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Alfred Bekker Grusel-Krimi #3: Biss zur Auferstehung

Alfred Bekker Grusel-Krimi #3: Biss zur Auferstehung

Alfred Bekker

Published by Alfred Bekker, 2017.

Inhaltsverzeichnis

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Alfred Bekker Grusel-Krimi #3

Blood Empire - Biss zur Auferstehung

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Alfred Bekker Grusel-Krimi #3

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Übernatürliche Wesen bedrohen die Welt. Dämonen suchen die Menschen heim – und mutige Dämonenjäger begegnen dem Grauen...

––––––––

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ALFRED BEKKER IST EIN bekannter Autor von Fantasy-Romanen, Krimis und Jugendbüchern. Neben seinen großen Bucherfolgen schrieb er zahlreiche Romane für Spannungsserien wie Ren Dhark, Jerry Cotton, Cotton reloaded, Kommissar X, John Sinclair und Jessica Bannister. Er veröffentlichte auch unter den Namen Neal Chadwick, Henry Rohmer, Conny Walden, Sidney Gardner, Jonas Herlin, Adrian Leschek, John Devlin, Brian Carisi, Robert Gruber und Janet Farell.

Titebild: Klaus Dill

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Blood Empire - Biss zur Auferstehung

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von Alfred Bekker

Der Umfang dieses Buchs entspricht 108 Taschenbuchseiten.

Ein Vampir-Schocker.

Rabenschwarz, blutig, grausam, zynisch – und so kalt wie eine Totengruft!

Die Welt wird von Vampiren aus dem Verborgenen beherrscht. Sie sind organisiert wie die Mafia und haben die Erde unter sich aufgeteilt

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Petra Brunstein lächelte. Der Blick ihrer dunklen Augen ließ den breitschultrigen Mann mit dem kantigen Gesicht schlucken. Jedes Wort wirst du mir glauben, dachte Petra. Gleichgültig, wie absurd es dir auch erscheinen mag... Die Vampirin spürte kaum mentalen Widerstand bei ihrem Gegenüber. Dieser Mann war leicht zu lenken. Ein Spielzeug. Seine Pupillen weiteten sich. Im Hintergrund krähten düstere Gitarrenriffs, die im DARKSIDE, einer Gothic-Discothek an der Avenue A, als angesagt galten.

"Du wolltest mir noch etwas über diesen Typ erzählen, den du vorhin gegrüßt hast", meinte er.

"Ja richtig", hauchte sie. "Chase Blood..."

"Komischer Name."

"An dem Kerl sind noch ganz andere Dinge seltsam. Bei dem, was ich dir jetzt erzähle, werden dir die Ohren abfallen!" Er hob die Augenbrauen. Sein Lächeln wirkte in diesem Augenblick alles andere als intelligent. "Na, dann lass mal hören!"

"Chase ist ein Vampir."

"Oh...", sagte er. Petra wusste nur, dass er Kelly hieß, aber ob mit Voroder Nachnamen war ihr nicht ganz klar. Es interessierte sie auch nicht. Dieser Mann war nur Mittel zum Zweck für Sie. Sie zog sich das knappe Lederkostüm etwas zurecht, das die perfekten Linien ihrer attraktiven Figur genau nachzeichnete. Sie sah ihn an, studierte mit Befriedigung sein ergebenes Gesicht. Nein, von Kelly würden keinerlei kritische Nachfragen kommen... Da konnte sich die Vampirin sicher sein.

"Die Vampire sind die wahren Herren dieser Welt, Kelly. Auch wenn sie ihre Herrschaft aus dem Hintergrund heraus ausüben..."

"Verstehe", nickte Kelly. "Und dieser Chase..."

"...ist eine ganz große Nummer unter ihnen. Genauer gesagt: Die Nummer zwei in New York."

"Du meinst, er hat richtige Vampirzähne, wie man sie aus DRACULA kennt?"

"Ja, das hat er. Aber er kann sie einziehen, wie die meisten Vampire. Außerdem ist er unwahrscheinlich stark. Er könnte mühelos gegen eine ganze Gang kämpfen... Jede Wunde, die ihm jemand schlägt, heilt durch Willensanstrengung. Und natürlich trinkt er..."

