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Aron Lubor und das Echo aus der Vergangenheit: Weg in die Galaxis – Raumschiff PLUTO 5

Aron Lubor und das Echo aus der Vergangenheit: Weg in die Galaxis – Raumschiff PLUTO 5

Harvey Patton

Published by Cassiopeiapress/Alfredbooks, 2018.

Inhaltsverzeichnis

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Aron Lubor und das Echo aus der Vergangenheit

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Die Hauptpersonen des Romans:

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Also By Harvey Patton

About the Publisher

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Aron Lubor und das Echo aus der Vergangenheit

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Weg in die Galaxis – Raumschiff PLUTO 5

von Harvey Patton

Der Umfang dieses Buchs entspricht 138 Taschenbuchseiten.

Sie wußten aus uralten Berichten, daß die Erde nur von wenigen Horden Halbwilder bewohnt war; deshalb kamen sie aus den Tiefen des Alls, um Terra für ihre aussterbende Spezies zu besetzen.

Aron Lubor entkommt beim Anflug auf die Erde durch einen Zufall als einziger der Explosion seines Raumschiffes ARIT.

Gerettet, sieht er sich einer intelligenten Spezies gegenüber, die soeben den Raum für sich zu erobern beginnt.

Jeglicher Möglichkeit beraubt, zu seinem Volk zurückzufinden oder mit ihm in Funkkontakt zu treten, arbeitet nun Aron Lubor, nachdem er sich einer schwierigen Operation hat unterziehen müssen, um danach wie ein Mensch sehen und hören zu können, mit seinem Retter Peter Lorre, Sohn des Besitzers der HFL – der größten Raumschiffwerft Terras – zusammen.

Aron Lubor, der Ramoner aus dem fernen Lyk-System, baut in Peter Lorres Raumschiff PLUTO das erste Transitionstriebwerk ein, von dem terranische Experten bisher nur zu träumen wagten.

Der erste Testsprung bringt die PLUTO hinter den Planeten Pluto. Dort entdeckt das Team einen teilzerstörten Kugelraumer, der vor rund 1350 Jahren auf der Erde gelandet sein mußte. Die HFL versucht mit ihrem wissenschaftlichen Stab heimlich die unbekannte Supertechnik zu erforschen, um sie für den Trust zu nutzen.

Aron Lubor bringt die PLUTO nach zwei Transitionen ins Alpha Centauri-System, und das Schiff landet auf dem zweiten Planeten, der Sauerstoffwelt Enigma, der den Namen »Rätsel« zu Recht verdient hat, denn neben einer riesigen Stadt entdeckt man auf dem Kontinenten Mih eine intakte Defensivzentrale, die dennoch nicht verhindern konnte, daß vor rund 1350 Jahren die Bewohner dieser Welt mitsamt ihrer Fauna spurlos verschwanden.

Nach einer Serie gefährlicher Raumabenteuer finden Aron Lubor und die PLUTO-Besatzung in der Galaxis endlich das Lyk-System, und mit einem auf dem Planeten Kuus entdeckten ramonischen Raumer retten sie in letzter Minute die Wenigen seiner aussterbenden Spezies, die auf Kuus ihre neue Heimat finden. Neben dem teilzerstörten Raumer hinter dem Planeten Pluto, den die PLUTO als Absprungbasis benutzt, richtet sich die Besatzung der Raumjacht die Defensivzentrale auf Enigma im Alpha Centauri-System als Hafen ein.

––––––––

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IM KOSMOS DER SERIE 'Weg in die Galaxis' sind bisher erschienen:

Spur ins andere Kontinuum

Planet der Maschinen

Aron Lubor und die Energiefalle

Aron Lubor und der Sprung ins All

Aron Lubor und die Sklavenwelt Pygma

Aron Lubor und die Macht im Dunkeln

Aron Lubor und das Echo aus der Vergangenheit

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Die Hauptpersonen des Romans:

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Aron Lubor: Augenfarbe schockgrün, silberglänzendes Haar, schulterlang, hat mit seinen breiten Schultern und schmalen Hüften Ähnlichkeit mit Peter Lorre. Alter: Laut eigenen Angaben ca. 26 bis 29 Jahre. Humanoide aus dem Lyk-System vom Planeten Ramon.

