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Wie man sich bettet, so stirbt man

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In dem großen saalartigen Raum mit der tiefhängend scheinenden Decke lag der Tod. Das kalte Licht zeigte widerlich enstellte Leiber. Einige der Leichen glichen mit Leder überzogenen Skeletten, andere waren fett oder unterschiedlich aufgedunsen, je nachdem, wie lange sie schon hier lagen. Die Gesichter wirklten wie gelbbraune, ausdruckslose Masken; Münder ähnelten gemalten blauroten Strichen auf gelblich faulen Äpfeln. Manche der Köpfe waren fast schon knöchernen Schädeln ähnlich. Die Haut schien wie Folie darüber geklebt zu sein. Große dunkle Löcher klafften darin. Offene Augen oder Münder. Lediglich die Ohren zeigten oft fahles Gelb und erschienen meistens noch das Ansehnlichste am Kopf zu sein.

Der Bestatter Max Baum hatte in dieser Leichenhalle einige Plätze gemietet. Eilig lief er durch die Bahren hindurch, denn zum einen störte ihn die Kälte und zum anderen würde er sich an diesen Geruch wohl nie gewöhnen können.Da lag sie, die Leiche, die er suchte. Der Mann von Manuela. Ihn sollte er abholen und ins Krematorium bringen. Aber . . . das war doch kein natürlicher Tod! Solche Pupillen hatten Drogentote, die ihren Schuss zu großzügig genommen hatten, oder wenn dabei versehentlich Luft in die Vene gekommen war. Es könnte aber auch eine Vergiftung gewesen sein. Was hatte Manuela gesagt, woran er litt? Herzbeschwerden? Max schüttelte den Kopf. Das war nicht   d e r  Mann, den er mit dem Leichenschauschein bei Manuela abgeholt hatte. Der Artzt, der den Schein ausgestellt hatte, war ein Freund der Familie. Kein Zweifel: Die Leiche war ausgetauscht worden! Der Leichenschauschein war echt, aber Manuelas Mann keine "Leiche" mehr! Der war inzwischen sicherlich auferstanden . . .     

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