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Cover zur kostenlosen eBook-Leseprobe von »Nächstes Jahr in Tel Aviv«

Nächstes Jahr in Tel Aviv

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Im Herbst des Jahres 1933 traf der rothaarige Krauskopf Henry Goldberg, ein Textilingenieur aus Leipzig, auf der Flucht vor den Nazis in Paris ein. Dort lernte er die Hebamme Elsa Cohen kennen. 1936 gewährte die britische Mandatsverwaltung Elsa und Henry, im Rahmen einer Kontingentregelung für verheiratete Paare, die Einreise nach Palästina. Nach ihrer Ankunft in Haifa mussten sie, so wie viele andere auch, noch einmal ganz von vorne anfangen. Sie mieteten sich eine Wohnung und überlegten, womit sie hier ihr Geld verdienen sollten. Die verträumte Elsa hatte schon immer eine kreative Ader gehabt und so beschlossen meine Großeltern eines Abends, ihren Lebensunterhalt als Puppenspieler zu bestreiten. Sie kauften sich einen rostigen Kleinwagen, bastelten sich Puppen aus Pappmaché und reisten von Kibbuz zu Kibbuz, von Dorf zu Dorf, um dort ihr Puppentheater aufzuführen. Die Kinder jauchzten vor Vergnügen, wenn Elsa und Henry ihnen die Geschichten von Esther, Ruth, Jonas oder der Prinzessin auf der Erbse vorspielten. 1942, noch vor der Gründung des Staates Israel in 1948, wurde meine Mutter Chana Goldberg in einem Tel Aviver Vorort geboren. Mit 19 Jahren leistete sie ihren Wehrdienst in „Nir Am“, einem kleinem Kibbuz an der Grenze zum (heutigen) Gazastreifen. Dort lernte sie meinen Vater Peter Sharay kennen, der als Volontär auf den Apfelfeldern von Nir Am arbeitete. Damals hatte die Welt noch viele Sympathien für das junge Land. Vor allem Linke wie mein Vater waren von den sozialistischen Idealen der Kibbuzbewegung begeistert. Mit 15 Jahren nimmt Doron zum ersten Mal an dem Treffen einer zionistischen Jugendorganisation in Berlin teil. Lior, ein ehemaliger Kampfpilot der israelischen Luftwaffe, leitet die Berliner Jugendgruppen. In seiner Funktion als "Schaliach" (Gesandter) ist es seine vorrangige Aufgabe, möglichst viele der Jugendlichen zur Ausreise nach Israel zu motivieren und sie auf ihr zukünftiges Leben in Israel vorzubereiten. Doron ist fasziniert von dem charismatischen Lior. Ein politisch links denkender Sabra (in Israel geborener), Doktor der Physik, mit besten Kontakten zu jüdischen und arabischen Politikern. Ein Guide mit exzellenten Ortskenntnissen, der zudem fließend Arabisch spricht und mit Beduinen im Sinai befreundet ist. Doron entdeckt seine tiefe Liebe zu Israel und entscheidet sich 1993, mit 21 Jahren zur "Alyiah", der Übersiedlung nach Israel. Noch in Berlin erwirbt er die Israelische Staatsangehörigkeit und wird zu einem "Oleh chadasch"(Neueinwanderer), der in den ersten drei Jahren nach seiner Einreise von der Jewish Agency auf vielfältige Weise unterstützt wird. Schon zwei Wochen nach seiner Ankunft in Tel Aviv findet Doron eine Einstellung in einem Start-up-Unternehmen des ehemaligen Luftwaffenoffiziers Arik. "Silver-Multimedia" erstellt Werbepräsentationen für Pharmakonzerne, Telekommunikationsunternehmen, Israelischen Rotwein und das israelische Militär.

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