Peter Lorre: Sohn des Connor Lorre, Besitzer der HFL, der größten Raumschiffwerft der Erde, 27 Jahre alt, 1,78 groß, strohblond mit dem Aussehen eines Wikingers und 81 Kilo schwer. Er ist Inhaber der ›Großen Lizenz‹ und weltraumsüchtig. Trotz seiner Jugend schon examiniert in Kybernetik, Raumschiffbau und Astronavigation. Zuverlässig, reaktionsschnell und draufgängerisch, aber kein Supermann.

Elaine Tacled: 23 Jahre, die attraktive Jugendfreundin Peter Lorres schwarz und langhaarig, technisch hochbegabt, bekommt aber jedes Mal einen Wutanfall, wenn man bei Verteilung der Arbeit auf sie als Frau Rücksicht nimmt. Geht netten Männern nie aus dem Weg.

Björn Grenell: 26 Jahre, 1,76 groß, 84 Kilo schwer, Peter Lorres Studienfreund aus den letzten Semestern. Dunkelbraunes Haar, eisgraue Augen, ein Mann der Ruhe und der Zurückhaltung und der richtige Ausgleich für Peter Lorre und Elaine Tacled.

Icinu: Aron Lubors Frau, mit schulterlangem, silberglänzendem Haar, schockgrünen Augen, besitzt die Idealfigur einer terranischen Frau, ausgeglichener Typ mit enormen Kenntnissen der ramonischen Technik, nach eigenen Angaben 25 Jahre alt.

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Aron Lubor schlug zu, hart und trocken. Hätte der Schlag gesessen, wäre es ein klassischer K.O.-Uppercut gewesen.

Doch Peter Lorre bewies seine Reaktionsschnelligkeit. Er konnte diesen Haken nicht mehr abblocken, aber er nahm blitzschnell den Kopf zur Seite. Dabei kam seine linke Schulter hoch und fing den Schlag voll auf. Peter strauchelte kurz, und für einen Augenblick war sein Gesicht schmerzlich verzogen.

»Warte!« knurrte er zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor. »Das zahle ich dir heim.«

Er tänzelte zur Seite, hantierte zweimal mit der Linken und setzte dann Aron, der die Deckung in Erwartung eines Schlages zum Kopf hochgenommen hatte, mit der Rechten einen schweren Treffer auf die kurzen Rippen. Pfeifend stieß der Ramoner den Atem aus und ließ unwillkürlich den linken Arm über die getroffene Körperpartie sinken.

Darauf hatte Lorre nur gewartet. Sofort setzte er nochmals die Rechte ein, traf Aron am Kinnwinkel und ließ die Linke folgen.

Diesmal traf er aber nur in die Luft und staunte nicht schlecht, als der seiner Ansicht nach bereits angeschlagene Aron Lubor eiskalt konterte. Er hatte sich kurz abgeduckt, kam sofort wieder hoch, und dann servierte er Peter Lorre eine Körper-Kopf-Kombination, die es in sich hatte.

Doch auch seine Erwartungen wurden enttäuscht, denn der erfahrene Peter ging sofort in den Clinch und unterband damit weitere Aktionen seines Gegners. Für einige Sekunden lehnten die beiden Körper aneinander, eine willkommene Verschnaufpause für die Kämpfer. Dann nahm Lorre die Fäuste wieder hoch und stieß den Ramoner von sich.

»Weiter!« zischte er Aron Lubor zu.

»Du kommst hier nicht mehr auf deinen eigenen Beinen heraus, das verspreche ich dir.«

»Seid ihr beiden denn von allen guten Geistern verlassen?« fragte Elaine Tacled in diesem Moment.

Das Schott war aufgeglitten und die schlanke, aber an allen wichtigen Stellen gut gepolsterte Gestalt von Peter Lorres Jugendfreundin stand im Eingang. Sie schüttelte den Kopf, und das lange schwarze Haar flog.

