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Anima und Shakti

Einführung

 

Die Broschüre handelt über die psychologischen und spirituellen Aspekte einer inneren gegengeschlechtlichen Partnerschaft (bzw. Aspektes). Während dieser Aspekt uns in Träumen in vielfältigen Erscheinungsformen begegnet, zeigt sich die innere Partnerschaft bei transzendenten Begegnungen unveränderlich und konstant. Während die "Persönlichkeit" des psychischen Aspektes - nach C.G. Jung die Archetypen Anima oder Animus - fluktuiert, zeigt eine religiöse, spirituelle Begegnung eine klar definierbare Persönlichkeit wie sie etwa in der Mythologie überliefert wird.

In der Regel sind beide Formen, psychische und mythologische, einer inneren Begegnung kein Problem. Die Archetypen Animus und Anima kommen in die Rubrik "Psychologie" und die Gottheiten werden in die Rubrik "Mythologie" eingeordnet. Der Intellekt ist damit üblicher Weise zufrieden.

Was ist aber wenn man einer Gottheit begegnet? Wenn diese einen eigenen Willen und ihr typische Vorlieben zeigt? Wenn etwas aus der Mythologie plötzlich lebendig wird? Und wenn eine solche Gottheit sich uns bis zu einer partnerschaftlichen Beziehungen nähert? Wen hat man dann wirklich vor sich? Einen kollektiven psychischen Aspekt? Einen verdichteten eigenen psychischen Aspekt? Ein göttliches Bewusstsein, das sich der Gestalt einer mythologischen Gottheit bedient und in diese hinein schlüpft wie in ein Kleidungsstück? Oder ist diese Erscheinung das eigene höhere Selbst?

Wir haben ein eigenständiges Wesen vor uns, dessen Ursprung wir nicht kennen. Das äußere Erscheinungsbild einer echten oder Schein-Persönlichkeit aus der Innenwelt lässt durch ihr Aussehen noch lange nicht ihren Ursprung erkennen!

Es sind Fragen, die mir zumindest unbeantwortet geblieben sind, obwohl der Umgang mit meiner partnerschaftlichen Göttin vertraut und allgegenwärtig ist.

In der Versenkung begegnete Devi mir, als göttliches Wesen,

mich begleitend in den Träumen, ist sie Mensch wie ich gewesen.

Als "Devi" kann sie mein Bewusstsein liebend, kosmisch weiten,

als "Gefährtin", liebt sie es in Vertrautheit mich zu begleiten.

Verehrte/r Leser/in, wenn Sie sich bis hierher die Mühe gemacht haben die Einleitung zu lesen, wird ihnen der Inhalt sicherlich fremdartig bis absurd erscheinen. So etwas passt nicht in unsere gegenwärtige Zivilisation. Allerdings, das möchte ich betonen, anderen Zivilisationen bzw. Religionen sind solche Vorstellungen durchaus vertraut. Ich muss da nicht einmal bis zum Voodoo oder Candomble zurück greifen, wo Priesterinnen mit ihrer Gottheit eine eheliche Beziehung haben. Auch in Indien kennt man das und in manchen religiösen oder magischen Gebieten, wo man es nicht vermuten würde.

Eine Grauzone bildet die indische Lehre des Tantra, der das eigentliche inhaltliche Kerngebiet dieser Broschüre ist. Es sind tantrische Praktiken, die hier besprochen werden. Allerdings sind die tantrischen Fragestellungen bezüglich einer partnerschaftlichen Allianz mit einer Gottheit in der Tradition nicht so klar definiert wie etwa im Voodoo. Der Tantra baut auf inneren Visionen auf und da kann es schon Überschneidungen mit der Psyche und den verschiedenen indischen Auffassungen über das Wesen einer Gottheit geben. Bedenken wir, dass der Tantra eine monotheistische Lehre ist, die jedoch auch von den hinduistischen Asketen, die an viele Götter glauben, akzeptiert wird und ebenso im Buddhismus einen hohen Stellenwert hat. Eine Lehre, die so unterschiedlichen Traditionen gerecht werden will, kann sich nicht bis ins kleinste Detail fest legen. Sie muss einen Spielraum für unterschiedliche Traditionen offen halten. Das macht den Tantra verschwommen, andererseits jedoch auch anpassungsfähig für moderne Ideen, etwa jenen der Archetypenlehre nach C.G. Jung.

Zunächst einmal mögen in dieser Broschüre als einleitende Vertiefung einige Traditionen besprochen werden, die uns Europäern seit dem Altertum mehr oder weniger vertraut sind - das alte Testament (Dualseele) und die Gnosis. Und aus der jüngeren Zeit die Archetypenlehre nach C.G. Jung.

