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Submiss Ashley

Emery Montgomery
ist das Pseudonym einer deutschen Schriftstellerin. Sie wurde am
Niederrhein geboren wo sie bis heute zusammen mit sechs Katzen
lebt. Schreiben ist ihre Leidenschaft neben ihrem Beruf.
Ashley ist ihr Debütroman aus der Reihe der Submiss. Hiermit hat
Emery sich einen Traum erfüllt.
Weitere Romane dieser Serie sind in Arbeit.

1

Langsam werde ich nervös. Wir sind bereits im Landeanflug und gleich setzte ich zum ersten Mal einen Fuß auf amerikanischen Boden. Klar, ich freue mich total, endlich dieses Land kennen lernen zu dürfen, aber ich habe auch Angst. Immerhin bin ich nicht nur zum Vergnügen hier. Monatelang habe ich nun nach einem DOM gesucht, der sich auf mein gewagtes Unterfangen einlässt und nun scheint sich tatsächlich einer bzw. gleich zwei gefunden zu haben. Klar, welcher DOM hat schon Lust, sich eine Autorin ans Bein zu heften, die es sich in den Kopf gesetzt hat, ein Buch über BDSM zu schreiben, obwohl sie selbst keine Ahnung davon hat? Kein Wunder, dass meine Anfragen alle gescheitert sind, bis auf die Jetzige. Nur muss ich dafür von Deutschland nach Amerika und das für sechs Monate. Eigentlich ist meine Geschichte auch bereits geschrieben, aber mir fehlt etwas. Ich möchte mehr in die Tiefe gehen. Bis jetzt ist alles sehr abstrakt und alleine meiner Fantasie entsprungen und nun will ich tatsächlich bei den Akten dabei sein und die Subs nach ihren Gefühlen fragen. Ich will verstehen warum sie es tun und wie es ihnen dabei geht. Ich hoffe meinem Buch so noch die nötige Würze und Tiefe verleihen zu können. Bis jetzt hatte ich mit den zwei Herren, die ich später treffe, nur per E-Mail Kontakt. Klar, ich habe das Studio gegoogelt. Das war leicht. Es ist das bekannteste in Hollywood und so weiß ich zumindest wie die Brüder aussehen, die das Studio gemeinsam führen. Aber das sagt mir noch nichts über die Menschen. Ich stelle mir immer wieder zwei ziemlich harte Kerle vor, die es lieben anderen Schmerzen zu bereiten und ich frage mich immer wieder, ob sie selbst Lust dabei verspüren könnte. Bis jetzt habe ich noch niemanden aus der Szene kennen gelernt und ich bin echt neugierig was mich erwartet. Aber jetzt muss ich mich erst mal bemühen meine Koffer in Empfang zu nehmen und ein Taxi auf zu treiben. Ich fahre vom Flughafen aus direkt ins Studio, denn wenn mein Plan scheitert fliege ich noch heute wieder heim. Und ja, ich glaube mein Unterfangen ist ziemlich gewagt und den taktischen Rückzug habe ich schon geplant, denn ich habe keine Ahnung wie ich selbst reagiere. Sicherlich hab ich, wie die meisten anderen auch, bereits im heimischen Schlafzimmer Fesselspielchen oder ähnliches vollzogen. Aber mal ehrlich, das war mehr die Abteilung Bienchen und Blümchen und mein aktuelles Vorhaben ist dazu im Vergleich echt Hardcore. Per E-Mail haben wir nur vereinbart, dass wir uns erst mal Treffen und über die Sache reden. Eine grobe Fassung meines Buches habe ich ihnen zukommen lassen, die blieb allerdings unkommentiert und das macht mich zusätzlich nervös. Ich bin echt nicht scharf drauf, dass die sich über mich lustig machen oder so was in der Art. Aber alles Hadern hilft nichts denn nun bin ich hier und bereits im Taxi auf dem Weg zum Studio. Auf der Fahrt schaue ich mir die Stadt an die an mir vorüber zieht. Hollywood ist echt groß stelle ich fest. Na ja zumindest aus der Sicht eines Landeis wie ich es bin. Und ich versuche mich abzulenken und nicht darüber nachzudenken, dass ich, wenn alles gut geht, die nächsten Monate viel Zeit in einem SM-Studio verbringen werde. Meine Mutter würde mich töten wenn sie es wüsste. Sie hat natürlich die jugendfreie Recherchevariante aufgetischt bekommen. Oh, wir halten und so wie ich das Gebäude hier in Erinnerung habe sind wir da. Es ist ein großes Hochhaus mit unendlich vielen Fenstern. Der Fahrer ist bereits ausgestiegen und hält mir galant die Türe auf. Mein Gepäck hat er bereits aus dem Kofferraum geholt und er verabschiedet sich höflich von mir. Mein Glück ist, dass er nicht ahnen kann was sich in diesem Hochhaus befindet. Das Studio selbst ist laut meiner Internetrecherche im zweithöchsten Stock untergebracht und von außen lässt nichts auf das pikante Treiben im Inneren des Hauses schließen. Hier würde man eher Bürokomplexe vermuten als ein SM - Studio. Also heißt es nun Schultern straffen und Haltung annehmen. Als ich in den Fahrstuhl steige bemerke ich, dass meine Knie zittern. Das beste Zeichen dafür, dass ich die Hosen voll habe. Quälend langsam bringt der Fahrstuhl mich meinem Ziel näher.

„Caleb, wo steckst du?“

Jackson sucht nun schon seit einer Weile nach seinem Bruder und hat sich nun in dessen Privatwohnung begeben, die über dem Studio liegt. Jackson selbst wohnt in der Etage unter dem Studio.

„Ich bin auf der Terrasse!“ hört Jackson seinen Bruder sagen ehe er selbst auch auf die Terrasse tritt. Die Hälfte dieses Stockwerkes wird von dieser gigantischen Terrasse eingenommen und der Ausblick ist fantastisch. Es wirkt, als hätte man die ganze Stadt im Blick.

„Unser Gast kommt gleich, trödele hier oben nicht herum!“ nörgelt Jackson und Caleb wendet sich ihm zu.

„Du meinst der Bücherwurm wird bald für frischen Wind sorgen!“

Calebs Grinsen spricht Bände. Er erwartet einen zotteligen, verwirrten Büchernerd, der keine Ahnung hat worauf er sich einlassen will. „Darüber haben wir bereits gesprochen. Ich will sie kennen lernen und wer weiß, vielleicht sind wir ja positiv überrascht!“

Jackson war zu Caleb ans Geländer getreten und genoss die Aussicht.

„Ich bin mir da nicht so sicher.“ war jedoch alles was Caleb dazu sagte.

Die Brüder hatten sich im Vorfeld lange über die Bitte der Autorin unterhalten und jeder hatte sich so seine Gedanken dazu gemacht. Klar, die Beiden haben versucht etwas über die Autorin in Erfahrung zu bringen, aber diese schreibt ihre Bücher unter einem Pseudonym und kein Bild oder irgendwelche interessanten Geschichten über sie waren zu finden. Was allerdings die Neugierde beider DOMS geweckt hatte und schlussendlich hatten sie sich gemeinsam dafür entschieden ihrer Bitte nachzukommen.

„Ich muss eh runter. Hab` jetzt Kundschaft!“ teilt Caleb Jackson mit und setzt sich in Bewegung. Jackson folgt ihm zurück ins Studio. In ca. einer Stunde soll Ashley, die Autorin, hier eintreffen und da wollten sie sie höflich empfangen. So zumindest der Plan.

Langsam öffnet sich die Aufzugtüre und ich trete aus dem Fahrstuhl. Scheinbar wurde ich erwartet, denn eine Frau ganz in Lack und Leder auf unendlich hohen Highheels kommt auf mich zu.

„Du musst Ashley sein! Ich bin Selena und die Männer haben mich gebeten, dich in Empfang zu nehmen!“

Freundlich lächelnd streckt sie mir die Hand entgegen und ich erwidere ihren Händedruck. Sprechen fällt mir allerdings gerade schwer. Ich bin viel zu fasziniert von dem Anblick, der sich mir bietet. Der Aufzug führt scheinbar direkt in die Empfangshalle des Studios und hier wirkt es sehr düster. Alles ist in schwarz und dunklem rot gehalten und nur durch indirekte Beleuchtung wird dieser Bereich beleuchtet. Allerdings fallen mir die tollen Gemälde auf, die ringsum an den Wänden hängen. Alle zeigen Szenen, wie ich sie wohl in nächster Zeit häufiger zu sehen bekommen werde, doch sie sind toll gestaltet. Selena bemerkt meinen Blick.