»Man sollte es nicht glauben«, sagte sie abschätzig. »Wir sind über sechshundert Lichtjahre von der Erde entfernt, und ihr habt nichts besseres zu tun, als euch zu schlagen wie zwei kleine Jungen ...«

»Erlaube mal«, protestierte Peter Lorre, »wir schlagen uns nicht, wir boxen, und das ist ein himmelweiter Unterschied. Schließlich muß man auch im Raum dafür sorgen, daß man fit bleibt.«

»Vollkommen richtig«, sekundierte ihm der Ramoner, und in seinen schockgrünen Augen stand der Schalk. »Wozu hat mir Peter denn das Boxen beigebracht, wenn ich es nicht ausüben darf? Ich war eben so schön dabei, ihn fertig zu machen, und gerade da mußt du uns stören!«

»Von wegen fertig machen!« knurrte Peter. »Ich lag nach Punkten schon haushoch in Führung, noch ein paar Minuten und dann wärst du ...«

»Schluß jetzt mit dem Unsinn«, bestimmte Elaine Tacled energisch. »Ihr seht beide ziemlich mitgenommen aus, also erkläre ich den Kampf als unentschieden beendet. Duscht euch jetzt und kommt dann hinauf in die Zentrale, Björn möchte euch dort haben, ehe wir in die nächste Transition gehen.«

Sie machte kehrt, und hinter ihr schnurrte die Tür zu dem kleinen Trainingsraum der Raumjacht PLUTO wieder zu. Aron Lubor zog eine Grimasse.

»Wahrscheinlich ärgert sie sich nur, daß sie nicht auch boxen kann, wo sie doch immer darauf bedacht ist, uns Männern in nichts nachzustehen.«

Peter Lorre lachte amüsiert auf.

»Hoffentlich kommt sie jetzt nicht auf die Idee, mit deiner Icinu Damenringkampf zu probieren ...«

Der Ramoner stimmte in sein Lachen ein. Dann befreiten sich die beiden Männer von den Boxhandschuhen und gingen einträchtig zum Duschraum, um ihre verschwitzten Körper zu säubern.

Ein Intermezzo war beendet, das sie für kurze Zeit hatte vergessen lassen, daß sie wieder einmal unterwegs von Stern zu Stern waren.

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Die PLUTO befand sich im Leerraum zwischen zwei bedeutungslosen Sonnen ohne Planeten. Als Aron und Peter die Steuerzentrale betraten, war die Standortbestimmung, die nach jedem Raumsprung vom Astronavigator Reza Katte vorgenommen wurde, bereits beendet.

»Etwas besonderes, Björn?« fragte Peter Lorre seinen Freund und wedelte eine dichte Rauchwolke beiseite, die aus dessen Pfeife kam. Björn Grenell schüttelte den Kopf. Er saß im Pilotensessel, während Arons Frau Icinu den Platz des Kopiloten einnahm.

»Alles in Ordnung, Peter, keine Abweichungen von der vorausberechneten Sprungweite. Ich frage mich nur, was wir hier in dieser Gegend überhaupt suchen. Je weiter wir auf das Ende unseres Spiralarmes vordringen, um so uninteressanter wird es. Man könnte fast meinen, daß sich hier überhaupt kein Leben entwickelt hat, denn auf dem Funksektor herrscht absolute Stille.«

»Hmm ...« machte Peter und sah auf die Sternenkarte, die bis vor kurzem noch beträchtliche Lücken aufgewiesen hatte, inzwischen aber von Reza Katte vervollständigt worden war.

»Du meinst, wir sollten umkehren?« fragte Aron Lubor. Björn hob die Schultern und deutete mit dem Daumen auf Peter Lorre. Der sah auf und winkte ab.

»Da gibt es in rund siebzig Lichtjahren Entfernung drei Sonnen vom Spektraltyp G und K; ziemlich dicht beieinander, nur zwei bis drei Lichtjahre Abstand. Die wollen wir noch begutachten, und wenn es dort auch nichts Interessantes gibt, dann machen wir uns auf den Rückweg. Okay?«

In diesem Moment betrat Elaine Tacled den Kommandoraum. Sie trug einen goldfarbenen Mini, der eben noch das Notwendigste bedeckte, dazu einen ihrer etwas zu eng geratenen Pullover.