Diese Skizze zeigt die vermutlichen Informationswege und Inspirationen einiger wichtigen mystischen Richtungen in Europa und Indien.

Wer nur einigermaßen mit diesen Wissensgebieten vertraut ist, weiß, dass diese Richtungen das Wissen bzw. den Glauben an eine innere Partnerschaft gemeinsam haben, jedoch in der Interpretation weit auseinander liegen, was mehr an der Betrachtungsperspektive als am Inhalt selbst liegen mag. In manchem mögen diese Richtungen auch ihre Ideen ausgetauscht haben, denn den Tantrikern war die Gnosis nicht fremd und C.G. Jung etwa kannte alle diese Richtungen durch vertiefte Studien und mag sich manche Inspiration daraus geholt haben.

Was mich anbelangt, so habe ich dieses Phänomen zusammen mit anderen beobachtet und mir zu erklären versucht. Eine Erklärung, wie schon anfangs erwähnt, habe ich nicht gefunden. Das Phänomen dieser lebendigen Begegnungen ist mir nach wie vor rätselhaft geblieben. Das ist auch der Grund, weshalb diese Broschüre keine klaren Erklärungen aufzuweisen hat. Teilweise sind es Erfahrungen, die gebracht werden und der/die Leser/in muss sich selbst ein Urteil darüber bilden.

Eine Erklärung wird insofern erschwert als es mehrere Schichten der Begegnung gibt. In jeder dieser Schichten zeigt sich dieser innere Partner/in in einer dieser Schicht angepassten Form, wodurch das Gesamtbild uneinheitlich erscheinen mag.

Die vier Wirkebenen einer partnerschaftlichen Begegnung bzw. der polaren Kräfte

Was den Begriff der Anima anbelangt, so stammt dieser von C.G. Jung, der seinerseits ein hohes Interesse an der Gnosis hatte und sich auch für östliche Philosophien interessiert hatte.

Was in seinen Schriften nicht zur Sprache kam, weil er verhindern wollte, dass seine wissenschaftliche Glaubwürdigkeit in Frage gestellt werden würde, ist seine Erfahrung, dass seine Anima über eine anscheinend eigenständige Intelligenz verfügte. In dieser speziellen Erscheinungsform nannte er diese "Sophia". Ich weiß nicht, inwiefern C.G. Jung seine Sophia entschlüsseln und sich selbst erklären konnte.

Was mir jedoch wichtig ist, ist der Hinweis, dass C.G. Jung die tantrischen Wurzeln neu belebt hat und ihm als solcher ein wesentlicher Stellenwert im Tantra Yoga zukommen sollte.

Die Sophia in der Gnosis

 

Gnosis

In der Gnosis finden sich Wurzeln aus der persischen (insbesondere der Zoroastrismus), babylonischen, jüdischen und ägyptischen Religion und weiters auch griechische philosophische Einflüsse. Auch werden Zusammenhänge mit dem Mahayana-Buddhismus in Nordindien vermutet.

Ein Kennzeichen der Gnosis ist eine stark ausgeprägte Polarisierung der Schöpfung. Die Inhalte der Gnosis sind sehr komplex und zudem gibt es auch etliche unterschiedliche Richtungen. Es würde zu weit führen hier auf Details einzugehen.

Sophia

Ein Aspekt allerdings, der in Bezug zur Anima und Shakti, wichtig ist, nämlich die Sophia, soll kurz skizziert werden. Demnach spaltete sich aus dem vollkommenen und reinen Gott ein eigenmächtiger, unvollkommener Aspekt ab, der Demiurg, welcher mit JHWV, Jahwe, gleichgesetzt wird. Der Demiurg (männlich) erschuf die Schöpfung (weiblich), die in der christlichen Gnosis Sophia und in der jüdischen Gnosis Schechina genannt wird.

 

 

Unter der Schechina wird auch das "Gefäß Gottes" verstanden. Dieses Gefäß zerschellte bei der Schöpfung. Seine Splitter wohnen als inneres Licht den Geschöpfen inne. Sie sind der innere göttliche Keim in allem Leben, der in den Geschöpfen die Aufwärtsbewegung auslöst, aus Sehnsucht nach der Heimkehr zu Gott.

Hierbei zeigen sich Parallellen zum Tantra, in welchem der schöpferische Aspekt Gottes Shiva genannt und die Schöpfung Mahashakti (vereinfacht oft "Shakti") genannt wird. Shiva entspricht Gott und dem Demiurgen (JHVW) in einem. Shiva als kosmisches Bewusstsein entspricht in etwa Gott und "Shiva Nataraj", der tanzende Shiva entspricht in etwa dem Demiurg.