„Die sind toll, nicht wahr!“ sagt sie und zwinkert mir zu.

„Faszinierend würde ich sagen!“

Selena stellt sich neben mich und lässt mich die Aussicht genießen.

„Geh näher ran, ich bringe in der Zeit dein Gepäck weg!“ teilt sie mir mit und huscht davon. Und ich kann nicht anders als an jedes einzelne Gemälde heran zu treten und es genau in Augenschein zu nehmen. Der Künstler ist ein Genie. Wie er die Gefühle eingefangen hat jagt mir eine Gänsehaut über den gesamten Körper. Ich kann mich gar nicht von den Bildern losreißen als eine Stimme mich zu Tode erschreckt, die auf einmal unmittelbar hinter mir erklingt.

„Die habe ich selbst gemalt!“ erklingt es sehr sanft, doch ich fahre vor Schreck herum. Ich hatte schon immer das Problem sehr schreckhaft zu sein, was die Leute sehr amüsiert, da ich zu unkontrolliertem Weghüpfen und Aufspringen neige. Und nun schaue ich in die grünen Augen von Jackson, dem älteren der beiden Brüder. Laut Internet ist er 38, ca. 190 cm Groß und ziemlich durchtrainiert wie ich feststelle. Er schaut mich von oben bis unten an und heftet seinen Blick dann auf meine Augen. Sein Blick ist undefinierbar für mich und ich fühle mich bloßgestellt. Doch ich versuche etwas zu sagen auch wenn ich mich gerade etwas unbehaglich fühle.

„Die Bilder sind sehr intensiv. Ich dachte ich könnte fühlen, was die Personen auf der Leinwand fühlten als sie gemalt wurden!“ beginne ich zu sprechen als ich erneut vor Schreck zusammen fahre. Jemand hat sich mir von hinten genähert.

„Und was hast du gefühlt?“ fragte diese fremde Stimme mich, doch ich bin natürlich, wie sollte es auch anders sein, vor Schreck auf Jackson zu gehüpft der mich galant abfängt.

„Ganz schön stürmisch!“ höre ich ihn sagen als ich mich umdrehe und nun in die meerwasserblauen Augen von Caleb sehe. Auch Calebs Blick ist undurchdringlich und für mich nicht zu deuten. Doch scheinbar erwartet er eine Antwort denn er sieht mich nun herausfordernd an. Er ist laut Internet 36 Jahre alt, ca. 185 cm groß, ebenfalls sehr durchtrainiert und echt heiß.

„Lust, Schmerz. Eine Kombination aus beidem!“

Caleb sieht mich so intensiv an während ich spreche, dass ich Angst bekomme und ich hoffe nur, dass es für niemanden ersichtlich ist wie schnell mein Herz gerade hüpft. Es fühlt sich an als würde es unbedingt hier weg wollen, aber es kann nicht von mir fort.

„Angst! Das fühlst du jetzt gerade!“ sagt Caleb und sieht über meine Schulter hinweg wohl seinen Bruder an, der sich nicht vom Fleck bewegt hat. Und Caleb kommt auf mich zu und da meldet sich mein Fluchtinstinkt. Am liebsten würde ich jetzt schreiend weglaufen, aber wohin? Vor und hinter mir stehen die Brüder, also heißt es nun tapfer sein und abwarten was kommt. Und Caleb grinst dermaßen fies, das ich das Gefühl habe, er weiß ganz genau was in mir vorgeht. Leider zittern meine Knie schon wieder und das kann ich unmöglich verbergen. Caleb hat es bemerkt und sein Grinsen wird noch breiter, bleibt aber irgendwie fies.

„Keine Fluchtversuche! Das ist ein Anfang!“ höre ich Jackson hinter mir sagen und wende ihm den Kopf zu. Mein Gesichtsausdruck muss gerade dermaßen perplex und dämlich sein, dass ich froh bin hier nirgendwo einen Spiegel entdeckt zu haben.

„Erste Regel! Trete niemals vor einem DOM auch nur einen Schritt zurück, denn das ist wie eine Einladung für uns zum spielen. Und wir spielen sehr gerne!“ höre ich Caleb sagen als ich mich von Jackson abwende um Caleb ins Gesicht zu schauen. Aber seine Tonlage macht mir Angst. Es klingt wie ein sanftes zischen, doch da ist noch mehr. Und nun ist auch meine Gänsehaut wieder da und ich merke wie jemand von hinten, das kann also nur Jackson sein, mit seinen Händen an meinen Armen auf und abfährt. Ich stehe hier nun mit schlotternden Knien zwischen diesen zwei Raubtieren und ja, ich habe mehr als nur Angst. Eine leichte Panik breitet sich aus als Jackson erneut zu sprechen beginnt.

„Du bist nicht das, was wir erwartet hatten!“ sagt er sehr freundlich während sein Kopf neben meinem auftaucht und er mich von der Seite freundlich anlächelt.

„Ganz und gar nicht!“ zischelt Caleb. Kann er das nicht sein lassen? Ich bin immer noch im Fluchtmodus und froh, dass ich noch aufrecht stehe, wenn ich das Schlottern meiner Knie bedenke. Doch dieses Spiel hier hat auch mein Interesse geweckt, also versuche ich mitzuspielen.

„Was habt ihr denn erwartet?“ frage ich die Beiden nun so lasziv wie möglich und hoffe stark, das meine Stimme nicht zu auffällig zittert.

„Einen zerzottelten Bücherwurm und nicht so ein heißes Teil!“ erklingt es da vom anderen Ende des Raumes und ich erkenne die Stimme von Selena. Puh, aufatmen! Ich bin nicht mehr alleine mit den beiden Raubtieren, doch Caleb scheint mich ganz genau zu beobachten. Dem entgeht eindeutig nichts.

„Fühle dich nicht in Sicherheit nur weil Selena da ist. Sie ist ebenfalls ein DOM!“ teilt er mir mit, aber er macht einen Schritt zurück und ich kann durchatmen. Selena, ein DOM? Na gut, ihre Optik wirkt genau darauf hin aber ihre Art, nun ja, das kurze Gespräche zur Begrüßung ist wohl nicht ausschlag gebend, aber ich hätte nicht vermutet, dass sie auch ein Dom ist.

„Mensch Männer. Lasst sie doch erstmal ankommen ehe ihr mit ihr zu spielen anfangt! Sie schaut aus wie ein verschrecktes Reh mit ihren großen braunen Augen!“

Selena war zu uns gekommen und schaut zwischen den Brüdern hin und her und dann sieht sie mich an.

„Hast du schon was gegessen Ashley? Ich selbst sterbe vor Hunger!“ teilt sie mir mit.

„Nein. Der Flugzeugfraß war nun so gar nicht mein Ding!“

„Prima. Komm mit. Ob du es glaubst oder nicht aber hier gibt es eine Küche und wir könnten uns was kochen.“ sagt sie mir während sie auch schon davon eilt. Aber ich traue mich nicht mich zu rühren. Ich habe noch eine Frage. Also schaue ich Caleb an.

„Gibt es auch eine Regel für einen eleganten Abgang?“ frage ich ihn herausfordernd und sein Grinsen erscheint erneut.

„Nicht dumm meine Liebe!“ ist jedoch alles was er sagt ehe er auf dem Absatz kehrt macht und verschwindet.

„Nur wenn du in einem Szenario bist gibt es Regeln. Mein Bruder wollte dich nur ärgern. Solange dich niemand nach deinem Safewort fragt kannst du kommen und gehen wann du willst. Also lass es dir schmecken. Selena bringt dich später wieder zu uns und dann können wir uns unterhalten!“ teilt mir nun Jackson mit ehe auch er geht. Na toll. Wo ist nun Selena hin? Ich schlage dann mal die grobe Richtung ein in die sie verschwunden ist und an der nächsten Ecke hüpfe ich erneut vor Schreck. Selena hat auf mich gewartet und macht sich nun einen Spaß daraus mich zu erschrecken.