»Wer spricht hier von Rückweg?« erkundigte sie sich. »Das soll wohl ein Witz sein – bisher sind wir noch nie umgekehrt, ohne etwas Interessantes gefunden zu haben.«

Die Männer lächelten, denn sie kannten die Abenteuerlust dieses Girls, und Peter Lorre erklärte ihr kurz sein Vorhaben. Elaine nickte gnädig und wandte sich dann der Ramonerin zu.

»Kommst du mal mit in meine Kabine, Icinu? Ich habe da eben in einem Koffer etwas entdeckt, was dich bestimmt interessieren dürfte.«

Sie beugte sich zu Icinu hinab und flüsterte ihr etwas ins Ohr. Dann lachten beide Frauen und verließen zusammen die Zentrale.

»Na, Aron, dann bereite dich schon mal moralisch auf irgendeine Überraschung vor ...« sagte Peter und feixte süffisant.

Die beiden Männer legten die Daten für einen Raumsprung über siebzig Lichtjahre fest. Minuten später war der Computer bereit.

Der Ingenieur Onip Kat im Maschinenraum wurde verständigt, Aron Lubor übernahm die Funktion des Copiloten, und die X-Zeit lief an. Dann schaltete der Computer, und die PLUTO wurde in Nullzeit durch das Para-Kontinuum gerissen, um siebzig Lichtjahre weiter wieder zu materialisieren.

Der kurze, unbedeutende Transitionsschock klang ab, und dann sahen die drei Männer auf dem großen Sichtschirm deutlich die drei Zielsonnen, die ein ungleichmäßiges Dreieck bildeten. Sofort liefen alle Ortungen an, und aufmerksam beobachteten sechs Augen die Instrumente.

»Merkwürdig«, brummte Björn Grenell gleich darauf. »Die Gegend hinter den drei Sonnen ist so sternenleer, als befänden wir uns am Rand einer Dunkelwolke. Könnte das der Fall sein?«

Peter Lorre hob die Schultern.

»Keine Ahnung, Björn, schließlich ist diese Gegend noch vollkommen unerforscht. Ich denke, Reza Katte wird uns gleich darüber aufklären.«

Als hätte er auf dieses Stichwort gewartet, meldete sich in diesem Moment auch schon der kleine Astronavigator aus seinem Beobachtungsraum.

»Die Instrumente weisen eine kleine Unregelmäßigkeit in der Sprungdistanz aus, Sir«, erklärte er Peter Lorre, der die Meldung entgegennahm. »Wir sind um 0,4 Lichtjahre zu kurz gesprungen!«

Der Besitzer der PLUTO wandte sich Aron Lubor zu.

»Verstehst du das, Aron? Wir haben die Daten doch selbst ausgerechnet, und die Computerkontrolle hat sie bestätigt.«

Der Ramoner wiegte den Kopf.

»Vielleicht haben wir es hier mit einer Beeinträchtigung durch die Gravitationsfelder der drei Sonnen zu tun«, vermutete er. »Sie stehen ziemlich dicht beisammen, da können solche Unregelmäßigkeiten schon einmal auftreten.«

»Wir werden eine Nachkontrolle vornehmen«, entschied Peter Lorre und wandte sich wieder dem Schirm der Bordsprechverständigung zu. »Gibt es sonst noch etwas, Reza Katte?«

Der Navigator nickte eifrig.

»Eine bedeutende Entdeckung, Sir: Unser Spiralarm spaltet sich hier! Er bildet zwei neue Arme, die durch einen sternenlosen Raum voneinander getrennt sind. Die drei Sonnen vor uns sind sozusagen die letzten Vorposten auf dieser Seite.«

»Aha!« sagte BBjörn Grenell befriedigt. »Da haben wir ja schon des Rätsels Lösung.«

In den nächsten Minuten nahmen Aron und Peter die Nachkontrolle der Sprungdaten vor.

