Logo weiterlesen.de
17 Forever - Gewandelt (Teil 1)

Danksagungen

Folgende Personen waren im Entstehungsprozess dieses Buches maßgeblich beteiligt und ich möchte ihnen an dieser Stelle danken: Meine treue Erstleserin S., welche trotz anderweitiger Verpflichtungen immer Zeit für meine Werke findet, wie auch für dieses hier und mich in jeder Phase unterstützt hat.

Bit für alles.

G für seine Begeisterung schon für die Ur-Fassung und das Lesen meiner allerersten Geschichten.

L und K für Korrektur, Lektorat und ihre Ehrlichkeit. Danke auch an M, die meine Zweifel beseitigt hat.

Allen anderen Freundinnen, mit denen ich schreibe.

A für Freundschaft, jedes spontane Treffen und ihre Begeisterung für die neue Technik, auf dem dieses Werk gelesen wird.

Casandra Krammer danke ich für die schnelle und geniale Bearbeitung meines Coverwunsches.

Außerdem danke ich dem Starbucksteam Michaelerplatz für Herzlichkeit, Wlan, Strom und ihren göttlichen Matcha. Sowie Florian für die nette Gesellschaft in der Sonne.

Ebenso gilt mein Dank dem Subway-Team im DZ.

Für die Inspiration danke ich Cameron Crow für Almost Famous, Steel Panther und vor allem Pamela des Barres und Uschi Obermaier. Und an dieser Stelle auch allen Bands und Musikern, die ich treffen durfte.

Amanda Hocking und ihre Erfolgsgeschichte für die Eingebung der Idee, die chaotische Urfassung zu einem Werk zusammenzufassen und zu veröffentlichen.

William Gibbson, dafür, dass er mich überzeugt hat, dieses Buch digital zu veröffentlichen.

Ebenso muss ich allen Menschen, die ich vergessen habe, für ihr Handeln, das ich ebenso nicht weiter beschreiben kann, danken.

Prolog

Ich war fast 18, die Schule lief mittelmäßig und ich langweilte mich zunehmend in dem bayrischen Dorf Hörpolding, in dem ich so glücklich „groß“ geworden war, trotzdem maß ich gerade mal 1,57 m, die ich niemals in meinem Leben überwinden würde, außer vielleicht mit hohen Schuhen. Eigentlich ging es gerade bergauf in meinem Leben, ich machte den Führerschein und seit meinem sechzehnten Geburtstag hatten meine Eltern aufgehört, ihre einzige Tochter zu beschützen. Ich fuhr fast jedes Wochenende nach Traunstein (Ich ging dort zwar auch zur Schule, aber das war eben … Schule) und wenn ich ganz lieb fragte, auch nach Salzburg, um mir Konzerte von Bands ansehen zu können.

Das war mein großes Hobby, Musik und Musiker.

Mit 15 hatte ich Metal für mich entdeckt, und hatte seither diese fast schon krankhafte Schwärmerei für Alex, den Gitarristen meiner Lieblingsband Euphoria. Einmal hatte ich sie live gesehen und danach komplett nervös und dämlich um ein Autogramm gebeten. Da hatte ich beschlossen, dass ich etwas unternehmen musste, um eines Tages doch einmal wie ein normaler Mensch mit ihm reden zu können (und tausend andere Dinge zu tun, die ich mir in meinen wildesten Träumen ausmalte). Seither übte ich also meine Flirt- und Verführungskünste an den ganzen gut aussehenden Gitarristen, Sängern, Bassisten, Keyboardern und Drummern, die ihren Weg in unsere Provinz fanden.

In der Schule langweilte ich mich, hatte keine wirklichen Freunde, außer Chantalle.

Mit Chantalle verstand ich mich immer, wir hatten uns zwar in der achten Klasse zerstritten und sicher ein Jahr lang nicht mehr miteinander geredet, aber unsere gemeinsame Liebe hatte uns wieder zusammengeschweißt: Musik.

Wir liebten Gothic Metal.

„Hey, Chantalle, Deathwish haben Daria rausgeworfen, schon gehört?“

„Ja, leider...“

War das erste, was wir wieder miteinander geredet hatten. Wir waren uns nicht mehr länger böse und verbrachten ab da wieder sehr viel Zeit miteinander.

Das, was für mich Euphoria waren, waren für Chantalle Deathwish aus Finnland.