„Das ist lustig. Hüpfst du immer so?“ fragt sie mich.

„Ja. Leider gehören unkontrolliertes Hüpfen und Aufspringen sowie Quecken zu meinem Repertoire!“

Selena lacht und setzt sich wieder in Bewegung. Ich folge ihr. Keine Ahnung wo ich sonst noch landen würde.

2

Männer, ich bringe euch den Bücherwurm zurück!“ trällert Selena als sie mich nach unserer Kochorgie, oh man, das war lecker und hat super Spaß gemacht, in einen großen Raum führt, der ebenfalls, wie scheinbar alle Räume hier, fast nur in schwarz und rot gehalten ist. Ich stocke an der Türe und Selena schiebt mich einfach rein. Ich muss das hier erst einmal auf mich wirken lassen. Langsam gehe ich in die Mitte des Raumes und drehe mich im Kreis. Ihr könnt euch denken wo ich gelandet bin. Ja, in einer der „Folterkammern“ wie ich sie nenne. Geradeaus steht ein großes Bett mit einem Himmel darüber. Getragen wird der Himmel von großen Holzsäulen und mir fallen die ganzen Ringe auf, die überall am Bettgestell und auch an dem Betthimmel angebracht sind. Ich gehe auf das Bett zu und nehme einen der Ringe in die Hand. Meine Fantasie fährt gerade Achterbahn und ich bin froh das keiner der Brüder etwas sagt. Sie lümmeln auf einem roten Ledersofa herum und beobachten mein Treiben ganz genau. Irgendwie erinnert mich das hier sehr stark an das Spielzimmer von Christian Grey, so wie es in dem Film dargestellt wurde. Langsam schreite ich weiter und nehme alles ganz genau in Augenschein und nehme auch einiges selbst in die Hand. Die Brüder lassen mich gewähren und erst nach langer Zeit beginnt Jackson zu sprechen.

„Wir haben dein Buch gelesen. Für den Anfang ist es nicht schlecht. Aber wer sich auskennt merkt, dass du es nie selber versucht hast und so wie du dich gerade hier umschaust und auch wie du das Spielzeug in der Hand hältst, bestätigt sich das noch mehr. Wenn du deinem Buch mehr Tiefe verleihen willst bist hier genau richtig!“

Jackson war zu mir gekommen und nimmt mir nun das Seil aus der Hand.

„Nimm deine Arme vor den Oberkörper und halte die Handgelenke nebeneinander.“

Ich erfülle diese Bitte und Jackson wickelt gekonnt und mit einer scheinbar eigens dafür vorgesehenen Technik das Seil um meine Handgelenke und fesselt mich. Gebannt schaue ich ihm zu doch mir kommen auch Zweifel und scheinbar spiegeln diese sich in meinem Gesicht.

„Wie ich dir bereits sagte, solange dich niemand nach deinem Safeword fragt kann dir nichts passieren. Hier gelten strenge Regeln!“ sagt Jackson mir sanft und scheinbar ist er fertig mit seinem Verknotungswerk. Ein Ende des Seils hält er nun in der Hand und ich schaue auf meine gefesselten Handgelenke.

„Was fühlst du gerade Ashley. Und ich will die ungeschönte Wahrheit. Wenn wir hier zusammen arbeiten wollen ist das eine weitere Regel. Du sagst es so wie du denkst und ohne groß darüber nachzudenken!“

Caleb war wohl in der Zwischenzeit aufgestanden und ganz dicht von hinten an mich herangetreten. Aber er hat seine Tonlage geändert. Kein Zischen mehr, mehr ein Flüstern erklingt über meiner rechten Schulter. Doch da ist sie schon wieder. Diese verdammte Gänsehaut die dieser Kerl bei mir auslöst. Ich muss unbedingt was langärmeliges anziehen. Das hier ist viel zu verräterisch.

„Angst gepaart mit Hilflosigkeit. Aber euch Neugierde!“ stottere ich ein wenig und schaue Jackson an.

„Du hast das so gewickelt, dass ich mich nicht selber befreien könnte. Das fürchtet mich. Ich mag es nicht hilflos zu sein!“

Jackson nickt, ändert aber nichts.

„Was machst du im wahren Leben so? Ich meine, bist du hauptberuflich Schriftstellerin?“ fragt Caleb mich dann. Er steht noch immer viel zu nah an mir dran und ich würde mich am liebsten bewegen. Doch ich habe Regel Nummer 1 nicht vergessen und ich werde einen Teufel tun, aber bewegen werde ich mich definitiv nicht.

„Ich habe eine Führungsposition in einer Firma inne!“

„Oh. Das ist ja mal interessant!“ sagt Jackson nur und schaut seinen Bruder an.

„Du bist also mehr der dominante Typ Frau, der den Ton angibt?“ fragt mich Caleb.

„Ja!“ hauche ich. Dieser Mann macht mir Angst. Doch leider mag ich Spiele und er reizt mich mit diesem Spiel sehr. Ich kann nicht darum herum zuzugeben, dass das hier an diesem Ort gerade sehr reizvoll ist. Mein Blick schweift zum Bett und meine Fantasie fährt erneut Achterbahn. Caleb merkt es natürlich.

„Was denkst du gerade Ashley?“ haucht er in mein Ohr und zieht mich ganz dicht an sich heran und ich kann das Ziehen in meinem Unterleib nicht ignorieren und ziehe scharf die Luft ein. Jackson ist von vorne an mich heran getreten und hebt mein Kinn an so das ich ihm in die Augen schaue muss.

„Sag es!“ fordert er mich auf, scheinbar zögere ich zu lange denn seine Tonlage ist hart und fordernd. Doch ich habe eine Frage und keine Ahnung ob ich sie stellen kann. Also versuche ich es einfach.

„Wird es Teil unserer Abmachung, dass ich euch meine Fantasien und Gefühle haarklein erzählen soll?“

„Ja!“ erklingt es hinter mir und ich spüre wie ich noch fester an Caleb heran gezogen werde.

„Warum?“ frage ich nun.

„Weil auch wir was davon haben wollen!“ ergänzt nun Jackson.

Na toll. Wollen die sich wirklich über mich lustig machen oder was soll das hier?

„Wir erwarten eine Antwort!“ zischt Caleb nun wieder und da melden sich meine Knie erneut zu Wort. Diesmal hat auch Jackson es bemerkt und drückt meine Beine mit seinen gegen die seines Bruders.

„Erinnere dich daran was ich dir gesagt habe. Ohne Safewort fasst dich niemand an!“

„Ähm, Jackson. Was tut ihr hier dann gerade?“ frage ich ihn nun. Die fassen mich an, ganz eindeutig. So ganz verstehe ich das hier gerade nicht.

„Wir spielen nur ein wenig!“ haucht Caleb in mein Ohr und streift es mit seinen Lippen. Oh jeh! Bitte nicht. Das ist genau der Weg der ans Ziel führen könnte, falls ihr versteht was ich meine und ich kann leider ein leises Stöhnen nicht unterdrücken. Ich schließe kurz meine Augen und als ich sie öffne grinst Jackson mich schelmisch an.

„Ich kann auch die Bienchen und Blümchen Nummer!“ haucht Caleb noch ehe er sich von mir entfernt. Er geht allerdings nur einen Schritt zurück und noch immer habe ich ihnen nicht geantwortet. Das wird jetzt auch nach der Ohrattacke etwas schwieriger. Also versuche ich abzulenken.

„Vor oder nach der Sache mit meinem Ohr? Was genau wollt ihr wissen?“ frage ich nun etwas herausfordernder.

„Alles!“ höre ich Caleb in meinem Rücken sagen.

„Zuerst habe ich gedacht, dass dieses Bett doch sehr einladend aussieht aber mir stand der Teil mit den Schmerzen im Weg. Jetzt gerade ist mir das egal!“

So, raus ist es nur habe ich keine Ahnung wie die Beiden darauf reagieren.

„Hast du Angst?“ fragt Jackson mich nun.

„Oh ja!“ entflutscht es mir und ich höre beide lachen. Jackson fängt sich als erster wieder und bindet das Seil an meinen Handgelenken los.

