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Amrum, Kerle, Liebe 2

Amrum, Kerle, Liebe 2 – Connor Spinnt

Amrum, Kerle, Liebe 2 – Connor Spinnt

 

Sämtliche Personen, Orte und Begebenheiten sind frei erfunden, Ähnlichkeiten rein zufällig.

 

Der Inhalt dieses Buches sagt nichts über die sexuelle Orientierung des Covermodels aus.

 

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck oder eine andere Verwertung, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung der Autorin.

 

 

Ebooks sind nicht übertragbar und dürfen nicht weiterveräußert werden. Bitte respektieren Sie die Arbeit der Autorin und erwerben eine legale Kopie. Danke!

 

 

 

Text: Sissi Kaiserlos

Foto von shutterstock

Covergestaltung: Lars Rogmann


Amrum, Kerle, Liebe 2


Amrum. Eine Insel in der Nordsee. Wir waren schon oft dort, in einer kleinen Pension, die unweit der ‚Blauen Maus‘ in einer Nebenstraße liegt. Tante Elvira, die dort ein eisernes Regiment führt, ist älter geworden, ihr Mann auch.

Ihre Stammgäste haben inzwischen fast alle Kinder, die sich dem Schulalter nähern. Daher kommen die nicht mehr so oft, aber dafür andere, liebenswerte Seelen. Es sind gerade die Männer, die auf Männer stehen, die es Elvira inzwischen besonders angetan haben. Allen voran natürlich Lars und Hannes, das sogenannte ‚Urpärchen‘, das den Stein ins Rollen gebracht hat. Diese beiden sind auch der Grund dafür, dass immer öfter alleinstehende Männer gerade in dieser Pension einkehren.

Wir gucken nach Amrum und sehen eine Gruppe von Freunden ankommen. Wie so oft gibt es einen Leithirsch unter den drei Männern, Connor, zu dem die beiden anderen bewundernd aufschauen. Kein Wunder: Er sieht toll aus, hat reiche Eltern und ist obendrein hochnäsig wie kein anderer. Alles Attribute, die ihn nicht besonders sympathisch machen, dennoch verliebt sich Jan, Kellner aus dem Hotel ‚Zum traurigen Seebären‘, sofort.

***

Connor spinnt

 

Die Sonne spiegelt sich auf den Wellen und Möwengekreisch hallt laut über das Deck der Fähre. Der Wind kühlt und macht so manchen Fahrgast leichtsinnig, was man an einigen rot verbrannten Nasen erkennen kann. Ich befinde mich auf dem Weg nach Amrum und kann immer noch nicht verstehen, wie ich mich dazu überreden lassen konnte.

„Das Bier ist schal, die Sonne lacht, was hat mich bloß hierhergebracht?“, dichte ich und meine Freunde lachen.

Ich mag die beiden, doch manchmal wünsche ich mir, sie würden etwas kritischer sein. Mein Vers ist blöde und noch nicht einmal lustig. Missmutig trinke ich einen Schluck aus meiner Bierflasche und gucke zum Horizont.

„Warum noch mal wollten wir hierher fahren und nicht nach Ibiza?“, frage ich.

„Weil das Wetter schön ist und der Strand hier breiter?“, antwortet Zeki grinsend.

„Ach ja“, murmele ich und beobachte die Silhouette von Amrum, das sich flirrend durch die Sonnenspiegelung am Horizont abzeichnet.

Eine Nordseeinsel. Warum nicht? Bisher bin ich immer in den Urlaub geflogen und kenne alle Fernziele, von Honolulu bis nach Toronto. In Deutschland selbst bin ich nur selten gereist, meist in größere Städte, wenn es ein Konzert zu besuchen galt oder ich einen Job dort hatte.

„Mir ist Ibiza zu laut“, sagt Jeremy. „Ich finde es schöner, wenn es ruhig ist und ich Zeit zum Lesen habe.“

Zeki ist Türke und Jeremy der Philosoph unter uns. Ich bin grösser als die beiden und auch schöner, das ist einfach so. Von meiner Mutter, sie ist in Kopenhagen geboren, habe ich die blonden Haare und die blauen Augen geerbt. Meinem Vater habe ich den guten Knochenbau und die Größe zu verdanken, außerdem auch noch ein recht sorgloses Leben. Er hat ein Vermögen mit Software gemacht und lässt mich daran teilhaben, auch wenn ich inzwischen meinen Lebensunterhalt fast selbst mit gelegentlichen Fotoshootings verdiene. Ich laufe den Jobs nicht hinterher, sie kommen zu mir. Für eine stringentere Vermarktung meines Körpers bin ich zu faul und will es außerdem gar nicht.

„Lesen?“ Zeki lacht und schlingt einen Arm um Jeremys Schultern. „Dazu wirst du hoffentlich nicht allzu oft kommen.“

„Hey, ich habe Urlaub!“ Jeremy windet sich aus Zekis Umarmung.