Euphoria kamen aus Norwegen und Alex hatte ich mir oft genug ausgedruckt (Euphoria hatten es im Gegensatz zu Deathwish nicht in die BRAVO geschafft und somit gab es keine Poster von ihnen) und nun hing er in mehrfacher Ausführung über meinem Bett.

Bis vor Kurzem war ich der Meinung gewesen, dass es keinen passenden Kerl für mich gäbe, außer ich würde es wirklich schaffen, an Alex heranzukommen. Die ganzen anderen Musiker, die ich so kennen lernte, waren toll, süß und alles, aber ich war mir sicher, keine Beziehung mit irgendeinem zu wollen. Bis Dezember.

Nun hatten wir Februar, es war kalt und ich war unglücklicher denn je – eine Freundin aus München hatte mir einen Kerl vorgestellt, der im ersten Semester in Hannover studierte. Wir kannten uns nur über MSN und das Telefon, aber zumindest den Dezember über war er in mich, so wie ich in ihn, sehr verliebt gewesen. Wenn das nicht auch gelogen war. Nikolas war sein Name gewesen und er war meine erste ernsthafte große Hoffnung gewesen, dem Dorfleben zu entfliehen. Allerdings hatte er sich dann aus mir nicht verständlichen Gründen dazu entschieden, dass das mit uns einfach nichts werden konnte.

Es war sicherlich kein einschneidendes Erlebnis. So gesehen hatte ich den ersten Liebeskummer von den vielen, die ich in meinem Leben erfahren musste. Allerdings beschloss ich damals, mit fast 18, dass ich mein Schicksal selbst in die Hand nehmen musste, wenn ich aus diesem Dorf fort wollte.

Damals dachte ich noch, man müsse immer Abstriche machen, wenn man einen Freund haben will, weil man niemals einen Menschen finden wird, der allen Anforderungen, die man hat, entspricht (und deswegen hatte ich es auch nie probiert). Allerdings hatte mich die Geschichte auch ziemlich desillusioniert. Er war mein Traum von einem Kerl gewesen. Gebildet, gutaussehend, freundlich, liebevoll und außerdem mochte er dieselbe Musik wie ich.

Heute weiß ich, dass man dann entweder seine Ansprüche niedriger stecken oder einfach in Kauf nehmen muss, dass man weniger Auswahl hat. Irgendetwas wird immer nicht zu 100% passen, aber man lernt über kleine Dinge hinwegzusehen, besonders, wenn Liebe im Spiel ist. Doch von Liebe wollte ich nun erst einmal gar nichts mehr wissen.

Ich wurde sogar ziemlich griesgrämig. Mir wurde mit einem Schlag bewusst, wie mies mein Leben eigentlich war. Vorher hatte ich immer versucht, es irgendwie schön zu reden, schön zu denken. Ich hatte nichts von diesem Dorf zu erwarten, von einem Leben dort, von den Menschen, die hier lebten. Und dann war da die Schule. Mitschüler, mit denen ich nichts gemeinsam hatte, sadistische Lehrer. Und das Abitur noch in weiter Ferne.

Die Leute in meiner Klasse waren für mich das Armutszeugnis deutscher Bildung: Ihr einziges wirkliches Hobby lag im Alkohol und dem Vernichten dessen, bei den Jungen kam Fußball spielen dazu, die Mädchen saßen neben dem Feld und lasen Schminktipps in pinken Zeitschriften. Kein Wunder, dass ich mir Freunde außerhalb dieser Schule gesucht hatte. Auch wenn es nach außen vielleicht anders wirkte, interessierte ich mich auch für andere Dinge außer der Musik. Ich liebte die Literatur, die man in der Schule lesen „musste“: Faust, Schillers Räuber, Homo Faber, Die Physiker und so weiter. In meiner Tasche war immer mindestens ein kleines gelbes Heft mit einem Klassiker. Erklären kann ich es nicht, aber diese Texte sprachen mich einfach mehr an als Zauberlehrlinge und kleine Helden mit haarigen Füßen… Das war ein weiterer Grund, warum ich mich mit meinen Mitschülern einfach nicht verstand.

Mein Geld verdiente ich Freitag nachmittags mit dem Austragen der Dorfkirchenzeitung. Ich ging sicher nicht in die Kirche, aber meine Großmutter war sehr engagiert in der Gemeinde und hatte mir diesen kleinen Nebenjob besorgt, durch den ich meine Konzerteintritte und neue Utensilien für meinen Schmuckbastelkoffer finanzierte.

Es war traurig, aber ich wusste: Erst mit 19 würde ich frei sein. Vielleicht auch noch später, wenn ich mit meinen miserablen Leistungen überhaupt rechtzeitig mit der Schule fertig wurde.