„Wir wollten dich nur ärgern. Wenn wir dich richtig verstanden haben bist du nicht hier um zu einer Sub zu werden, sondern unsere „Opfer“, nennen wir sie mal so, nach ihren Gefühlen zu befragen. Richtig?“

Jackson sieht mich verständnisvoll an und Caleb geht zu dem Bett und macht es sich darauf gemütlich.

„Kommt `rüber. Hier können wir auch reden!“ teilt er uns mit und Jackson legt sich lang ausgestreckt neben seinen Bruder. Ich folge etwas verzögert und hocke mich im Schneidersitz ans Fußende und schaue die Beiden an. Gerade frage ich mich ernsthaft ob die Beiden es zusammen, also zu dritt mit einer oder einem Sub machen und mein Gesicht scheint Bände zu sprechen.

„Nein!“ sagt Caleb streng und ich schaue ihn verwirrt an. Kann der jetzt wirklich Gedankenlesen.

„Ashley, dein Gesichtsausdruck war nicht falsch zu verstehen. Aber Caleb und ich haben eine Regel unter uns und an die halten wir uns. Wir teilen uns keine Sub und wir haben auch keinen Sex zusammen. Merk dir das einfach.“

Ich lächle verlegen und versuche mich dann an die Frage von vorher zu erinnern.

„Ihr habt das schon richtig verstanden. Und ja, ich bin der Bienchen und Blümchen Typ. Von dem hier..!“ ich zeige mit meinem Arm einmal durch den Raum „..habe ich keine Ahnung! Ich weiß nicht ob es mir gefallen würde oder ich schreiend die Flucht ergreifen würde.“

„Ich will ehrlich zu dir sein. Wir hatten wirklich gedacht hier käme so eine total unattraktive, zerzottelte Büchertante zur Türe herein mit der wir nichts anfangen können. Wenn ich dich so anschaue muss ich allerdings zugeben, dass du sehr attraktiv bist und man bei dir schon Lust bekommt, dich mal ordentlich zu bestrafen“

Jacksons liebevolles Grinsen mildert die Wirkung seiner Worte und ich hüpfe nicht total verschreckt vom Bett. Doch ich habe nicht an Caleb gedacht. Fehler!!!!!!!

„Boah Jackson. Bring es auf den Punkt.“ dann wendet Caleb sich mir zu. „Du bist verdammt heiß und die scheues Reh Nummer lockt jeden DOM hinterm Tresen hervor. Ohne konkreten Vertrag wird hier nichts laufen. Und dieser Vertrag soll dich schützen. Selbst Selena findet du bist eine Herausforderung, aber kriege jetzt keine Angst vor ihr. Sie kennt die Regeln und wenn du hier bei uns bleibst werden noch mehr Regeln aufgestellt und der Vertrag ist für alle bindend!“

„Was für ein Vertrag?“ frage ich nun denn ich kenne nur dieses Vertragskonstrukt aus den Shades of Grey. Und schon wird mir flau im Magen.

„Wir stellen einen Vertrag auf indem alle Verhaltensregeln untereinander festgehalten sind. Dieser Vertrag ist bindend. Verstößt jemand gegen die Regeln kann der Vertrag aufgehoben oder nur diese eine Person rausgeschmissen werden. Das kommt darauf an wer es ist und was du entscheidest. Das wird so ähnlich wie ein Vertrag zwischen einem DOM und seiner Sub!“

Jetzt schießen meine Augenbrauen in die Höhe und Caleb sieht mich belustigt an.

„Hast du gedacht die Bücher zu den Shades of Grey wären reine Fiktion?“ fragt er mich nun. Ich kann nur nicken. Klar habe ich das gedacht, zu Hause hatte ich doch auch nie einen Vertrag der meinem Partner sagte, dass er liebevoll zu mir sein soll.

„Ohne Vertrag würde das nicht funktionieren. Du hast die Bücher gelesen, also weißt du was Softlimits und Hardlimits sind. Du weißt auch warum dieser Vertrag zustande kam, also brauche ich dir das nicht zu erklären. Merk dir einfach, dass dieser Vertrag alle Parteien absichert.“

Ich sehe Caleb lange an und nicke dann.

„Was wird in dem Vertrag stehen?“ will ich aber nun wissen.

Jackson erklärt es mir nun.

„Das hängt davon ab. Du bist sehr neugierig. So viel steht fest. Wir können einen Vertrag machen der dich als Sub gänzlich ausschließt. Dann beinhaltet er nur die Punkte die sich auf das beziehen, was wir bereits in den E-Mails geschrieben haben. Sprich, du darfst dabei sein, Frage stellen und alles für dein Buch verwenden. Willst du oder besser gesagt möchtest du es auch mal selbst probieren dann müsste der Vertrag auch die Sub-Bestandteile aufweisen. Du hast die freie Wahl!“

Lange sage ich nichts und die Brüder schweigen auch. Ich kenne mich selbst nur zu gut, aber ich will auf keinen Fall hier zugeben, dass ich es auch einmal ausprobieren möchte. Irgendwie wäre mir das gerade furchtbar peinlich. Also suche ich nach einem Ausweg und siehe da, ich glaube ich habe einen.

„Ich kann euch nicht sagen wie sich das hier entwickelt. Und ja, neugierig bin ich und die Bücher, die ich zu diesem Thema von Madame James und Jackson gelesen habe haben mich definitiv nicht kalt gelassen. Gibt es auch eine Möglichkeit den Vertrag für alles auszulegen, aber mir die Entscheidung offen zu lassen, ob es zur gänzlichen Erfüllung kommt?“

Die Brüder sehen sich an und Caleb scheint dann für beide zu sprechen.

„Du bist nicht auf den Kopf gefallen und ja, diese Möglichkeit besteht. Wenn das dein Wunsch ist lassen wir den Vertrag entsprechend ausarbeiten und Morgen können wir ihn unterzeichnen. Klar kann er jederzeit auf eigenen Wunsch hin abgeändert werden. Aber er ist immer zum Wohle der Sub ausgelegt. Niemand kann dich zu etwas zwingen. Der Vertrag schützt die Sub.“

Ich nicke und schaue von einem zum anderen. Doch Caleb hat noch mehr zu sagen.

„Mir gefällt der DOM-Part an deinem Buch nicht und ich würde dir gerne beibringen, was es heißt ein DOM zu sein und es dich selber spüren lassen. Sofern du das möchtest!“

Jackson zieht bei den Worten seines Bruders verwundert die Augenbraue hoch und auch ich bin verwundert. Jackson sagt jedoch nichts.

„Also willst du den Vertrag in diese Richtung ergänzen?“ frage ich nun Caleb.

„Ja!“ sagt er und schaut mir tief in die Augen. Und bei diesen azurblauen Augen muss ich aufpassen das ich selbst keine Dummheiten mache. Da kann man sich drin verlieren.

„Kurz zusammen gefasst, wir drei sind uns einig, dass der Vertrag zu Stande kommt?“ fragt nun Jackson in die Runde, was wir bejahen.

„Prima!“

Jackson steht auf und geht Richtung Türe.

„Ich habe noch Kundschaft. Ashley, wenn du willst kannst du mitkommen und es dir ansehen. Aber du sagst kein Wort, sondern bist nur die stille Zuschauerin. Caleb wird dich begleiten und mir anschließend deine Reaktionen berichten. Ich würde gerne wissen wie du reagierst und ich möchte später von dir wissen, was du gedacht hast.“

Ich sehe ihn fragend an.

„Warum?“ platzt es aus mir heraus.

„Weil das alles hier nur Sinn macht wenn du es auch verkraftest. Meine Kundin jetzt ist ziemlich abgebrüht und da kannst du dir dann überlegen ob du wirklich bleiben willst. Die Realität unterscheidet sich deutlich von Büchern oder Filmen!“

„OK!“ stammele ich und erhebe mich.

„Sie muss was anderes anziehen. So kann sie hier nicht bleiben wenn wir sie als unsere Azubi verkaufen wollen!“ wirft Caleb ein und zieht mich hinter sich her. Er bringt mich zu einem Raum der voll von Lack und Leder ist und ich starre fasziniert auf die Vielfalt. “Such dir was aus!“ fordert er mich auf doch ich zögere.

