Logo weiterlesen.de
Cover zur kostenlosen eBook-Leseprobe von »Gorillawood«

Gorillawood

tredition


Sie hießen Erik, Satan oder Goliath. Taglat oder Ethel. Sie wurden von Kosaken geschlagen, von Robert Mitchum gebändigt, von Karl Malden hypnotisiert. Sie kämpften mit Flash Gordon und Tarzan, wurden mit anderen Gorillas verwechselt, fuhren im Streitwagen und ließen sich mit Bananen besänftigen. Ihre Gemeinsamkeit? Sie waren allesamt Gorillas. Furchteinflößende, wilde, lustige oder auch tragische Gorillas, die im klassischen Hollywoodkino von tapferen Männern verkörpert wurden. Männern, die sich nicht scheuten, unter oft brütend heißen Studioscheinwerfen in ihren schweren und unbequemen Kostümen schwitzend für Unterhaltung zu sorgen, ohne dafür großen Ruhm zu ernten. Männern, die meist anonym blieben.

Charles Gemora, Ray Corrigan, Emil Van Horn, Art Miles, Steve Calvert und George D. Barrows waren die besten dieser Männer. Ihnen ist dieses Buch gewidmet...

---

Amerika hatte Dian Fossey, wir haben Ingo Strecker. Nach seinem Buch HABEN SIE JEMALS VON KONG GEHÖRT? hat sich Strecker erneut der Riesenaffen-Thematik angenommen. Mit seinem neuen Werk GORILLAWOOD wagt sich unser Zoologe auf ein Terrain, welches bisher noch kaum erkundet wurde. Auf 516 Seiten (93 davon in Farbe) erfahren wir alles, aber auch wirklich alles, was wir schon immer über Menschen in Affenkostümen im klassischen Holly ... äh ... Gorillawood­Kino wissen wollten, uns aber nicht zu fragen wagten. Um diesem Buch gerecht zu werden, habe ich mit meiner Frau sogar eine abenteuerliche Reise zu den letzten Berggorillas nach Uganda unternommen.

Strecker hat in seinem im Selbstvertrieb herausgegebenen Buch unglaublich viele Informationen über ein beinahe totgeschwiegenes Thema ausgegraben. Maximum Respekt.

Einige wenige dieser Männer im Affenkostüm, wie Ray Corrigan, wurden nachher bekannt, aber zumeist blieben diese Darsteller inkognito (wer kennt heute noch Charles Gemora oder George D. Barrows?) und haben nie irgendwelchen Ruhm für ihre schweißtreibende Arbeit geerntet. GORILLAWOOD enthält jede Menge interessante und spannende Anekdoten und Hintergründe, die selbst genreerfahrenen Filmgenießern kaum bekannt sein dürften. Besonders hervorzuheben ist das Kapitel über den überaus seltenen Film INGAGI (1930).

Im Buch erfahren wir sogar, was ein Gorilla bei den Nudisten macht und wer für Marlene Dietrich im Fell steckte. Die reichhaltige Bebilderung (mit zahlreichen Raritäten) lässt außerdem auch optisch keine Wünsche offen.

GORILLAWOOD gibt es als Hardcover, Paperback und als eBook.

Für diesen gigantischen Schmöker ist das Preis-Leistungs­Verhältnis definitiv sehr fair.

Wenn man dieses Jahr nur ein Filmbuch kaufen möchte, dann wäre dies ein geeigneter Kandidat.