Sie fanden keinen Fehler und die Gravitometer wiesen aus, daß die gravitatorischen Verhältnisse in diesem Raumsektor gewisse Anomalien aufwiesen. Das war, wie der Ramoner erklärte, wahrscheinlich eine Eigentümlichkeit, die durch die sternenlose Zone zwischen den beiden Enden des Spiralarmes hervorgerufen wurde.

Die beiden anderen akzeptierten diese Erklärung. Zusammen wurden die Daten der drei Sonnen ausgewertet und sie entschieden sich, die am weitesten links stehende anzufliegen, die noch 2,6 Lichtjahre vom augenblicklichen Standort der PLUTO entfernt war. Neue Berechnungen wurden vorgenommen und dann wurde eine Transition über 2,55 Lichtjahre programmiert.

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Es war Sonntag.

Wenn es nicht gerade unbedingt notwendig war, tat auch der dynamische Connor Lorre, der Big Old Man der HFL-Corporation, an diesem Tage nichts. Er war der Meinung, daß es vollkommen ausreichte, wenn man sich an sechs von sieben Wochentagen mit den lieben Mitmenschen herumärgern mußte. Und an Ärger fehlte es ihm, dem Chef der größten Raumschiffswerft der Erde, eigentlich nie.

An diesem Sonntagnachmittag aber hatte er vollkommen auf Erholung umgeschaltet. Nur mit Sandalen, Shorts und einem Buschhemd bekleidet, lag er auf der Veranda seiner Villa am Großen Sklavensee in Kanada. Er genoß den warmen Sonnenschein und die laue würzige Luft, die von den nahen Wäldern heranwehte.

Bis auf den Gesang einiger Vögel und das gelegentliche Keckern von Eichhörnchen in den Bäumen ringsum war es still und friedlich. Das Hauspersonal hatte frei, und sonst verlief sich fast nie jemand in diese abgelegene Gegend, eine der wenigen stillen Oasen, die es auf dem übervölkerten Planeten noch gab.

Der grauhaarige Riese war mit sich und der Welt zufrieden. Bis vor kurzem hatte er überall auf der Erde noch als der Erzkapitalist Nummer Eins gegolten, war von Behörden, Presse und TV gleichermaßen angegiftet worden. Man hatte in ihm nur den hartherzigen Businessman gesehen, einen Geschäftemacher übelster Art, der auch aus der Notlage der überfüllten Erde noch Profit herausschlagen wollte.

Er selbst hatte nichts dagegen getan, hatte nie versucht, diese Meinung seiner Umwelt zu korrigieren. Im Gegenteil, er hatte durch sein Verhalten noch dazu beigetragen, die Abneigung gegen ihn zu schüren.

Doch dann hatte ein Wort von ihm alles ins genaue Gegenteil verkehrt ...

Urplötzlich hatte er sich bereit gefunden, den von der PLUTO-Besatzung im Alpha Centauri-System entdeckten Planeten Enigma, die einzige bisher für eine Besiedlung geeignete Sauerstoffwelt, zu verschenken! Er hatte mit  der Behörde für Weltraumangelegenheiten das sensationelle Abkommen getroffen, das dieser Enigma kostenlos zur Verfügung stellte.

Im Grunde war das nur eine Geste, denn was sollten sie schon mit diesem Planeten anfangen? Doch sie hatte ihre Wirkung getan, und nun galt Connor Lorre als der größte Wohltäter der Menschheit.

Daß seine eigenen Interessen dabei nicht zu kurz kamen, dafür hatte er trotzdem gesorgt.

Nur Schiffe der HFL sollten es sein, die die Aussiedler ins Alpha Centauri-System befördern würden, und die Corporation behielt ihren Stützpunkt auf dem Kontinent Mih mit der geheimnisvollen Defensivzentrale. Und da die Behörde für Weltraumangelegenheiten für jede Passage mit harter Währung bezahlen mußten, sprang für ihn dabei doch noch ein gutes Geschäft heraus ...

Lorre war mit sich und der Welt zufrieden.