„Ich habe keine Ahnung was mir davon stehen würde!“ sage ich ehrlich. Ich stehe hier in Bluejeans und einer Bluse vor ihm und er mustert mich genau. Dann geht er zu einem der Schränke.

„Zieh die Bluse aus!“ ertönt es nun aus dem Inneren des Schrankes und nach kurzem Zögern tue ich es. Ein BH ist wohl vergleichbar mit einem Bikinioberteil, also nur keine falsche Scham denke ich mir. Ich werfe die Bluse auf einen Stuhl und Caleb kommt mit einer schwarzen LackCorsage auf mich zu. Er deutet mit dem Finger auf meinen BH.

„Den auch ausziehen!“ sagt er und gerade als ich protestieren will dreht er sich herum und geht zu einem anderen Schrank. Ich stehe nun mit dem Rücken zu ihm und beeile mich aus dem BH heraus zu kommen und die Corsage über zuziehen. Das Teil klebt förmlich an mir und ist auch noch vorne zum schnüren. Na toll. Das wird dauern und ist ganz schön umständlich und schneller als mir lieb ist steht Caleb wieder vor mir. Ohne etwas zu sagen hilft er mir die Corsage enger zu schnüren. Doch er zieht sie eindeutig zu sehr zu und mir bleibt ein wenig die Luft weg.

„So kommt dein Busen toll zur Geltung!“ kommentiert Caleb sein Tun ehe er mir eine schwarze Lackröhre hin hält. Da ich die Corsage schon kaum an bekommen habe würde ich am liebsten nach Gleitmittel oder Vaseline fragen um in diese Hose zu kommen doch Caleb hat noch einen Hinweis.

„Die ist von innen mit Stoff bezogen und da kommste schon rein.“ Scheinbar hat mein Blick mal wieder meine Gedanken offenbart. Nur leider habe ich einen Stringtanga an und hinter mir ist ein Spiegel. Irgendwie mag ich meine Bluejeans gerade sehr. Und wieder habe ich wohl zu verräterisch geschaut.

„Hilft es wenn ich dir am Ohr knabbere um dich aus deiner Jenas zu holen?“ fragt Caleb mich mit einem schelmischen Grinsen im Gesicht.

„Auf keinen Fall!“ entfährt es mir und Caleb beginnt schallend zu lachen. Ich glaube ich mache auch noch ein total geschocktes Gesicht.

„Mensch Ashley, du musst lockerer werden. Du bist nicht die erste Frau die ich mit wenig Kleidung am Leib sehe!“ kriegt er in seinem Lachanfall gerade so raus als ich die Hose ausziehe und dann kommt es wie es kommen muss. War ja klar das noch wer hier reinkommt.

„Du hast einen tollen Hintern!“ höre ich Jackson von der Türe aus sagen und ein „Stimmt!“ von Selena gibt mir den Rest. Ich drehe mich wütend um und will gerade eine Schimpftirade starten als ich eine völlig neue Tonlage von Caleb höre. Mit total belegter Stimmt sagt er nur „Zieh dich an!“ und verlässt den Raum. Ich schaue ihm verwirrt hinterher und Jackson zuckt nur mit den Schultern. Immerhin Selena ist so nett zu bleiben und mir in diese Hose zu helfen. Mann ist die eng!!!!!!!!!

„Kannst du atmen?“ fragt mich Selena ehrlich besorgt und ich nicke.

„Gut, dann bringe ich dich nun zu den Männern. Die Frau weiß nur, dass du unser Azubi bist und deinen ersten Tag hast. Sie ist damit einverstanden, dass du zu schaust, aber du musst eine Verschwiegenheitserklärung unterschreiben. Hier!“

Selena hält mir den Wisch hin und ich wundere mich nur. Scheinbar wird hier sehr viel Wert auf Diskretion gelegt und so unterzeichne ich das Ding und lasse mich von Selena in einen Raum führen, der dem, indem ich mit Jackson und Caleb war, ähnelt. Eine mir unbekannte Frau kommt auf mich zu und streckt mir die Hand entgegen. „Hallo. Nennen sie mich einfach Sklavin!“

Ich reiche ihr die Hand und nicke.

„Ich bin Ashley!“ sage ich ihr und halte nach Caleb ausschau. Er hockt am Rande des Raumes auf einem Sofa und winkt mich zu sich. Ich gehe zu ihm und setzte mich neben ihn.

„Wollen die alle Sklavin genannt werden?“ frage ich ihn mit meiner typisch naiven Art.

„Nein. Sie hat da einen besonderen Gefallen dran!“ antwortet Caleb mir und sieht mich an. Auch dieser Raum ist nur indirekt beleuchtet und lässt alles wieder herrlich mysteriös wirken.

„Für gewöhnlich haben die Leute Namen. Aber im Geschehen gefällt es einigen uns DOMS Herrin oder Gebieter oder so was zu nennen. Ich brauche das für mich nicht, spiele aber mit!“

Ich nicke und schaue mich in diesem Raum weiter um. Neben mir hängen die Flogger und ich greife einen davon und lasse ihn durch meine Hand und über meinen Handrücken gleiten. Caleb sieht mir zu, lässt mich aber weiter machen. Die „Sklavin“ steht unvermittelt vor mir und nimmt mir das Teil aus der Hand.

„Ich liebe es wenn er mich damit berührt!“ sagt sie ehe auch sie den Flogger durch ihre Hand gleiten lässt und ihn dann an mich zurück gibt. Ich sehe ihr verwundert hinter her als Caleb mir den Flogger abnimmt.

„Lehne dich mal nach vorne!“ bittet er mich und ich tue es. Diese Corsage ist von hinten ein Hauch von nichts und lässt den größten Teil meines Rückens frei und ich ahne was Caleb vorhat. Und nun spüre ich wie der Flogger ganz zart über meinen Rücken streicht.

„Hiermit kann man sowohl zärtlich als auch grob sein!“ erklärt er mir während er den Flogger weiter ganz zart über meinen Rücken gleiten lässt. Ich bekomme natürlich gleich wieder eine Gänsehaut und ein Schauder durchläuft meinen Körper. Caleb entgeht das nicht.

„Zärtlich kann man ganz offensichtlich immer bei dir punkten. Ich bin gespannt ob da noch mehr ist!“ flüstert er als erneut die Frauenstimme erklingt.

„Wollt ihr vielleicht mitspielen?“ fragt sie lasziv doch ich schüttle den Kopf. Ich kämpfe noch mit dem Schauder von gerade und versuche mir klar zu werden, was genau ich fühle. Außerdem bin ich hier um es zu sehen und nicht um mit zuspielen.

„Nein danke!“ höre ich Caleb sagen als er den Flogger zurück legt und sich wieder neben mich setzt.

Und dann beginnt es. Jackson hat den Raum betreten und herrscht die Sklavin an. Sie soll sich an das Kreuz stellen und die Arme nach oben strecken. Bei Jacksons Tonlage zucke ich zusammen und mir entgeht nicht, das Caleb dabei genüsslich vor sich hin grinst. Er muss mich für ein totales Weichei halten. Aber mir darüber genauer Gedanken zu machen habe ich keine Zeit. Die Sklavin hängt nur mit einem Tanga bekleidet an dem Kreuz und ihr wird gerade von Jackson der Kopf nach hinten gerissen. Er fragt sie etwas, dass ich nicht verstehe und so schaue ich einfach weiter zu.

„Er hat sie nach ihrem Safeword gefragt!“ kommentiert Caleb das Geschehen und ich schaue ihn an. Er sitzt ein wenig gelangweilt neben mir und betrachtet die Szene. Ist er so abgestumpft, dass das Geschehen gar keine Wirkung mehr auf ihn hat? Ich soll nicht sprechen, schon klar, aber trotzdem frage ich ihn leise.

„Ist dir das nach all den Jahren völlig egal?“ flüstere ich in sein Ohr. „Das hier gerade? Ja! Das ist Arbeit, nicht mehr und nicht weniger!“ antwortet er mir aber das reicht mir nicht.

„Was bedeutet „das ist Arbeit“ für dich?“

Er starrt mich an. Ich glaube schon zu neugierig gewesen zu sein als er schließlich doch noch antwortet. Ich hatte schon nicht mehr daran geglaubt.