"Blut!", stieß Kelly hervor. Er trank sein Bier aus, wirkte sehr nachdenklich dabei.

"Kaum jemand weiß von der geheimen Herrschaft dieser Kreaturen der Nacht", sagte Petra. "Darin liegt ihre Stärke..."

"Was kann man gegen diese Monstren unternehmen?", fragte Kelly und winkte den bullig wirkenden Mann hinter dem Tresen herbei. Kelly bestellte noch ein Bier.

"Kopf ab oder Holzpflock ins Herz", sagte Petra. "Alles andere nützt nichts."

"Was ist mit Kreuzen?"

"Hat keinen Effekt, Kelly."

"Alles nur Aberglaube, was?"

"So ist es."

Kelly schlürfte an seinem Bier, dann wandte er den Kopf wieder zu ihr herum. Für Sekunden verlor er sich wieder in ihren dunklen Augen. Ein kreischendes Gitarrensolo ließ dann eine Art Ruck durch seinen Körper gehen. "Du wolltest noch etwas fragen", säuselte sie mit dunkler, gehauchter Stimme.

"Erzähl mir alles über diesen Chase", forderte er. "Jede Einzelheit. Das interessiert mich."

"Mit Vergnügen."

Und dabei dachte Petra: Zu schade, dass ich ihn jetzt nicht beißen kann. Er ist wirklich süß. Aber dann wäre die kleine Gemeinheit, die ich mir ausgedacht habe, um Chase zu vernichten, ja Makulatur.

"Hör mir gut zu!!", sagte sie.

"Ja!", nickte Kelly ergeben.

"Du wirst nämlich eine wichtige Aufgabe bekommen!!"

"Ja..."

"Sie besteht darin, Chase zu einem Haufen Staub werden zu lassen!!"

"Ich werde tun, was du sagst!"

Am Hals trug er ein Amulett. Es zeigte einen Totenkopf. Die dazugehörigen Knochen waren nach Art eines Hakenkreuzes geknickt. Petra stieß lächelnd mit dem Zeigefinger der rechten Hand dagegen und ließ

es hin und her wackeln, während Kelly ihr nun rettungslos verfallen war.

"Tu mir außerdem einen Gefallen und sieh zu, das du die Jungs dieser eigenartigen Organisation für deine Mission gewinnst - denn allein dürftest du kaum eine Chance haben."

"Ja..."

"Gut!"

Petra kicherte. Sie musste aufpassen, nicht unwillkürlich ihre Zähne auszufahren, denn das wäre aufgefallen. Bald schon wird der Platz der Nummer 2 im New Yorker Vampir-Imperium frei sein, ging es ihr durch den Kopf. Frei für mich!

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Eine Woche später...

Nacht in New York.

Eine düstere Seitenstraße in Brooklyn, unweit des alten Navy Yards... Chase Blood ließ den Motor seiner Harley aufheulen. Der Fahrtwind fuhr ihm durch das schwarz gefärbte Haar, als er in einem geradezu halsbrecherischen Tempo die Straße entlang jagte. Überquellende Mülleimer befanden sich auf beiden Seiten. Ein Teil der Straßenbeleuchtung funktionierte nicht.

Aber dieser Weg war nun einmal eine Abkürzung.

Gerade noch rechtzeitig sah Chase das Hindernis auf der Fahrbahn. Mehrere Pkw waren quergestellt worden. Chase betätigte die Bremse. Mit quietschenden Reifen rutschte die Harley über den Asphalt. Das Hinterrad brach aus. Chase sprang vom Bock herunter, kam hart auf dem Boden auf und rollte sich ab. Die Harley schrammte indessen auf der Seite weiter über den Asphalt, bis einer der quer gestellten Wagen sie auffing. Chase erhob sich.

Seine Jeans waren aufgescheuert. Blutige Knie kamen unter dem durchlöcherten Stoff hervor. Aber Chase Blood stand kaum wieder auf den Beinen, da begannen sich die Wunden bereits zu schließen. Es bedeutete nur eine Willensanstrengung. Die Lederjacke hatte auch etwas abbekommen.

Doch das war nicht so schlimm.

