, sag ich dir,

Dein Blut da musst du geben.

Wie garstig stets dein Lied mir schallt!

Du bist mir gar zuwider.

Fang ich dich einst in meine Gewalt,

Zerhau ich dir die Glieder!

Er segelt in Tagen, er segelt in drei

Mit seinen Mietstrabanten;

Den vierten Tag, ich sag es frei,

Tat er in Norweg landen.

Bei Romsdals Ufer legt er an,

Will jetzt das Land gewinnen;

Ihm folgten vierzehnhundert Mann,

Die hatten Böses in Sinnen.

Da raseten sie mit Spieß und Schwert;

Den Wüterich nichts versöhnte.

Des Greises Ohnmacht war ihm nichts wert,

Der Witwentränen höhnte.

Kindlein schlugen sie grausam tot,

Die Müttern am Busen lachten.

Doch bald die Kunde von dieser Not

Die Boten ins Land um brachten.

Am Felsen brannte das Feuerlicht,

Da konnte Gefahr man sehen.

Norwegs Söhne verbargen sich nicht,

Das mussten Schotten gestehen.

Soldaten sind nicht im Land jetzund,

Dem König folgten die Scharen;

Drum sei verdammt der feige Hund,

Der jetzt sein Blut will sparen.

Die Bauern vom Lande fern und nah,

Mit scharfem Beil auf dem Nacken,

Bei Bredabiög sich sammelten, da

Den Schotten wollten sie packen.

Grade bei Leyde da geht der Steg,

Den nennt man da den Kringen;

Die Lauge schießt da ihren Weg,

Drein sollen die Feinde springen.

Die alten Schützen, graubehaart,

Sich tief im Walde schleichen.

Der Nöcke hebet den nassen Bart

Und wartet mit Schnee der Leichen.

Beim ersten Schuss Herr Zinklar fiel,

Er brüllend verlor sein Leben.

Da wurde gefährlich den Schotten das Spiel.

Gott mag uns Rettung geben!

Hervor, Normannen! Keck heraus!

Schlagt trost, ihr Helden gute!

Da wünscht der Schott sich wieder nach Haus,

Es ward ihm Übel zu Mute.

Die Leichen fielen vor dem Geschoss,

Die Raben zerhackten die Leiber;

Das Jugendblut, das reichlich floss,

Beweinten die schottischen Weiber.

Lebendig entkam kein einz’ger Mann,

Dem Lande dort ein Erzähler,

Was sich der Feind erwarten kann,

Der heimsucht Norwegs Täler.

Noch steht ein Pfahl unweit der Laug’,

Den keine Zeit verdunkelt;

Dem Normann wehe! dessen Aug’,

Wenn er ihn sieht, nicht funkelt.

Hochzeitlied

Es stritten Gott Amor und Hymen sich sehr,

Zwei feurige, blühende Knaben:

Wer wäre der Größte? Wer himmlisch und hehr

Wohl schenke die herrlichsten Gaben?

 

Was wärest du, Hymen, denn ohne mich heut’?

Sprach Amor und zeigte den Köcher.

Ich wäre vernünftig, sprach Hymen gescheut,

Doch du ohne mich ein Verbrecher.

 

Mein Feuer ist stärker!, rief Amor voll Glut,

Und schwenkte die Fackel, der Stolze.

Das wollen wir prüfen, sprach Hymen mit Mut;

Du spielst nur im blühenden Holze.

 

Im Sommer, wenn Wiesen voll Blümelein stehn,

Dann lodert dein Altar mit Rosen;

Im Winter, dann sollst du mich feierlich sehn,

Dann schweiget dein zärtliches Kosen.

 

Und Hymen erschien, das erhabene Kind,

Im Hagel, im Schnee und im Sturme.

Er schwenkte die Fackel im lärmenden Wind,

Und schüttelt’ sie leuchtend vom Turme.

 

Da tönte die Orgel, es streute der Schnee

Den Teppich von seidenen Flocken.

Da klangen zur Orgel und Hymens Gesang

Der Hochzeit erfreuliche Glocken.

 

Im Hagel und Schnee und im stürmenden Wind

Nur zeigte die Flamme sich treuer.

Sind liebende Herzen sich redlich gesinnt,

Dann stärkt nur der Winter das Feuer.

 

Ihr treuen Geliebten!, wir wünschen Euch Glück!

Wir haben nicht Blumen und Kränze.

D

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