„Es ist etwas anderes ob du privat oder beruflich auf Mission bist, sofern man das so umschreiben kann. Privat ist das Ziel auch gänzlich anders. Hier wird nur der Sub gedient, es geht um ihre Lust wenn du so willst. Privat geht es um beide. Man lernt im Laufe der Zeit, das zu unterscheiden und ich denke dann bekommt man automatisch keine Erektion mehr!“

Nun bin ich verwundert. Keine Erektion? Jacksons bestes Stück scheint aber Sprungbereit und Caleb bemerkt wo mein Blick hingegangen ist.

„Das ist ein Fake. Er lässt sich von ihr nicht anfassen. Das ist praktisch, denn so denkt sie er wäre total scharf auf sie obwohl er das gar nicht ist. Für sie fühlt es sich so besser an!“

„Ah ha!“ kommentiere ich das eben gehörte und betrachte weiter was vor uns geschieht. Durch die leise Musik im Hintergrund werde ich hier allerdings schläfrig. Caleb hat es gemerkt. Mist!!!

„Langweilt dich das hier?“ fragt er mich herausfordernd.

„Nein. Das ist der Jetlag!“ versuche ich mich heraus zu reden aber so ganz glaubt er mir nicht denn er sagt nur „So, so!“ und wendet sich dann wieder dem Geschehen zu. Ich schaue mir das ganze Szenario bis zum Ende an und einiges war echt heiß, doch immer wenn er ihr weh getan hat habe ich das Gesicht verzogen und nun darf ich Rede und Antwort stehen. Die Frau hat den Raum verlassen und Jackson kommt zu Caleb und mir herüber.

„Jetzt will ich wissen, was du gedacht hast!“ sagt er mir und sieht mich erwartungsvoll an. Ich schaue zu ihm auf und überlege, Fehler!!!

Caleb packt mich im Genick und biegt meinen Kopf nach hinten durch.

„So wie du denkst, das war der Deal. Also sprich!“ fordert er mich harsch auf und ich zucke total zusammen. Meine Augen habe ich total aufgerissen und Caleb merkt scheinbar, dass ich wirklich Angst habe denn er beugt seinen Kopf an mein Ohr und flüstert.

„Vergiss nicht – Ohne Safeword sind keine Panikattacken von Nöten!“ und er streicht wieder mit seinen Lippen über mein Ohr. Ich gebe es zu. Mir entweicht wieder ein leises Stöhnen und Caleb lässt mich los. Daran werde ich mich wohl gewöhnen müssen.

„Ich verstehe es nicht.“ gebe ich kleinlaut zu. Jackson hat mich gerade genau beobachtet und versucht scheinbar aus dem gerade Geschehenen eine Antwort für mich zu finden.

„Ich denke das wirst du wenn du es selber probiert hast. Deine Reaktion gerade war typisch für jemanden, den man als Sub in Betracht ziehen könnte. Auf eine Art hast du im Moment noch totale Angst, doch es fasziniert dich auch. Und mit der Mischung aus Zuckerbrot und Peitsche kann ich mir vorstellen könnte man dich an den Rand der Ekstase treiben!“

Er schaut mich lange an.

„Aber du hast der Frau richtig weh getan. Was ist daran erregend? Caleb ärgert mich hier mit einem meiner Schwachpunkte, den er leider herausgefunden hat. Das was du da vorhin mit der Frau gemacht hast war echt heftig. Diese Nippelklemmen müssen ein Alptraum sein!“

Jackson lacht doch Caleb antwortet.

„Jeden bringt etwas anderes auf Touren. Die einen schauen Pornos, andere machen es mit Tieren. Wir müssen nicht alles verstehen sondern nur damit umgehen können! Ashley, schaust du Pornos?“

Jetzt schaue ich ihn verwirrt an.

„Nein. Ich finde keinen Gefallen daran anderen zu zuschauen.“

„Also hast du keine voyeuristischen Neigungen?“

„Nein. Bei mir sind es andere Sinne!“ gebe ich zu da ich eigentlich nicht darüber reden will. Was geht es die beiden an?

„Welche Sinne?“ fragt mich Caleb nun und ich schaue hilfesuchend zu Jackson.

„Antworte meinem Bruder!“ höre ich jedoch nur von ihm.

Also versuche ich es zögerlich.

„Zum einen der Tastsinn, ganz klar. Ich mag es andere zu berühren und angefasst zu werden. Ich denke das geht jedem so. Egal ob hart oder sanft. Und dann sind es Geräusche. Naja, sagen wir es mal so. Ich brauche keinen Porno zu sehen, ihn zu hören würde reichen!“

Habe ich das gerade ehrlich zugegeben? Wie peinlich, aber irgendwie scheint es mir hier, als ob es normal wäre, dass über so was gesprochen wird. Aber ich bin bestimmt hochrot geworden. Gerade wird mir die indirekte Beleuchtung noch sympathischer.

„Also macht der Ton die Musik?“ fragt Jackson mich mit hochgezogener Augenbraue.

„So kann man es sagen. Ich habe das nicht nur auf Stöhnlaute oder ähnliches bezogen. Auch wie man miteinander kommuniziert und was gesagt wird ist entscheidend für mich. Macht das für euch Sinn?“

Jackson nickt. „Was noch?“

Puh. Irgendwie reicht es langsam.

„Fantasie ist ein entscheidender Faktor!“ gebe ich nun zu.

Jetzt habe ich scheinbar Calebs Interesse geweckt.

„Ich habe alle deine Bücher gelesen. Auch diese Jugendbücher!“ stellt er fest.

Na nu. Wie kann das? Hätte nicht gedacht, dass er überhaupt ließt.

„Fühlst du selbst was deine Figuren erleben bzw. durchleben?“ fragt Caleb mich nun.

„Ja!“ hauche ich. Das ist mir unangenehm. Da kann man zu viel draus ableiten. Viel zu viel, ganz eindeutig.

„Also lachst du bzw. hast Glücksgefühle wenn deine Figuren glücklich sind, weinst wenn sie traurig sind?“

„Ja, warum?“ will ich nun wissen.

„Warst du geil als du das Buch geschrieben hast, wegen dem du hier bist?“

Oh Gott Caleb, nicht diese Frage. Und ich zögere total und weiß nicht was ich sagen soll. Scheinbar habe ich ihn damit heraus gefordert denn er rückt mir wieder auf die Pelle. Sprich er reißt mich an den Haaren nach hinten und herrscht mich an.

„Antworte mir!“

„Ja!“ gebe ich zu und bin froh als er mich los lässt. Mir tut der Nacken ganz schön weh. An der Art der Kommunikation müssen wir dringend noch arbeiten, sonst habe ich bald ein ganz dolles HWS.

„Wenn du locker lassen würdest hättest du keine Schmerzen!“ kommentiert Caleb meine an mir selbst durchgeführte Nackenmassage und ich funkle ihn an. Wie soll ich bei völlig fremden in einem SM/BDSM-Club locker sein??

„Und Fantasie ist auch hier ein entscheidender Faktor!“ sagt Caleb noch ehe er aufsteht und geht.

„Caleb hat recht. Wenn deine Fantasie dir nicht einen Streich spielen würde würdest du es genießen können wenn Caleb dich so anfasst. Du assoziierst das aber noch mit Gewalt und Schmerzen, Lust kommt dir gar nicht in den Sinn. Deine Angst steht dir im Weg. Lass deiner Fantasie mal freien Lauf.“ rät Jackson mir als er mich bittet ihm zu folgen. Er führt mich in einen Raum indem es reichlich bequeme Sitzgelegenheiten, einen Fernseher und auch eine Musikanlage gibt.

„Das ist so eine Art Aufenthaltsraum für das Personal, du kannst hier bleiben und es dir gemütlich machen!“ sagt Jackson noch ehe er den Raum verlässt. Ich schaue mich um und entdecke ein sehr breites Sofa auf dem ich es mir gemütlich mache. Ich bin hundemüde. Das mit dem Jetlag war nicht komplett gelogen. Und da ich in kleinen Betten nicht schlafen kann, weil ich da immer raus purzle, mache ich es mir auf dem breiten Sofa bequem und schlafe tatsächlich ein. Keine Ahnung wie lange ich geschlafen habe als ich von Selenas glockenhellem Lachen geweckt werde. Zuerst bin ich reichlich orientierungslos und brauche ein paar Minuten um mich zu sammeln. Außer Selena sind auch Jackson und Caleb da und an meinem Fußende hockt ein Typ, den ich nicht kenne. Instinktiv ziehe ich die Füße von ihm weg und an mich heran was jedoch seine Aufmerksamkeit auf mich lenkt.