Ein paar abgeschabte Stellen mehr!, ging es Chase durch den Kopf. Er ließ den Blick schweifen. Etwas mehr Sorgen machte er sich schon um seine geliebte Harley. Da war vermutlich einiges am Lack nachzubessern. Als er die am Boden liegende Maschine erreicht hatte, waren seine Kniewunden schon nicht mehr zu sehen. Er beugte sich nieder, um das Hinterrad der Harley unter dem Wagen wegzuziehen.

Das Geräusch von Schritten ließ ihn erstarren.

"Da ist er!", sagte jemand.

Noch ein Geräusch ertönte unmittelbar danach.

Chase erkannte es sofort. Jemand lud ein Pump Action Gewehr durch. Chase hatte sich noch nicht einmal herumgedreht, da fetzte ihm bereits ein gewaltiges Kaliber zwischen die Schulterblätter. Ein Projektil, das einem Mann den ganzen Kopf wegreißen und wie eine Melone zerplatzen lassen konnte. Die Kugel riss ein Loch in die Lederjacke. Eine blutige Wunde war zu sehen, klaffte ekelhaft weit offen. Das Geschoss trat auf der anderen Seite wieder aus dem Körper heraus.

Gerade dort, wo sich auf Chase' T-Shirt mit der Aufschrift FUCK OFF das OFF befand. Jetzt stand dort nur noch FUCK.

Chase drehte sich herum.

Der Kerl, der geschossen hatte, war ziemlich groß und trug Springerstiefel. Der Kinnladen fiel ihm runter, als er registrierte, dass sein Schuss Chase regelrecht durchbohrt hatte. Er starrte auf Chase' T-Shirt, auf die klaffende Wunde, die bereits begann sich zu schließen.

"Verdammt, ich hab's dir ja gesagt, Joey!", rief ein anderer Kerl. Auch er hatte kaum Haare auf dem Kopf. Das graue T-Shirt ließ die martialischen Tätowierungen frei. SS-Runen prangten an beiden Bizeps. Er hatte einen Colt Magnum Kaliber 45er im Hosenbund stecken. Aber in den Händen hielt er zwei angespitzte Holzpflöcke. Keine Frage, was er damit vorhatte. Ein weiterer Typ erschien, er tauchte hinter einem der quer gestellten Wagen auf, sprang auf die Motorhaube. Das Blech knickte etwas unter seinem Gewicht ein. Auch er trug eine Schusswaffe im Gürtel. In der Rechten hielt er zwei angespitzte Holzpflöcke, in der Linken einen Flachmann. Mit den Zähnen schraubte er den Deckel ab, während zwei weitere Kerle an der Ecke auftauchten.

"Hier, du Höllenkreatur! Mit Knoblauchextrakt versetztes Weihwasser!

Mal sehen, wie dir das schmeckt!"

Er spritzte den Inhalt des Flachmanns Chase entgegen. Der Vampir hob schützend den Arm, stieß einen dumpfen Knurrlaut aus. Für einen Moment fuhr er seine langen Zähne aus. Sein Gesicht veränderte sich dabei. Die Mundpartie wirkte größer. Sein Knurren bekam einen zornigen Ton. Aber das Weihwasser machte ihm nicht viel aus. Der Kerl auf dem Wagen wartete dessen Wirkung auch gar nicht erst ab, sondern stürzte sich mit den Holzpflöcken in den Händen auf Chase. Sein grimmiger Schrei gellte durch die Straße.

Der Kerl versuche mit den Pflöcken zuzustoßen und dabei Chase'

Herzgegend zu treffen.

Der Vampir schnellte zur Seite.

Der Angriff ging ins Leere. Der Glatzkopf stolperte zu Boden. Um Haaresbreite war der Holzpflock an Chase' Körper vorbei geglitten. Sein Gegner rappelte sich wieder auf.

Schnell war er wieder auf den Beinen, in jeder Hand einen Pflock.

"Mach ihn fertig", rief einer der anderen.

"In einem gereinigten Amerika ist für diese Nachtkreatur kein Platz!"

"Ja, jetzt wird aufgeräumt!", rief ein anderer. Nazis!, dachte Chase.