P. s.: Auf YouTube ist ein knapp zweiminütiger Kurzfilm über das Buch zu bewundern.

---

Er kommt einfach nicht los von den Affen… Schon vor rund zehn Jahren hatte Ingo Strecker ein kleines, aber feines Büchlein mit dem Titel „Haben Sie jemals von Kong gehört? – Die Filmprojekte des Willis H. O’Brien“ veröffentlicht, in dem er dem Stop-Motion-Pionier O’Brien und seiner Arbeit am legendären „King Kong und die weiße Frau“ nachforschte. Der handanimierte Affe war damals recht klein, wirkte auf der Leinwand in den fertigen Szenen aber natürlich gewaltig groß. Aber der Affenbedarf in der Frühzeit Hollywoods war dermaßen groß, dass man sich noch andere Dinge einfallen lassen musste, um das Interesse des Publikums an den haarigen Gesellen zu befriedigen. Schimpansen ließen sich vergleichsweise leicht dressieren, weswegen hier meist echte Tiere zu Filmehren kamen. Bei den Gorillas war die Lage anders. Hier behalf man sich jahrzehntelang mit Darstellern, die in Affenmasken und -kostüme schlüpften und sich dann auf Regieanweisung im wahrsten Sinne des Wortes zum Affen machten. Diesen zumeist eher im Verborgenen arbeitenden und lebenden Gorilla-Darstellern hat Ingo Strecker in seinem neuen Buch auf beeindruckende Weise nachgespürt.

Acht Jahre Arbeit stecken in dem mehr als fünfhundert Seiten starken Buch, das künftig als das internationale Standardwerk zur Thematik gehandelt werden muss. Denn es gab zu den besagten Gorilla-Darstellern in der Vergangenheit nur äußerst spärliche Informationen, kaum irgendwelche offiziellen Pressemitteilungen und Verlautbarungen, weswegen es einer sehr peniblen und ehrgeizigen Recherche bedurfte, um all das in diesem Buch versammelte Wissen zu bündeln. Der Autor hat die verschiedenen Affenmasken akribisch studiert und auch die verschiedenen Bewegungen und Verhaltensmuster der Darsteller unter die Lupe genommen, um jeden Gorillaauftritt dem richtigen Schauspieler zuzuordnen. Sechs Darsteller stehen im Mittelpunkt von „Gorillawood“, angefangen beim legendären Charles Gemora, dem Pionier dieser Spezialbegabung, dem rund ein Drittel des Buches gewidmet ist. An zweiter Stelle folgt mit Ray Corrigan ein Gorilla-Mann, der auch ohne Maske eine beachtliche Schauspielerkarriere vorweisen konnte. Die restlichen vier Affen-Darsteller, Emil Van Horn, Art Miles, Steve Calvert und George D. Barrows, nehmen im Buch nicht ganz so viel Platz ein, wobei auch ihre Auftritte umfassend und angemessen vorgestellt und gewürdigt werden.

Zwei Seiten ist jeder einzelne Affenfilm Strecker dabei im Schnitt wert, wobei die Länge der jeweiligen Texte aufgrund der Bedeutung im Werk des Darstellers oder der Filmgeschichte, hinsichtlich der Verfügbarkeit von Bildmaterial oder des Films an sich zwischen einer und acht Seiten schwankt. Pro Seite findet sich mindestens eine Abbildung (Aushangfotos, Poster, Werbematerialien, Filmstills), was „Gorillawood“ auch zu einem grandios bebilderten Schmökerband macht, bei dem insbesondere die tolle Farbwiedergabe der Plakatabbildungen beeindruckt. Streckers Werk wird zu einem abwechslungsreichen und höchst informativen Streifzug durch die US-Kinogeschichte, denn Gorillas tauchten sowohl in Abenteuer- als auch Horrorfilmen auf, und nahmen immer wieder gerne Nebenrollen in Komödien ein. So finden sich auf den 500 Seiten Filmklassiker mit Laurel & Hardy, mit Abbott & Costello oder den Three Stooges, mit den Marx Brothers, Marlene Dietrich, John Wayne, Bela Lugosi und Boris Karloff. Neben den wichtigsten Credits und Erstaufführungsdaten zum Film werden die entsprechenden Informationen durch ausführliche Inhaltsangaben und gleichermaßen fundierte wie kritische Filmbesprechungen durch den Autor abgerundet, der dem Leser dadurch auf kompetente Weise hilft, bei der anschließend unumgänglich gewordenen Sichtung einiger der Filme, die Spreu vom Weizen zu trennen.

---

Ingo Strecker ist ebenfalls Autor des Buches "Haben Sie jemals von Kong gehört?".

Leseprobe lesen
Web-Ansicht
Download
EPUB
Kaufen

Empfehlen