Es gab so gesehen nur zwei Möglichkeiten: Darauf warten, dass es besser wird (und ich bezweifelte stark, dass dieser Zustand jemals eintreten würde) oder einfach das Beste daraus machen. Das hieß für mich, an den Wochenenden rauschende Feste zu feiern.

Kapitel 1

 

Blogeintrag vom 19. 2. 2008

 

Am Freitag spielen endlich Kathedra. Ich kann's gar nicht abwarten. Es ist zwar nicht unbedingt meine Lieblingsband (ihr wisst alle, dass Euphoria diesen Status auf Lebenszeit gebucht haben), aber immerhin.

Es gib nichts Langweiligeres als unsere schreckliche Provinz. Schule, Freitag Abend Probe in der Stadtkapelle, danach Niedersaufen mit eben jenem Verein. Samstag dem Dorfverein beim Fußball zuschauen, Sonntag Kirche und Schweinsbraten mit Blasmusik bei den Großeltern. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass ich Schule, Blasmusik und Fußball hasse.

Meine Oma sagt, ich komme in die Hölle, wenn ich Metal höre. Ich bin schon in der Hölle, alles was nach diesem Leben kommt, kann nur eine ungeheure Verbesserung sein.

Naja, genug von dem Geheule. Nach dem Abschluss bin ich hier weg.

 

Das wird ein großartiges Konzert. Ich meine, bitte, habt ihr euch schon das neue Video angesehen? Oder zumindest die Promofotos? Der neue Gitarrist, Rico, ist echt heiß. Und talentiert, nach dem, was ich gehört habe. Aber natürlich nicht so gut aussehend wie ein gewisser Gitarrist von Euphoria, von dem ich euch ja ständig erzähle.

Den offiziellen Konzertbericht und alle spannenden Details könnt ihr dann hier im Blog lesen. Bis dann!

Eure Lizzy

 

 

 

 

„Also gut, Lisi, hier sind 20 Euro für das Taxi. Viel Spaß beim Konzert“, sagte mein Vater und drückte mir, ehe ich ausstieg, den Schein in die Hand. Mein Vater war super, statt sich ständig Sorgen um mich und meine Zukunft zu machen, ließ er mich meinen Spaß haben und fuhr mich am Wochenende zu den Konzerten. Er hatte nur eine Macke: Wie meine ganze Familie verkürzte er meinen Namen Elisabeth, welcher ja schon grausam genug war, zu dem noch grausameren Lisi. Ich bevorzugte Lizzy. Oder vielleicht einen ganz anderen Vornamen.

„Danke Papi, du bist der Beste“, sagte ich und stieg aus.

Es passierte nicht oft, dass eine gute Band, die nicht aus irgendeiner Garage aus der Gegend kam, in unserer Nähe spielte. In diesem Fall im Nachbarort Traunstein.

Kathedra aus Finnland waren auf Europatour und statteten uns hier in der bayrischen Provinz einen Besuch ab. Ich konnte mein Glück nicht fassen, denn die Musik war nicht nur gut, ich fand (auch noch) mindestens drei Bandmitglieder attraktiv.

Chantalle war leider nicht dabei, sie lag mit 40° Fieber im Bett. Ich würde einen Jacky Cola für sie mittrinken.

 

„Kann ich deinen Ausweis sehen?“, raunte mich der Mensch am Eingang an. Als er mich erkannte, wurde er ein wenig freundlicher, gab mir einen Stempel und ich schmiss mich ins Getümmel. Da ich so oft hier war, kontrollierte mich schon lange niemand mehr, auch wenn ich erst morgen 18 werden würde. Das musste aber niemand wissen.

Ich traf einige Bekannte, die meinen Blog lasen und wussten, dass ich immer Konzertberichte schrieb. Sie bemitleideten mich, weil das ja so etwas wie Arbeit war. Das war keine Arbeit für mich. Nicht wirklich. Es war das Erste in meinem Leben, das mir so etwas wie eine Perspektive gab. Ich wollte Musikjournalistin werden. Naja, ich wollte in der Nähe von feschen Kerlen mit Gitarren sein und das war eine Möglichkeit, das zu tun.

Die Vorband war eine Garagenband aus unserem Ort und deren Bassistin, Franzi, winkte mich zur Bühne, als sie gerade aufbauten.