Menschen, die glaubten, dass man seine eigenen Probleme dadurch löste, indem man auf alles fremd Erscheinende blindwütig einschlug. In der Horde fühlten sie sich stark. Vor allem dann, wenn sie auf Schwächere losgingen. Auf Obdachlose oder Behinderte zum Beispiel. Auf Kinder, deren Hautfarbe eine Nuance zu dunkel war, um noch als arisch durchgehen zu können.

Aber in diesem Fall waren sie an den Falschen geraten. Chase' Gegner bleckte die Zähne. Schweiß glänzte auf seiner Stirn. Seine Gestalt war massig. Chase schätzte, dass der Kerl mindestens einen halben Kopf größer war als er. Seine Rechte schnellte mit dem angespitzten Pflock blitzartig hervor.

Eine Finte, denn der eigentliche Stoß erfolgte dann mit dem Pflock in der Linken.

Chase bog den Arm zur Seite, so dass der Stoß ins Leere ging. Er packte den Unterarm und schleuderte seinen Gegner herum. Hilflos taumelte er gegen eine der Autotüren. Er stöhnte auf, als er dort aufschlug.

"Ich würde dir dringend empfehlen, zu verschwinden", sagte Chase.

"Such dir Spielpartner in deiner Liga, du Saubermann!" Der Typ versuchte es noch einmal.

Ein ungestümer Angriff. Gleichzeitig nahm Chase aus den Augenwinkeln heraus eine Bewegung wahr. Einer der Kerle, die zuvor an der Ecke gestanden hatten, hielt etwas in der Hand. Eine Armbrust. Chase duckte sich instinktiv.

Der Pflock, den der Armbrustschütze anstatt des üblichen Stahlbolzens in seine Waffe eingelegt hatte, zischte dicht über Chase hinweg, traf stattdessen den Mann, der Chase angegriffen hatte.

Der Glatzkopf schrie auf, als ihm der Pflock ins linke Auge drang. Eine Sekunde lang stand er wie erstarrt da.

Die Wucht, mit der das Geschoss seinen Kopf getroffen hatte, ließ ihn rückwärts taumeln. Zwei Schritte noch, bedingt durch letzte Zuckungen der Nerven. Wie bei einem geköpften Huhn.

Dann schlug er schwer hin.

Der Kerl mit der Pump Gun hatte nichts Besseres zu tun, als seine Waffe erneut durchzuladen und abzufeuern. Die Kugel traf Chase mit voller Wucht an der Schulter. Es fühlte sich wie ein kräftiger Schlag an. Das Leder zerfetzte und darunter klaffte eine schreckliche Wunde. Aber nicht für lange. Chase knurrte. Jetzt wurde es ihm zu bunt. Sollten sie doch bekommen, was sie so sehr herausforderten!

Chase sprang aus dem Stand heraus auf die Motorhaube von einem der Wagen. Es handelte sich im einen alten Chevy, der eher in ein Museum als auf eine Straße gehörte. Mit weiten Sprüngen lief Chase über die Wagen, von einer Kühlerhaube auf das Dach, dann auf den Kofferraum und so weiter. Er schnellte auf die beiden Typen an der Ecke zu. Der Kerl mit der Armbrust war immer noch damit beschäftigt, den nächsten Holpflock in seine Waffe einzulegen.

Der andere trug etwas in der Hand, das sich für Chase erst jetzt aus dem Schatten herausschälte.

Eine Kettensäge...

Die haben sich informiert!, ging es Chase durch den Kopf. Sie wissen, wie man Vampire töten kann - und die Kettensäge soll mich ganz offensichtlich einen Kopf kürzer machen!

Zunächst hatte Chase gedacht, dass diese Kerle auf irgendwen gewartet hatten. Aber er kam mehr und mehr zu der Einsicht, dass dies ein ganz gezielter Angriff war.

Auf ihn.

Chase Blood.

Der Vampir duckte sich, als der Armbrustschütze seinen Pflock abschoss. Dicht zischte das Ding an Chase vorbei, durchschlug eine der Pkw-Scheiben. Die regulären Stahlbolzen einer handelsüblichen Armbrust für Sportzwecke konnten sogar Panzerplatten durchschlagen. Bei den Holzpflöcken reichte es immerhin für Glasscheiben.