„Oh, Dornröschen ist erwacht!“ kommentiert er meine Fußflucht und nutzt sogleich den neu gewonnenen Platz um es sich bequemer zu machen. Er hockt sich im Schneidersitz hin und sieht mich belustigt an, doch auch er streckt mir freundlich die Hand entgegen.

„Hey! Ich bin Tom und du Murmeltier musst Ashley sein!“

Ich erwidere seinen Händedruck sage aber nichts, sondern strecke mich erst einmal genüsslich.

„Vorsicht! Nicht das deine Pelle aufplatzt! Deine Klamotten sind verdammt eng und das ist kein Stretch!“ sagt er lächelnd und widmet sich dann wieder den anderen zu. Ich habe natürlich aus Angst seine Worte könnten wahr werden schnell in meinem Streckvorhaben inne gehalten was mir reichlich belustigte Blicke der anderen im Raum befindlichen Personen schenkt. Na toll! Ich bin hier wohl die Lachnummer des Tages. Ich schaue auf meine Uhr und stelle fest, dass ich mal eben drei Stunden geschlafen habe, upsi!!!!!!!!!!! Also langsam müsste ich mal raus finden wo ich wohnen werde. Die Brüder hatten mir nur mitgeteilt, dass ich mich nicht um eine Unterkunft bemühen solle. Dafür würde sie sorgen, sofern wir uns für eine Zusammenarbeit entscheiden würden.

„Kann mir jemand sagen wo ich wohnen werde?“ frage ich also frei raus. Niemand scheint sich über die Frage zu wundern. Caleb steht auf und weißt mich an ihm zu folgen. Wir gehen zum Fahrstuhl und fahren nach oben.

„Du wirst bei mir wohnen, sofern es dir nichts ausmacht. Und keine Sorge, du kannst dein Zimmer abschließen, falls du mit nächtlichen Überfällen rechnen solltest!“

Dieses Mal ist sein Lächeln sehr herzlich und auch ich kann mir ein Grinsen nicht verkneifen. Ich bin zu leicht zu durchschauen denke ich mir nur als sich die Fahrstuhltüre öffnet. Und dann bleibt mir der Mund offen stehen. Auch dieses Mal endet die Fahrt in einer großen Eingangshalle doch anstatt schwarz und rot herrschen hier die Farben silber, weiß und antrazith vor und alles wirkt extrem schick und teuer. Ich fühle mich hier etwas deplatziert, doch Caleb zieht mich hinter sich her quer durch die Halle und bleibt in seinem Wohnzimmer stehen. Auch hier ist alles total pompös und ich kann mich nur staunend umschauen. Caleb lässt mich kurz gewähren ehe die Reise weiter geht. Er geht wieder quer durch den Raum und öffnet die Türe zum nächsten Zimmer.

„Hier schlafe ich!“ sagt er nur und gibt dann den Weg frei. Neugierig wie ich nun mal bin trete ich in den Raum und schaue mich um. Hier lässt nichts darauf schließen welche sexuellen Neigung Caleb hat und ich bin verwundert.

„Geh durch die Türe rechts. Da wird deine Frage beantwortet!“ sagt Caleb mir und ich tue es, nur um dann gleich wieder einen Schritt rückwärts zu gehen, was ein leises Lachen hinter mir hervor bringt. „Was hast du erwartet?“ fragt Caleb mich belustigt.

„Das nicht!“ ist alles was ich sagen kann.

Ja, auch Caleb hat scheinbar sein privates Spielzimmer aber das hier ist echt extrem groß und der gesamte Raum ist in schwarz und silber gehalten, was eine tolle Atmosphäre schafft. Aber diese Tatsache täuscht nicht über den Zweck des Raumes hinweg. Hier gibt es scheinbar alles was das SM – Herz begehrt. Und das ist einiges. Einige Dinge gibt es in unterschiedlichen Ausführungen und ich komme nicht darum herum festzustellen, das der Raum sehr geschmackvoll eingerichtet und farblich perfekt zusammen gestellt ist. Also gehe ich doch hinein. Caleb folgt mir und beobachtet mich. „Geschockt?“ fragt Caleb mich, doch ich schüttele mit dem Kopf. Wobei ich mir immer wieder Gedanken darüber mache wozu ein Großteil der Utensilien da ist, aber diese Frage hebe ich mir für später auf.

„Du kannst mir den Rest der Wohnung zeigen!“ sage ich Caleb und er nickt und geht voran.

Von seinem Schlafzimmer aus zweigen noch zwei weitere Türen ab. Eine führt in ein äußerst luxuriöses Bad mit im Boden eingelassener Badewanne und einigen anderen Highlights. Dieses Bad ist vorwiegend in schwarz und grau gehalten. Nach Inaugenscheinnahme von Calebs Bad stockt er ein wenig als wir an der dritten Türe einfach vorüber gehen doch ich will wissen wohin sie führt.

„Wohin führt diese Türe?“ frage ich also Caleb.

„In dein Schlafzimmer Ashley. Aber sie ist verschlossen und nur du hast einen Schlüssel. Üblicherweise wohnen meine Subs in dem Zimmer, deshalb ist es von meinem Schlafzimmer aus erreichbar!“

„Gibt es noch einen Weg hinein oder muss ich durch dein Schlafzimmer hindurch?“ frage ich erstaunt.

Jetzt lacht Caleb auf.

„Natürlich gibt es noch einen Weg hinein. Komm mit!“

Er nimmt mich bei der Hand und führt mich zurück ins Wohnzimmer. Von hier aus führt uns eine Tür auf einen Flur, von dem mehrere Räume abzweigen. An der letzten bleibt Caleb stehen und fordert mich auf hinein zu gehen.

Ich bleibe sprachlos stehen.

„Es sah anders aus und ich habe es für dich umgestalten lassen. Ich hoffe es gefällt dir!“

Gefallen? Das ist ein Traum! In der Mitte des Raumes steht ein großes Himmelbett, an den Wänden toll verzierte Kommoden und Schränke und es gibt eine Türe hinaus auf die Dachterrasse. Und auch dieser Raum hat ein tolles Farbkonzept. Alles ist in unterschiedlichen Grau- und Silbertönen gehalten und perfekt aufeinander abgestimmt. Es ist wunderschön.

„Wow! Das ist toll!“ kann ich nur sagen, denn der Raum macht mich sprachlos. Doch auch dieses Zimmer hat noch zwei weitere Türen. Ich gehe auf die erste zu doch sie ist verschlossen.

„Das ist die Türe zu meinem Schlafzimmer!“ kommentiert Caleb und so gehe ich zur nächsten Türe und gelange in einen wahren Mädchentraum. Ich stehe in einem großen begehbaren Kleiderschrank der farblich an mein Schlafzimmer angepasst ist. Doch auch hier ist noch eine Türe und nun gelange ich ein weiteres Badezimmer. Ganz in weiß und grau gehalten ist es echt luxuriös. Als ich mit inspizieren fertig bin gehe ich in mein Schlafzimmer zurück und finde Caleb an der geöffneten Terrassentüre.

„Das ist wirklich toll!“ sage ich ihm und er nickt nur, schaut aber weiter in den Sonnenuntergang. Ich nehme mir einfach die Freiheit und trete auf die Dachterrasse hinaus.

Wow! Die ist riesig und scheint die halbe Fläche dieser Etage einzunehmen. Und toll gestaltet ist sie auch. Hier gibt es sogar einen Pool und einen Jakuzzi. Und reichlich Grünzeug. Ich liebe Pflanzen und hier ist ein wahrer Gärtnertraum angeordnet. Hoffentlich habe ich viel Zeit das hier zu genießen kann ich nur denken als Caleb unerwartet hinter mir steht. Ich war an des Geländer heran getreten und habe die Aussicht genossen als Caleb sich mir von hinten genähert hat und nun seine Arme zu beiden Seiten meines Körpers auf das Geländer stützt.