Die Dualseele

 

Die Wurzeln des Glaubens an eine Dualseele (verkürzt "Dual") finden sich im Alten Testament. Es handelt sich um die Teilung des ursprünglichen Adam Kadmon in Mann und Frau, allgemein bekannt als Adam und Eva. Hierbei entstehen durch die Teilung der in sich harmonischen Urseele die zwei Geschlechter. Das wiederum bedeutet, dass Adam und Eva als zwei polare Ergänzungen Teil der polar strukturierten Schöpfung geworden sind. Der vom Menschen erwartete Heilsprozess erfüllt sich in der Zusammenfindung der zwei Polaritäten, womit alle polaren Spannungen aufgehoben werden. (Hier finden wir auch das Grundprinzip des Tantra vor, in welchem der Yogi sich mit seiner göttlichen Shakti vereint = Partnerschaft mit einer Gottheit.)

Nach gnostischer Auffassung wurde Gott vor dem Sündenfall unreflektiert erlebt, aber erkannt wird er erst nach einer langen Kette von Reinkarnationen in einem langen Prozess der Selbsterkenntnis. (Viele mystischen Richtungen im Abendland und Orient haben die Reinkarnation vertreten.)

Der Glaube an eine Dualseele ist in der heutigen Esoterik nach wie vor lebendig.

 

Altes Testament:

Die Genesis erzählt: Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Weib (wird ausgelegt als Mann-Weib, Androgyn).

Im zweiten Kapitel der Genesis (ab 2,18) folgt der Bericht über die Trennung der Geschlechter, wonach die Frau aus einer Rippe des Mannes geformt wurde. Das hebräische Wort zela kann sowohl mit Rippe als auch mit Seite übersetzt werden.

So wird in dem Bericht über die Erschaffung der Frau ausdrücklich das Fehlen eines passenden Gegenübers für den Menschen erwähnt. 1. Mose 2, 18: Dann sprach Gott, der Herr: »Es ist nicht gut für den Menschen allein zu sein. Ich will ihm ein Wesen schaffen, das zu ihm passt.« (Neues-Leben-Übersetzung)

 

 

Die Erschaffung Evas

(Foto + Zeichnung von A. Ballabene)

 

Kabbala:

Am Anfang schuf Gott Adam, nämlich Adam Kadmon, wie ihn die Kabbalisten nennen im Unterschied zu dem späteren, sterblichen Adam. Adam Kadmon war ein unsterbliches Wesen, weder Mann noch Frau. Er war jenseits der Polarität, eins mit Gott, der als geistiger Urgrund ebenfalls über der Schöpfung und der ihr innewohnenden Polarität steht.

 

Im weiteren Verlauf der Schöpfung wurde Adam Kadmon in Mann und Frau "zersplittert". Das ist das Eintreten des Urwesens in die Schöpfung. Das Kennzeichen der Schöpfung ist ihre polare Struktur.

 

Europäische, exoterische Alchemie:

Die Vereinigung der inneren Aspekte von weiblich und männlich wird in der Alchemie in der Suche nach dem Stein der Weisen angestrebt. Es sind die gleichen Zielsetzungen wie in der Kabbala. Die symbolische Darstellung der Vereinigung der Gegensätze findet sich in der Alchemie als die Vereinigung von Sonne und Mond.

 

Östliche, esoterische Alchemie:

Durch das Kreisen der Energien wird versucht die energetische polare Aufteilung des Menschen von kühlen und heißen Energien - chin. Yin und Yang, tantrisch Ida und Pingala aufzuheben. Dies geschieht durch die Verschmelzung von Sonne (= heiß, Bauchzentrum) und Mond (=kühl, Ajna zwischen der Stirne oder Scheitelzentrum). (siehe die Broschüre "Das innere Feuer"). Durch die energetischen Übungen wird das Bewusstsein des Menschen zu einem kosmischen Einheitsbewusstsein transmutiert.

 

Die Dualseele in der gegenwärtigen Esoterik (auch bezeichnet als Zwillingsflamme):

Wie die Vereinigung der zwei Aspekte männlich und weiblich zu interpretieren ist, darüber gibt es unterschiedliche Meinungen. Die Ehevermittlungsinstitute schließen sich der exoterischen Tradition an, der gemäß die Vollkommenheit des Menschen dann erreicht ist, wenn der Mensch seinen vollkommenen Partner gefunden ...

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