Der Schütze erbleichte, als Chase auf ihn zuschnellte. Er wusste, dass er jetzt keine Chance mehr hatte, rechtzeitig den nächsten Pflock in die Waffe einzulegen. Dazu war die Bedienung der Armbrust zu umständlich.

So riss er seine Waffe aus dem Gürtel. Er trug einen zierlichen 22er Revolver. Dreimal feuerte er kurz hintereinander. Die Kugeln stanzten Löcher in Chase' T-Shirt. Es wirkte wie von Motten zerfressen. Chase blickte kurz an seinem jetzt ziemlich zerschossenen Körper hinab. Ein grausamer Zug erschien auf seinem Gesicht. Dann stürzte er sich auf den Armbrust-Mann, der verzweifelt zurückwich, dann aber stolperte. Mit der Armbrust schlug er um sich. Chase machte sich nicht einmal die Mühe, den Schlägen auszuweichen. Der harte Stahl des Armbrustgestells prallte gegen seinen Schädel. Er grinste nur dazu. Ungerührt packte er den Armbrust-Nazi dann am Hals, schleuderte ihn davon. Ein Schrei gellte durch die Straße. Ein so schauerlicher Schrei, dass einem dabei buchstäblich das Blut in den Adern gefrieren konnte. Mit ungeheurer Wucht prallte der Armbrustmann gegen eine Hauswand. An der kalten Brownstone-Fassade rutschte er zu Boden. Blut rann ihm aus dem Mund.

Seine Augen starrten gebrochen ins Nichts.

"Dieser verdammte Bastard! Jetzt unternehmt doch mal was!", rief einer der Männer mit heiserer Stimme.

Der Kerl mit der Kettensäge ließ sein Gerät aufheulen. Er schien den Schock überwunden zu haben, den der grausige Tod seines Kumpanen in ihm ausgelöst hatte.

KÄMPFT FÜR EINE ARISCHE RÜCKEROBERUNG AMERIKAS!

stand auf seinem T-Shirt.

Und darunter, etwas kleiner:

JOIN THE ARYAN-AMERICAN FRONT

Auf seiner Brust baumelte ein silberfarbenes Amulett. Es bestand aus einem Totenschädel. Die gekreuzten Knochen darunter hatten die Form eines Hakenkreuzes.

Er kam näher, ließ die Kettensäge vorschnellen.

Chase wich etwas zurück.

"Das schmeckt dir nicht, was?", knurrte der Mann mit dem Amulett.

"Aber du wirst für das bezahlen, was du Ray angetan hast!"

"Los, schnetzel ihn klein!", rief einer der anderen. Das spornte den Kettensägenträger noch mehr an. Er wirbelte das Gerät hin und her. Chase wich zurück. Einer der anderen glaubte nun, seine Chance sei gekommen. Er versuchte, Chase seinen Pflock von hinten in den Rücken zu rammen. Herz war schließlich Herz, gleichgültig von welcher Seite. Aber Chase fing ihn früh genug ab. Mit einem gezielten Griff hatte er das Handgelenk des Mannes gepackt. Er zog den Kerl zu sich heran, nahm ihm den Pflock weg. Dann schleuderte er seinen Gegner plötzlich dem Kettensägenmann entgegen. Das geschah mit derartiger Wucht und Schnelligkeit, dass dieser die Kettensäge nicht mehr zurückziehen konnte. Ohne es zu wollen zerschnitt er seinen Kumpanen. Die Säge drang tief in den Oberkörper ein, fraß sich durch die Rippenbögen. Das Blut spritzte dem Kettensägenmann ins Gesicht. Auch Chase bekam etwas ab. Der Vampir schnellte auf den völlig entgeisterten Kettensägenmann zu. Dieser konnte sein zur Waffe umfunktioniertes Werkzeug nicht schnell genug aus seinem Komplizen herausziehen, um es noch gegen Chase einsetzen zu können. Er schrie vor Entsetzen. Aber Chase war schon bei ihm, packte ihn am Hals. Er zog ihn zu sich heran, während sein Gegenüber die Kettensäge losließ. Sie fiel mitsamt dem halbdurchtrennten Torso seines Kameraden zu Boden, kam dort scheppernd auf. Einige Augenblicke lang surrte der Motor der Maschine noch, dann war Schluss.