„Du kannst dich in der gesamten Wohnung frei bewegen. Auch im Spielzimmer, falls es dich da hinzieht!“

„Ähm, ok. Aber das Spielzimmer lasse ich besser aus. Nicht das du Damenbesuch hast und ich irgendwo rein platze!“

„Ich habe momentan keine Sub, also wird außer uns beiden nur mein Bruder ohne uns hierher gelangen. Die Anlage hier wird per Augenscanner betrieben. Niemand außer uns dreien kann also hier herauf!“

„O.K.“

„Und jetzt komm mit, ich zeige dir noch den Rest!“

Caleb zeigt mir noch die Küche und seine Büroräume ehe er sich verabschiedet und die Wohnung verlässt. Irgendwer hat in der vergangenen Zeit mein Gepäck hoch gebracht – ich vermute es war Jackson – und so packe ich aus und gönne mir ein Sprudelbad im Jakuzzi. Da kann ich einfach nicht widerstehen. Nach einer gefühlten, sehr entspannten Ewigkeit schrecke ich jedoch hoch als ich Calebs Stimme höre.

„Du bist schon total frunzelig! Komm lieber da raus!“

Er steht mir gegenüber und schaut belustigt auf mich herab. Aber er hat recht. Als ich meine Finger betrachte kriege ich einen Schreck. So muss meine Hand wohl mit 90 aussehen denke ich nur als Caleb mir seine Hand reicht und mir aus dem Jakuzzi hilft. Zum Service gehört scheinbar auch das Einwickeln in ein großes Handtuch. Sehr angenehm, aber befremdlich. So viel Fürsorge passt nicht zu dem Mann den ich heute kennen gelernt habe. Aber es macht ihn auch wahnsinnig interessant. Habe ich schon erwähnt das ich auf die komplizierten, undurchschaubaren Typen stehe? Falls nicht, ta da!!!!!!!

Caleb führt mich ins Wohnzimmer und ich setzte mich auf die Couch. Er nimmt gegenüber von mir Platz und sieht mich sehr intensiv an.

„Ashley, ich möchte das du dich hier wohl fühlst. Diese ganze Sache eine Etage weiter unten ist neu und fremd für dich. Hier oben ist dein Rückzugsort, quasi dein zu Hause für die nächste Zeit und ich möchte, dass du es auch als solches ansiehst.“

„O.K.“ bringe ich nur hervor, doch Caleb ist noch nicht fertig.

„Du hast heute Jackson bei der Arbeit gesehen. Wir haben beide zwei Seiten. Die eine ist der kompromisslose Dom und die andere Seite ist, wer wir wirklich sind und ich will nicht, dass du Angst vor uns hast.“

„Aber du machst mir Angst!“ rutscht es mir heraus und ich könnte mich Ohrfeigen. Kann nicht einmal mein Gehirn schneller als der Mund sein und nicht immer anders herum. Nun ja, zu spät.

„Warum? Weil ich dich geärgert habe?“

„Ja. Ich kann mit dieser groben Art nicht umgehen!“ gestehe ich.

„Das habe ich gemerkt und ich fürchte dein Nacken wird dir Morgen weh tun weil du so gekrampft hast. Ich habe das ernst gemeint. Wenn du locker lässt ...!“

Doch unterbreche ihn.

„Ja, das habe ich verstanden. Es ist nur so, dass sonst niemand so mit mir umgeht. Es ist fremd, interessant und auch aufregend, aber auch beängstigend!“

„Du bist sehr ehrlich Ashley. Das finde ich gut. Gewöhne dich an mich und du wirst es irgendwann auch lustig finden, denn ich kann dir nicht versprechen, dass ich es lassen kann. Es macht einfach Spaß dich zu ärgern!“

Jetzt gerade hat Caleb ein sehr schelmischen Grinsen aufgelegt was ihn total harmlos und sympathisch wirken lässt.

Wir sitzen noch lange zusammen und unterhalten uns ehe ich von der Müdigkeit übermannt werde und zu Bett gehe. Doch ich denke noch lange über diesen Tag nach ehe ich endlich einschlafe und ich freue mich auf den nächsten Tag. Mit einem Lächeln im Gesicht schlafe ich ein und habe eine traumlose Nacht vor mir.

3

Zwei Wochen bin ich nun schon hier und so langsam habe ich mich eingewöhnt und fühle mich wohl. An die Doms, ja auch Tom ist einer, habe ich mich inzwischen auch gewöhnt, wobei Caleb immer noch sehr viel Spaß daran hat mich in die Enge zu treiben. Daran gewöhne ich mich wohl nie. Ich hatte schon reichlich Gelegenheit Material für mein Buch zu sammeln aber richtig verstehen kann ich die Subs immer noch nicht. Doch für mein Buch waren ihre Aussagen hilfreich und ich glaube, dass mit der Tiefe ist mir schon ganz gut gelungen. Heute ist Calebs und Jacksons freier Tag und als ich zum Frühstück erscheine erwarten die Beiden mich bereits.

„Ihr hättet ohne mich anfangen können!“ sage ich ihnen und setzte mich mit an den Tisch. „Manchmal seid ihr einfach zu höflich!“

Doch keiner sagt etwas und nach einer gefühlten Ewigkeit beginnt dann Jackson endlich zu sprechen.

„Ashley, wie kommst du eigentlich mit deinem Buch voran?“

„Ähm, ganz gut glaube ich. Will mal einer lesen was ich geändert habe?“ frage ich erstaunt. Hätte nicht gedacht das sie sich dafür interessieren.

„Was mein Bruder eigentlich wissen will ist, ob du es nun verstehst Ashley!“

Ich schaue verwirrt zwischen Jackson und Caleb hin und her.

Worauf wollen die Beiden hinaus? Als Caleb mich weiter erwartungsvoll ansieht bemühe ich mich um eine Antwort.

„Nein. Mal ganz ehrlich gesagt. Ich habe noch immer keinen Plan, was den Subs daran so gefällt und habe einfach ihre Worte in mein Buch eingebaut!“

So, raus ist es.

Caleb nickt nur doch Jackson macht ein nachdenkliches Gesicht.

„Willst du es mal ausprobieren? Caleb und ich haben uns so was schon gedacht. Vielleicht hilft es dir beim schreiben, wenn du es mal selbst erlebt hast?“

Vor Schock geweitet reiße ich die Augen auf. Gerade war das Croissant noch so lecker, aber jetzt schmeckt es nach Pappe.

„Ashley, mach nicht so ein schockiertes Gesicht. Wir beißen nicht!“ versucht Caleb zu beschwichtigen, doch irgendwie fange ich an nervös auf meinem Stuhl hin und her zu rutschen.

„Komm mal mit!“ Caleb streckt mir die Hand hin und führt mich in sein Spielzimmer. Vor diesem Kreuz lässt er mich los.

„Strecke deine Arme nach oben!“ weißt er mich an und ich tue es. Keine Ahnung warum. Also fesselt er mich an das Gestell. Doch anders als erwartet tritt er einige Schritte zurück und stellt sich neben Jackson.

„Wie fühlt sich das an?“ fragt Jackson nun.

„Außer, dass ich mir total beobachtet vorkomme kann ich meine Gefühle gerade nicht richtig fokussieren!“ gebe ich zu und Caleb geht an eine Kommode und zieht die oberste Schublade auf. Er holt eine Augenbinde heraus und stellt sich vor mich.

„Darf ich?“ fragt er mich und ich nicke nur. Dann tritt er hinter mich und verbindet mir die Augen.

„Jetzt konzentriere dich nur auf dich selbst. Versuche alles andere auszublenden. Ach ja, und hör auf unsere Stimmen!“ sagt Caleb noch ehe ich höre wie er sich von mir entfernt.

„Versuch noch mal zu beschreiben wie du dich fühlst Ashley!“ fordert Jackson und ich höre leise Musik erklingen. Mein Herz klopft so stark, dass ich das Gefühl habe es springt mir gleich aus der Brust und ich versuche erst einmal ein paar tiefe Atemzüge zu nehmen und mich zu beruhigen. Ich mag es wirklich nicht mich so ausgeliefert zu fühlen. Also versuche ich das den Beiden zu beschreiben.

„Also dieses Gefühl der Hilflosigkeit macht mich mürbe.

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