Ich verstehe seine Reaktion. Es ist ihm unangenehm Körperkontakt mit einem Mann zu haben seit wir wissen, dass er schwul ist. Zeki und ich, wir machen uns nichts daraus und – ehrlich? – ich hab auch schon mit einem Kerl Sex gehabt, aber das braucht niemand wissen. Als Model ist man besser strikt hetero, sonst fehlen irgendwann die Aufträge. Warum? Nun, ich bin kein Grübler, nehme alles so, wie es ist und denke nicht darüber nach. Auf die Jobs will ich jedenfalls nicht verzichten, denn sie sichern mir ein geringes Einkommen, sodass ich nicht vollständig von meinem Vater abhängig bin.

„Ich glaube, wir sollten uns nach unten zum Wagen begeben“, meint Zeki.

Er ist ein Sicherheitsdenker und kommt lieber zehn Minuten zu früh, als eine Minute zu spät. Die Insel ist noch weit weg und es wird noch mindestens eine halbe Stunde dauern bis wir anlegen.

„Hier!“ Ich halte ihm die Autoschlüssel hin. „Kannst dich gern auf den Weg machen.“

Zeki verschwindet tatsächlich, gefolgt von Jeremy. Ich wende mich seufzend wieder dem Meer zu und betrachte die Hallig, an der wir schon die ganze Zeit vorbeifahren. Langeness, wenn ich mich richtig erinnere. Wie kann man nur auf einem Stück Land wohnen, das regelmäßig überschwemmt wird? Versteh mal einer die Friesen.

 

Als der Anleger in Sicht gerät, gehe ich auch hinunter zum Autodeck und geselle mich zu meinen Freunden, die im Van vor sich hin dösen. Jeremy lächelt mir zu und guckt dann zu Zeki, der leise schnarcht.

„Ein Glück, dass ich mir mit diesem lauten Kerl kein Zimmer teilen muss“, flüstert er.

„Da bin ich aber auch froh.“ Ich lege beide Hände aufs Lenkrad und gucke zu, wie die Brücke heruntergelassen wird und als erstes die Fußgänger das Schiff verlassen.

Danach starte ich den Motor und lenke den Wagen von der Fähre. Der Hauptstraße folgend, werfe ich immer wieder neugierige Blicke nach links und rechts, aber Wittdün ist unspektakulär. Nach der ‚Blauen Maus‘ biege ich links ab und entdecke nach wenigen Metern auch schon die Pension, die ich mir vorher im Internet angeschaut habe. Auf dem Grünstreifen vor dem Grundstück stelle ich den Van ab, lege eine Hand auf Zekis Schenkel und rüttle ihn leicht, damit er aufwacht.

„Sind wir schon da?“, murmelt er und reibt sich die Augen.

„Ja“, erwidere ich und gucke das langgestreckte Gebäude an.

Es ist im typischen Friesenstil gebaut und muss schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben. Noch während wir unser Gepäck ausladen, tritt eine kleine Grauhaarige aus der Tür und schaut zu uns herüber. Tante Elvira, wenn mich nicht alles täuscht. Die Dame strahlt eine Herzlichkeit aus, die ich selbst bei meinen Eltern nicht finde, aber das ist eine andere Geschichte.

 

Sie nimmt uns freundlich auf und führt uns zu den Räumen im oberen Stockwerk. Das Rosenambiente erschlägt mich fast, doch für die eine Woche wird es gehen. Ich rolle meinen Koffer in das mir zugewiesene Zimmer und lass mich auf die Bettkante plumpsen.

„Ich bin in der Küche, wenn ihr irgendetwas braucht“, ruft Elvira vom Flur her und geht zur Treppe.

Ich gucke mich um und mache mich seufzend daran, meine Sachen auszupacken.

 

+++++

 

„Danke für den Kaffee.“ Ich schaue hoch zu Elvira, die neben mir steht und mich gütig anlächelt.

„Jan, du weißt doch, dass du hier jederzeit willkommen bist“, sagt sie und fährt mir übers Haar.

Nur Elvira kann sich so etwas leisten, kein anderer Mensch dürfte das. Meine Mutter lebt nicht mehr und meinen Vater habe ich nie kennengelernt. Das wären die einzigen Personen, von denen ich diese Art von Liebkosung sonst akzeptiert hätte.

„Ich muss dann mal wieder los. Meine Schicht beginnt bald. Tschüss!“ Ich springe auf und laufe zur Tür, wo ich mit einem blonden Kerl kollidiere, der gerade hereinkommt.

„Hey!“, brummelt der Riese und packt mich an den Armen. „Pass doch auf, wo du hinläufst.“

„Ich weiß, wo ich hinlaufe“, erwidere ich patzig. „Kann doch niemand ahnen, dass hier plötzlich die Türen von unhöflichen Typen zugestellt werden.“

M

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