Dann aber war es plötzlich mit seiner Beschaulichkeit vorbei, denn im Haus ertönte unüberhörbar das Summen des Sicht-Sprechgerätes, das ihm einen eingehenden Anruf anzeigte.

Connor Lorre hatte vor, diese unwillkommene Störung zu ignorieren, doch der Anrufer war hartnäckig. Nach dem achten Summton kapitulierte Lorre dann doch und erhob sich seufzend aus dem bequemen Liegestuhl. Es war immerhin möglich, daß der Anruf aus einem seiner Werke kam, daß dort etwas geschehen war, von dem er unbedingt sofort Kenntnis erhalten mußte. Im Hauptwerk wurde auch sonntags mit Hochdruck gearbeitet. Dort entstand zur Zeit die PLUTO 2, ein großes Schiff für seinen Sohn und dessen Freunde; dort war die Bandfertigung der Lubor-Transitionstriebwerke im Gang. Daneben liefen noch allerhand andere Fabrikationsprozesse, und da konnte es immer Zwischenfälle geben, die seine Entscheidungen oder seine Anwesenheit erforderlich machten.

Langsam ging er ins Haus und tastete das Gerät ein. Auf dem Sichtschirm erschien das Gesicht des Mannes, der gerade in der Funkzentrale Dienst hatte.

»Ein dringender Anruf von der Spaceguard, Sir! Soll ich Sie verbinden?«

»In Gottes Namen«, knurrte Lorre.

Auch mit der Raumpolizei hatte er schon manch harten Strauß ausgefochten, wenn sie hinter seine kleinen oder größeren Geheimnisse zu kommen drohte. Die hatte er auch jetzt noch, wenn sich auch nach außen hin das Verhältnis zwischen ihm und der Spaceguard weitgehend entspannt hatte.

Das Bild auf der Mattscheibe wechselte, und nun erschien auf dieser das eines Mannes in der Uniform der Spaceguard. Der Hintergrund verriet Lorre, daß dieser sich in einem in der Luft befindlichen Gleiter befand.

Der Uniformierte tippte lässig an seine Dienstmütze.

»Colonel Raymond vom Spaceguard-Center. Guten Tag, Mister Lorre. Es tut mir leid, Sie ausgerechnet am Sonntag zu stören, das dürfen Sie mir glauben! Eigentlich wollte ich Sie erst morgen aufsuchen, aber eben kam ein Einsatzbefehl für mich, ich muß noch heute Abend in Richtung Mars starten. Es wäre mir lieb, wenn Sie also noch heute etwas Zeit für mich hätten, ich will Sie nicht lange stören.«

»Sie haben mich schon erheblich gestört!« knurrte Connor Lorre mißmutig. »Na schön, dann kommen Sie also her, Sie sind ja doch schon unterwegs, wie ich sehe. Ich werde mich gelegentlich wieder mal bei der Spaceguard revanchieren ...«

Colonel Raymond lachte verhalten auf.

»Okay, aber bitte nicht gerade bei mir! Wir werden in etwa einer halben Stunde eintreffen.«

Lorre mixte sich einen Longdrink und ging damit zurück auf die Terrasse, aber ein Hauch von Mißmut blieb. Während er an seinem Glas nippte, überlegte er, was den Colonel wohl zu ihm führen mochte.

Ein Zusammenhang mit der PLUTO-Besatzung konnte nicht bestehen, denn die Raumjacht war wieder einmal irgendwo zwischen den Sternen unterwegs. Das war auch etwas, das ihm ständig Sorgen machte, denn für gewöhnlich gab es dabei Abenteuer zu bestehen, wie sie noch kein Mensch zuvor erlebt hatte.

Oder sollte die Spaceguard trotz aller Tarnmaßnahmen doch das Geheimnis im Sonnensystem, den teilweise zerstörten Kugelraumer einer fremden Spezies in der Nähe von Pluto, entdeckt haben?

Connor Lorre beschloß, gegenüber diesem betont höflichen Colonel besonders mißtrauisch zu sein.

Gerade betont höfliche Menschen waren ihm schon immer besonders verdächtig gewesen – und das meist auch zu Recht ...

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