„Hey Lizzy. Du wirst nicht wissen, wer mir heute Mittag in der Innenstadt begegnet ist“

Ich hob die Hände. „Wer?“

„Rico Forsman. Ich hab dir ein Interview besorgt, also husch, nach hinten.“

Ich fiel ihr um den Hals. „Danke.“

Franzi war der Inbegriff von „cool“, oder was wir mit 16, 17 gut fanden: Mit 15 die Schule abgebrochen („Ich hab eh den Hauptschulabschluss, was willste denn?“), wenn sie nicht gerade mit aufgeschnittenen Pulsadern ins Krankenhaus eingeliefert wurde, dann traf man sie besoffen oder high am Bahnhof oder bei der Bandprobe an. Ihr Psychologe meinte, die Band sei gut für sie, es würde ihr etwas Sinnvolles zu tun geben. Beschäftigungstherapie quasi. Ich war der Meinung, dass sie so noch besseren Zugang zu Alkohol und Drogen bekam. Sie war manisch-depressiv und wenn es ihr schlecht ging, hasste sie alles und jeden. Da sie gerade nett zu mir war, tippte ich darauf, dass es ihr gut ging, oder man ihre Medikamente richtig dosiert hatte.

„Sei vorsichtig, der frisst dich mit Haut und Haaren.“ Ich verdrehte die Augen, kletterte auf die Bühne und verschwand hinter dem schwarzen, durchlöcherten Vorhang.

Rico Forsman war der Gitarrist, den ich mir schon vorher mit großen Augen im Internet angesehen hatte. Nett. Sehr, sehr nett.

Der Backstagebereich war ein kleiner Witz. Es war ein winziges Zimmer von den Ausmaßen einer Besenkammer, mit einem uralten Sofa und einigen lieblos aufeinandergestapelten Bierkisten, die als Tisch dienten. Das „Catering“ war ebenfalls immer dasselbe: Leberkäse mit Semmeln und Kartoffelsalat. Nur statt dem Bier standen daneben zehn Flaschen Vodka. Auf dem Sofa saß der Bassist der Band und beachtete mich nicht weiter, er fädelte eine neue Saite ein. Die Tür nach draußen auf den Hof war offen und ich konnte Gelächter vernehmen.

Natürlich rauchten alle. Finnen. Vorurteile? Ich doch nicht.

 

Ich stellte mich einfach zu dem Kreis an langhaarigen Kerlen, die alle in dieser Kälte nur T-Shirts trugen. „Hi, ich bin Lizzy“, stellte ich mich vor. „Ich bin von der Presse.“ Gott sei Dank hatte ich nie Probleme mit meinem Selbstbewusstsein gehabt. Ich ging einfach auf Leute zu. Vor allem auf solche, mit denen ich schlafen wollte. Die traurige Wahrheit war allerdings, dass ich es noch nie so weit geschafft hatte. Ich zählte die Küsse zwar schon nicht mehr mit, Blowjobs hatte ich auch schon einige gegeben und die eine oder andere Hand war in meinem Höschen verschwunden, die meisten davon gehörten irgendwelchen Musikern.

Jungfrau war ich allerdings immer noch – und somit wahrscheinlich das mieseste Groupie aller Zeiten. Ich hatte vor, das zu ändern. Am Besten mit einem finnischem Gitarristen.

Nach einem kurzen Blick in die Runde stellte ich fest, dass Rico nicht unter ihnen war.

Der Drummer, Jussi, ein sicher zwei Meter großer Mann mit dem Aussehen eines Wikingers, stellte sich mir als erstes vor und bot mir eine Zigarette an.

„Danke, ich rauche nicht“, sagte ich charmant. Die Augenbrauen von allen in der Runde hoben sich überrascht. Hinter mir hörte ich: „Cool. Ich auch nicht.“

Ich drehte mich um und die Welt blieb stehen. Rico sah ja schon auf den Fotos auf der Website verdammt gut aus, aber in Persona war es noch einmal ganz anders. Er trug einen offenen Ledermantel, darunter ein schwarzes Hemd, das viel zu weit aufgeknöpft war, und eine enge schwarze Jeans. Hmmm. Seine dunkelblonden Haare reichten ihm bis zu den Ellbogen und seine dunklen Augen bohrten Löcher in mich. Mich hatte noch nie jemand so intensiv angesehen. Es war, als ob die Luft knisterte und alles mit sexueller Spannung geladen wurde. Sein linker Mundwinkel wanderte nach oben, als er näher auf mich zu kam.