"Nein, nicht!", rief der Mann, den Chase gepackt hatte. Chase fuhr seine Zähne aus.

Den Mann packte das Grauen.

Er versuchte nach seiner Waffe zu greifen, aber Chase schlug sie ihm aus der Hand. "Es reicht schon, wie du meine Lederjacke versaut hast!", knurrte er.

Der Neo-Nazi starrte Chase mit weit aufgerissenen Augen an, versuchte sich verzweifelt aus dem eisernen Griff des Vampirs zu befreien. Doch dessen Kräfte waren wahrhaft übermenschlich. Der Mann rang nach Luft. Und dann zog Chase ihn zu sich heran und schlug seine ausgefahrenen Vampir-Zähne in ihn hinein, zerfetzte ihm den Hals. Das Blut spritzte in einer dünnen Fontäne empor. Sein Schrei erstarb.

Erneut traf Chase ein Schuss, diesmal am Hinterkopf. Der Mann mit dem Pump Action-Gewehr wollte einfach nicht einsehen, dass ein Vampir auf diese Weise nicht zu töten war. Es musste schiere Verzweiflung sein, die ihn trieb. Und Wut über den grausigen Tod seiner Komplizen. Chase ließ den Körper des Mannes, den er gebissen hatte, fallen. Das Blut ergoss sich in einem steten Strom aus der Halsschlagader heraus und bildete eine Lache auf der Straße. Welch eine Verschwendung, dachte Chase. Er fasste sich an den Hinterkopf, betastete die Schusswunde. Auch diese würde sich regenerieren.

Der Vampir drehte sich zu den beiden noch lebenden Nazis herum. Erneut ertönte ein Knall. Ein Mündungsfeuer blitzte aus dem Pump Action Gewehr heraus. Aber der Kerl war jetzt nervös, dass er diesmal daneben schoss. Stattdessen erwischte er eine defekte Straßenlaterne. Scherben regneten auf den Bürgersteig.

Der andere Mann blickte auf die Holzpflöcke in seinen Händen. Bleich wirkte er im fahlen Licht. Seine Unterlippe zitterte. Er schien seine Chance, Chase einen dieser Pflöcke ins Herz zu rammen als nicht sonderlich hoch einzustufen.

Aber Chase dachte nicht daran, sie davonkommen zu lassen. Keinen von ihnen.

Früher oder später würde ich ihnen sonst ohnehin wieder begegnen!, dachte er.

Der Kerl mit den Pflöcken rannte davon.

Der Träger des Pump Action-Gewehrs lud seine Waffe erneut durch. Er feuerte. Die Kugel erwischte Chase im Oberschenkel. Die Jeans ist wirklich hin!, dachte er und setzte dann zu einem kleinen Spurt an. Noch einmal feuerte sein Gegenüber das Gewehr ab. Der Schuss fetzte ihm an der Seite entlang, zog eine blutige Spur. Dann hatte Chase den Kerl erreicht. Er packte das Gewehr beim Lauf, entriss es seinem Gegner und schlug dann mit dem Kolben zu.

Ein kurzes Aufstöhnen, dann ging der Neo-Nazi getroffen zu Boden, zuckte noch einmal und blieb reglos liegen.

Der Typ mit den Pflöcken hatte einen Ford erreicht, der an der Straßenseite abgestellt war. Er öffnete die Tür, wollte sich offenbar aus dem Staub machen.

Chase lud das Pump Action Gewehr mit einer energischen Bewegung durch und legte an.

Das Geschoss drang seitlich in den Kopf ein, etwas oberhalb der Schläfe. Blut und Hirnmasse spritzten heraus. Der Kerl rutschte an der Autotür hinunter. Sein grimmiger Gesichtsausdruck war durch den Tod quasi eingefroren worden.

Chase atmete tief durch.

"Es scheint zur Zeit von Vampirjägern nur so zu wimmeln!", murmelte er halblaut vor sich hin. Aber dass jetzt auch diese stumpfsinnigen Glatzköpfe von der ARYAN-AMERICAN FRONT Jagd auf seinesgleichen machten, war für Chase neu.

Er schloss die Augen, unterstützte die Heilung seiner Wunden durch Willensanstrengung.

Die Glatzköpfe hatten ihm ganz schön zugesetzt.

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