Er berührte mich. Er legte nur seine Hand leicht auf meinen Arm, aber diese eine Berührung ließ alles um mich herum zu einem grauen, leisen Rauschen werden. Es gab nur noch ihn.

„Lizzy? Hab ich das richtig verstanden?“, fragte er und sah mich immer noch so an. Ich schluckte, wollte etwas sagen, traute meiner Stimme dann aber doch nicht und nickte knapp. Ich konnte nicht aufhören ihm in die Augen zu sehen, es war, als ob wir durch etwas Unsichtbares miteinander verbunden wären. Er hob seine Hand, um mir eine Strähne aus dem Gesicht zu streichen. Seine Finger berührten mein Gesicht. Sie waren kalt, so kalt, aber doch nicht unangenehm. Ich versuchte so unauffällig wie möglich meine Wange an seine Finger zu schmiegen, um den Moment zu verlängern, aber er zog seine Finger schnell wieder weg.

„Was machst du hier, Lizzy?“, fragte er. Auch wenn seine tiefe Stimme verdammt sexy war, das war eine blöde Frage. Was machte ich wohl hier? Ein Konzert besuchen, so wie alle anderen auch.

„Naja, ich will eine coole Show sehen“, sagte ich und versuchte, so lässig wie möglich zu klingen.

„Das ist interessant. Wir wollen nämlich eine coole Show spielen. Aber deswegen bist du nicht hier, Lizzy, das seh ich dir an“, sagte er und sein Mundwinkel zuckte wieder nach oben.

Okay, er konnte mir sagen was er wollte, aber Gedanken lesen konnte er sicher nicht.

Ich stemmte die Arme in die Hüften und versuchte ihn so herausfordernd anzusehen, wie es mir unter seinem bohrendem Blick möglich war. „Aha? Und was glaubst du, ist das?“, fragte ich und reckte mein Kinn in die Höhe. Okay, er war geil, aber ich war immer noch Lizzy. Und ich machte mich nicht vor geilen Kerlen lächerlich. Außer ich hielt es für eine gute Idee.

„Ich glaube, dass...“, murmelte er und kam noch näher. Ehe ich etwas sagen oder tun konnte, spürte ich seine Lippen. Wie kühler Samt lagen sie auf den meinen, fest und weich zugleich.

Ich schloss die Augen und ließ den Kuss zu. Woher wusste er so genau, was ich von ihm wollte? Seine kühle Hand lag in meinem Nacken und zog mich näher an ihn heran, die andere Hand lag immer noch auf meinem Arm und umfasste diesen fest. So fest, dass es eigentlich weh tun müsste, aber ich fühlte nichts mehr außer unserem Kuss. Es war eine herrliche Taubheit. Ich vergaß meinen Körper und meine Knie drohten wegzusacken, also schlang ich meine Arme um seinen Hals. Er küsste gut und fordernd. Er nahm keine Gefangenen und kam direkt zur Sache, seine Zunge erkundete meinen Mund, bis sie meine traf. Er schmeckte so anders als alle Kerle, die ich bisher geküsst hatte, egal ob Raucher oder Nichtraucher. Ich konnte es nicht zuteilen, aber es machte mich süchtig. Ich wollte nur noch bei ihm sein und ihn weiter küssen.

Trotzdem kam der Moment, an dem er seine Lippen von meinen löste. Meine Augenlider sprangen nach oben und ich sah ihn überrascht an. Er lächelte wieder sein halbseitiges Lächeln.

„Das war es doch, was du wolltest, oder?“, fragte er mich.

Ich war ein bisschen außer Atem, also sagte ich nichts. Ich sah mich um. Die anderen waren weg und die Backstagetür war geschlossen. Wir standen allein auf dem Parkplatz.

„Bist du nicht ein bisschen jung, um ein Groupie zu sein?“, fragte er mich dann und sah wieder sehr amüsiert aus.

Ich fand das überhaupt nicht lustig. Ich wurde meistens viel älter geschätzt. Ich reckte mein Kinn wieder in die Höhe und sah ihn ernst an. „Wieso? Wie jung bin ich denn, was denkst du?“

Er begann einen Schritt zur Seite zu machen, verlor mich aber nie aus den Augen und begann wieder, zu starren. Er fing an, um mich herum zu laufen.

Wollen Sie wissen, wie es weiter geht?

Hier können Sie "17 Forever - Gewandelt (Teil 1)" sofort kaufen und weiterlesen:

Amazon

Apple iBookstore

buchhandel.de

ebook.de

Thalia

Weltbild

Viel Spaß!



Kaufen







Teilen